Guise

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Guise (Begriffsklärung) aufgeführt.
Guise
Wappen von Guise
Guise (Frankreich)
Guise
Region Picardie
Département Aisne
Arrondissement Vervins
Kanton Guise
Gemeindeverband Région de Guise
Koordinaten 49° 54′ N, 3° 38′ OKoordinaten: 49° 54′ N, 3° 38′ O
Höhe 91–157 m
Fläche 16,13 km²
Einwohner 5.109 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 317 Einw./km²
Postleitzahl 02120
INSEE-Code

Familistère

Guise ist eine französische Gemeinde mit 5109 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Aisne in der Region Picardie; sie gehört zum Arrondissement Vervins, ist Hauptort des Kantons Guise und Sitz des Gemeindeverbandes Région de Guise.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt zwischen dem Vermandois und der Thiérache, auf halber Strecke zwischen Saint-Quentin und Vervins im Norden des Départements Aisne an der Oise. In geringer Entfernung passiert der Canal de la Sambre à l’Oise (deutsch: Sambre-Oise-Kanal) die Stadt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Guise besitzt eine Burg, Rest der Befestigungsanlagen Nordfrankreich aus der Zeit der Herzöge von Guise. Die Burg wurde während des Ersten Weltkriegs schwer beschädigt.

Während der Industriellen Revolution profitierte Guise von den sozialen Experimenten des Unternehmers Jean-Baptiste André Godins, von denen der Ort bis heute profitiert.

Im Lauf beider Weltkriege befanden sich hier militärisch genutzte Flugplätze.

Flugplatz Guise–Château du Fay[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während des Ersten Weltkriegs befand sich zwei Kilometer östlich des Ortes in den Jahren 1917/1918 ein Feldflugplatz der deutschen Fliegertruppe, der von verschiedenen Jagdstaffeln genutzt wurde.

Im Raum Guise gab es einige weitere Feldflugplätze. Unmittelbar nördlich des Ortes wurde 1918 Guise-Nord genutzt. Guise–Lesquielles, vier Kilometer nördlich von Guise, wurde ebenfalls 1918 genutzt und ein Kilometer nördlich befand sich mit Guise–Lesquielles-Tupigny ein vierter Flugplatz. Guise–Louvry befand sich zwei Kilometer südlich und wurde 1917/1918 genutzt.

Flugplatz Guise–Tupigny[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein sechster Feldflugplatz befand sich 1918 unmittelbar östlich Tupignys.

Dieser Standort war während des Zweiten Weltkriegs erneut im Mai/Juni 1940 ein kurzzeitig von deutschen Luftstreitkräften genutzter Platz. Hier lagen „Stukas“ Ju 87B, sie gehörten zur I. Gruppe des Sturzkampfgeschwaders 76 (I./ StG 76). Daneben lagen hier auch Bf 109E in Guise. Die I. Gruppe des Jagdgeschwaders 1 (I./JG 1) und die I./JG 27 nutzen den Platz jeweils für einige Tage.

Flugplatz Guise–Villers[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordöstlich, zirka fünf Kilometer ausserhalb von Guise und ein Kilometer nordwestlich von Villers-les-Guises befand sich früher noch ein siebter Militärflugplatz.

Nach seiner Eröffnung Mitte der 1930er Jahre wurde dies Aérodrome durch den Aéro-Club de la Thiérache betrieben.

Zwischen Ende August 1939 und Mitte Mai 1940 diente er dann der Armée de l’air als Heimat von Beobachtungsflugzeugen, die im Dienst verschiedener Gruppen, Groupes Aériens de Observation, standen.

Nach zwei Luftangriffen durch deutsche Bomber wurde der Platz nach Einnahme der Gegend durch die deutsche Wehrmacht durch die Luftwaffe genutzt.

Der Platz war ebenfalls im Frühsommer 1940 ein „Stuka“-Stützpunkt. Die Ju 87B gehörten zur II. Gruppe des Sturzkampfgeschwaders 2 (II./ StG 2) und zur I. Gruppe der Trägergruppe 186 (I./TrGr 186).

In diesem Zeitraum lagen auch Bf 109E in Guise. Verschiedene Jagdgruppen wechselten sich nach wenigen Tagen ab. Hierzu gehörten die III. Gruppe des Jagdgeschwaders 2 (III./JG 2), I./JG 21, Stab, I. und II./JG 21, I./JG 51, III./JG 52 und die I./JG 76.

Nach dem Waffenstillstand und während der deutschen Besatzung Frankreichs wurde er dann aber nicht mehr von den Deutschen als Flugplatz genutzt.

Nach der Befreiung der Gegend durch die Alliierten übernahm 1945 zunächst wieder der Luftsportverein den Betrieb des Flugplatzes. Im Jahr 1947 ordnete das französische Transportministerium dann jedoch die Schließung an und Anstrengungen für eine Wiederbelebung in den 1950er Jahren blieben ohne Ergebnis.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 6284 6805 6642 6195 5976 5896 5409

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Burg Guise (Château de Guise), Monument historique[1]
  • Familistère, Monument historique[2]
  • Kirche St. Medardus (Église Saint-Médard)
  • Kirche St. Peter und Paul (Église Saint-Pierre-Saint-Paul), Monument historique[3]
  • Hotel Warnet aus dem 17./18. Jahrhundert, Monument historique[4]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Guise – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Château de Guise in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  2. Familistère in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  3. Kirche St. Peter und Paul in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  4. Hotel Warnet in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Guise – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien