Lüdersdorf

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Lüdersdorf (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Lüdersdorf
Lüdersdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lüdersdorf hervorgehoben
Koordinaten: 53° 50′ N, 10° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Nordwestmecklenburg
Amt: Schönberger Land
Höhe: 11 m ü. NHN
Fläche: 54,26 km2
Einwohner: 5315 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 98 Einwohner je km2
Postleitzahl: 23923
Vorwahl: 038821
Kfz-Kennzeichen: NWM, GDB, GVM, WIS
Gemeindeschlüssel: 13 0 74 049
Adresse der Amtsverwaltung: Am Markt 15
23923 Schönberg
Webpräsenz: www.gemeinde-luedersdorf.de
Bürgermeister: Erhard Huzel (CDU)
Lage der Gemeinde Lüdersdorf im Landkreis Nordwestmecklenburg
Schleswig-Holstein Schleswig-Holstein Schwerin Landkreis Rostock Landkreis Rostock Landkreis Ludwigslust-Parchim Landkreis Ludwigslust-Parchim Bad Kleinen Barnekow Bobitz Dorf Mecklenburg Groß Stieten Hohen Viecheln Lübow Metelsdorf Ventschow Dragun Gadebusch Kneese Krembz Mühlen Eichsen Rögnitz Roggendorf (Mecklenburg) Veelböken Bernstorf Gägelow Stepenitztal Stepenitztal Stepenitztal Plüschow Roggenstorf Rüting Testorf-Steinfort Upahl Warnow (bei Grevesmühlen) Damshagen Hohenkirchen (Mecklenburg) Kalkhorst Klütz Zierow Alt Meteln Bad Kleinen Brüsewitz Cramonshagen Dalberg-Wendelstorf Gottesgabe (bei Schwerin) Grambow (bei Schwerin) Klein Trebbow Lübstorf Lützow (Mecklenburg) Perlin Pingelshagen Pokrent Schildetal Seehof (Mecklenburg) Zickhusen Benz (bei Wismar) Blowatz Boiensdorf Hornstorf Krusenhagen Neuburg (Mecklenburg) Bibow Glasin Jesendorf Jesendorf Lübberstorf Neukloster Passee Warin Züsow Zurow Carlow (Mecklenburg) Dechow Groß Molzahn Holdorf (Mecklenburg) Königsfeld (Mecklenburg) Rehna Rehna Rehna Rieps Schlagsdorf Thandorf Utecht Wedendorfersee Dassow Grieben (Mecklenburg) Groß Siemz Lockwisch Lüdersdorf Menzendorf Niendorf (Amt Schönberger Land) Roduchelstorf Schönberg (Mecklenburg) Selmsdorf Boltenhagen Grevesmühlen Insel Poel Poel WismarKarte
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Lüdersdorf ist die westlichste Gemeinde im Landkreis Nordwestmecklenburg in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie wird vom Amt Schönberger Land mit Sitz in der Stadt Schönberg verwaltet. Der Ort ist ein Grundzentrum.[2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Lüdersdorf liegt an der Grenze zur schleswig-holsteinischen Großstadt Lübeck. Sie erstreckt sich über ein sanft hügeliges Gebiet zwischen den Flüssen Wakenitz und Maurine, die Höhen erreichen hier bis 60 m ü. NN und gehören zum Baltischen Landrücken.

Die Wakenitz und der Landgraben der mittelalterlichen Lübecker Landwehr bilden in weiten Teilen die Landesgrenze zu Schleswig-Holstein. Auf dem Gemeindegebiet existieren mehrere stehende Kleingewässer, so etwa der Schwarzmühlenteich auf der Landesgrenze im Verlauf des Landgrabens.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lüdersdorf setzt sich zusammen aus den Ortsteilen:[3]

Zur Gemeinde gehörten auch Lenschow (ursprünglich Lenzekowe=Binsenort) und Wahlstorf (Dorf des Vals); beide Ortsteile wurden zu DDR-Zeiten leergesiedelt und sind heute nur noch in Gemarkungsnamen existent.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Grenzgebiet konnte sich die Natur frei entfalten, wie am Duvennester Moor.

Lüdersdorf wurde 1194 als Luderstorp (Ort des Lüders) sowie die Ortsteile Wahrsow als Warsowe und Palingen als Polengowe sowie das eingegangene Dorf Lenschow als Lenzekowe im Isfriedschen Teilungsvertrag erstmals urkundlich genannt.

In der DDR-Zeit lag Lüdersdorf unmittelbar an beziehungsweise in der fünf Kilometer breiten Sperrzone an der innerdeutschen Grenze, die hier durch den Lübecker Landgraben gebildet wird. Die ehemaligen Ortsteile Lenschow und Wahlsdorf wurden in dieser Zeit geschleift.

Nach der Grenzöffnung 1989 ergaben sich für die Gemeinde Lüdersdorf – insbesondere für den großen Ortsteil Herrnburg – neue Chancen als unmittelbarer Nachbarort der Hansestadt Lübeck. Es setzte eine rege Bautätigkeit ein. Mit einem Durchschnittsalter von 35,2 Jahren ist Lüdersdorf die jüngste Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern.

Boitin-Resdorf, ein Rundlingsdorf in reiner Form, wurde 1257 erstmals erwähnt. Es war bis 1950 eine selbständige Gemeinde und von 1950 bis 1956 Ortsteil der Gemeinde Klein Mist. Die von 1953 bis 1959 erbaute Kapelle ist der einzige Kirchenneubau der evangelisch-lutherischen Kirche im Land Ratzeburg während der DDR-Zeit.

Duvennest, ein ehemaliges Rundlingsdorf wurde am 13. April 1320 erstmals urkundlich als Duuennest erwähnt.

Groß Neuleben und Klein Neuleben, beide Orte als Runddörfer, hießen früher Groß Mist und Klein Mist, welche 1956 zusammengelegt und umbenannt wurden und dann bis 1991 die selbständige Gemeinde Neuleben war.

Herrnburg wurde 1191 erstmals erwähnt. Das alte Zollhaus Herrnburg wurde 1783 auf den Fundamenten der Vorgängerkapelle als zweigeschossiger Fachwerkbau errichtet. Die backsteingotische Dorfkirche Herrnburg stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts; der Kirchturm aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Die vom Land geförderte städtebauliche Entwicklungsmaßnahme Herrnburg-Nord an der Grenze zu Lübeck war seit 1992 das größte zusammenhängende Neubaugebiet mit über 1000 Wohnungen in Mecklenburg-Vorpommern.

Palingen, ein Angerdorf, wurde 1194 erstmals als Polengowe = Ort am Hain im Isfriedschen Teilungsvertrag urkundlich erwähnt.

Schattin war bis 1937 eine Lübecker Exklave.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freiwillige Feuerwehr in Herrnburg

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde vom Schweriner Heraldiker Heinz Kippnick gestaltet und am 10. Mai 2008 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 317 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „Durch einen silbernen Wellenpfahlfaden gespalten; vorn in Rot ein silbernes Hochkreuz, überhöht von einer goldenen Krone; hinten in Blau: oben neun (3:3:3) goldene Blüten, unten ein goldenes Zahnrad.“

Der Wellenfaden im Wappen symbolisiert die Lage der Gemeinde an dem Fluss Wakenitz. Das Hochkreuz mit Fürstenkrone steht für das Fürstentum Ratzeburg, zu dem Lüdersdorf einst gehörte. Die neun Blüten sollen die Ortsteile der Gemeinde darstellen und das Zahnrad steht symbolisch für die ansässigen Gewerbebetriebe.[4]

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge der Gemeinde ist quer zur Längsachse des Flaggentuchs von Rot, Gold (Gelb), Rot gestreift. Die äußeren roten Streifen nehmen jeweils ein Viertel, der goldene (gelbe) Mittelstreifen nimmt die Hälfte der Länge des Flaggentuchs ein. In der Mitte des Flaggentuchs liegt, zwei Drittel der Höhe des Flaggentuchs einnehmend, das Wappen der Gemeinde. Die Höhe des Flaggentuchs verhält sich zur Länge wie 3:5.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Lüdersdorf

Herrnburger Dorfkirche mit Zollhaus

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lüdersdorf hat heute neben Sparkasse, Ärzten, Kindergärten und Schulen sowie Einkaufsmöglichkeiten alle erforderlichen Infrastruktureinrichtungen einer großen Gemeinde. In Lüdersdorf gibt es zahlreiche Gewerbebetriebe (u. a. Transportunternehmen, Baubetriebe, Handel, Hotel- und Gaststättengewerbe sowie Landwirtschaftsbetriebe). Durch die Erschließung großer neuer Gewerbegebiete südlich von Lüdersdorf entlang des im Frühjahr 2009 für den Verkehr freigegebenen neuen Autobahnzubringers und die Nähe zu Lübeck und zur Metropole Hamburg werden zahlreiche neue Arbeitsplätze geschaffen. Größter neuer industrieller Arbeitgeber ist eine Brotfabrik.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden Bahnstationen Lüdersdorf (Meckl) und Herrnburg (ehemaliger DDR-Grenzbahnhof für Interzonenzüge) befinden sich an der Bahnstrecke Lübeck–Bad Kleinen (KBS 150). Lüdersdorf ist in den öffentlichen Personennahverkehr des Stadtverkehrs Lübeck und des Landkreises Nordwestmecklenburg eingebunden.

Die Autobahn-Anschlussstelle Lüdersdorf (Autobahn 20 Lübeck – Wismar) liegt im Süden des Gemeindegebietes und ist über die Ortsumgehung Lüdersdorf an das Gemeindegebiet angebunden. Die Verbindungsstraße von Schönberg nach Lübeck verläuft durch Wahrsow, Lüdersdorf und Herrnburg.

Die erste Verbindung südlich des Gemeindegebiets in das Lauenburgische ist die Wakenitz-Brücke bei Rothenhusen. Die Nachbargemeinde Groß Sarau im Naturpark Lauenburgische Seen regte einen 2008 erfolgten Neubau der Wakenitzbrücke im Bereich ihres Ortsteils Nädlershorst an, um die touristische Infrastruktur auf beiden Seiten der Wakenitz zwischen Lübeck und dem Ratzeburger See zu verbessern. Die Brücke wurde aus Fördermitteln der Metropolregion Hamburg errichtet. Die Skulptur Grenzen überwinden auf der Westseite der Wakenitz ist eine Arbeit des in Schattin auf der Ostseite ansässigen Bildhauers Claus Görtz. Sie entstand unter Verwendung der bis 2008 dort befindlichen Schlagbäume, die die verwaisten Rampen der Vorgängerbrücke sicherten. Auch die Eisenbahnbrücke über die Wakenitz kann von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden.

Naturschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pomertstein im Staatsforst Schönberg

Im nordwestlichen Gemeindegebiet befindet sich das Naturschutzgebiet Palinger Heide zwischen Palingen und Lübeck-Schlutup. Entlang der Wakenitz verläuft südlich von Herrnburg das Naturschutzgebiet Wakenitzniederung mit dem Duvennester Moor und den alten Torfstichen bei Habershorst. Im Wald südlich von Herrnburg befindet sich seit 1466 der gotische Pomertstein, ein mittelalterlicher Sühnestein, auch Mordwange genannt, der auf der früheren Pilgerstrecke nach Wilsnack an den hier erschlagenen Hinrik Pomert erinnert.[5] Das Naturschutzgebiet wird auf der schleswig-holsteinischen Seite nahtlos durch das dortige Naturschutzgebiet Mittlere und südliche Wakenitz fortgeführt. Die Naturschutzgebiete sind damit Teil des Grünen Bandes Deutschland entlang der früheren innerdeutschen Grenze.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lüdersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2015 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Regionales Raumentwicklungsprogramm Westmecklenburg (2011), Regionaler Planungsverband, abgerufen am 12. Juli 2015
  3. Hauptsatzung
  4. Hans-Heinz Schütt: Zwischen Bistumsland und Grenzzaun. Das Wappen der neun Ortsteile umfassenden Großgemeinde Lüdersdorf im Mecklenburgmagazin der Schweriner Volkszeitung, 20. Februar 2009, S. 22
  5. www.suehnekreuz.de