Damshagen

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Damshagen in Mecklenburg-Vorpommern, zum gleichnamigen Ort in der polnischen Woiwodschaft Westpommern (ehemals Damshagen, Kreis Schlawe/Pommern) siehe Domasławice (Darłowo).
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Damshagen führt kein Wappen
Damshagen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Damshagen hervorgehoben
Koordinaten: 53° 56′ N, 11° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Nordwestmecklenburg
Amt: Klützer Winkel
Höhe: 14 m ü. NHN
Fläche: 38,43 km²
Einwohner: 1268 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 33 Einwohner je km²
Postleitzahl: 23948
Vorwahlen: 038825, 03881
Kfz-Kennzeichen: NWM, GDB, GVM, WIS
Gemeindeschlüssel: 13 0 74 016
Adresse der Amtsverwaltung: Schloßstr. 1
23948 Klütz
Webpräsenz: www.damshagen.info
Bürgermeisterin: Mandy Krüger
Lage der Gemeinde Damshagen im Landkreis Nordwestmecklenburg
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Damshagen ist eine Gemeinde im Norden des Landkreises Nordwestmecklenburg in Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland. Sie wird vom Amt Klützer Winkel mit Sitz in der Stadt Klütz verwaltet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Damshagen liegt mitten im Klützer Winkel zwischen den Städten Grevesmühlen, Klütz und dem Ostseebad Boltenhagen.

Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Damshagen, Dorf Gutow, Dorf Reppenhagen, Hof Gutow, Hof Reppenhagen, Kussow, Moor, Parin, Pohnstorf, Rolofshagen, Stellshagen und Welzin.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche St. Thomas in Damshagen
Vormaliges Plessenherrenhaus in Damshagen (2011)

Damshagen wurde 1230 erstmals im Ratzeburger Zehntregister, das die damals zum Bistum Ratzeburg gehörenden Ortschaften geordnet nach Kirchspielen auflistet, als Thomashagen genannt. Auch die Ersterwähnung von Stellershagen, heute Stellshagen und Wulsin, heute Welzin werden auf das Jahr 1230 datiert. [2] Der Name Damshagen erscheint 1370 erstmals als Dammeshagen. [3] Als erster Besitzer von Damshagen wurde der Ritter Marquard von Thomashagen genannt.

Schon vor 1336 soll die Familie von Plessen Besitz und Rechte in Damshagen besessen haben [4] und blieben über 600 Jahre lang Besitzer des Gutes in Damshagen. Nach 1990 konnten sie einen Teil der Ackerflächen zurückerwerben.

Am 1. Juli 1961 entstand die Gemeinde in der heutigen Form durch die Eingemeindung Reppenhagens. Am 7. Juni 2009 fusionierten die Gemeinden Moor-Rolofshagen und Damshagen zur neuen Gemeinde Damshagen. [5]

Gut Damshagen

Gutsherr Hans von Plessen

Besitzer des Gutes war seit 1336 bis 1945 die Familie von Plesse bzw. von Plessen. [6]
Das Herrenhauses entstand im 20. Jahrhundert.

Stellshagen wurde 1230 erstmals urkundlich erwähnt. Ab dem 16. Jahrhundert besaßen u.a. die Familie von Plessen hier Güter. Von 1886 bis 1918 waren die Grafen von Bothmer Eigentümer des Gutes. Der Hamburger Architekt und Bauunternehmer Franz Bach erwarb 1924 das Gut und baute danach das Gutshaus Stellshagen. 1945 wurde das verstaatlichte Gut aufgesiedelt. Das Gutshaus war seit 1946 zunächst Parteischule der SED und beherbergte danach eine Sonderschule für behinderte Kinder und Jugendliche. Nach der Wende wurde diese nach Grevesmühlen verlegt. Die Enkelin von Bach erwarb 1994 das Gutshaus und ließ es zu einem Hotel umbauen.

Welzin. Der Name von stammt vom slawischen Lokator Volča (Wolf) ab, bedeutet also Ort des Volča. [7]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen

Wappen 2005–2009 der Vorgängergemeinde

Damshagen führte von 2005 bis zur Gemeindefusion am 7. Juni 2009 ein von Michael Zapfe gestaltetes Wappen, dessen Blasonierung wie folgt lautete: „In dem durch einen Wellenschnitt geteilten Schild oben in Gold einen schreitenden schwarzen Stier; unten in Blau schräg gekreuzt: eine goldene Hacke und eine goldene Lanze, bewinkelt von vier goldenen Rüben.“
Der Wellenschnitt symbolisierte die Lage am Damshagener Bach. Der Stier stellte in abgeänderter Form das Wappentier der Plessens dar, in deren Besitz das Dorf von 1336 bis 1945 war. Die Hacke wies auf die durch deutsche Siedler angelegte Rodungssiedlung hin, die Lanze stand für den Kirchenpatron, den Heiligen Thomas. Rüben sind ein Hauptanbauprodukt der Region, die Anzahl symbolisierte die ehemals vier Ortsteile. [8]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinzeitdorf Kussow (Teilansicht)
  • Gotische Backsteinkirche St. Thomas aus dem 14. Jahrhundert mit dem Barockaltar des Lübecker Bildhauers Hieronymus Hassenberg von 1724 und einer Orgel aus dem Jahr 1844. [9]
  • Kammerherrenhaus von um 1910 neben dem Pfarrhof. * Pfarrhaus aus dem 18. Jahrhundert; der Gemeindesaal wurde im 19. Jahrhundert angebaut.
  • Klassizistisches Herrenhaus Damshagen von 1914/1916
  • Gutshaus Parin: Zweigeschossiger, sanierter Putzbau mit Mittelrisalit; heute Hotel.
  • Gutshaus Stellshagen: Zweigeschossiges, verklinkertes und saniertes Gebäude von nach 1924; heute Hotel.
  • Steinzeitdorf Kussow, Freilichtmuseum

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gastronomische Bedeutung hat das Gutshaus Stellshagen.
In der ehemaligen Dorffeuerwehr befindet sich ein kleines Restaurant.

Neben einer Kindertagesstätte gibt es in Damshagen eine Arztpraxis und eine Sporthalle.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Damshagen erreicht man über die Verbindungsstraße von Grevesmühlen (auf dem zugehörigen Autobahnanschluss der Ostseeautobahn A 20). An der 1995 von der Deutschen Bahn eingestellten und danach bis 2005 noch als Museumseisenbahn betriebenen Bahnstrecke Grevesmühlen–Klütz („Klützer Kaffeebrenner“) hatten die Ortsteile Stellshagen und Hof Reppenhagen jeweils Haltepunkte. 2006 wurden die Gleise abgebaut. 2012 begann ein Neustart und seit Juni 2014 verkehrt die Bahn wieder zwischen Klütz und Reppenhagen. [10]

Literatur und Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian von Plessen: Das mecklenburgische Lehnsgut Damshagen zwischen 1900 und 1945. In: Maueranker und Stier. Schwerin 2015 ISBN 978-3-944033-03-7 S. 508–515.
  • Hermann Gustav Adolf Peek: Der Damshäger Bach und die ihm zunächst liegenden Ortschaften. Nachdruck zur Erinnerung an die erste urkundliche Erwähnung von Damshagen vor 775 Jahren im Ratzeburger Zehntregister von 1230. Gutsverwaltung Damshagen, Damshagen 2005 (Sammlung von Aufsätzen, zuerst erschienen in: Mecklenburg. Zeitschrift des Heimatbundes Mecklenburg. 1911–1920, ZDB-ID 556262-4).
  • Heidelinde Knabe: Chronik der Gemeinde Damshagen, Stellshagen, Reppenhagen, Welzin. 1230–2002. Gemeinde Damshagen, Damshagen 2002.

Gedruckte Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Damshagen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2014 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. MUB I. (1863) Nr. 375.
  3. MUB XVI.(1893) Nr.10004, MUB XVIII. (1897) Nr. 10203.
  4. MUB VII. (1873) VII Nr. 5696
  5. Statistisches Landesamt MV: Gebietsänderungen 2009 (PDF-Datei; 111 kB)
  6. Max Naumann : Die Plessen. Stammfolge vom XIII. bis XX. Jahrhundert. Herausgegeben von Helmold von Plessen im Auftrag des Familienverbandes. 2. neu durchgesehene und erweiterte Auflage. C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn, 1971, S. 112.
  7. Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 46, 1881, ISSN 0259-7772, S. 3–168, hier S. 157
  8. Hans-Heinz Schütt: Gemeindewappen Damshagen. Dorf im Ratzeburger Zehntlehenregister um 1230 erstmals genannt. In: Mecklenburg-Magazin. Regionalbeilage der Schweriner Volkszeitung und der Norddeutschen Neuesten Nachrichten. Nr. 46, 2006, ZDB-ID 1084691-8, S. 12.
  9. Homepage des Kirchenkreises Wismar
  10. Stiftung deutsche Kleinbahnen