Franko-flämische Musik

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Als franko-flämische Musik (auch: Niederländische Schule) wird in der Musikgeschichte die polyphone Vokalmusik der Renaissancezeit, etwa zwischen 1420 und 1600, bezeichnet, von der Herrschaft der Burgunder Herzöge über Flandern bis hin zu Kaiser Karl V. Die meisten Komponisten dieser Periode stammen aus dem südlichen Belgien, dem Fürstbistum Lüttich und den ehemals zur Grafschaft Flandern gehörenden Provinzen in Nordfrankreich. Komponisten und Sänger aus diesem Gebiet oder der Stilrichtung, waren in den meisten Hofkapellen Europas tonangebend. Trotz des Namens stammen relativ wenige Komponisten aus dem Gebiet der heutigen Niederlande. Die Komponisten dieser Region waren jedoch berühmt für ihre Arbeit anderenorts. Bis Ende des sechzehnten Jahrhunderts schob sich der Schwerpunkt der westlichen Musikwelt nach Italien.

Diese Zeitspanne wird in fünf Zeitabschnitte (Generationen) gegliedert. Die musikgeschichtliche Bedeutung der Franko-Flämischen Schule liegt in der Weiterentwicklung der mehrstimmigen Musik und der Entwicklung des Kontrapunktes, der von Giovanni Pierluigi da Palestrina zur Perfektion gebracht wird.

Das Zeitalter der Franko-Flamen beginnt mit der Wahrnehmung der Terz und Sext als Konsonanz. Dies wurde vor allem durch John Dunstable und den Fauxbourdon vorangetrieben und verbreitet.

Abschnitte[Bearbeiten]

Die Wegbereiter ca. 1380-1420[Bearbeiten]

ca. 1420-1450[Bearbeiten]

Die erste Generation ist auch als Burgundische Schule bekannt, und war von Dufay, Binchois and Antoine Busnois dominiert. Die Quellen dieses Stils beziehen sowohl Burgundische Traditionen als auch italienische und englische Stilelemente ein. Motettenkompositionen werden wie schon im 14. Jahrhundert vom Verfahren der Isorhythmie bestimmt. Die Messe wird eine autonom musikalische Form. Die Vierstimmigkeit wird zur Norm. Es entwickeln sich die Discantusmesse und die Cantus firmus Messe.

ca. 1450-1490[Bearbeiten]

Die zweite Generation wird besonders von Ockeghem geprägt. In seinen Kompositionen findet sich ein Stilmittel aus der französischen Tradition wieder: Die melodischen Linien greifen fließend ineinandern, trotz klarer Gliederung sind keine deutlichen Zäsuren zu hören. Das Repertoire der Kontrapuktkompositionen wird um allerhand Kanons ergänzt, etwa solche mit verschlüsselten Anweisungen (Rätselkanons) und Proportionskanons in Mensuralnotation.[1]

ca. 1490-1520[Bearbeiten]

In dieser Zeit wird eine Gleichberechtigung aller Stimmen angestrebt. Musiker kommen aus den Niederlanden nach Italien. Dadurch verbinden sich die Künste der Niederländer mit den italienischen "Volksliedern" Lauda und Frottola. Josquin des Prez ist ein bedeutender Vertreter dieser Generation.

ca. 1520-1550[Bearbeiten]

Die Unterscheidung zwischen Dur und Moll sowie Regeln zur restriktiven Dissonanzenbehandlung setzen sich durch. Fünf- und Sechsstimmigkeit werden zur Norm. Der cantus firmus verliert an Bedeutung. Es entsteht die Parodiemesse. Zu dieser Zeit lebten viele Komponisten in Italien und anderen Ländern.

ca. 1550-1600[Bearbeiten]

Während der Gegenreformation findet das Konzil von Trient statt, bei dem maßgeblich die Kirchenmusik und deren Verständlichkeit diskutiert werden. Der Franco-Flämische Stil ist nun in Europa weithin verbreitet.

Gattungen des Zeitalters der Franko-Flamen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ulrich Michels: dtv-Atlas Musik, Bd. 1, 22. Auflage, dtv, München 2008, S. 241, ISBN 978-3-423-03022-9.