Lehmkuhlen

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Gemeinde Lehmkuhlen in Schleswig-Holstein. Ein Ortsteil der Gemeinde Holthusen in Mecklenburg trägt ebenfalls den Namen Lehmkuhlen.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Lehmkuhlen
Lehmkuhlen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lehmkuhlen hervorgehoben
Koordinaten: 54° 14′ N, 10° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Plön
Amt: Preetz-Land
Höhe: 37 m ü. NHN
Fläche: 31,23 km²
Einwohner: 1343 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 43 Einwohner je km²
Postleitzahl: 24211
Vorwahl: 04342
Kfz-Kennzeichen: PLÖ
Gemeindeschlüssel: 01 0 57 046
Adresse der Amtsverwaltung: Am Berg 2
24211 Schellhorn
Webpräsenz: www.gemeinde-lehmkuhlen.de
Bürgermeister: Norbert Langfeldt (WGL '94)
Lage der Gemeinde Lehmkuhlen im Kreis Plön
Karte

Lehmkuhlen ist eine Gemeinde östlich von Preetz im schleswig-holsteinischen Kreis Plön in Deutschland.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt am nördlichen Rand Wagriens und besteht aus den Dörfern Dammdorf, Falkendorf, Lepahn, Rethwisch und Trent. Weiterhin befinden sich die Meierhöfe bzw. Gutshöfe Bredeneek, Christiansruhe, Hohenhütten, Marienwarder, Trenthorst und das Gut Lehmkuhlen sowie einige Weiler in der Gemeinde.

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westlich des Ortsteils Lepahn befindet sich das Quellgebiet der Spolsau, ein Bach, der sich weiter über Rethwisch nach Bredeneek zieht, wo er in der Schwentine mündet. Der Trenter See ist ein beliebtes Angelgewässer. Der geographische Mittelpunkt des Kreises Plön befindet sich im Gemeindegebiet (Gemarkung Kampraden).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lepahner Mühle

Der erste benannte Eigentümer war im Jahr 1369 die Familie von Ryckestorp, die nach dem Gut Rixdorf ihren Namen annahm. Da weitere chronologische Nennungen fehlen, geht man davon aus, dass das Geschlecht hier ausgestorben ist. Ein Familienzweig zog nach Südjütland und starb 1509 mit Wulf Claussen auf Palsgård im Sundewitt aus. Von 1424 an saß die Familie Ahlefeldt für rund 300 Jahre auf Lehmkuhlen und begründete damit eine der wenigen Linien, die in Ostholstein heimisch wurden. Letzte Nachfahrin dieser Linie war Adolphine von Ahlefeldt, die im Alter von 102 Jahren im Jahr 1895 in Preetz verstarb.

1704 wurde Lehmkuhlen an Heinrich Reventlow verkauft. Heinrich Reventlow war ein Schwager von Georg Heinrich von Schlitz und wurde 1708 in den Stand des Reichsgrafen erhoben. 1737 konnte der Erbe, Detlev Reventlow dem Konkurs nicht entgehen, obwohl das abschließende Urteil erst 1760 gefällt wurde. Im Zuge der Liquidation wurde Lehmkuhlen an die Familie Roepstorff verkauft, und schließlich 1781 von Magdalene von Hahn erworben. Ihr Sohn, Friedrich von Hahn, verkaufte den Besitz 1792 an den Hofrat von Hinüber, der die Wohnungen des Besitzes an französische Einwanderer vermietete. Hofrath von Hinüber stammte aus Marienwerder in Niedersachsen und ließ den Meierhof Marienwerder, heute Marienwarder genannt, vom Haupthof Lehmkuhlen abtrennen.

Im Oktober 1797 wurde das Herrenhaus Lehmkuhlen von Joseph Marquis de La Fayette angemietet, der von dem Hamburger Kaufmann Parish unterstützt wurde. La Fayette gab Lehmkuhlen 1798 nach der Hochzeit seiner Tochter als Wohnsitz auf. Im gleichen Jahr erwarb Joachim Friedrich von Bernsdorff das Gut und verkaufte es 1807 an Jens Peter Neergaard weiter.

Neergaard musste sich aufgrund seines Konkurses 1826 von Lehmkuhlen trennen, woraufhin das Gut von Andreas Christiansen erworben wurde, dessen Erben das Gut 1842 an Carl Godeffroy verkauften. 1906 verkauften die Erben das Gut an Conrad Hinrich (III.) von Donner, die 1902 ihren Wohnsitz von Altona nach Bredeneek verlegten. Das Herrenhaus Lehmkuhlen wurde 1910/11 umfangreichen Ausbauten unterzogen und diente Conrad Hinrich (IV.) Freiherr von Donner ab 1911 als Wohnsitz; es wurde 1975 abgerissen.

Das Herrenhaus auf Gut Lehmkuhlen um 1907

Seit 1906 befanden sich so die drei Gutsbezirke Lehmkuhlen, Rethwisch und Bredeneek neben den schon 1905 erworbenen Meierhöfen Christiansruhe und Hohenhütten in einer Hand und wurden zum Gutsbezirk Lehmkuhlen zusammengefasst. Der Gutshof und das Herrenhaus in Lehmkuhlen waren der Sitz der Gutsherrschaft unter Conrad Hinrich (IV.) Freiherr von Donner, dessen Eltern Bredeneek nicht verließen. 1928 wurden aus dem Gutsbezirk zunächst die beiden Landgemeinden Lehmkuhlen und Rethwisch gebildet. 1934 entstand daraus die Gemeinde Lehmkuhlen, deren Gebiet seitdem unverändert geblieben ist.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Bredeneek, Christiansruhe und Hohenhütten durch Erbgänge dem Kernbetrieb entzogen. Bredeneek ging an Bodild von Donner, einer Schwester von Conrad Hinrich V. von Donner, deren Mann Raimar Edler von Paepcke seine Besitzungen in Mecklenburg-Vorpommern aufgeben musste. Conrad Hinrich V. von Donner führte den Betrieb Lehmkuhlen fort, fiel aber im Zweiten Weltkrieg 1944. Aufgrund eines Erbauseinandersetzungsvertrages erhielten seine Kinder Götz von Donner den Meierhof Hohenhütten und Angelika von Donner den Meierhof Christiansruhe. Conrad Hinrich VI. von Donner führte den Betrieb Lehmkuhlen bis zu seinem Tod 1989 fort.

Bredeneek[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bredeneek, vormals Bredenbek oder auch Bredeneck, liegt an der Mündung der Spolsau/Spohlsau in die Schwentine und gehörte im 15. Jahrhundert der Preetzer Gilde. Der Ortsname geht auf eine Verbreiterung und Furt der Schwentine an dieser Stelle zurück. Im 16. Jahrhundert wurde das Dorf aufgegeben und es entstand das Gut.

Der Schmied Marx Dahl, der 1738 das Chorgitter der Preetzer Klosterkirche, eines der bedeutendsten seiner Art in Schleswig-Holstein, geschaffen hatte, stammte aus Bredeneek.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedingt durch die historische Entwicklung gehören die Einwohner zwei unterschiedlichen Kirchengemeinden an. Der südöstliche Bereich einschließlich der Ortschaft Lepahn gehört zur Kirchengemeinde Lebrade. Die restliche Gemeinde gehört zur Kirchengemeinde Schellhorn.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 13 Sitzen in der Gemeindevertretung hat Wählergemeinschaft WGL '94 zehn Sitze und die CDU drei.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Durch einen blauen Wellenbalken erniedrigt von Silber und Gold geteilt. Oben ein grünes Eichenblatt und drei fächerförmig gestellte grüne Rohrkolben mit rotem Samenstand zwischen zwei grünen Schilfblättern.“[2]

Das Eichenblatt, die Rohrkolben und der goldene Wappenfuß symbolisieren die ehemaligen adeligen Güter Bredeneek, Rethwisch und Lehmkuhlen des 1928 aufgelösten Gutsbezirks Bredeneek, aus dem die Gemeinde hervorgegangen ist. Der blaue Wellenbalken stellt den Wasserlauf Spolsau dar, der das gesamte Gemeindegebiet durchfließt.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist vorwiegend land- und forstwirtschaftlich geprägt. Der Waldanteil beträgt über 15 % und liegt damit deutlich über dem Landesdurchschnitt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der westlichen Grenze der Gemeinde verläuft die Bundesstraße 76, die von Kiel nach Plön weiterführt. Von der Bundesstraße 76 zweigen in östliche Richtung im Norden die Landstraße 211 und im Süden die Kreisstraße 25 ab. Die Landstraße 211 verbindet dabei die Bundesstraßen 76 und 202 und führt durch Bredeneek. Die Kreisstraße 25 führt im weiteren Verlauf über die Nachbargemeinde Lebrade zur Bundesstraße 430.

Eine Gemeindestraße verläuft das Gemeindegebiet von Norden über Dammdorf, Rethwisch, Falkendorf und Trent nach Süden. Im Norden ist sie in Preetz an die Landstraße 211 angeschlossen, die an Bredeneek vorbeiführt. Von Rethwisch verläuft eine Gemeindestraße in östlicher Richtung und verbindet die beiden Nachbargemeinden Martensrade und Rastorf. Von Lepahn führt eine weitere Gemeindestraße nordöstlich über Marienwarder und Hohenhütten zur Nachbargemeinde Martensrade.

Von 1910 bis 1938 war in Rethwisch eine Bahnstation der Kleinbahn Kirchbarkau–Preetz–Lütjenburg.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundschule im Ortsteil Trent, unter der Trägerschaft des Schulverbands Preetz Stadt und Land
  • Kindergarten im Ortsteil Trent, kommunale Trägerschaft
  • Spielkreis im Ortsteil Rethwisch, kirchliche Trägerschaft

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Ortsteilen Lepahn und Rethwisch existiert jeweils ein Sportverein nebst Sportplatz sowie jeweils eine Freiwillige Feuerwehr, die gemeinsam eine Jugendfeuerwehr betreiben.

Rund 20 % des Rad- und Wanderweges Schusteracht liegt im Gemeindegebiet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nähe von Trenthorst befinden sich zwei Grabhügel bei Trenthorst.

Bauwerke und Denkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arboretum Lehmkuhlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arboretum Lehmkuhlen

Das Arboretum Lehmkuhlen entstand aus einem um 1820 angelegten Gutspark, der ab 1911 von Conrad Hinrich (IV.) von Donner und Cosmos von Milde auf rund 50 ha erweitert wurde. Zwischen 1911 und 1928 wurden rund 1500 verschiedene Bäume gepflanzt, wodurch die Anlage auch heute noch eine hohe dendrologische Bedeutung hat.

Das Arboretum Lehmkuhlen ist ein Landschaftsschutzgebiet und steht unter Denkmalschutz.

Schloss Bredeneek[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herrenhaus des Gutes Bredeneek

Das Schloss Bredeneek (eigentlich kein Schloss, sondern lediglich ein Herrenhaus) befindet sich im nördlichsten Teil der Gemeinde. Der Gutspark reicht bis an die Schwentine. Das Herrenhaus wurde 1830 im klassizistischen Stil von dem Konferenzrat Conrad Hinrich (I.) Donner erbaut. Zwischen 1889 und 1902 wurde es von Conrad Hinrich (III.) Freiherr von Donner durch erhebliche Erweiterungen in die heutige Form umgebaut. Im August 1936 tagte im Herrenhaus die Synode der Bekennenden Kirche Schleswig-Holsteins unter der Leitung von Johannes Tramsen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ingo Bubert: Chronik der Gemeinde Lehmkuhlen. Hrsg. Gemeinde Lehmkuhlen, 2006, ISBN 3-927653-13-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lehmkuhlen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2014 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein