Lauterbach (Hessen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Lauterbach (Hessen)
Lauterbach (Hessen)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Lauterbach (Hessen) hervorgehoben
Koordinaten: 50° 38′ N, 9° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Vogelsbergkreis
Höhe: 296 m ü. NHN
Fläche: 102 km2
Einwohner: 14.126 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 138 Einwohner je km2
Postleitzahl: 36341
Vorwahlen: 06641, 06638 (Wallenrod)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: VB
Gemeindeschlüssel: 06 5 35 011
Stadtgliederung: Kernstadt und 10 Stadtteile[2]
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 14
36341 Lauterbach (Hessen)
Webpräsenz: www.lauterbach-hessen.de
Bürgermeister: Rainer-Hans Vollmöller (CDU)
Lage der Stadt Lauterbach (Hessen) im Vogelsbergkreis
AntrifttalAlsfeldGrebenauSchlitz (Vogelsbergkreis)KirtorfHomberg (Ohm)Mücke (Hessen)Gemünden (Felda)RomrodSchwalmtal (Hessen)Lauterbach (Hessen)Wartenberg (Hessen)FeldatalLautertal (Vogelsberg)UlrichsteinHerbsteinSchotten (Stadt)GrebenhainFreiensteinauLandkreis Marburg-BiedenkopfSchwalm-Eder-KreisLandkreis Hersfeld-RotenburgLandkreis FuldaWetteraukreisMain-Kinzig-KreisKarte
Über dieses Bild

Lauterbach (Hessen) ist die Kreisstadt des mittelhessischen Vogelsbergkreises. Der Name der Stadt leitet sich von der Lauter ab, die durch die Stadt fließt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lauterbach liegt am nordöstlichen Rand des Vogelsbergs am Fuße des Hainigs etwa 25 km nordwestlich von Fulda. Gießen liegt ca. 35 km westlich von Lauterbach.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lauterbach grenzt im Norden an die Stadt Grebenau, im Nordosten an die Stadt Schlitz, im Osten an die Gemeinde Wartenberg, im Süden an die Stadt Herbstein, sowie im Westen an die Gemeinden Lautertal und Schwalmtal.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt besteht neben der Kernstadt Lauterbach (mit dem 1939 eingemeindeten Blitzenrod) aus den zehn Stadtteilen Allmenrod, Frischborn, Heblos, Maar, Reuters, Rimlos, Rudlos, Sickendorf, Wallenrod und Wernges.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lauterbach Hessen, Marktplatz etwa 1898

Wie viele Orte, deren Name mit „bach“ endet, wurde Lauterbach in der fränkischen Rodungs- und Siedlungszeit (400–800 n. Chr.) gegründet. 812 wurde es erstmals in der Marktbeschreibung der Kirche von Schlitz erwähnt. Im Mittelalter gehörte Lauterbach zum großen Territorium der Abtei Fulda. Die Äbte durften als Geistliche keine weltliche Gerichtsbarkeit ausüben und setzten zu diesem Zwecke Vögte ein. Seit dem 12. Jahrhundert besaßen daher die Grafen von Ziegenhain als Vögte den Ort als fuldisches Lehen. Diese wiederum setzten die bei Angersbach wohnenden Herren von Wartenberg als Untervögte ein. Als die Wartenberger im Jahre 1265 in einer Fehde zwischen Abt Bertho II. von Leibolz und Graf Gottfried V. von Ziegenhain die Seite des Vogts ergriffen, unterstützten die Lauterbacher den Abt. Abt Bertho war siegreich, zerstörte die Burg Wartenberg und belohnte die Lauterbacher am 16. März 1266 mit der Verleihung der Stadtrechte. Zum Schutz ließ er eine Stadtmauer und die Burg Lauterbach bauen.

Die Besitzverhältnisse an der Stadt waren in der Folge äußerst kompliziert, mehrere Male wurde Lauterbach verpfändet.

Im 15. und 16. Jahrhundert versuchte das Adelsgeschlecht der Riedesel – diesem gehörte bereits ein großer Teil des Umlands – Lauterbach in seinen Besitz zu bekommen. Hierdurch kam es zu ernsten Auseinandersetzungen mit der Abtei Fulda um den Besitz der Stadt. Der endgültige Bruch mit Fulda kam durch die Einführung der Reformation unter Hermann IV. Riedesel im Jahr 1526.

Erst durch einen Vertrag aus dem Jahr 1684 wurde Lauterbach offiziell als Lehen den Riedeseln übertragen. Die Herrschaft der Riedesel bestand als selbständiger Kleinstaat (→ Riedeselsches Junkerland) bis zur Mediatisierung im Jahr 1806. Seitdem gehörte Lauterbach zum Großherzogtum Hessen. 1852 wurde Lauterbach Kreisstadt des gleichnamigen, neu gegründeten Landkreises, der 1972 im Vogelsbergkreis aufging.

Am 25. Mai 2009 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blitzenrod und Rudlos gehören seit dem 1. April 1939,[3] Wernges seit dem 1. Juli 1971 zu Lauterbach. Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden am 31. Dezember 1971 die bis dahin selbständigen Gemeinden Heblos, Maar, Reuters, Rimlos und Wallenrod eingegliedert. Am 1. Februar 1972 kamen Frischborn und Sickendorf hinzu. Allmenrod folgte am 1. August 1972 durch Landesgesetz.[4][5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen sind:[6]

• 1961: 7205 evangelische (= 73,97 %), 2246 katholische (= 23,06 %) Einwohner
Lauterbach: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2015
Jahr  Einwohner
1834
  
3.528
1840
  
3.629
1846
  
3.611
1852
  
3.525
1858
  
3.363
1864
  
3.192
1871
  
3.327
1875
  
3.233
1885
  
3.266
1895
  
3.444
1905
  
4.056
1910
  
4.328
1925
  
4.730
1939
  
5.632
1946
  
8.463
1950
  
9.305
1956
  
9.304
1961
  
9.741
1967
  
9.727
1970
  
9.813
1972
  
15.048
1976
  
14.950
1984
  
14.364
1992
  
14.436
2005
  
14.700
2010
  
13.471
2015
  
14.119
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [6]; 1972:[7]; 1976:[8]; 1984:[9]; 1992:[10]; 2000, 2015:[11]nach 2000:[12]
Ab 1972 einschließlich der im Zuge der Gebietsreform in Hessen eingegliederten Orte.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[13] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[14][15]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2016
    
Insgesamt 37 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 37,9 14 33,9 13 39,0 14 37,2 14
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 32,9 12 32,5 12 38,3 14 38,6 14
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 13,9 5 14,1 5 6,7 3 5,3 2
FDP Freie Demokratische Partei 15,3 6 6,9 3 8,2 3 6,8 3
FW Freie Wähler 4,5 2 7,8 3 12,1 4
LINKE Die Linke 4,1 1
UBL Unabhängige Bürgerliste 4,0 1
Gesamt 100 37 100 37 100 37 100 37
Wahlbeteiligung in % 51,2 50,4 50,3 56,3
Rathaus der Stadt

Der Magistrat besteht aus 9 Stadträten und dem Bürgermeister.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1871–1887: Theodor List (NLP)
  • 1887–1922: Alexander Stöpler (NLP)
  • 1948–1954: Fritz Geißler (FDP)
  • 1954–1979: Willi Fiedler (parteilos)
  • 1979–1981: Frank Mudrack (parteilos)
  • 1981–1987: Rainer Visse (CDU)
  • 1987–1996: Otto Falk (SPD)
  • 1996–heute: Rainer-Hans Vollmöller (CDU)

Der derzeitige Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller (CDU) ist seit dem 1. Oktober 1996 im Amt. Am 28. April 2002 wurde er mit einem Stimmenanteil von 55,5 % wiedergewählt, am 27. Januar 2008 wurde er mit 60,3 % und im Mai 2014 mit 62,5 % erneut bestätigt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Lauterbach

Blasonierung: „In Blau mit goldenen Lilien bestreut ein linksschauender Ritter in silberner Rüstung, mit der Rechten auf ein silbernes Schwert gestützt dabei einen gotischen Schild haltend, darin in Rot aus einem grünen Dreiberg wachsend drei gestielte silberne Lilien, in der Linken an silberner Lanze eine Turnierfahne in den Schildfarben.“ Die Stadtfarben sind „blau–weiß–gold“.

Hinweis auf St.Simplicius

Bedeutung: Das Wappen verdeutlicht den jahrhundertelangen Einfluss von Abtei und Bistum Fulda auf die Stadt. – Der Ritter ist der hl. Simplicius, dessen Reliquien vom hl. Bonifatius von Rom nach Fulda gebracht wurden.

Die drei Lilien im kleinen Schild und in der Fahne des Ritters versinnbildlichen Simplicius mit seinen Geschwistern Faustinus und Beatrix. Der rote Hintergrund steht für den Märtyrertod, den sie gestorben sind (übernommen aus dem Wappen der Stadt Fulda).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ankerturm
Schrittsteine über die Lauter (Hintergrund: Strolchdenkmal)
Strumpfdenkmal und Stadtmühle

Ankerturm:

Einziger erhaltener Turm der ehemaligen Stadtmauer und Wahrzeichen der Stadt, an welchem die Ankertreppe beginnt. Sie führt aufwärts vom Graben (einem alten Fachwerkensemble) zum Marktplatz. Die Bezeichnungen Ankerturm und -treppe stammen aus dem 19. Jahrhundert. Der Beobachtungs- und Wehrturm diente zeitweise auch als Gefängnis. Wo früher ein offener Rundgang die Turmspitze bildete, besteht heute ein Fachwerkaufsatz.

Evangelische Stadtkirche:

Die im Äußeren barocke und im Inneren rokoko erbaute Stadtkirche wurde 1768 eingeweiht, Turmbau 1820. Der Doppelflügel-Marienaltar, der sich jetzt im Hohhausmuseum befindet, stammt aus der gotischen Vorgängerkirche. Um 1400 entstandene steinerne Madonna, Weigle-Orgel von 1906 wurde 1973 von Hillebarnd erweitert. Fünf Kirchenglocken hängen im Turm: 1. Elferglocke (es1 von 1699), 2. Bürgerglocke (f1 von 1699), 3. Riedesel-Gedächtnis-Glocke (g1 von 1950), 4. Vaterunserglocke (b1 von 1950) und 5. Sturmglocke (as2 von 1752).

Schrittsteine:

Wo Steinquader heute an einer seichten Stelle die Überquerung der Lauter zu Fuß ermöglichen, soll bereits 1596 ein ähnlicher Übergang bestanden haben. Früher dienten die Schrittsteine vor allen Dingen als Abkürzung, um einen zentralen Trinkwasserbrunnen zu erreichen.

Schloss Eisenbach in Lauterbach-Frischborn:

Heute noch bewohntes Hauptschloss der Riedesel Freiherrn zu Eisenbach mit schönem Park, der zum Spazierengehen einlädt.

Schloss Hohhaus

Stadtpalais der Riedesel Freiherrn zu Eisenbach, heute Sitz des „Hohhaus-Museums“

Strolchdenkmal:

Vom Bildhauer Knud Knudsen aus Bad Nauheim aus Bronze gefertigt, im Flussbett der Lauter errichtet und am 30. April 2005 der Öffentlichkeit vorgestellt, stellt es den Lauterbacher Strolch, ein 1905 kreiertes Wahrzeichen dar. Das Denkmal zeigt einen lockigen Jungen, der zwar mit Regenschirm, aber einem nackten Fuß unterwegs ist. Seine Entstehung verdankt der „Strolch“ dem Lauterbacher Strumpflied („In Lauterbach hab' ich mein' Strumpf verlor'n“). Das Bild wurde entworfen von dem Frankfurter Maler Julius Simon und 1904 überarbeitet von Schulz. Es hieß zunächst Lauterbacher Junge. Heute werden Käseprodukte mit diesem Bild und dem Titel Der kleine Strolch verkauft.[16]
„Lauterbacher Strolch“ war zugleich auch Markenname und -zeichen des ersten deutschen Camemberts, der früher in Lauterbach hergestellt wurde.

Hainigturm:

Ein in der jetzigen Form 1907 errichteter Aussichtsturm, der am Rand der Stadtgemarkung steht.

Schloss Sickendorf in Lauterbach-Sickendorf:

Das Schloss mit Schlosspark des ehemaligen riedeselschen Hofgutes brannte 1882 nieder. 1886 entstand ein Neubau. Heute ist das Schloss Sitz des Golfclub Lauterbach e. V. Der in der Nähe des Schlosses gelegene Golfplatz hat eine Fläche von über 100 Hektar. Der Platz hat eine Driving Range, ein 6-Loch-Übungsplatz sowie eine großzügige 18-Loch-Anlage zu bieten.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der „Prämienmarkt“ wird von Samstag vor Fronleichnam bis Sonntag nach Fronleichnam gefeiert. Er ist Oberhessens größtes Volksfest und wird seit Erhalt der Stadt- und Marktrechte im Jahr 1266 jährlich abgehalten. Der Markt besteht aus einer großen Tierschau mit Viehprämierung (Mittwoch), Krämermarkt (Mittwoch) und Vergnügungspark. Letzterer steht den Besuchern während der gesamten Woche zur Verfügung.
  • Das „Lauterbacher Stadtfest“ findet jährlich immer am zweiten Wochenende im September statt. In diesem Rahmen werden auch ein Oldtimer-Treffen und der „Töpfermarkt“ veranstaltet. Bei diesem überregional bekannten Handwerksmarkt versammeln sich auf dem Platz vor dem „Goldenen Esel“ zahlreiche Töpfer aus dem In- und Ausland. Zugelassen werden dabei nur Töpfer, die Produkte aus ihrer eigenen Werkstatt präsentieren. Während des Stadtfests wird vom Lauterbacher Verkehrsverein eine Person, die sich um die Stadt Lauterbach verdient gemacht hat und sie nach außen hin repräsentiert, als „Ehrenstrolch“ ausgezeichnet.
  • Der „Herbstmarkt“ wird jährlich am ersten Sonntag im November veranstaltet. Markthändler aus ganz Deutschland und die geöffneten Geschäfte des Einzelhandels in der Innenstadt bieten vielfältige Einkaufs- und Informationsmöglichkeiten. In der Vogelsbergschule findet in diesem Rahmen der Kunsthandwerker- und Brauchtumsmarkt statt der von der Lauterbacher Trachtengilde in Kooperation mit der Stadt Lauterbach veranstaltet wird .
  • Die „Pfingstmusiktage“ beginnen jährlich am Pfingstsamstagmorgen und enden am Abend des Pfingstmontags.
  • Der Lauterbacher Weihnachtsmarkt findet zur Weihnachtszeit statt.
  • Am Heiligabend findet auf dem Turm der Evangelischen Stadtkirche das „Christkindwiegen“ statt.
  • Auf dem Wochenmarkt werden jeden Donnerstag auf dem Marktplatz frisches Obst, Gemüse und andere Waren angeboten.
  • Die Jugendherberge Lauterbach ist Standort des alljährlichen Lauterbacher „Harfentreffens“ und des „Harfensommers“.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Lauterbacher Bier“ wird seit 1527 als das älteste Bier Hessens gebraut. In Lauterbach werden folgende Biersorten gebraut: Pils, Erbpils, Export, Bierstrolch, Edelweizen, Hefeweizen, Radler, Alkoholfrei, L-Mix, Festtagsbier.
  • Salzekuchen, ein Kuchen mit Boden aus Brotteig und einer Kartoffelmasse.
  • Beutelches, Kloßteig, Speck und andere Zutaten gegart in einem Leinenbeutel im heißen Wasser.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 2012 neugegründete Verein EC Lauterbach 2012 e.V. ist Betreiber der ortsansässigen Eissport-Arena. Mit den Luchsen Lauterbach wurde man bereits im ersten Jahr Hessenmeister und Pokalsieger und wird in der Saison 2013/14 in der Regionalliga West antreten.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter den örtlichen Unternehmen befindet sich u. a. die älteste Hutfabrik Deutschlands.

Durch die Stadt führen die Bundesstraßen 254 und 275, über die Lauterbach von den Bundesautobahnen 7 und 5 erreichbar ist.

Mit der Bahn ist Lauterbach über die Vogelsbergbahn Gießen – Fulda durch den Bahnhof Lauterbach (Hess) Nord erreichbar.

Lauterbach verfügt über ein Stadtbussystem, genannt „Die kleinen Strolche“, das aus den beiden VGO-Linien VB-20 und VB-21 besteht[17].

Lauterbach ist Ausgangspunkt des Vulkanradwegs auf der ehemaligen Bahnstrecke Stockheim – Lauterbach (ursprüngliche Vogelsbergbahn, heute nachträglich meist Oberwaldbahn genannt). Es besteht auch Anschluss an die Hessischen Radfernwege R2 und R7. Der Bahnradweg Hessen nutzt den Vulkanradweg und den hessischen R7 zwischen Lauterbach und Schlitz, um Hanau am Main über ehemaligen Bahntrassen mit Vogelsberg und Rhön über ca. 250 km zu verbinden.

Die Vogelsbergschule besteht seit 1856.

Medizinische Versorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ambulante und stationäre ärztliche Versorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ambulante ärztliche Versorgung der Bevölkerung in Lauterbach wird von den in der Stadt niedergelassenen Allgemeinmedizinern und Internisten vorgenommen. Zusätzlich befinden sich im Stadtgebiet eine Vielzahl von Fachärzten.

Die stationäre medizinische Versorgung der Bevölkerung in Lauterbach und Umgebung stellt das Krankenhaus der Stiftung Eichhof sicher. Es handelt sich hierbei um ein öffentliches Krankenhaus der Regelversorgung mit 220 Betten der Fachrichtungen Innere Medizin (Med.-1 Kardiologie / Med.-2 Gastroenterologie), Chirurgie, ( Allgemein-, Unfall- und Orthopädische Chirurgie), Anästhesie und Intensivmedizin, Geriatrie, Akut-Psychiatrie, Urologie - Nephrologie und Dialyse, sowie einer Notfallambulanz mit 24-Stunden Dienst.

Direkt im Krankenhaus Eichhof befindet sich seit 2012 auch die Bereitschaftspraxis des Ärztlichen Notdienstes der die ambulante hausärztliche Versorgung am Abend und an den Wochenenden sicherstellt.

Die lokale Versorgung mit Medikamenten, einschließlich des Notdienstes Rund um die Uhr, stellen die vier vor Ort ansässigen Apotheken sicher.

Weiterhin sind in der Stadt Lauterbach mehrere Firmen und Organisationen im Rahmen der mobilen, häuslichen Kranken- und Altenpflege tätig. Zusätzlich gibt es ein spezielles Pflegeteam für häusliche Palliativpflege.

Rettungsdienstliche Versorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Lauterbach befindet sich eine Rettungswache des Deutschen Roten Kreuzes. An dieser Rettungswache sind rund um die Uhr mindestens zwei Rettungswagen stationiert (im Tagedienst sogar bis zu fünf Fahrzeuge). Zusätzlich ist an der Rettungswache in Lauterbach rund um die Uhr ein Notarzteinsatzfahrzeug stationiert, mit dem die notärztliche Versorgung der Bevölkerung sichergestellt wird.

Die rettungsdienstliche Versorgung der Bevölkerung in Lauterbach und Umgebung im Rahmen der Luftrettung nach den Maßgaben des Hessischen Rettungsdienst-Gesetzes (HRDG) wird durch folgenden Rettungshubschrauber-Stationen sichergestellt. a.) Luftrettungszentrum Gießen = Christoph Gießen (JUH / HeliFlight) b.) Luftrettungszentrum Fulda = Christoph 28 (ADAC) c.) Luftrettungszentrum Frankfurt = Christoph 2 (Innenministerium) d.) Luftrettungszentrum Reichelsheim = Christ. Mittelhessen (JUH/HeliFlight)

Als einziger Rettungshubschrauber in Hessen ist der Rettungshubschrauber am Luftrettungszentrum Gießen täglich rund um die Uhr einsatzbereit, da dieser auch über die notwendige Ausrüstung und Technik für Einsätze in der Nacht verfügt. Die Rettungshubschrauber an den anderen Standorten sind täglich nur von 07.00 Uhr bis Sonnenuntergang einsatzbereit.

Zentrale Rettungsleitstelle Vogelsberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Lauterbach befindet sich die Zentrale Leitstelle des Vogelsbergkreises die für den gesamten Landkreis alle Notrufe für Feuerwehr und Rettungsdienst entgegennimmt, steuert und koordiniert. Diese ist ebenfalls rund um die Uhr mit mindestens zwei Mitarbeitern besetzt. Außer über die bundeseinheitliche Notrufnummer 112 ist sie zudem über die lokale Telefonnummer der Rettungsleitstelle in Lauterbach: 06641 - 19222 zu erreichen.

Feuerwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Lauterbach verfügt über eine gut ausgerüstete, schlagkräftige Freiwillige Feuerwehr mit insgesamt fünf einzelnen Löschzügen. ( Lauterbach-Mitte, - Ost, -West, -Nord und -Süd). Der Fahrzeugpark besteht aus einer Vielzahl von modernen und technisch aktuellen Einsatzfahrzeugen, da es sich bei der Feuerwehr Lauterbach um eine sog. "Stützpunkt-Feuerwehr" handelt, die im eher dünn besiedelten Vogelsbergkreis auch zu größeren Einsätzen in anderen, weiter entfernten Städten und Gemeinden hinzugezogen wird. Aus diesem Grund sind bei der Feuerwehr Lauterbach auch verschiedene Sonder-Fahrzeuge wie z. B. Großtank-Löschfahrzeug, Gerätewagen-Umweltschutz, Atemschutz-Gerätewagen, Schlauchwagen, Einsatzleitwagen 2, etc. stationiert. Im Einsatzgebiet der Feuerwehr Lauterbach befinden sich zudem einige Industriebetriebe, mehrere Bundes- und Landesstraßen, sowie ausgedehnte Wald- und Feldgebiete mit einem deutlich erhöhten Gefahrenpotential. Die Anzahl der in Lauterbach aktiven Feuerwehrmänner und -frauen belief sich im Jahr 2017 auf knapp 200 Wehrleute. Da es ich in Lauterbach um eine rein freiwillige Feuerwehr handelt, versehen alle aktiven Wehrleute ihren Dienst im Einsatzfall ausschließlich ehrenamtlich.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, mit Bezug zu Lauterbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Magistrat der Kreisstadt Lauterbach [Hrsg.]: 700 Jahre Stadt Lauterbach: 1266–1966, Lauterbach, 1966.
  • Hermann Stöppler [Hrsg.]: 25 Jahre Ludderbächer Saalzekuchejonge. Lauterbach, 1989.
  • Walter Krug: Stadt Lauterbach (Hessen). Reihe »Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Kulturdenkmäler in Hessen«, herausgegeben vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart, 2007, ISBN 978-3-8062-2021-6.
  • Alfred Schneider: Lauterbach, Geschichten und Geschichte von der Deutschen Märchenstraße. ASK media-grafik+design-production, Lauterbach 1997, ISBN: 2-928048-09-0 .

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lauterbach (Hessen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Aktuellster Bevölkerungsstand am 31.12.2017 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Die Kernstadt Lauterbach wird nicht als Stadtteil gezählt. Das 1939 eingemeindete Blitzenrod ist Teil der Kernstadt und kein eigener Stadtteil. (Informationen des Bürgermeisterbüros der Stadt Lautenbach vom 28. April 2016, siehe auch: Hessisches Gemeindelexikon: Lauterbach)
  3. Reichsstatthalter in Hessen: Eingliederung der Gemeinden Blitzenrod und Rudlos in die Stadt Lauterbach vom 22. Februar 1939. In: Hessisches Regierungsblatt. 1939 Nr. 5, S. 26, Nr. 1711/J/38 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 10,9 MB]).
  4. Der Hessische Minister des Innern: Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Alsfeld und Lauterbach (GVBl. II 330-12) vom 1. August 1972. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 215, § 8 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,2 MB]).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 367 und 368.
  6. a b Lauterbach, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 17. April 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  7. Der Hessische Minister des Inneren: Kommunalwahlen 1972; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 4. August 1972. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 33, S. 1424, Punkt 1025 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,9 MB]).
  8. Der Hessische Minister des Inneren: Kommunalwahlen 1977; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 15. Dezember 1976. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1976 Nr. 52, S. 2283, Punkt 1668 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 10,3 MB]).
  9. Der Hessische Minister des Inneren: Kommunalwahlen 1985; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 30. Oktober 1984. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1984 Nr. 46, S. 2175, Punkt 1104 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,5 MB]).
  10. Der Hessische Minister des Inneren: Kommunalwahlen 1993; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 21. Oktober 1992. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1992 Nr. 44, S. 2766, Punkt 935 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,1 MB]).
  11. Gemeindedatenblatt: Lauterbach. In: Hessisches Gemeindelexikon. HA Hessen Agentur GmbH; (PDF; 222 kB).
  12. Einwohnerstatistik Stadt Lauterbach mit Ortsteilen, abgerufen im September 2017 (PDF)
  13. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016 Hessisches Statistisches Landesamt
  14. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  15. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  16. Fuldaer Zeitung, 24. Dezember 2008, Lokalteil S. 18
  17. Fahrplanheft 2011 Lauterbach. Abgerufen am 24. März 2013 (PDF; 1,5 MB).