Philipp Hochmair

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Philipp Hochmair (* 16. Oktober 1973 in Wien) ist ein österreichischer Schauspieler und Frontmann der Band Die Elektrohand Gottes.

Philipp Hochmair, 2021

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Philipp Hochmair wurde als Sohn einer Ärztin und eines Ingenieurs im Oktober 1973 in Wien geboren. Sein jüngerer Bruder ist Mediziner wie die Mutter, die als Ärztin am Wiener Burgtheater arbeitete, wodurch Philipp Hochmair bereits frühzeitig mit dem Schauspielberuf in Berührung kam.[1] Zunächst interessierte er sich für Malerei und Grafik, bis er sein schauspielerisches Talent entdeckte.

Hochmair studierte von 1993 bis 1997 unter anderem bei Klaus Maria Brandauer und Artak Grigorjan Schauspiel am Max Reinhardt Seminar in Wien sowie in Paris am Conservatoire national supérieur d’art dramatique.

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Engagements führten Hochmair zum Schauspielhaus Hamburg, an das Staatstheater Hannover, an die Volksbühne Berlin und zum Schauspielhaus Zürich. Von 2003 bis 2009 war er Ensemblemitglied am Wiener Burgtheater und wurde in dessen Ehrengalerie aufgenommen. Von 2009 bis 2014 gehörte er dem Ensemble des Hamburger Thalia Theaters an.

Hochmair arbeitete mehrmals mit den Regisseuren Nicolas Stemann und Frederike Heller zusammen. Unmittelbar nach dem Studium schloss er sich der Gruppe Stemann an, einer Schauspieltruppe um den Regisseur Stemann, und spielte in vielen Inszenierungen zentrale Rollen. Bereits 1997 entstand im Rahmen dieser Zusammenarbeit die Produktion Werther! nach Johann Wolfgang von Goethe. In diesem Ein-Personen-Stück illustriert Hochmair Die Leiden des jungen Werthers in zeitgenössischer Form. Das Stück ist seit 1997 ein großer Erfolg, es wurde an vielen deutschsprachigen und internationalen Bühnen gezeigt und gehört bei einigen, wie dem Burgtheater Wien oder dem Thalia Theater in Hamburg, zum festen Repertoire. Die parallel zur Aufführung entstandene CD und das Buch haben zudem Eingang in den Deutsch- und Literaturunterricht gefunden. Nach dem gleichen Prinzip wie Werther! entwickelte Hochmair die Kafka-Texte Der Prozess und Amerika sowie Büchners Lenz zu Hörspielen und szenischen Lesungen weiter.

In seiner Interpretation von Hugo von Hofmannsthals Originalwerk Jedermann, die er zusammen mit seiner Band Die Elektrohand Gottes mit experimentellen Elektronikklängen seit 2013 auf die Bühne bringt, übernimmt Hochmair alle Rollen.[2] In ähnlichem Stil wird Friedrich Schillers Balladen als Sprechkonzert im Zusammenspiel mit seiner Band auf der Bühne neues Leben eingehaucht.[3]

Im August 2018 sprang er im Jedermann bei den Salzburger Festspielen kurzfristig für den erkrankten Tobias Moretti in der Titelrolle für fünf Vorstellungen ein.[4][5]

Film und Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl vorwiegend dem Theater verbunden, war Hochmair von Beginn seiner Karriere an in diversen Film- und Fernsehrollen zu sehen. So verkörperte er im Jahr 2000 in Heinrich Breloers Die Manns – Ein Jahrhundertroman Golo Mann. 2013 erschien Hochmair in dem Spielfilm Der Glanz des Tages des italienisch-österreichischen Regieduos Tizza Covi und Rainer Frimmel, der mit den Hauptpreisen des Filmfestivals Max Ophüls Preis und der Grazer Diagonale ausgezeichnet wurde. Hochmair spielt sich darin selbst – einen vielbeschäftigten Schauspieler, der mit einem unbekannten Onkel sowie dem Schicksal eines Asylbewerbers konfrontiert wird.[6]

2014 verkörperte Hochmair in Urs Eggers Eine Liebe für den Frieden – Bertha von Suttner und Alfred Nobel den österreichischen Schriftsteller und Pazifisten Arthur Gundaccar von Suttner. Von 2015 bis 2022 spielte er in den sechs Staffeln der österreichischen Fernsehserie Vorstadtweiber die Rolle des homosexuellen Ministers Dr. Joachim Schnitzler.

In der ARD-Krimireihe Blind ermittelt, die auf dem Sendeplatz „Donnerstagskrimi im Ersten“ gezeigt wird, spielt Hochmair seit 2018 an der Seite von Andreas Guenther die Titelrolle des erblindeten Ex-Chefinspektor Alexander „Alex“ Haller der Wiener Mordkommission, der aufgrund seiner besonderen Fähigkeiten als Sonderermittler spezielle Fälle löst.

Im März 2020 war Hochmair an der Seite von Anja Kling als Graf Viktor von Szápáry in einer der Hauptrollen der achtteiligen österreichisch-deutsch-tschechischen Fernsehserie Freud von ORF und Netflix zu sehen.[7] Im Januar 2021 war er in der dritten Staffel der ARD-Historienarztserie Charité als österreichisch-deutscher Gerichtsmediziner und forensischer Serologe Otto Prokop zu sehen.

In Matti Geschonnecks Die Wannseekonferenz übernahm er 2022 die Rolle des Reinhard Heydrich, der 1942 die Leitung der Wannseekonferenz innehatte.[8]

In Film und Fernsehen übernimmt Hochmair regelmäßig Gastrollen in zahlreichen Fernsehserien- und reihen, u. a. Tatort, Bella Block, Ein starkes Team, Marie Brand und Nachtschicht.

Theater (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burgtheater Wien
Philipp Hochmair, 2021
Deutsches Theater Berlin
Schauspielhaus Zürich
Staatstheater Hannover
Thalia Theater
Hamburger Kammerspiele
Sonstiges

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kino[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehfilme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehserien- und reihen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dokumentationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2016: Jedermann (Regie: Katharina Pethke)
  • 2020: Philipp Hochmair - Eine Reise mit Jedermann (Bernadette Schugg, Philipp Hochmair)
  • 2021: Jedermann und Ich (Regie: Katharina Pethke)
  • 2021: Jedermann auf Reisen (Regie: Wolfgang Tonninger)

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Philipp Hochmair & Die Elektrohand Gottes

Hörspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2019: Eigentlich gibt es mich gar nicht, mit Maria Rennhofer, Christian Brandstätter Verlag, Wien 2019, ISBN 978-3-7106-0316-7.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Philipp Hochmair – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Philipp Hochmair im Munzinger-Archiv, abgerufen am 21. April 2022 (Artikelanfang frei abrufbar)
  2. Ein Festivalabend mit und für Jedermann und Jedefrau - Theater Pur. Abgerufen am 8. Mai 2022.
  3. Annette Stiekele: Philipp Hochmair: "Schiller Balladen Rave" – wie durch den Fleischwolf gedreht. 6. Februar 2022, abgerufen am 8. Mai 2022 (deutsch).
  4. orf.at: Hochmair brilliert als Jedermann. Artikel vom 10. August 2018.
  5. orf.at: „Jedermann“: Moretti spielt wieder ab Sonntag. Artikel vom 16. August 2018, abgerufen am 17. August 2018.
  6. @1@2Vorlage:Toter Link/www.max-ophuels-preis.de(Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: Filmprofil) bei max-ophuels-preis.de (abgerufen am 27. Januar 2013).
  7. Serie von ORF und Netflix: Die Leiden des jungen Freud In: Süddeutsche Zeitung vom 13. März 2020. Abgerufen am 21. März 2020.
  8. Peter Kümmel: "Die Wannseekonferenz": Es wird gelacht. Es ist zum Fürchten. In: Die Zeit. 20. Januar 2022, abgerufen am 8. Mai 2022.
  9. orf.at: Große Diagonale-Preise wurden verliehen. Artikel vom 1. April 2017, abgerufen am 1. April 2017.
  10. ROMY 2019 für Philipp Hochmair. In: Degeto Film GmbH. Abgerufen am 8. Mai 2022 (deutsch).
  11. Georg Leyrer: Das sind die Gewinner der ROMY 2022. In: Kurier.at. 23. April 2022, abgerufen am 23. April 2022.
  12. Der Deutsche Fernsehpreis: Preisträger:innen 2022. In: Deutscher Fernsehpreis 2022. Abgerufen am 16. September 2022 (deutsch).