Puysserampion

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Puysserampion
Puysserampion (Frankreich)
Puysserampion
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Lot-et-Garonne
Arrondissement Marmande
Kanton Le Val du Dropt
Gemeindeverband Pays de Lauzun
Koordinaten 44° 36′ N, 0° 19′ OKoordinaten: 44° 36′ N, 0° 19′ O
Höhe 44–116 m
Fläche 10,72 km2
Einwohner 258 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 24 Einw./km2
Postleitzahl 47800
INSEE-Code

Bürgermeisteramt (Mairie) von Puysserampion

Puysserampion ist eine französische Gemeinde mit 258 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Lot-et-Garonne in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Marmande und zum Kanton Le Val du Dropt (bis 2015: Kanton Lauzun).

Der Name der Gemeinde wird in alten Dokumenten mit dem lateinischen Namen Podio-arrempio bezeichnet. Der erste Teil hat die Bedeutung „Berg“. Der zweite Teil hat sein Synonym im lokalen Patois mit d’abruptum (deutsch schroff). Zusammen bedeutet dies also „schroffer Berg“.[1]

Die Einwohner werden Puysserampionais und Puysserampionaises genannt.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Puysserampion liegt circa 16 Kilometer nordöstlich von Marmande in der historischen Provinz Agenais am nördlichen Rand des Départements.

Umgeben wird Puysserampion von den fünf Nachbargemeinden:

Allemans-du-Dropt Roumagne
Cambes Nachbargemeinden Miramont-de-Guyenne
Peyrière

Puysserampion liegt im Einzugsgebiet des Flusses Garonne.

Nebenflüsse der Dourdenne durchqueren das Gebiet der Gemeinde,

  • der Ruisseau du Mont Saint-Jean mit seinem Nebenfluss,
    • dem Ruisseau de Lapeyrière, und
  • der Ruisseau de Laprade, auch Ruisseau de Junchère genannt.

Außerdem entspringt der Ruisseau de Pontillou, ein Nebenfluss des Ruisseau du Jonquet, in Puysserampion.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet der Gemeinde wurde während der Urgeschichte, dann im Laufe der Antike von Kelten und während der Epoche der Gallorömischen Kultur besiedelt.

Im 13. Jahrhundert befand sich eine Burg oder ein Festes Haus auf einer Anhöhe, die das umliegende Gebiet überragt. Über mehrere Jahrhunderte weg gehörte sie der mächtigen Familie Goth. In dieser Zeit erlaubte der französische König Philipp IV. Bertrand de Goth, Seigneur von Duras, Ländereien zu erwerben, darunter die der heutigen Gemeinden Puysserampion, Allemans-du-Dropt und Monségur. Dieser Besitz ging als Erbe an seine Tochter Géraude de Goth, dann an ihrem Ehemann Raymond Lorc über.

Eine Legende erzählt dass die Burg im 14. Jahrhundert der Wohnsitz der Templer war. Diese These wird durch einen Brief gestützt, der berichtet, dass im Jahre 1324 die Burg einer Régine de Goth, Gräfin von Armagnac und Nichte des Papstes Clemens V. gehörte. Clemens V. verfügte am 13. April 1312 die Auflösung des Templerordens und die Übertragung seiner Güter an die Hospitaliter an. Damit gelangte die Burg in die Hände der Familie Goth.

Heute sind keine Spuren der Burg übrig geblieben. Ihre Bausteine sind zu einer gewissen Zeit für den Bau eines landwirtschaftlichen Betriebs in der Nachbarschaft verwendet worden.[1]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Beginn der Aufzeichnungen stieg die Einwohnerzahl bis zur ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf einen Höchststand von rund 475. In der Folgezeit sank die Größe der Gemeinde bei kurzen Erholungsphasen bis zu den 1970er Jahren auf rund 165 Einwohner, bevor sie sich auf einem Niveau zwischen 230 und 260 Einwohnern stabilisierte.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2011 2016
Einwohner 256 211 166 244 274 243 233 258 258
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 1999,[3] INSEE ab 2006[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Saint-Jean-Baptiste. Sie ist im 12. oder 13. Jahrhundert unter dem Schutz von Johannes dem Täufer gestellt worden. Einige Historiker glauben, dass sie unter dem Einfluss der Tempelritter errichtet wurde im Hinblick auf die massive Architektur und der Tatsache, dass Johannes der Täufer auch der Schutzpatron der Templer war.

Zwei Kapitelle sind aus der romanischen Epoche übrig geblieben. Die Fassade wird bekrönt von einem Glockengiebel mit drei Arkaden, die die Glocken bergen. Im Kircheninneren verschönern ein Weihwasserbecken und eine Marienstatue aus vergoldetem Holz das Kirchenschiff.[5]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landwirtschaft ist einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Gemeinde.

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[6]
Gesamt = 26

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Grundschule mit 29 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2018/2019.[7]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Puysserampion ist erreichbar über die Routes départementales 132 und 933, der ehemaligen Route nationale 133.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Puysserampion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Puysserampion (fr) Conseil régional d’Aquitaine. Archiviert vom Original am 9. September 2016. Abgerufen am 11. April 2019.
  2. Ma commune : Puysserampion (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 11. April 2019.
  3. Notice Communale Puysserampion (fr) EHESS. Abgerufen am 11. April 2019.
  4. Populations légales 2016 Commune de Puysserampion (47218) (fr) INSEE. Abgerufen am 11. April 2019.
  5. Église Saint-Jean-Baptiste (fr) Conseil régional d’Aquitaine. Archiviert vom Original am 3. März 2016. Abgerufen am 11. April 2019.
  6. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Puysserampion (47218) (fr) INSEE. Abgerufen am 11. April 2019.
  7. École élémentaire (fr) Nationales Bildungsministerium. Abgerufen am 11. April 2019.