Taubertalradweg

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Liebliches Taubertal – der Klassiker
Gesamtlänge 101 km
Lage Baden-Württemberg, Bayern
Karte: Deutschland Baden-Württemberg
Taubertalradweg (Baden-Württemberg)
Startpunkt
Startpunkt
Zielpunkt
Zielpunkt
Liebliches Taubertal – der Klassiker
Startpunkt: Rothenburg ob der Tauber
Zielpunkt: Wertheim
Bodenbelag meist asphaltierte Wirtschaftswege
Höhendifferenz 468 Hm hoch / 727 Hm hinunter[1]
Schwierigkeit leicht
ADFC-Zertifizierung 5 Sterne[1]
Webadresse http://www.liebliches-taubertal.de/Aktiv/Radfahren/Der-Klassiker.html

Der Taubertalradweg (offizielle Bezeichnung: Liebliches Taubertal – der Klassiker) ist ein 101 Kilometer langer Radwanderweg in Tauberfranken. Er verbindet Rothenburg ob der Tauber mit Wertheim an der Mündung der Tauber in den Main. Der Weg verläuft in seiner ganzen Länge durch das Tal der Tauber und hat nur wenig Steigungen. An beiden Enden sowie entlang der Strecke gibt es Personenbahnhöfe.

Strecke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Profil und Charakteristika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Typisch für weite Teile des lieblichen Taubertals und seiner Nebentäler: die Steinriegellandschaft (hier bei Bieberehren)

Der Taubertalradweg war einer der ersten Radwanderwege in Deutschland. Er wurde seither immer wieder ausgebaut. Der Radweg ist vollständig ausgeschildert, leicht und ohne großen Straßenverkehr zu befahren.

Landschaftlich ist der Radweg durch das waldreiche fränkische Hügelland geprägt. An den Seiten des Taubertals und seiner Nebentäler ist eine Steinriegellandschaft typisch. In den Talniederungen befinden sich ausgedehnte Obst- und Weinanbaugebiete mit kleinen und größeren Weinorten, zahlreichen historischen Ortschaften und Städten, alten Mühlen, romanischen Kirchen und historischen Klöstern. Kulturell bedeutende Städte entlang des Weges sind Weikersheim, Bad Mergentheim und Tauberbischofsheim. Außerdem liegen das Kloster Bronnbach und die Burg Gamburg an der Strecke.

Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte des Tauberverlaufs

Der Verlauf des „Taubertalradweges“ (Der Klassiker)[2] und der ergänzenden Alternativstrecke (Der Sportive)[3] sind in OpenStreetMap einsehbar.

Liebliches Taubertal – der Klassiker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Radweg „Liebliches Taubertal – der Klassiker“ ermöglicht auf ca. 100 km Radwandern entlang des Taubertals. Dabei werden drei Tagesetappen empfohlen:[4]

1. Tagesetappe – Rothenburg ob der Tauber bis Weikersheim

2. Tagesetappe – Weikersheim über Bad Mergentheim bis Tauberbischofsheim

3. Tagesetappe – Tauberbischofsheim bis Wertheim

Liebliches Taubertal – der Sportive[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parallel zum ca. 100 km langen Klassiker durchs Taubertal gibt es den 161 Kilometer langen Radwanderweg Liebliches Taubertal – der Sportive, der über die Anhöhen Tauberfrankens von Wertheim zurück nach Rothenburg führt. Durch einen Rundweg kann die Strecke somit auf insgesamt 260 km ausgedehnt werden. Dabei werden fünf ergänzende Tagesetappen empfohlen:[5]

1. Tagesetappe – Wertheim bis Freudenberg

2. Tagesetappe – Freudenberg bis Külsheim

3. Tagesetappe – Külsheim bis Boxberg

4. Tagesetappe – Boxberg bis Niederstetten

5. Tagesetappe – Niederstetten bis Rothenburg ob der Tauber

Anschlüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Radwanderwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In beiden Richtungen lässt sich die Reise auf dem Fahrrad fortsetzen. Von Wertheim über den Main-Radweg. Von Rothenburg entweder nach Osten über die Frankenhöhe auf dem Altmühltalradweg, nach Nord-Osten auf dem Aischtalradweg oder nach Süden über den Radfernweg Romantische Straße nach Füssen oder den Tauber-Jagst-Weg an die Jagst bei Crailsheim und dann weiter über den Kocher-Jagst-Radweg.

In mehreren Städten und Ortschaften tangiert der Taubertalradweg den Jakobsweg Main-Taubertal. In Tauberbischofsheim besteht eine Verbindung zum Odenwald-Madonnen-Weg. Daneben besteht zwischen Röttingen und Tauberrettersheim eine Verbindung zum Gaubahnradweg sowie zum Main-Tauber-Fränkischen Radachter.

Bahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Taubertalbahn dient dem Fahrradtourismus im Taubertal und im benachbarten Maintal als Transportmittel. Die Radmitnahme in der Taubertalbahn ist kostenlos.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rothenburg ob der Tauber – Creglingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rothenburg von der Doppelbrücke an der Tauber aus gesehen

Der erste Abschnitt des „Taubertalradwegs“ zwischen Rothenburg ob der Tauber und Creglingen (27 km) weist folgende Sehenswürdigkeiten und kulturelle Besonderheiten auf:

  • Rothenburg ob der Tauber
    • Das mittelalterliche Kriminalmuseum ist das bedeutendste deutsche Rechtskundemuseum und gibt einen Einblick in das Rechtsgeschehen der letzten 1000 Jahre.
    • St.-Jakobs-Kirche mit Heiligblut-Retabel von Tilman Riemenschneider.
    • Stadtmauer mit Wehrgang und Mauertürmen, innere Stadtmauer um 1172, äußere Stadtmauer um 1360–1388
  • Detwang
    • romanische Kirche mit Riemenschneider-Altar
  • Bettwar
  • Tauberscheckenbach
  • Tauberzell
  • Archshofen
  • Creglingen
    • mittelalterlicher Ortskern, Marienaltar von Tilman Riemenschneider in der Herrgottskirche.
    • Jüdisches Museum, Lindleinturmmuseum und Fingerhutmuseum

Creglingen – Weikersheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick aufs Taubertal mit Weikersheimer Schloss und Park

Der zweite Abschnitt zwischen Creglingen und Weikersheim (19 km) bietet folgende Sehenswürdigkeiten:

  • Creglingen
  • Bieberehren
  • Röttingen
    • mittelalterlicher Stadtkern, Stadtmauer mit Türmen, Burg Brattenstein
    • Sonnenuhrenweg und Bildstockwanderweg
  • Tauberrettersheim
    • Steinbrücke von Balthasar Neumann – Baumeister der Würzburger Residenz
Renaissanceschloss Weikersheim
  • Weikersheim
    • mittelalterliche Altstadt
    • Schloss Weikersheim mit Barockgarten mit vielen Statuen, Ausstellung Alchimie
    • Tauberländer Dorfmuseum, Forstmuseum, Sternwarte und Wildgehege

Weikersheim – Bad Mergentheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der dritte Abschnitt zwischen Weikersheim und der Kurstadt Bad Mergentheim (15 km) weist folgende Besonderheiten auf:

  • Weikersheim
  • Markelsheim
  • Igersheim
Zwillingshäuser Marktplatz Bad Mergentheim
  • Bad Mergentheim (Kurort)
    • historische Innenstadt, Deutschordensmuseum im Deutschordensschloss mit Schlosspark, Deutschmeistermuseum
    • Münsterschatz, Ottmar-Mergenthaler-Gedenkstätte, Stuppacher Madonna, Weinlehrpfad
    • Kurpark mit einer Gesamtfläche von 160.000 m²
    • Freizeitbad „Solymar“, sowie drei Freibäder
    • Wildpark Bad Mergentheim, auf einer Geländefläche von rund 35 ha leben verschiedene in Europa heimische Tierarten

Bad Mergentheim – Tauberbischofsheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurmainzisches Schloss Tauberbischofsheim mit Türmersturm und Tauberfränkischem Landschaftsmuseum
Rathaus Tauberbischofsheim

Der viert Abschnitt führt von Bad Mergentheim zur Kreisstadt des Main-Tauber-Kreises, Tauberbischofsheim (21 km), und bietet folgende Sehenswürdigkeiten:

  • Bad Mergentheim
  • Edelfingen
  • Unterbalbach
    • jüdischer Friedhof
  • Lauda
    • mittelalterliche Altstadt, Heimatmuseum, Stadtbefestigung, Stadtkirche St. Jakobus aus dem 14. Jahrhundert mit reicher Barockausstattung
    • Terrassenfreibad und Hallenbad mit Sauna
  • Gerlachsheim
    • Klosterkirche, ehemaliges Kloster und Klostergarten.
  • Distelhausen

Tauberbischofsheim – Wertheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom „Tauberblick“ bei Werbach ins liebliche Taubertal

Der fünfte Abschnitt führt schließlich von Tauberbischofsheim bis Wertheim (32 km). Entlang der Strecke befinden sich folgende Sehenswürdigkeiten und kulturelle Besonderheiten:

  • Tauberbischofsheim
  • Werbach
    • jüdischer Friedhof und Synagoge im Ortsteil Wenkheim – durch einen Förderverein restauriert
    • Liebfrauenbrunnkapelle, eine Wallfahrtskirche zwischen Werbach und Werbachhausen
  • Gamburg
  • Bronnbach
    • Kloster Bronnbach mit Klosterkirche und romanisch-gotischem Kreuzgang, eine 1151 gegründete ehemalige Zisterzienser-Abtei
  • Reicholzheim
Burg Wertheim
  • Wertheim
    • historische Altstadt mit Stadtmauer und vielen Baudenkmälern
    • Kittsteintor, Stiftskirche, Hofhaltung (heute Rathaus), Engelsbrunnen, Kilianskapelle, Marienkapelle, Spitzer Turm
    • Glasmuseum und Grafschaftsmuseum mit Otto-Modersohn-Kabinett im alten Rathaus
    • Burg Wertheim, eine der ältesten Burgruinen Baden-Württembergs.
    • Freibad „In den Christwiesen“ im Stadtteil Bestenheid

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2009 zeichnete der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) den Taubertalradweg als ersten baden-württembergischen und zweiten deutschen Radfernweg mit fünf Sternen aus.[6] Im Jahr davor erhielt der angrenzende Main-Radweg als erster diese Auszeichnung.

Die Hauptvariante des Taubertalradwegs – der „Klassiker“ – wurde im November 2012 erneut mit der Höchstnote „5 Sterne“ vom ADFC ausgezeichnet.[4]

Radwegekirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hinweisschild für die Radwegekirche St. Martin in Tauberbischofsheim

Entlang des Taubertalradwegs gibt es über 30 Radwegekirchen, die verlässlich geöffnet zur geistlichen Besinnung und Andacht einladen.[7][8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reiseführer und Landkarten

  • Bikeline: Liebliches Taubertal: Der Klassiker – Der Sportive: Zwischen Rothenburg ob der Tauber und Wertheim. Esterbauer, Rodingersdorf 2013, ISBN 978-3-85000-463-3.
  • Publicpress: Radwanderkarte Radweg Liebliches Taubertal – Leporello-Falzung: Mit Ausflugszielen, Einkehr- & Freizeittipps, wetterfest, reissfest, abwischbar, GPS-genau. 1:50000. Landkarte – Folded Map. Publicpress-Verlag, Geseke 2007, ISBN 978-3-89920-325-7.

Märchen und Sagen

  • Hans Werner Siegel (Hrsg.), Hugo Pahl: Zwischen Tag und Dunkel: Sagen u. Geschichten aus dem Taubergrund. Verein Tauberfränkische Heimatfreunde e. V., Tauberbischofsheim 1982.

Belletristik

  • Reiner Röber: Mord im lieblichen Taubertal: ein Tauberfrankenkrimi. TRIGA – Der Verlag Gerlinde Heß, Gründau-Rothenbergen 2013, ISBN 978-3-89774-873-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Taubertalradweg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Radweg Liebliches Taubertal Der Klassiker, ADFC Tourenportal
  2. OpenStreetMap: Radweg Liebliches Taubertal – "Der Klassiker"
  3. OpenStreetMap: Radweg Liebliches Taubertal – "Der Sportive"
  4. a b Touristikgemeinschaft Liebliches Taubertal: Radfahren – Der Klassiker Online auf www.liebliches-taubertal.de. Abgerufen am 25. November 2014.
  5. Touristikgemeinschaft Liebliches Taubertal: Radfahren – Der Sportive Online auf www.liebliches-taubertal.de. Abgerufen am 25. November 2014.
  6. Touristikgemeinschaft Liebliches Taubertal: Fünf Sterne für den "Klassiker" In: Tauber-Zeitung. Online auf www.swp.de. 31. Oktober 2009. Abgerufen am 6. April 2010.
  7. Evangelische Landeskirche in Baden: Radwegkirchen im lieblichen Taubertal. Online auf www.ekiba.de. Abgerufen am 17. Juni 2016.
  8. Kirchenbezirk Wertheim: Kirche und Tourismus. Online auf kirchenbez-wertheim.de. Abgerufen am 17. Juni 2016.