Dieser Artikel existiert auch als Audiodatei.

Andrea Sawatzki

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Andrea Sawatzki auf der Frankfurter Buchmesse 2015
Andrea Sawatzki

Andrea Sawatzki (* 23. Februar 1963 in Kochel am See, Bayern) ist eine deutsche Schauspielerin und Autorin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft, Ausbildung und Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andrea Sawatzki wurde als Tochter einer Krankenschwester und eines Journalisten im bayerischen Kochel am See geboren. Nach dem Abitur begann sie ihr Studium an der Neuen Münchner Schauspielschule, das sie 1987 abschloss. Daneben absolvierte sie ein Praktikum an den Münchner Kammerspielen. Sawatzki spielte von 1988 bis 1992 an Theatern in Stuttgart, Wilhelmshaven und München.

Am Renaissance-Theater Berlin war sie 2004 an der Seite ihres Ehemannes Christian Berkel in Edward Albees Die Ziege oder Wer ist Sylvia? (Regie: Felix Prader) zu sehen.[1]

Film, Fernsehen, Synchron und Hörbuch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge und 1990er Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andrea Sawatzki übernahm 1988 im Alter von 25 Jahren ihre erste Filmrolle unter der Regie von Dieter Dorn in Faust – Vom Himmel durch die Welt zur Hölle. Es folgten in den 1990er Jahren Episodenrollen in TV-Serien wie Florian (1990), Der Fahnder (1993), Wolffs Revier (1994) und Adelheid und ihre Mörder (1996).

Eine durchgehende Serienrolle hatte sie 1993 als Luise Gehbauer in der ARD-Fernsehserie Auf Achse. Von 1995 bis 1998 war sie in der Fernsehserie A.S. die Sonja Hersfeld.

Ab 1995 wurde Sawatzki auch für Rollen in Fernsehfilmen besetzt, wie in Helden haben's schwer (1996; als Gabi Solms), Atemlos durch die Nacht (1996; als Elvira) und neben Oliver Stritzel als Iris Dohmann in Marijan Vajdas Champagner und Kamillentee (1997) nach einem Roman von Franziska Stalmann. In dem sechsteiligen Sat.1-Fernsehdrama Der König von St. Pauli (1998) war sie in der Rolle der Regine Fischer zu sehen.

Darüber hinaus war Sawatzki in zahlreichen erfolgreichen Kinofilmen zu sehen. 1997 war sie in der Ingrid-Noll-Romanverfilmung Die Apothekerin in der Rolle der Alma Siebert zu sehen, die Selbstmord begehen will, als sie erfährt, dass ihr Ehemann Pawel ein Verhältnis mit der Apothekerin Hella Moormann hat. In Bandits (1997), der von vier Frauen handelt, die im Gefängnis eine Band gründen und unverhofft flüchten können, übernahm sie die Rolle der Ludwig. 1999 besetzte sie Helmut Dietl als Sonja Vogel in seinem Spielfilm Late Show.

2000er Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch nach der Jahrtausendwende wird Andrea Sawatzki in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen besetzt. Im Kinofilm Harte Jungs (2000) übernahm sie die Rolle der Tante Zelda. In dem dreiteiligen Fernsehfilm Die Manns – Ein Jahrhundertroman (2001) spielte sie die Schauspielerin und Übersetzerin Pamela Wedekind. In Joseph Vilsmaiers Leo und Claire (2001) war sie die Helga Steinheil. In der Mario-Giordano-Romanverfilmung Das Experiment (2001) verkörperte sie die Rolle der Dr. Jutta Grimm.

Die Darstellung der Adina Gabriel in der Fernsehserie Arme Millionäre (2005/06) brachte ihr den Deutschen Comedypreis als Beste Schauspielerin ein. Beim World Film Festival Montréal wurde sie ebenfalls als Beste Schauspielerin für ihre Rolle der Evchen Morell in dem Fernsehfilm Der andere Junge (2007) ausgezeichnet. In dem Märchenfilm Brüderchen und Schwesterchen (2008) übernahm sie die Rolle der bösen Stiefmutter. In dem zweiteiligen ZDF-Thriller Entführt verkörperte sie die Vera Targensee.

2010er Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 2010 bis 2014 verkörperte Andrea Sawatzki die Hausfrau Isabella „Bella“ Jung in der sechsteiligen ZDF-Filmreihe Bella.[2] Für ihre Darstellung in der Pilotfolge Bella Vita wurde sie 2011 mit dem Bayerischen Fernsehpreis als beste Schauspielerin in der Kategorie Fernsehfilm ausgezeichnet.

In der ebenfalls sechsteiligen ZDF-Fernsehserie Klimawechsel (2010) spielte Sawatzki die Kunstlehrerin Desirée Dische, die verzweifelt versucht, die Beziehung zu ihrem Freund und dem Yogalehrer Ronnie (Kai Schumann) mit Kind und Job unter einen Hut zu bringen.

Darüber hinaus spielte sie in der internationalen Serie Borgia (2011) die Rolle der Adriana De Mila.

In der Mediensatire Das große Comeback (2011) war sie an der Seite von Uwe Ochsenknecht in einer der beiden Hauptrollen als Fernsehredakteurin Ute Meier-Thiel zu sehen. Kritiker lobten ihre dortige schauspielerische Leistung, so erreiche Sawatzki als „nymphomane Zimtzicke“ dem Genre „geschuldete Präzision und Schärfe“.[3]

In der Auftaktfolge Trojanische Pferde (2016) der ARD-Donnerstagskrimireihe Der Athen-Krimi verkörperte sie Victoria Pappas, die ein Verlagshaus leitet. Im Rahmen der ZDF-Filmreihe Lotta war sie in dem fünften Film Lotta & der dicke Brocken (2016) in der Rolle der Frau Platow zu sehen. Im Oktober 2016 war Sawatzki außerdem in der ZDF-Fernsehkomödie Zwei verlorene Schafe, an der Seite von Franz Hartwig, zu sehen. Sie spielte die arbeitslose Schauspielerin Rebecca Fritz.[4]

Tatort und Polizeiruf 110[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrfach war Sawatzki in der ARD-Fernsehreihe Tatort zu sehen. 1991 hatte sie in Der Fall Schimanski eine Nebenrolle als Sekretärin von Herrn Zech (Alexander Radszun). Im Folgejahr sah man sie in Unversöhnlich als Anita Joest. 1994 spielte sie die Alice Rains in dem Fall Die Frau an der Straße. In Der schwarze Skorpion (2000) verkörperte sie Dr. Natascha Severin.

Von 2001 bis 2009 übernahm Andrea Sawatzki die feste Rolle der Tatort-Hauptkommissarin Charlotte Sänger, die an der Seite ihres Kollegen Fritz Dellwo (Jörg Schüttauf) insgesamt 18 Fälle in und um Frankfurt am Main löste. Für ihre dortigen schauspielerischen Leistungen wurde sie mehrfach ausgezeichnet, wie 2005 mit dem Adolf-Grimme-Preis für den Tatort: Herzversagen, den sie zusammen mit Jörg Schüttauf, Stephan Falk und Thomas Freundner erhielt oder 2006 mit dem Hessischen Fernsehpreis für ihre Darstellung im Tatort: Das letzte Rennen.

Von 1995 bis 2004 verkörperte sie innerhalb der Krimireihe Polizeiruf 110 in den Folgen des WDR Gabi Bauer vom Morddezernat, die mit dem Streifenbeamten Sigi Möller (Martin Lindow) im Bergischen Land eine Beziehung hat.

Sprechertätigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andrea Sawatzki betätigt sich neben ihrer Arbeit in Film und Fernsehen auch als Sprecherin. Sie liest unter anderem Hörbücher ein, so zum Beispiel für die Serie TV-Kommissare lesen Krimis den Titel Die Maus in der Ecke (2006) oder für die Brigitte Hörbuch-Edition Starke Stimmen den Roman Glennkill (2006).

Auch ist Sawatzki als Synchronsprecherin tätig. 2010 lieh sie in der Roald-Dahl-Verfilmung Der fantastische Mr. Fox der Hauptrolle der Mrs. Fox ihre Stimme. Ihr späterer Ehemann Christian Berkel synchronisierte die Titelrolle des Mr. Fox, der in der Originalversion von George Clooney gesprochen wird. 2012 erhielt sie den Deutschen Animations-Sprecherpreis beim Trickfilmfestival Stuttgart für ihre Sprechrolle im Animationsfilm Der gestiefelte Kater.

Tätigkeit als Autorin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andrea Sawatzki während einer Lesung 2015

Am 12. März 2013 erschien Andrea Sawatzkis erster Roman Ein allzu braves Mädchen. Davon gibt es auch ein von Sawatzki selbst eingesprochenes Hörbuch (bei Hörbuch Hamburg) und eine E-Book-Version. Im Oktober selben Jahres erschien ihr zweiter Roman Tief durchatmen, die Familie kommt, der 2015 verfilmt wurde, und erstmals von der fiktiven Familie Bundschuh handelt. 2014 erschien der zweite Bundschuh-Roman Von Erholung war nie die Rede. Mit ihrem vierten Roman Der Blick fremder Augen (2015) veröffentlichte sie ihren zweiten Kriminalroman, der ohne Sawatzkis Familie Bundschuh ist. 2016 erschien der dritte Teil der Bundschuh-Buchreihe Ihr seid natürlich eingeladen im Piper Verlag.

Sonstiges und Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2003 stand Sawatzki für eine erotische Fotoserie des Playboy vor der Kamera.[5] 2007 war sie Patin des Deutschen Kinderpreises.[6] 2011 tanzte Sawatzki in der 4. Staffel der RTL-Tanzshow Let’s Dance mit dem italienischen Profitänzer Stefano Terrazzino und belegte den 8. Platz.

Seit Juli 2015 führt sie als Moderatorin durch die TLC Crime-Doku-Reihe Deadly Sins – Du sollst nicht töten.[7]

Andrea Sawatzki lebt seit 1997 mit ihrem Schauspielkollegen Christian Berkel zusammen, sie heirateten im Dezember 2011.[8] Das Paar hat zwei gemeinsame Söhne (* 1999 und * 2002) und wohnt in Berlin-Schlachtensee.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörbücher (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sawatzki mit ihrem Ehemann Christian Berkel bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises 2009

Bibliografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Andrea Sawatzki – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Ziege oder Wer ist Sylvia? auf renaissance-theater.de; abgerufen am 20. Januar 2017
  2. Bella bei Fernsehserien.de; abgerufen am 17. Januar 2017.
  3. ZDF-Komödie: Hansi im Pech In: Tagesspiegel vom 12. Oktober 2011; abgerufen am 20. Januar 2017.
  4. ZDF-Film: Komödie „Zwei verlorene Schafe“ ist Sport für Lachmuskeln. Fernsehkritik. In: DerWesten vom 22. Oktober 2016. Abgerufen am 17. Januar 2017.
  5. Playboy Magazin April 2003 Zeitschrift Original Deutsche Ausgabe 4/2003; Amazon.de. Abgerufen am 20. Januar 2017.
  6. Der Deutsche Kinderpreis. World Vision Deutschland, 2007, archiviert vom Original am 12. Juli 2010, abgerufen am 12. Juli 2010 (PDF).
  7. Für unsere neue Crime-Serie „Deadly Sins – Du sollst nicht töten“ konnten wir Andrea Sawatzki als Host gewinnen.
  8. Sawatzki heiratet Christian Berkel nach 14 Jahren. In: Welt Online vom 18. Dezember 2011; abgerufen am 18. Dezember 2011
  9. Gold-/Platin-Datenbank des Bundesverbandes Musikindustrie, Abruf vom 30. Mai 2016
  10. Claudia Fromme 26. März 2013: Geschichte einer Überforderung.
  11. Bayerischer Fernsehpreis auf Bayern.de
  12. Preis für Schauspielkunst, festival-des-deutschen-films.de, abgerufen am 2. Juni 2013