Aisonville-et-Bernoville

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Aisonville-et-Bernoville
Wappen von Aisonville-et-Bernoville
Aisonville-et-Bernoville (Frankreich)
Aisonville-et-Bernoville
Region Hauts-de-France
Département Aisne
Arrondissement Vervins
Kanton Guise
Gemeindeverband Thiérache Sambre et Oise
Koordinaten 49° 56′ N, 3° 31′ OKoordinaten: 49° 56′ N, 3° 31′ O
Höhe 108–166 m
Fläche 8,73 km2
Einwohner 251 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 29 Einw./km2
Postleitzahl 02110
INSEE-Code

Rathaus von Aisonville-et-Bernoville

Aisonville-et-Bernoville ist eine französische Gemeinde mit 251 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Aisne in der Region Hauts-de-France.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aisonville-et-Bernoville liegt etwa 18 Kilometer nordöstlich von Saint-Quentin im Norden des Départements Aisne, nahe der Oise. Die nächstgrößere Stadt ist das südöstlich gelegene Guise, die Grenze zum Département Nord ist weniger als 10 Kilometer entfernt. Das Stadtgebiet erstreckt sich nach Westen und Süden weit über die Bebauungsgrenze hinaus. Die Ortskerne der zwei ursprünglichen Dörfer sind durch die D68 miteinander verbunden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Kopialbuch der Abtei Fesmy wird der Ort das erste Mal 1151 unter dem Namen Aisunvilla erwähnt. Der Name leitet sich wohl von einem früheren Bewohner Aizo ab.[1] Bis zur französischen Revolution gehörten die zwei Orte zu zwei separaten Pfarreien, erst bis 1794 wurden die beiden Orte administrativ zusammengelegt.[2] Wie weite Teile des Départements war die Gemeinde Schauplatz heftiger Kämpfe während des Ersten Weltkriegs. Zwischen 1901 und 1951 war Aisonville-et-Bernoville an das Schienennetz angebunden. Entsprechend der industriellen Stärke der Region, verkehrte ein Zug zwischen Le Catelet und Guise. Aufgrund zurückgehender Profitabilität wurde die Linie nach dem Zweiten Weltkrieg eingestellt. Die Schienen sind heute nicht mehr sichtbar, das Bahnhofsgebäude bewohnt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es ist die angesprochene Industrialisierung in der Picardie, die sich auch in den Einwohnerzahlen niederschlägt. Wie der nachstehenden Tabelle zu entnehmen ist, nimmt die Bevölkerung über die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts stark zu, bevor sie danach auf vorrevolutionäre Verhältnisse herabsinkt. (Zahlen der INSEE)

Jahr 1793 1841 1861 1901 1946 1975 2014
Einwohner 461 830 1291 585 406 300 256

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wahlverhalten der Gemeinde zeigt eine schrittweise Hinwendung zur extremen Rechten des Front National. Bereits 2002 lag Jean-Marie Le Pen im ersten Wahlgang vor Jacques Chirac. Bei allen Wahlen zwischen 2012 und 2017 lagen die Kandidaten des Front National vorne, mit Ausnahme der letzten Parlamentswahlen, bei der sich der Amtsinhaber Jean-Louis Bricout aus dem nahegelegenen Bohain-en-Vermandois knapp durchsetzen konnte.[3] Für den Stadtrat kandidierten exakt so viel Bewerber wie Plätze vorhanden waren, eine politische Konfrontation existiert hier nicht. Die Wahlbeteiligung im Ort lag zuletzt zwischen 60 % und 70 %.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hervorzuheben sind die beiden Kirchen der zwei ursprünglichen Ortsteile, Saint-Jean und Notre-Dame-de-la-Nativité und das Château de Bernoville, das zu Beginn des 18. Jahrhunderts für Jacques François de Chastenet de Puységur errichtet wurde und heute teilweise als Monument historique klassifiziert ist.[4] Eine Stele gedenkt der Toten der zwei Weltkriege.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Aisonville-et-Bernoville – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ernest Nègre: Toponymie générale de la France. Band 2, S. 922.
  2. Datenbank Cassini
  3. Résultats Aisonville-et-Bernoville – Législatives 2017 – 2nd et 1er tour. Abgerufen am 25. Februar 2018.
  4. Château de Bernoville in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)