Die Zerstörung der CDU

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Die Zerstörung der CDU ist der Titel eines am 18. Mai 2019 im Vorfeld der Europawahl 2019 von dem YouTuber Rezo veröffentlichten, 55-minütigen Webvideos mit 13-seitigem Quellenverzeichnis.[1] Hierin kritisiert er die aktuellen deutschen Regierungsparteien CDU, CSU und SPD sowie die AfD und die FDP. Besonders den Unionsparteien wirft er vor, „zur immer weiter auseinanderklaffenden Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland beizutragen, den Klimawandel mit voranzutreiben und die USA unhinterfragt in ihren kriegerischen Auseinandersetzungen zu unterstützen“.[2] Zudem äußert er sich zu den Themenfeldern Bildung, Urheberrecht und Drogenpolitik.[3] Am Ende des Videos spricht er eine indirekte Wahlempfehlung für Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke aus. Seine Videografik zeigt zudem Volt, DiEM25 und ÖkoLinX als weitere Wahloptionen.[4][5]

Das Video, das innerhalb weniger Tage millionenfach abgerufen wurde, zog internationales Medieninteresse auf sich und war Teil der gesellschaftlichen Debatte.[6][7]

Am 24. Mai 2019 veröffentlichte Rezo ein weiteres Video mit dem Titel Ein Statement von 70+ Youtubern[8] (später: Ein Statement von 90+ Youtubern), in dem diese ihre Unterstützung für Rezos Anliegen aussprechen und „[daher alle bitten]: Wählt nicht die CDU/CSU, wählt nicht die SPD. Wählt auch keine andere Partei, die so wenig im Sinne von Logik und der Wissenschaft handelt und nach dem wissenschaftlichen Konsens mit ihrem Kurs unsere Zukunft zerstört. Und wählt schon gar nicht die AfD, die diesen Konsens sogar leugnet.“

Bis zum Tag der Europawahl in Deutschland am 26. Mai verzeichnete das Video mehr als 10 Millionen Abrufe. Mit Blick auf die Verluste von SPD und CDU und den Erfolg der Grünen am Wahlsonntag sprach das ZDF von einem „Rezo-Effekt“.[9] Auch nach der Wahl blieb das öffentliche Interesse an dem Video hoch, das vier Tage später die Marke von 14 Millionen Abrufen erreichte.

Der Umgang der CDU-Führung mit dem Beitrag wurde als „zögerlich“[10] und „arrogant“[11] beanstandet. Zudem brachte die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer Regeln für Meinungsmache im Internet in Wahlkampfzeiten ins Gespräch und wurde dafür heftig kritisiert.

Aufbau des Videos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rezo sagt in der Einleitung des Videos: „Das wird diesmal wirklich 'n Zerstörungsvideo. Nicht, weil ich aktiv versuche, jemanden zu zerstören,[12] sondern weil die Fakten und Tatsachen einfach dafür sprechen, dass die CDU sich selbst, ihren Ruf, und ihr Wahlergebnis damit selbst zerstört.“[13] Die Große Koalition aus CDU und SPD hatte bei der Europawahl massiv Stimmen verloren und Bündnis 90/Die Grünen stark dazugewonnen.[14] Im Netzjargon drückt zerstören aus, „jemand mit Argumenten auseinanderzunehmen“[15] oder „argumentativ plattzumachen“.[16] Das Video ist weiter in drei Themenblöcke gegliedert:

Im ersten Teil spricht Rezo die Themen Armut und Bildung an. Er wirft den Unionsparteien vor, nicht genug zu investieren, damit auch ärmere Kinder die Möglichkeit für den sozialen Aufstieg hätten.

Im Mittelteil spricht er über Klimawandel und verweist dabei wiederholt auf Studien und Einschätzungen von Wissenschaftlern. Hier kritisiert er die Energiepolitik der Regierung und fordert die Umsetzung der von Wissenschaftlern empfohlenen Maßnahmen gegen den Klimawandel einhergehend mit der Umorientierung auf erneuerbare Energien. „[...] Ja das Ding ist: Machen sie nicht!“, kommentiert Rezo.

Im dritten Teil wirft er der Bundesregierung vor, die USA bei ihrem Einsatz von Drohnen im Nahen Osten unkritisch zu unterstützen, die in Deutschland über die Ramstein Air Base die Planung und Steuerung von völkerrechtlich umstrittenen Kampfdrohnen-Einsätzen im Krieg gegen den Terrorismus bei Drohnenangriffen in Pakistan oder anderen Einsätzen in Afghanistan, Somalia, Jemen und im Irak koordinieren würden.[2][17]

Hintergrund und Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rezo betrieb bereits vor der Veröffentlichung von Die Zerstörung der CDU seit einigen Jahren die beiden YouTube-Kanäle „rezo“ und „Rezo ja lol ey“, von denen der Hauptkanal mehr als 1,5 Millionen Abonnenten zählte.[18][2] Die darüber veröffentlichten Inhalte dienen hauptsächlich der Unterhaltung, richten sich an ein junges Publikum und umfassen größtenteils Musik- und Comedy-Videos, in denen teilweise auch andere bekannte YouTuber auftreten.[2][6] Nach eigenen Angaben besteht die Zuschauerschaft beinahe zur Hälfte aus 18- bis 24-Jährigen; 11 Prozent seien minderjährig und der Rest über 24 Jahre alt.[16] Als Influencer wird Rezo von der Tube One Networks GmbH in Köln vermarktet, die als Teil des Marketing-Konzerns Ströer Werbedienste von YouTubern in Verbindung mit klassischen Websites anbietet.[19][20][21] Die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung sahen die Veröffentlichung seines politischen Videos als „lohnende Investition in seine Marke“,[22] bei der Rezo das „unternehmerische Risiko“ für die Kosten der Videoproduktion mit seiner gestiegenen Bekanntheit abgewogen habe.[23]

Rezo wies diese Darstellung zurück; er produziere Videos nicht, um Geld zu verdienen, sondern weil er „Bock darauf habe“. Er habe mit seinem Publikum etwas teilen wollen, das ihn schon seit langer Zeit beschäftige und das ihm „intrinsisch wichtig“ sei.[24] Daher habe er sich bewusst gegen eine Monetarisierung des Videos entschieden, um die darin enthaltene Botschaft nicht mit „nervigen Werbeclips“ zu unterbrechen und den Vorwurf des Handelns aus wirtschaftlichen Interessen zu entkräften.[16] Er habe vielmehr den Drang verspürt, sich in Themen einzuarbeiten, Aufklärung zu betreiben und „einen Diskurs […] unabhängig vom politischen Background“ anzuregen.[25] Rezo versicherte, dass keine Unternehmen, Institutionen oder Parteien an der Konzeption oder Produktion des Videos beteiligt wären.[24] Die Idee zu dem Video stamme von ihm selbst, und er sei bei der Quellenrecherche lediglich von seinem Produktionsleiter und Cutter TJ unterstützt worden.[24][25] Kleinere Beiträge wie Rückmeldungen und Fragen zu Quellen seien von Bekannten, Freunden, der Familie und einer weiteren Mitarbeiterin geleistet worden.[24] Dies sei vor allem deshalb notwendig geworden, weil die Autoren durch die wochenlange Arbeit an dem Projekt stellenweise den Blick für Fehler verloren hätten. Rezo gab an, zusammen mit TJ hunderte von Stunden in die Produktion des Videos investiert und in den zwei Wochen vor dessen Veröffentlichung „quasi durchgearbeitet“ zu haben.[16]

Den Zeitpunkt der Videoveröffentlichung habe er bewusst gewählt, da er wegen der bevorstehenden Europawahl ein höheres Politikinteresse in der Bevölkerung erwartet habe.[16] Rezo beschrieb seinen Vortrag als einen „klaren politischen Standpunkt – vor allem gegen rechtere Parteien“.[25] Seine Wahlempfehlung gegen CDU, SPD und AfD sei ein Resultat der unzureichenden Klimapolitik dieser Parteien und würde auf wissenschaftlichen und bequellten Erkenntnissen basieren.[16] Rezo mahnte insbesondere die CDU und SPD, ihrem Anspruch als Volkspartei nur dann gerecht werden zu können, wenn sie sich stärker für die Belange der jüngeren Generation einsetzten, was bisher zugunsten der Vertretung einer älteren Wählerschicht vernachlässigt worden sei.[24] Zudem ermutigte er die Parteien Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke zur einer noch intensiveren Umweltschutzpolitik.[16]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Generalsekretär der CDU, Paul Ziemiak, bezeichnete Rezos Aussagen in einer ersten Stellungnahme als „Vermischung von ganz vielen Pseudofakten“.[26] Der YouTuber habe „von seinem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch“ gemacht. Journalismus sei das aber nicht.[27] Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer äußerte in ihrer ersten Stellungnahme zum Video: „Ich habe mich gefragt, warum wir nicht eigentlich auch noch verantwortlich sind für die sieben Plagen, die es damals in Ägypten gab.“[28] Dadurch löste die bekennende Katholikin wegen ihrer mangelnden Bibelkenntnis einen Shitstorm aus, weil sie die Sieben Plagen der Endzeit mit den Zehn Plagen der Ägypter verwechselt hatte.[29] Am 23. Mai 2019 folgte eine offizielle Reaktion der CDU. Dazu wurde ein Offener Brief auf der Internetseite mit zugehöriger PDF-Datei und inhaltlicher Auseinandersetzung mit der Kritik veröffentlicht.[30] Anfänglich sollte ein von dem Bundestagsabgeordneten Philipp Amthor eingesprochenes Video als Antwort der CDU auf Rezos Veröffentlichung dienen, dessen Veröffentlichung der Bundesvorstand der Partei letztlich aber nicht zugestimmt habe. Das Video Amthors begann angeblich mit den Worten "Hey Rezo, du alter Zerstörer", wie dieser in der Talkshow Markus Lanz verriet. Die restlichen Anwesenden empfanden dies sichtlich als peinlich.[31] Paul Ziemiak wandte sich am selben Tag in sieben persönlichen Tweets an Rezo, in denen er eine persönliche Einladung zum inhaltlichen Austausch vorbrachte.[32]

Rezo beantwortete die Einladung am 29. Mai auf Twitter. Er wolle „kein Hauptbeteiligter in einer Diskussion sein“, da er ein Problem mit Stottern habe. Eine Unterhaltung mit ihm sei ohnehin nicht seine Absicht gewesen, er habe in dem Video lediglich „wissenschaftliche Erkenntnisse und Konsens“ vorgebracht, die nicht neu seien. Daher fände er „es nicht so wichtig, dass mit mir gesprochen wird, sondern über dieses Thema“. Es läge an den Parteien sich zu entscheiden, ob sie Bedarf für einen drastischen Kurswechsel sähen oder nicht. Dabei könne er jedoch „überhaupt nicht helfen“.[33] Ansonsten zeigte sich Rezo enttäuscht über die ersten Reaktionen der CDU. „Selbst wenn ein Unterdreißigjähriger sich auf Wissenschaftler und Experten beruft, antwortet die CDU mit Lügen und geht inhaltlich gar nicht auf Argumente ein“, teilte er der Frankfurter Allgemeinen Woche mit.

Die Vorsitzende der Partei Die Linke Katja Kipping sagte, die CDU-Spitze reagiere „selbstgefällig bis arrogant“. Der Grünen-Spitzenkandidat für die Europawahl, Sven Giegold, warf der CDU vor, sich nicht „mit den gut belegten Argumenten inhaltlich auseinanderzusetzen.“[34] Am 22. Mai 2019 veröffentlichte der SPD-EU-Abgeordnete Tiemo Wölken als erster Politiker eine Videoantwort auf Rezos Vortrag. Darin verteidigt er insbesondere die Umwelt- und Klimapolitik der Sozialdemokraten.[35][36] Am 24. Mai 2019 reagierte die SPD mit einem gemeinsamen Video von Generalsekretär Lars Klingbeil, Juso-Vorsitzendem Kevin Kühnert und Tiemo Wölken.[37]

Am Tag nach der Europawahl regte Kramp-Karrenbauer an, „Meinungsmache“ im Internet vor Wahlen zu regulieren. Sie verglich das am 24. Mai veröffentlichte Video der 90+ Youtuber (anfangs 70) mit 70 Zeitungsredaktionen, die zwei Tage vor der Wahl den gemeinsamen Aufruf „Wählt bitte nicht CDU und SPD“ starten würden. Dieser Vorschlag wurde von den Oppositionsparteien aber auch aus Teilen der Union als Angriff auf die Meinungsfreiheit bzw. Zensur zurückgewiesen.[38][39]

Rund einen Monat nach der Veröffentlichung des Videos gestand die Bundeskanzlerin Angela Merkel ein, dass der Umgang ihrer Partei mit dem Video „zu abwehrend“ gewesen sei.[40]

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rezos Darstellung wurde von Spiegel Online als „Mischung aus Analyse und Polemik“ bezeichnet.[41] Zeit Campus führte aus, seine „Kritik [sei] überspitzt, wütend und unfair. Zum Glück.“[42] Stern.de sah in dem Beitrag „im Grunde ein Lehrstück erfolgreicher politischer Kommunikation mit jungen Menschen in der heutigen Zeit“.[3] Markus Beckedahl von netzpolitik.org nannte den Vortrag eines „der besten Politik-Videos bei YouTube“. Rezo mische „seine Wut mit politischer Argumentation. Es mag einseitig sein, aber es ist ein Standpunkt“.[26] Der Medien- und Kommunikationswissenschaftler Hektor Haarkötter bezeichnete Blogger und YouTuber als „ernsthafte Faktoren“ im politischen Diskurs. Es zeige, „dass die sogenannte Jugend von heute alles andere als depolitisiert ist“.[26] Fridtjof Küchemann von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung meinte: „Wir sollten ihm [Rezo] dankbar sein. […] Die Tür zu den Jugendzimmern [steht] jetzt offen – offen für eine politische Auseinandersetzung.“[43] Der Redakteur des Blattes Jasper von Altenbockum bezeichnete das Video jedoch als „linkspopulistisches Machwerk“ und sah es für jeden „politisch denkenden Zeitgenossen“ als „niederschmetternd“ an, wenn nicht die „bessere Urteilskraft, sondern die skrupellose Kampagnenfähigkeit im Zeitalter digitaler Öffentlichkeit […] rechts wie links“ die Oberhand gewönne.[44] Laut Bildblog würde Altenbockum – wie auch die CDU – allerdings mit „falschen Fakten“ widersprechen.[45] Der Festspielintendant Thomas Oberender schrieb in Der Tagesspiegel: „Über weite Teile, nein, als Ganzes wirkt dieses Video wie ein Manifest der Klarheit. Es geht um Ehrlichkeit und Respekt.“[46]

Mehrere Medien veröffentlichten exemplarische Faktenchecks.[47][48][49][50] Eine detailliertere Analyse von Spiegel Online bescheinigte Rezo im „Großen und Ganzen“ ein „zutreffendes Bild der Ungleichheit und ihrer Entwicklung“ gezeichnet zu haben, bemängelte aber die „Auswahl und Präsentation der Daten“, „Schönheitsfehler“ in ihrer Darstellung sowie eine teilweise veraltete Datenbasis. Eine „wirklich ärgerliche Manipulation“ sei die in der Armutsstatistik fehlende Berücksichtigung der Fluchtmigration.[47] Andreas Herrler vom ARD-Hauptstadtstudio kam zu dem Fazit, dass Rezo trotz Zuspitzungen, Weglassungen und Missinterpretationen „in ganz vielen Punkten Recht“ habe und besser sei „als mancher langatmige Kommentar und spannender als die meisten Polit-Talkrunden“.[51]

Nach der Europawahl wurde das Video in Talkshows wie Anne Will,[52] hart aber fair,[53] Maischberger,[54] Maybrit Illner,[55][56] Markus Lanz[57] oder Augstein und Blome[58] thematisiert.

Das Ereignis fand auch in der internationalen Presse Beachtung.[59]

Wissenschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Klimaforscher Stefan Rahmstorf führte einen Faktencheck des Klimateils im Video durch und kam zu dem Ergebnis, dass fast alle Kernaussagen Rezos korrekt seien.[60][61] Ähnlich fiel auch der Faktencheck von Mai Thi Nguyen-Kim in ihrem Video auf maiLab aus, in dem sie die Hauptaussagen zum Klima gemeinsam mit dem in Rezos Video zitierten Eckart von Hirschhausen untersuchte.[62] Als nicht korrekt stuften beide die Darlegung der Abwärtsspirale beim Überschreiten des 1,5°-Ziels ein.

Der Energieforscher Volker Quaschning unterzog die Entgegnung der CDU einem Faktencheck und hielt fest, er habe „keine belastbaren Aussagen der CDU gefunden, welche die Inhalte in Bezug auf Klimaschutz des Videos von Rezo substanziell widerlegen“ würden.[63]

Der Physiker und Präsident der Technischen Universität Berlin Christian Thomsen attestierte Rezo, er könne „sauberer zitieren als so manche Bundesminister oder Landespolitiker“ und warf der Politik vor, sie ignoriere „die vielfache wissenschaftliche Erkenntnis, dass der Klimawandel nur zu bewältigen ist, wenn jetzt gehandelt wird“. Genau dies sei die Forderung von Rezo.[64]

Die Kommunikationswissenschaftlerin Andrea Römmele bemerkte, dass die Gesprächseinladung der CDU zwar löblich, aber letztlich zum Scheitern verurteilt sei: „So die CDU nicht ihr gewohntes Terrain verlässt und ebenfalls mit einem Video antwortet, kann sie nicht von einem Blogger verlangen, dass er zum Gespräch ins Konrad-Adenauer-Haus kommt.“ Dort träfe Rezo auf Politiker, die ihm wiederum auf ihrem Terrain kommunikativ und rhetorisch überlegen seien. Zwei unterschiedliche Kommunikationsmodi würden hier aufeinandertreffen, die nicht miteinander kompatibel seien, was kein Dialog auf Augenhöhe sei.[65]

Andere Bereiche der Gesellschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Jugendbischof Stefan Oster sah das Ereignis „auch als Herausforderung für [die] Kirche“. Das Video habe „einen Nerv getroffen“ und sei „handwerklich klasse, rhetorisch brillant, den Zuschauer mitnehmend“.[66]

Über rechte Blogs wurde das Gerücht verbreitet, das Video sei von Bündnis 90/Die Grünen als bezahlte politische Kampagne in Auftrag gegeben worden; für die Anschuldigungen liegen keine Belege vor.[19][67]

Folgevideo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 24. Mai 2019 veröffentlichte Rezo ein Statement von mehr als 70+ YouTubern (später mehr als 90), darunter LeFloid, Julien Bam, Dagi Bee und Katja Krasavice, in dem diese dazu auffordern, gegen die klimafeindliche Politik der aktuellen Regierung zu stimmen und bei den folgenden Wahlen weder CDU/CSU, SPD noch AfD ihre Stimme zu geben.[68] Im Video selbst kommen über 30 YouTuber zu Wort. Das Video endet mit den Worten „Zuletzt, liebe Politiker: Natürlich habt ihr jetzt die Möglichkeit, uns wieder zu diskreditieren. Ihr könnt uns vorwerfen, dass wir ja sowieso keinen Plan haben, wovon wir reden. Dass wir lügen. Dass wir an Fake-Kampagnen teilnehmen. Instrumentalisiert sind. Dass wir gekauft und bezahlt sind und so weiter. All diese respektlosen Techniken habt ihr bereits dieses Jahr gegen uns, gegen eure eigene Bevölkerung eingesetzt. Und wir sprechen für sehr viele Bürgerinnen und Bürger, wenn wir sagen: Ihr habt euch damit keine Freunde gemacht.“[69] Dieses Video wurde bis Anfang Juni 2019 mehr als 3,7 Millionen Mal aufgerufen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rezo: Die Zerstörung der CDU. In: YouTube. 18. Mai 2019. (Video; 54:57 min)
  2. a b c d Wie ein YouTuber den Zorn der Union auf sich zieht. In: Die Welt. Axel Springer, 22. Mai 2019, abgerufen am 8. Juni 2019.
  3. a b Rezo spitzt zu, verkürzt, pauschalisiert – sein Anti-CDU-Video ist trotzdem ein Lehrstück. In: Stern vom 22. Mai 2019.
  4. Maria Fiedler: Abrechnung mit der CDU − Das Rezo-Video zeigt, was junge Menschen an der Politik nervt. In: Tagesspiegel-online. 23. Mai 2019.
  5. Die Zerstörung der CDU. In: YouTube (Video; 52:40–52:55 min) vom 18. Mai 2019.
  6. a b Lilly Schlagnitweit: Youtuber kritisiert Regierungsparteien: Rezos Real Talk. In: Die Tageszeitung. 21. Mai 2019, abgerufen am 8. Juni 2019.
  7. YouTuber Rezo stellt Video „Die Zerstörung der CDU“ ins Netz. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. Mai 2019, abgerufen am 21. Mai 2019.
  8. Youtuber: „Dies ist ein offener Brief, ein Statement“ – Rezo legt mit neuem Video nach. In: Handelsblatt, 24. Mai 2019. Abgerufen am 2. Juni 2019.
  9. Auswirkungen auf Berliner GroKo – Der Rezo-Effekt zeigt Folgen. In: ZDF vom 26. Mai 2019, abgerufen am 27. Mai 2019.
  10. „Die Zerstörung der CDU“. Dobrindt kritisiert Umgang der CDU mit YouTuber. In: faz.net vom 31. Mai 2019.
  11. Umgang mit Rezo. Arroganz statt Inhalte. In: Süddeutsche Zeitung vom 3. Juni 2019.
  12. Rezo-Video - Youtuber Rezo will die CDU „zerstören“ – warum das schlimmer klingt, als es gemeint ist. In: Stern.de. 24. Mai 2019, abgerufen am 2. Juni 2019.
  13. afp.com: Internet: Anti-CDU-Video überschreitet Zahl von fünf Millionen Aufrufen. In: welt.de. 23. Mai 2019, abgerufen am 1. Juni 2019.
  14. Akk, Rezo und der Klimaschutz - Die GroKo hat krachend versagt. In: Deutschlandfunk, 1. Juni 2019. Abgerufen am 1. Juni 2019.
  15. Markus Beckedahl: Rezo vs. CDU – Wer ist hier alternativlos? In: netzpolitik.org. 24. Mai 2019.
  16. a b c d e f g Yannick von Eisenhart Rothe: YouTuber Rezo im Interview: „Ich sage nicht, dass die Verantwortung für alle Probleme bei der CDU liegt“. In: Bento. Spiegel-Verlag, 22. Mai 2019, abgerufen am 8. Juni 2019.
  17. Patrick Bernau, Niklas Záboji, Peter Carstens, Constantin van Lijnden: „Die Zerstörung der CDU“ – Das Rezo-Video im Faktencheck. In: FAZ Politik. 24. Mai 2019, abgerufen am 1. Juni 2019 (Zugang nur für ABO-Kunden oder gegen Bezahlung).
  18. David Ruch: Das ist der YouTuber, der die CDU „zerstört“. In: t-online.de. Ströer Digital Publishing, 23. Mai 2019, abgerufen am 8. Juni 2019.
  19. a b Cristina Helberg: Keine Belege, dass die Grünen das Rezo-Video in Auftrag gegeben haben. In: Correctiv. 26. Mai 2019, abgerufen am 8. Juni 2019.
  20. Social Influencer Advertising: Ströer Digital und Tube One. Ströer Media, 5. Dezember 2018, abgerufen am 8. Juni 2019.
  21. Online Video Advertising: Ströer Digital und TubeOne. Ströer Media, archiviert vom Original am 17. Mai 2017; abgerufen am 8. Juni 2019.
  22. Jan Hauser: Rezo, der Geschäftsmann. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Nr. 21, 26. Mai 2019, S. 27.
  23. Justus Bender, Constantin van Lijnden: Eine Reichweite, von der mancher Sender nur träumen kann. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Nr. 121, 25. Mai 2019, ISSN 0174-4909, S. 2.
  24. a b c d e Rezo: Ein Thread. Twitter, 29. Mai 2019, abgerufen am 8. Juni 2019.
  25. a b c Marek Majewsky: Interview mit YouTuber Rezo: „Das sind nicht meine ersten Morddrohungen“. In: Nordwest-Zeitung. 23. Mai 2019, abgerufen am 8. Juni 2019.
  26. a b c CDU wirft „Rezo“ vor, Pseudofakten zu verbreiten. In: Deutschlandfunk vom 22. Mai 2019.
  27. Sebastian Felser: Junge Union in Rheinland-Pfalz: Rezo-Video zur CDU beeinflusst Wahlentscheidungen kaum. In: Südwestrundfunk (SWR) vom 22. Mai 2019.
  28. Kramp-Karrenbauers Rezo-Konter geht daneben. Die Welt, 23. Mai 2019, abgerufen am 24. Mai 2019.
  29. Die Plagen der Annegret Kramp-Karrenbauer. In: Zeit Online vom 23. Mai 2019.
  30. Offene Antwort an Rezo: Wie wir die Sache sehen. CDU, 23. Mai 2019, abgerufen am 23. Mai 2019.
  31. ZDF: Philipp Amthor über sein Antwort-Video zu Rezo - Markus Lanz. 6. Juni 2019, abgerufen am 9. Juni 2019.
  32. CDU-Vorstand stoppt Veröffentlichung von Amthor-Replik auf Rezo. Die Welt, 23. Mai 2019, abgerufen am 23. Mai 2019.
  33. Rezo glaubt nicht an Rezo-Effekt. Statement zu „Die Zerstörung der CDU“. In: SPIEGEL ONLINE. 29. Mai 2019, abgerufen am 6. Juni 2019.
  34. CDU-Spitze will Gespräch mit kritischem YouTuber Rezo. Abgerufen am 24. Mai 2019.
  35. Die verwirrte Antwort der Union auf das Rezo-Video. BR24, 23. Mai 2019, abgerufen am 23. Mai 2019.
  36. Reaktion auf Rezo – Tiemo Wölken. In: YouTube vom 22. Mai 2019.
  37. Reaktion auf Rezo Statement – Lars Klingbeil, Tiemo Wölken, Kevin Kühnert. In: YouTube vom 24. Mai 2019.
  38. CDU-Vorsitzende: AKK will über Internetregeln sprechen. tagesschau.de, 27. Mai 2019, abgerufen am 27. Mai 2019.
  39. Deutschland: „Frage der politischen Kultur“. Stunden später reagiert Kramp-Karrenbauer auf die Irritationen. In: Welt Online vom 28. Mai 2019, Zugriff am 28. Mai 2019.
  40. Alex Krämer: Umgang mit Rezo-Video: "Zu abwehrend" - Merkel kritisiert CDU. tagesschau.de, 19. Juni 2019, abgerufen am 24. Juni 2019.
  41. YouTube: Rezo rechnet mit der CDU ab – und landet einen viralen Hit. In: Spiegel Online. 21. Mai 2019, abgerufen am 21. Mai 2019.
  42. Hannes Schrader: YouTuber: Auch Rezo ist das Volk. In: Zeit Campus vom 22. Mai 2019.
  43. Fridtjof Küchemann: Kommt damit klar! In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 20. Mai 2019
  44. Jasper von Altenbockum: Zerstörerisch. In: FAZ.net, 24. Mai 2019.
  45. Moritz Tschermak: CDU und „FAZ“ widersprechen Rezo mit falschen Fakten. In: bildblog.de vom 24. Mai 2019, abgerufen am gleichen Tag.
  46. Thomas Oberender: Die revolutionäre Kraft von 55 Minuten Youtube. „Wir sind Rezo“. In: Der Tagesspiegel. 30. Mai 2019, abgerufen am 5. Juni 2019.
  47. a b Die Schwarzen getroffen? In: Spiegel Online vom 24. Mai 2019, abgerufen am gleichen Tag.
  48. Das Rezo-Video im Faktencheck. In: FAZ.net vom 24. Mai 2019, abgerufen am gleichen Tag.
  49. Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Wo hat Rezo recht und wo nicht? In: stern.de vom 24. Mai 2019, abgerufen am gleichen Tag.
  50. YouTuber Rezo und das Video über die CDU: Was ist dran an seiner Kritik? In: Hannoversche Allgemeine vom 22. Mai 2019, abgerufen am 24. Mai 2019.
  51. Wutvideo von YouTuber Rezo im Check. In: swr3.de vom 24. Mai 2019, abgerufen am gleichen Tag.
  52. Polit-Talkshow „Anne Will“: Rezo, die CDU und die „verrückte Geigerin“. In: n-tv, 27. Mai 2019. Abgerufen am 1. Juni 2019.
  53. TV-Kolumne „Hart aber fair“. Wieder Patzer nach Rezo-Debakel: Hilflos-AKK wünscht sich Regeln gegen YouTuber. In: Focus, 28. Mai 2019. Abgerufen am 1. Juni 2019.
  54. Sandra Maischberger: CDU hat YouTuber Rezo immer noch nicht verstanden. In: Web.de, 31. Mai 2019. Abgerufen am 1. Juni 2019.
  55. LeFloid verteidigt YouTube-Star bei Maybrit Illner: Gibt es einen „Rezo-Effekt“? In: Merkur.de vom 31. Mai 2019. Abgerufen am 1. Juni 2019.
  56. „Ich denke, dass Rezo einfach einen Nerv bei vielen getroffen hat“. In: Die Welt, 31. Mai 2019. Abgerufen am 1. Juni 2019.
  57. Markus Lanz im ZDF: Jens Spahn macht Geständnis zu Rezo-Video – und Lanz kann es nicht fassen. In: Derwesten.de vom 31. Mai 2019. Abgerufen am 1. Juni 2019.
  58. Neuland Internetz. Wie viel Rezo braucht die Politik? In: der Freitag vom 31. Mai 2019. Abgerufen am 1. Juni 2019.
  59. Als Beispiele sollen gelten:
    Kate Connolly:German YouTuber Rezo’s video attacking Merkel party goes viral. In: The Guardian vom 22. Mai 2019.
    Nicolas Barotte: Un Youtubeur fait trembler la CDU d’Angela Merkel. In: Le Figaro vom 24. Mai 2019.
    Youth’s Video Takes Aim at Merkel’s Party in Run-Up to European Elections. In: The New York Times vom 25. Mai 2019.
  60. Klimaforscher verteidigt YouTuber und seine CDU-Kritik: „Was Rezo sagt, stimmt!“ In: watson.de vom 24. Mai 2019. Abgerufen am 25. Mai 2019.
  61. Das Rezo-Video im Faktencheck. In: Klimalounge vom 24. Mai 2019. Abgerufen am 25. Mai 2019.
  62. Rezo wissenschaftlich geprüft. Video in MaiLab vom 23. Mai 2019. Abgerufen am 26. Mai 2019.
  63. Faktencheck des Teils „Die Klimakrise“ der offenen Antwort der CDU an REZO vom 23.05.2019. In: Website von Volker Quaschning, abgerufen am 25. Mai 2019.
  64. Christian Thomsen: „Rezo zitiert sauberer als so mancher Bundesminister“. In: Der Tagesspiegel vom 26. Mai 2019. Abgerufen am 26. Mai 2019.
  65. Simon Pfanzelt: Rezo legt nach. Youtuber greifen vor der Europawahl an. In: zdf.de vom 24. Mai 2019.
  66. Oster lobt Rezo-Video: „Nerv getroffen“ und „rhetorisch brillant“. In: katholisch.de. 29. Mai 2019, abgerufen am 5. Juni 2019.
  67. Lutz Frühbrodt: Rezo-Video – "Das wirkt wie eine konzertierte Aktion". In: Cicero. Res Publica Verlag, 29. Mai 2019, abgerufen am 8. Juni 2019.
  68. Rezo, Dagi Bee, LeFloid und mehr als 80 weitere YouTuber legen mit neuem Video-Statement nach. In: Ostsee-Zeitung vom 24. Mai 2019.
  69. Rezo veröffentlicht neues Video – Über 90 YouTuber stellen sich hinter ihn. In: Westdeutsche Zeitung vom 24. Mai 2019.