Hohenkirchen (Mecklenburg)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hohenkirchen
Hohenkirchen (Mecklenburg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hohenkirchen hervorgehoben
Koordinaten: 53° 55′ N, 11° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Nordwestmecklenburg
Amt: Klützer Winkel
Höhe: 33 m ü. NHN
Fläche: 40,98 km2
Einwohner: 1306 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 32 Einwohner je km2
Postleitzahl: 23968
Vorwahl: 038428
Kfz-Kennzeichen: NWM, GDB, GVM, WIS
Gemeindeschlüssel: 13 0 74 032
Adresse der Amtsverwaltung: Schlossstraße 1
23948 Klütz
Webpräsenz: www.kluetzer-winkel.de
Bürgermeister: Jan van Leeuwen
Lage der Gemeinde Hohenkirchen im Landkreis Nordwestmecklenburg
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Hohenkirchen ist eine Gemeinde im Norden des Landkreises Nordwestmecklenburg in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie wird vom Amt Klützer Winkel mit Sitz in der Stadt Klütz verwaltet.

Die Gemeinde Hohenkirchen wurde am 1. Januar 2005 aus den bis dahin selbständigen Gemeinden Groß Walmstorf und Gramkow gebildet.[2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohenkirchen liegt zwischen der Hansestadt Wismar und dem Klützer Winkel. Das Gemeindegebiet hat einen etwa acht Kilometer langen Abschnitt der Wismarer Bucht (Ostseeküste) – den Süd- und Ostteil der Wohlenberger Wiek sowie den Westteil der Eggers Wiek. Diese beiden flachen Buchten werden durch das Kap Hohe Wieschendorfer Huk getrennt.

Zu Hohenkirchen gehören die Ortsteile Alt Jassewitz, Beckerwitz, Gramkow, Groß Walmstorf, Hohenkirchen, Hohen Wieschendorf, Manderow, Neu Jassewitz, Niendorf, Wahrstorf und Wohlenhagen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohenkirchen: Der Name stammt von einer hoch gelegenen Kirche, die schon von weitem zu sehen ist; der heutige Backsteinbau wurde im 15. Jahrhundert errichtet.
1230 wurden Hohenkirchen und die meisten Orte in der heutigen Gemeinde erstmals im Ratzeburger Zehntregister erwähnt, welches die damals zum Bistum Ratzeburg gehörenden Ortschaften geordnet nach Kirchspielen auflistet. Die anfangs freien Bauern wurden in den folgenden Jahrhunderten Leibeigene der Grundherren aus der Ritterschaft.

Die Landwirtschaft spielt in der Gemeinde auch heute noch eine große Rolle. Ab Ende der 1960er Jahre begann die touristische Erschließung insbesondere der Küstengebiete, dieser Prozess hält unvermindert an, er hat sich seit 1990 noch verstärkt. Neben bestehenden Hotels, Pensionen und einem Campingplatz steht für die Urlauber ein Golfplatz zur Verfügung. Die Marina im Ortsteil Hohen Wieschendorf wird derzeit ausgebaut.

Jassewitz wurde am 1. Juli 1950 eingemeindet.

Manderow wurde 1228 als Sommerresidenz des Bischofs zu Ratzeburg erstmals erwähnt. Das Gut war u. a. im Besitz der Familien Ditmer (ab 1715) und Martienssen (1799–1945). Auf den Fundamenten des Schlosses aus dem 16. Jahrhundert entstand 1925 das neobarocke, zweigeschossige, 15-achsige Herrenhaus. Manderow wurde am 1. Juli 1950 eingemeindet.

Wahrstorf: Gutsbesitzer war u. a. die Familie Keding (1855–1945). Das sanierte, eingeschossige, 10-achsige Gutshaus wurde nach 1990 von Günther Fielmann und dann von Bernhard Reemtsma erworben.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde von Michael Zapfe gestaltet und wurde bereits am 24. November 1999 der Gemeinde Gramkow verliehen. Diese führte das Wappen bis zum 31. Dezember 2004 und die jetzige Gemeinde Hohenkirchen führt es weiter.

Blasonierung: „In Gold eine erhöhte, stark eingebogene blaue Spitze, belegt mit einem aus einem goldenen Nest wachsenden, gold beschnabelten silbernen Pelikan, der sich die Brust aufhackt, um seine drei sitzenden, gold beschnabelten silbernen Jungen zu nähren; oben von ein roter Anker mit w-förmig geschwungenem Seil; hinten sieben rote Kugeln (2:1:2:1:1).“[3]

Hauptmotiv des Wappens, der seine Jungen nährende Pelikan, ist Teil der Dekoration einer 1739 neu errichteten Kanzel der Kirche zu Hohenkirchen. In der Mythologie gilt der Pelikan als Symbol der Opferbereitschaft. In der christlichen Ikonographie stellt er ein Bild für Christus als Heiland dar. Der Pelikan steht somit pars pro toto für die aus dem 15. Jahrhundert stammende Kirche. Weiterhin symbolisiert der Pelikan auch den Fischfang, der als Erwerbszweig der Bewohner seit jeher von großer Bedeutung ist. Mit dem Anker soll sowohl die in einigen Ortsteilen seit jeher betriebene Fischerei als auch der frühere kleine Fischereihafen in Beckerwitz symbolisiert werden. Gleichzeitig steht er für den neu entstehenden Jachthafen und damit für den Tourismus. Die Kugeln – in veränderter Tingierung und reduzierter Zahl dem Wappen der Familie von Bülow entlehnt – versinnbildlichen anhand einer Zahlensymbolik die Ortsteile Alt Jassewitz, Beckerwitz, Gramkow, Hohenkirchen, Hohen Wieschendorf, Manderow und Neu Jassewitz, erinnern aber auch an die einstigen Grundherren, die über Jahrhunderte hinweg die Entwicklung Gramkows bestimmten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohenkirchen erreicht man über die Verbindungsstraße von Wismar (zugehöriger Autobahnanschluss Wismar-Mitte der Ostseeautobahn A 20) nach Klütz sowie von der Stadt Grevesmühlen aus – hier befindet sich auch der nächstgelegene Bahnhof (Strecke LübeckRostock).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Metelmann (1814–1883), deutsch-amerikanischer Pädagoge, evangelischer Geistlicher und 1848/1849 Mitglied der Mecklenburgischen Abgeordnetenversammlung
  • Wilhelm Bade (1843–1903), Pionier der deutschen Nordland- und Polartouristik
  • Gottfried Timm (* 1956), Theologe, Politiker (SPD) und von 1998 bis 2006 Innenminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Personen mit Bezug zu Hohenkirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hohenkirchen (Mecklenburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2016 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2005
  3. Mecklenburg-Magazin der Schweriner Volkszeitung, Nr. 15/2005