Selmsdorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Selmsdorf
Selmsdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Selmsdorf hervorgehoben
Koordinaten: 53° 53′ N, 10° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Nordwestmecklenburg
Amt: Schönberger Land
Höhe: 38 m ü. NHN
Fläche: 36,13 km2
Einwohner: 2846 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 79 Einwohner je km2
Postleitzahl: 23923
Vorwahl: 038823
Kfz-Kennzeichen: NWM, GDB, GVM, WIS
Gemeindeschlüssel: 13 0 74 076
Adresse der Amtsverwaltung: Am Markt 15
23923 Schönberg
Webpräsenz: www.selmsdorf.de
Bürgermeister: Marcus Kreft (SPD)
Lage der Gemeinde Selmsdorf im Landkreis Nordwestmecklenburg
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Über dieses Bild

Selmsdorf ist eine Gemeinde im Nordwesten des Landkreises Nordwestmecklenburg in Mecklenburg-Vorpommern. Sie wird vom Amt Schönberger Land mit Sitz in der Stadt Schönberg verwaltet.

Zu Selmsdorf gehören die Ortsteile Hof Selmsdorf, Lauen, Sülsdorf, Teschow und Zarnewenz.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturschutzgebiet Stülper Huk

Die Gemeinde Selmsdorf liegt fünf Kilometer östlich von Lübeck und ist Teil der Metropolregion Hamburg. Im Nordwesten und Norden wird das Gemeindegebiet von der unteren Trave sowie der Pötenitzer Wiek und dem Dassower See begrenzt. Im Südwesten erhebt sich eine Endmoräne bis 83 Meter über NHN. Hier befindet sich auch eine der größeren Mülldeponien Europas, die Deponie Ihlenberg.

Besonders für Naturliebhaber interessant ist der nördliche Teil des Gemeindegebietes. Das Trave-Ufer und der Dassower See sowie der idyllische Ortsteil Teschow auf der gleichnamigen Halbinsel sind durch ausgebaute Wander- und Radwege miteinander verbunden. Von einem Aussichtspunkt nahe Teschow erblickt man über die Trave das gegenüberliegende Dummersdorfer Ufer mit der Stülper Huk und den drei Kilometer nördlich davon liegenden Fährhafen Skandinavienkai in Lübeck-Travemünde sowie auch die Pötenitzer Wiek und den Priwall. Im Ort selbst liegt der Große Teich, der auch Torfmoor(see) genannt wird.

Etwa einen Kilometer westlich von Selmsdorf befindet sich die zur Gemeinde gehörende Dorfwüstung Bardowiek, die zu DDR-Zeiten geschleift wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sühnestein in Sülsdorf

Der als Angerdorf angelegte Ort tauchte erstmals 1313 in einem Register auf. Ein 1398 an der heutigen Bundesstraße 105 an der Abfahrt nach Teschow aufgerichteter Sühnestein aus Gotland-Kalkstein erinnert heute noch an eine mittelalterliche Mordtat.[2] 1584 erwarb der ratzeburgische Hof- und Kammerrat Daniel Zöllner den Hof des Bauern Hinrick Vittensee in Selmsdorf. Er vergrößerte ihn 1604 durch Hinzulegung einer weiteren Stelle und gilt dadurch als Begründer der späteren Domäne Selmsdorf. Die Selmsdorfer Kirche wurde 1864 im gotischen Stil mit Backsteinen unter Verwendung gelber Ziegel errichtet. Selmsdorf war nach Schönberg der zweitgrößte Ort im Fürstentum Ratzeburg[3]; es gehörte damit bis zur Vereinigung der beiden Mecklenburg 1934 zu Mecklenburg-Strelitz.

Der gesamte Ort Selmsdorf lag bis 1989 aufgrund der Nähe zur innerdeutschen Grenze im Sperrgebiet. Besucher konnten den Ort nicht ohne besondere Erlaubnis betreten. Im heutigen Gewerbegebiet „An der Trave“ befand sich die nördlichste Grenzübergangsstelle der DDR zur BRD.

Die Ortsteile Lauen und Teschow sind 1194 im Isfriedschen Teilungsvertrag als Lewen und Thescowe erstmals urkundlich erwähnt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die neogotische Kirche in Selmsdorf

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das von dem Wismarer Roland Bornschein gestaltete Wappen wurde am 23. Oktober 1997 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 136 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „Gespalten von Rot und Gold; vorn ein silbernes Hochkreuz, überhöht von einer goldenen Fürstenkrone; hinten eine grüne Ähre.“

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge ist gleichmäßig rot und gold (gelb) längsgestreift. In der Mitte des Flaggentuchs liegt auf jeweils zwei Drittel der Höhe des roten und des goldenen (gelben) Streifens übergreifend das Gemeindewappen. Die Länge des Flaggentuchs hat ein Verhältnis von 5:3 zu seiner Höhe.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Selmsdorf

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Selmsdorf haben sich einige Gewerbebetriebe niedergelassen, was unter anderem auf die günstige Infrastruktur im Speckgürtel von Lübeck zurückzuführen ist.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einer von drei Meilensteinen

In Selmsdorf treffen die beiden längsten Bundesstraßen Mecklenburg-Vorpommerns zusammen: die B 104 von Lübeck-Schlutup über Schwerin und Neubrandenburg zur polnischen Grenze vor Stettin und die B 105, die hier beginnt und über Wismar und Rostock nach Stralsund führt. Die Bundesautobahn 20 (Bad Segeberg–Lübeck–Wismar–Rostock) führt wenige Kilometer südlich an Selmsdorf vorbei, die nächsten Anschlussstellen (Schönberg und Lüdersdorf) liegen je elf Kilometer entfernt. Die nächsten Anschlussstellen der A 1 und A 226 liegen in Lübeck auf der westlichen Seite der Trave.

Die nächsten Stationen an der Eisenbahnstrecke Lübeck–Bad Kleinen liegen in den südlichen Nachbarorten Schönberg und Lüdersdorf.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 1994 gegründete Selmsdorfer SV 94 e.V. bietet den etwa 200 Mitgliedern die Sportarten Fußball, Leichtathletik, Tischtennis, Badminton, Seniorensport, Volleyball und Aerobic an. Die Sporthalle liegt neben der Schule und der 2001 eröffnete Sportplatz im Flöhkamp. Die Herrenmannschaft der Fußballsektion schaffte dreimal hintereinander den Aufstieg bis in die Landesklasse.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alfred Horn (1847-1912), Pastor und Autor der Chronik Zur Geschichte des Kirchspiels Selmsdorf

Weblinks und Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Selmsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2015 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. www.suehnekreuz.de
  3. Wilhelm Karl Raabe: Mecklenburgische Vaterlandskunde. Zweite Auflage von Gustav Quade, Wismar: Hinstorff 1894, S. 1412