Sainte-Bazeille

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Sainte-Bazeille
Senta Vaselha
Wappen von Sainte-Bazeille
Sainte-Bazeille (Frankreich)
Sainte-Bazeille
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Lot-et-Garonne
Arrondissement Marmande (Unterpräfektur)
Kanton Marmande-1
Gemeindeverband Val de Garonne Agglomération
Koordinaten 44° 32′ N, 0° 6′ OKoordinaten: 44° 32′ N, 0° 6′ O
Höhe 12–87 m
Fläche 20,67 km2
Einwohner 3.138 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 152 Einw./km2
Postleitzahl 47180
INSEE-Code
Website Sainte-Bazeille

Sainte-Bazeille – Kirche

Sainte-Bazeille (okzitanisch Senta Vaselha) ist eine Kleinstadt und der Hauptort einer aus mehreren Weilern und Einzelgehöften bestehenden südfranzösischen Gemeinde mit 3.138 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2016) im Département Lot-et-Garonne in der Region Nouvelle-Aquitaine.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sainte-Bazeille liegt in der historischen Provinz des Agenais in einer Höhe von knapp 30 m ü. d. M. am Fluss Garonne, in welchen circa einen Kilometer entfernt die Gupie mündet.[1] Das Weinbaugebiet der Côtes du Marmandais reicht in die Gemeinde hinein, die ca. 75 km nordwestlich der Stadt Agen liegt. Das Klima ist mild und in hohem Maße vom Atlantik geprägt.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1800 1851 1901 1954 1999 2014
Einwohner 2.340 2.790 1.998 1.789 2.656 3.143

Die Reblauskrise im Weinbau und der Verlust von Arbeitsplätzen durch die Mechanisierung der Landwirtschaft haben seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem kontinuierlichen Bevölkerungsrückgang geführt, der sich jedoch seit den 1950er Jahren wieder umgekehrt hat.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bewohner der Gemeinde lebten jahrhundertelang als Selbstversorger von den Erträgen ihrer Felder und Gärten; daneben wurden auch Viehzucht und Weinbau betrieben. Im Ort selbst siedelten Handwerker, Kleinhändler und Dienstleister. Seit den 1960er Jahren werden einige der leerstehenden Häuser, aber auch Neubauten, als Ferienwohnungen (gîtes) genutzt. Die Gemeinde gehört seit 1990 zum Weinbaugebiet Côtes du Marmandais.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der wahrscheinlich in römischer bzw. gallorömischer Zeit gegründete Ort trägt den Namen von Bazilla, einer frühchristlichen Märtyrerin. Im frühen Mittelalter gab es Übergriffe der Westgoten, der Sarazenen und der Wikinger. Wahrscheinlich schon in dieser Zeit war der Ort von Wällen und hölzernen Palisaden umgeben. Während des Hundertjährigen Krieges (1337–1453) zwischen Frankreich und England wechselte der Ort mehrmals den Grundherren. Im 15. und 16. Jahrhundert gehörte er zur Grundherrschaft der Familie Albret, deren Besitz mit dem Machtantritt als König von Frankreich Heinrichs IV. (reg. 1589–1610) an die französische Krone fiel.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die einschiffige Kirche Sainte-Bazeille existierte wahrscheinlich schon im 6. oder 7. Jahrhundert und ist von einem alten, bereits in merowingischer Zeit genutzten, Friedhof umgeben; ihre im 11. oder 12. Jahrhundert erweiterten Mauern bestehen aus Bruchsteinen und Ziegelsteinen (brique et pierre) in antik-römischer Manier. Die ansonsten schmucklose Fassade wird von einem zweigeteilten Glockengiebel überhöht. Der schlichte aber durchaus eindrucksvolle Bau ist seit dem Jahr 1983 als Monument historique anerkannt.[3]
  • Die im Ortszentrum gelegene romanische Kirche Sainte-Madeleine erhielt im 15. Jahrhundert einen Glockenturm mit steinernem Spitzhelm und ein Seitenschiff auf der Nordseite. Mit Ausnahme des Glockenturms wurde die alte Kirche Ende des 19. Jahrhunderts größtenteils niedergerissen und in den Folgejahren grundlegend umgestaltet; sie ist nunmehr der Gottesmutter Maria (Notre-Dame) geweiht. An beiden Portalen befindet sich die Parole der Revolutionszeit Liberté, Égalité, Fraternité. Der Bau wurde im Jahr 1983 in die Inventarliste der Monuments historiques aufgenommen.[4]
  • Die Veranstaltungshalle (Salle des fêtes) wurde im Jahr 1930 erbaut; ihre Fassade zeigt Ornamente und Malereien im Art-déco-Stil.
  • Ein im Privatbesitz befindliches Haus stammt wohl noch aus dem 16. Jahrhundert und wurde ebenfalls in die Inventarliste der Monuments historiques aufgenommen.[5]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sainte-Bazeille – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sainte-Bazeille – Karte mit Höhenangaben
  2. Sainte-Bazeille – Klimadiagramme
  3. Église Sainte-Bazeille, Sainte-Bazeille in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  4. Maison, Sainte-Bazeille in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  5. Maison, Sainte-Bazeille in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)