Dorf Mecklenburg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Dorf Mecklenburg
Dorf Mecklenburg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dorf Mecklenburg hervorgehoben
53.84305555555611.46694444444440Koordinaten: 53° 51′ N, 11° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Nordwestmecklenburg
Amt: Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen
Höhe: 40 m ü. NHN
Fläche: 29,97 km²
Einwohner: 2881 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 96 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 23972,
23966 (Karow, Kletzin, Moidentin, Olgashof, Petersdorf, Rambow, Rosenthal, Steffin)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 03841
Kfz-Kennzeichen: NWM, GDB, GVM, WIS
Gemeindeschlüssel: 13 0 74 019
Adresse der Amtsverwaltung: Am Wehberg 17
23972 Dorf Mecklenburg
Webpräsenz: www.dorf-mecklenburg.de
Bürgermeister: Peter Sawiaczinski
Lage der Gemeinde Dorf Mecklenburg im Landkreis Nordwestmecklenburg
Schleswig-Holstein Schleswig-Holstein Schwerin Landkreis Rostock Landkreis Rostock Landkreis Ludwigslust-Parchim Landkreis Ludwigslust-Parchim Bad Kleinen Barnekow Bobitz Dorf Mecklenburg Groß Stieten Hohen Viecheln Lübow Metelsdorf Ventschow Dragun Gadebusch Kneese Krembz Mühlen Eichsen Rögnitz Roggendorf (Mecklenburg) Veelböken Bernstorf Gägelow Stepenitztal Stepenitztal Stepenitztal Plüschow Roggenstorf Rüting Testorf-Steinfort Upahl Warnow (bei Grevesmühlen) Damshagen Hohenkirchen (Mecklenburg) Kalkhorst Klütz Zierow Alt Meteln Bad Kleinen Brüsewitz Cramonshagen Dalberg-Wendelstorf Gottesgabe (bei Schwerin) Grambow (bei Schwerin) Klein Trebbow Lübstorf Lützow (Mecklenburg) Perlin Pingelshagen Pokrent Schildetal Seehof (Mecklenburg) Zickhusen Benz (bei Wismar) Blowatz Boiensdorf Hornstorf Krusenhagen Neuburg (Mecklenburg) Bibow Glasin Jesendorf Jesendorf Lübberstorf Neukloster Passee Warin Züsow Zurow Carlow (Mecklenburg) Dechow Groß Molzahn Holdorf (Mecklenburg) Königsfeld (Mecklenburg) Rehna Rehna Rehna Rieps Schlagsdorf Thandorf Utecht Wedendorfersee Dassow Grieben (Mecklenburg) Groß Siemz Lockwisch Lüdersdorf Menzendorf Niendorf (Amt Schönberger Land) Roduchelstorf Schönberg (Mecklenburg) Selmsdorf Boltenhagen Grevesmühlen Insel Poel Poel WismarKarte
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Dorf Mecklenburg ist eine Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern. Die Gemeinde ist der Verwaltungssitz des Amtes Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen, dem weitere zehn Gemeinden angehören.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Dorf Mecklenburg liegt zwischen der Hansestadt Wismar und dem Schweriner See, einem der größten deutschen Seen. Im leicht hügeligen Gelände befindet sich hier auch die Nordsee-Ostsee-Wasserscheide nur etwa zehn Kilometer von der Ostsee (Wismarer Bucht) entfernt. An der Gemeinde führt westlich der Wallensteingraben vorbei, der den Schweriner See als einziger Abfluss mit der Ostsee verbindet und von 1577 bis 1582 unter Herzog Johann Albrecht entstand.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zu Dorf Mecklenburg gehören die Ortsteile

  • Karow
  • Kletzin
  • Moidentin
  • Olgashof
  • Petersdorf
  • Rambow
  • Rosenthal
  • Rothentor
  • Steffin

Geschichte[Bearbeiten]

Denkmal an der Stelle der früheren Mecklenburg

Die Mecklenburg, die ehemalige Burg der Gemeinde, ist Namensgeber für die gesamte Landschaft Mecklenburg und für das Land Mecklenburg-Vorpommern.

Die Burganlage der slawischen Abodriten wurde bereits 965 in einem Bericht des arabischen Händlers Ibrahim Ibn Jacub als Nakons Burg bezeichnet. Wie bei einer Ausgrabung von 1967 bis 1969 festgestellt wurde, ist sie in der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts entstanden.[2] Aus Mikelenburg wurde im Laufe der Zeit Mecklenburg. König Otto III. erwähnte am 10. September 995 erstmals urkundlich die Mecklenburg. Sie wurde allerdings 1256 nach mehreren Zerstörungen wieder abgerissen, das Material wurde für den Bau des Schlosses Fürstenhof in der damals aufblühenden Stadt Wismar am südlichsten Punkt der Ostsee verwendet. Nachdem die Burg 1277 für die Schweriner Fürsten noch einmal aufgebaut worden war, wurde sie 45 Jahre später erneut und endgültig zerstört. Aus der Siedlung der Vorburg entstand in der Mitte des 14. Jahrhunderts das Dorf Mecklenburg. Die jetzige Straße „Am Burgwall“ führt zu dem heute noch sichtbaren Ringwall, der seit den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts als Friedhof genutzt wird.

Gemeinde heute[Bearbeiten]

Kirche in Dorf Mecklenburg
Holländerwindmühle
Pfarrscheune

Die Nähe zur Ostsee, zur alten Hansestadt Wismar und zum Schweriner See, sowie die gute Infrastruktur sind nicht nur für den Tourismus interessant, wovon zwei Gewerbegebiete in der Gemeinde zeugen. Von Kindergarten und Grundschule über eine Realschule mit Hauptschulteil und einem Gymnasium bis hin zu mehreren gastronomischen Einrichtungen, Arztpraxen und modernen Sportstätten hat Dorf Mecklenburg für die umliegenden Gemeinden eine zentrale Funktion übernommen. Das Vereinsleben spiegelt sich unter anderem in einem Blasorchester, einem Chor, dem Anglerverein, dem Sportverein (Mecklenburger SV), einem Schachverein (SC Mecklenburger Springer) sowie dem Heimatverein wider.

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Geteilt von Rot und Gold, oben eine silberne Wallburg mit drei Türmen, unten ein hersehender, goldgekrönter und silberngehörnter schwarzer Stierkopf mit aufgerissenem roten Maul, silbernen Zähnen, ausgeschlagener roter Zunge und in sieben Spitzen abgerissenem Halsfell.“

Wappenerklärung: Die silberne Wallburg in Rot stellt die ehemalige slawische „Mecklenburg“ dar, der Stierkopf in Gold ist dem Wappen des Landes Mecklenburg entnommen, beide Wappenteile weisen auf den Ortsnamen Mecklenburg hin.

Das Wappen wurde von dem Wodorfer Rolf Möller gestaltet, am 21. November 1991 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 7 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche[Bearbeiten]

Sehenswert ist die schlichte backsteinerne Dorfkirche aus dem 14. Jahrhundert. Im Innern der Kirche sind einige interessante Details zu sehen: eine bemalte Kassettendecke (17. Jahrhundert) mit einer Darstellung des Christus mit den törichten und klugen Jungfrauen, Engelköpfe, der Altar von 1622 mit Darstellung des Abendmahls und vier Passionsszenen, eine mit vielen Ornamenten verzierte Kanzel von 1618 sowie der Triumphbalken mit Kreuzigungsgruppe aus dem Jahre 1633.

Windmühle[Bearbeiten]

Auf dem 43 Meter ü. NN hohen Rugenberg befindet sich die 1849 erbaute Sockelgeschoss-Holländerwindmühle. Sie beherbergt heute einen Hotel- und Restaurantbetrieb.

Kreisagrarmuseum[Bearbeiten]

Das 1978 gegründete Museum des Landkreises Nordwestmecklenburg gibt in seiner Dauerausstellung auf etwa 1000 m² einen Einblick in die Entwicklung der Landwirtschaft und des dörflichen Lebens im Nordosten Deutschlands von vor 1945 bis in die Gegenwart. Weiterführende Informationen zur Geschichte der Burg und des Ortes finden hier ebenfalls Beachtung. Zusätzlich zeigt die Einrichtung auf einer teilüberdachten Freifläche eine Vielzahl landtechnischer Maschinen und Geräte und informiert in einem umgesetzten Fachwerkhaus über die Geschichte des Wallensteingrabens. Museumspädagogische Programme, Sonderausstellungen und Veranstaltungen zu unterschiedlichen Themen ergänzen das Angebot.[3]

Weitere Sehenswürdigkeiten sind der Burgwall der ehemaligen Mecklenburg, das 1767 errichtete Pfarrhaus (Fachwerk), die Pfarrscheune aus dem Jahr 1701, das Predigerwitwenhaus (Fachwerk, um 1760), die aus dem endenden 19. Jahrhundert stammende alte Dorfschule sowie das Denkmal für die Opfer der Weltkriege aus den Jahren 1922/1991.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Dorf Mecklenburg, nur 6 km von Wismar entfernt, ist sehr gut an überregionale Verkehrsnetze angeschlossen. In unmittelbarer Nähe führen die Ostseeautobahn A 20 (LübeckStettin) und das nördliche Teilstück der A 14 (WismarSchwerin) vorbei. Von Süden (aus Richtung Schwerin) und von Norden (aus Richtung Wismar) ist der Ort über die B 106 erreichbar. Die Gemeinde liegt an der Bahnlinie von Wismar nach Schwerin.

Weblinks[Bearbeiten]

Seite des Amtes Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen

 Commons: Dorf Mecklenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2012 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Joachim Herrmann: Die Slawen in Deutschland. Geschichte und Kultur der Slawischen Stämme westlich von Oder und Neiße vom 6. bis 12. Jahrhundert. Akademie, Berlin 1985 Seite 211
  3. www.nordwestmecklenburg.de