Kansai

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Dieser Artikel behandelt die Kulturlandschaft Kansai, zum gleichnamigen Flughafen siehe Flughafen Kansai
Kansai
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Kansai (jap. 関西, wörtlich: westlich der Grenze) bezeichnet eine alte Kulturlandschaft in Japan, die sich geografisch annähernd vollständig mit der verwaltungstechnisch Kinki genannten Gegend deckt. Sie liegt im Westteil der Insel Honshū, der Hauptinsel von Japan. Die Region hat eine Fläche von 27.335,11 km². Der Name kommt daher, dass die Region westlich (西, sai) von Hakones Grenzstation (関所) liegt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gokishichidō-Verwaltungssystem lautete der Name für die alte engere Hauptstadtregion Kinai (畿内, wörtlich: Hauptstadtinneres). Im japanischen Mittelalter bestand sie aus den Provinzen Yamato, Yamashiro, Kawachi, Settsu und Izumi und war das Zentrum des Ritsuryō-Systems des 7. Jahrhunderts.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich bezeichnete man mit Kansai die Region westlich einer bestimmten Grenzlinie (in der Edo-Zeit diente die Grenzstation Hakone in Kanagawa als Fixpunkt). Den Gegenpart bildet Kanto, das Gebiet östlich der Grenze (Tokyo usw.). Kansai umfasst je nach Auffassung und Gesprächssituation das Ballungsgebiet um die drei Städte Osaka, Kōbe und Kyōto, meistens aber die Gesamtheit der sogenannten Stadtpräfekturen (, -fu) Kyōto und Osaka sowie die Präfekturen (, -ken) Nara, Wakayama, Hyōgo und Shiga, mithin auch einschließlich Mie, Tokushima und Fukui.

Das völlig verstädterte Gebiet um die drei wichtigsten Städte Kyōto, Osaka und Kōbe zählt etwa 24,1 Millionen Einwohner und ist damit nicht nur der zweitgrößte Metropolkomplex Japans, sondern (laut Fischer-Weltalmanach) auch die elftgrößte Metropolregion der Welt.

Regionale Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gegensatz zur Kantō-Region hat Kansai mehrere Zentren: Kyōto als kultureller Mittelpunkt, Osaka als Handelszentrum und kulinarische Hauptstadt, Kōbe als moderne und internationale Großstadt und viele weitere Städte von historischer Bedeutung wie Nara.

Das Kansai-Gebiet, vor allem Osaka, ist in Japan für seinen Humor bekannt und beliebt. Der lokale, stark ausgeprägte japanische Dialekt ist landesweit eine berüchtigte Mundart und sorgt im Norden des Landes für ähnliches Schmunzeln wie es etwa Bayerisch in Norddeutschland verursachen mag, wenngleich besonders die Osaka-Variante des Kansai-ben eher Züge der Berliner Schnauze aufweist.

Das Städtepaar Osaka (大阪) und Kōbe (神戸) wird zusammen als Hanshin (阪神) bezeichnet, gebildet aus dem zweiten Schriftzeichen von Osaka und dem ersten von Kōbe. Dieser Begriff bezeichnet z.B. die Autobahn zwischen beiden Städten und findet sich u.a. im Namen der entsprechenden Eisenbahngesellschaft und des Baseballteams Hanshin Tigers wieder. Ähnlich bezieht sich Keihan (京阪) auf die Städte Kyōto (京都) und Osaka, Hanna (阪奈) auf Osaka und Nara (奈良) und Keihanshin (京阪神) auf das Trio der größten Städte der Region.

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die am Zweckverband Kansai beteiligten Präfekturen

Im Dezember 2010 schlossen sich sieben Präfekturen (Shiga, Kyōto, Osaka, Hyōgo, Wakayama, Tottori und Tokushima) zu einer Verwaltungskooperation zusammen, die über die Zusammenarbeit in der regionalen Gouverneurskonferenz hinausgehen soll. Der Zweckverband Kansai (関西広域連合, Kansai Kōiki Rengō, engl. Union of Kansai Governments) arbeitet zunächst in wenigen Gebieten wie dem Rettungsdienst, der Tourismusförderung oder dem Katastrophenschutz zusammen, die Ausdehnung auf weitere Bereiche der Verwaltung ist geplant. Die Gründung erfolgte mit Zustimmung des Ministeriums für allgemeine Angelegenheiten unter Minister Yoshihiro Katayama und soll als Präzedenzfall für weitere Regionalverbünde dienen. Die Zentralregierung arbeitet seit Jahren an einer Neuordnung regionaler Verwaltungen, bei der größere Einheiten wie die Regionen Japans entstehen sollen, die dann ein höheres Maß an Autonomie und finanzieller Handlungsfähigkeit haben als die bestehenden Präfekturen. Die Präfektur Nara unter Gouverneur Shōgo Arai beteiligt sich zunächst nicht am Kansai Kōiki Rengō; auch Mie und Fukui, die an den Vorberatungen teilgenommen hatten, gehören nicht zu den Gründungsmitgliedern. Auch die vier „regierungsdesignierten Großstädte“ (seirei shitei toshi) der Region Osaka, Kōbe, Kyōto und Sakai sollen in den Zweckverband einbezogen werden, wobei die Stadt Kyōto unter Bürgermeister Daisaku Kadokawa nicht teilnehmen will.[1][2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Prefectures launch regional alliance. Kansai group wants power from central government. In: The Japan Times. 2. Dezember 2010, abgerufen am 2. Dezember 2010 (englisch).
  2. 兵庫に広域防災局を設置. In: MSN/Sankei News. 2. Dezember 2010, abgerufen am 2. Dezember 2010 (japanisch).

Koordinaten: 35° 4′ 0″ N, 135° 37′ 0″ O