Philippa York

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Dieser Artikel behandelt den schottischen Radrennfahrer; für den US-amerikanischen Fußballspieler und -trainer siehe Robert Millar (Fußballspieler).
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Robert Millar Straßenradsport
Robert Millar (1993)
Robert Millar (1993)
Zur Person
Geburtsdatum 13. September 1958
Nation Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Disziplin Straße
Funktion Fahrer
Karriereende 1995
Infobox zuletzt aktualisiert: 12. Juli 2017

Philippa York (* 13. September 1958 in Glasgow) ist eine schottische Radsportkommentatorin, die vor der Durchführung geschlechtsangleichender Maßnahmen als Robert Millar ihre sportlichen Erfolge im Männerradsport errang.

Radsportlaufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Robert Millar war in den 1980er Jahren einer der weltbesten Radprofis und ist bis heute neben Tom Simpson, Bradley Wiggins, Chris Froome und Mark Cavendish der erfolgreichste Brite in der Geschichte des Straßenradsports. Der Bergspezialist Millar gewann 1984 als bisher einziger Brite in der Geschichte der Tour de France das Gepunktete Trikot des Siegers der Bergwertung (Stand 2017).

Seine Profilaufbahn begann er nach erfolgreichen Jahren als Amateur 1980 im französischen Peugeot-Team. Bei dieser Mannschaft blieb er bis 1985. Nach zwei Jahren in den Niederlanden kehrte er 1988 wieder nach Frankreich zurück und fuhr bis 1995 als Profi für mehrere Teams.

Seinen größten Karriereerfolg verpasste Millar bei der Vuelta a España 1985. Am Start der vorletzten Etappe hatte er auf den späteren Sieger Pedro Delgado noch sechs Minuten Vorsprung. Delgado attackierte zusammen mit dem starken Rouleur José Recio. Millars Peugeot-Team zögerte mit der Verfolgung und der captain de la route Gilbert Duclos-Lassalle lehnte das Hilfsangebot italienischer Mannschaften ab. Recio gewann die Etappe und Delgado eroberte die Gesamtführung. Millar wurde mit 36 Sekunden Rückstand Gesamtzweiter.[1]

1992 wurde Millar bei der Vuelta a España positiv auf Testosteron getestet und anschließend deklassiert.[2]

Nach dem Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1995 beendet Millar seine Radsport-Karriere, war anfangs als Kommentator für Eurosport tätig und schrieb bis 2002 Kolumnen für Radsportzeitschriften. Außerdem betreute er das britische Straßen-Nationalteam bei der Straßen-Weltmeisterschaften 1997 in San Sebastian, hatte allerdings Probleme im Umgang mit den Rennfahrern und wurde kurz danach entlassen, was er niemals verschmerzte. Im Jahr darauf betreute er das schottische Straßen-Team während der Tour of Britain.

Im Jahr 2000 kamen Gerüchte über Millars verändertes Aussehen (lange Haare, vermeintliche Brüste) auf. So gab es in der schottischen Sonntagszeitung Sunday Mail einen Bericht am 27. August 2000, in dem die Frage aufgeworfen wurde, ob Millar geschlechtsangleichende Maßnahmen anstrebe. 2003 gab es einen Bericht der Daily Mail, laut dem Millar nun als Frau in Südengland lebe.[3][4]

Millar, der als schwieriger Einzelgänger gilt, äußerte sich niemals öffentlich zu diesen immer wiederkehrenden Spekulationen, zog sich aber komplett aus der Öffentlichkeit zurück und stellte auch seine Tätigkeit als Kolumnist ein. Er verließ das Haus in Südengland, das er gemeinsam mit seiner Freundin bewohnte. Sein anschließender Aufenthaltsort blieb unbekannt.

2006 gelang Richard Moore, dem Autor des Buches über Robert Millar, eine längere Korrespondenz per E-Mail mit Millar. Dieser gab jedoch nie an, wo er nun lebe, noch äußerte er sich zu den Gerüchten, dass er geschlechtsangleichende Maßnahmen habe machen lassen. Er räumte lediglich ein, seit 1998 nicht mehr in Schottland gewesen zu sein und jetzt in wärmeren Gefilden zu leben, obwohl er sich weiterhin als Schotte und „Glaswegian“ fühle. Schließlich brach Millar den Kontakt ab: „No more questions.“[5]

Seit 2011 verfasst Millar Analysen der „Tour de France“ für cyclingnews.com.[6]

Am 6. Juli 2017 veröffentlichte Cyclingnews.com ein Statement der Mitarbeiterin Philippa York, in dem diese bekanntgab, früher Robert Millar gewesen zu sein, aber nach einer Geschlechtsumwandlung „schon seit einiger Zeit als Philippa lebe“.[7] Zugleich gab York bekannt, während der Tour de France 2017 im Kommentatorenteam des Senders ITV mitzuarbeiten.[8]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1984 wurde Robert Millar von der BBC zu Scotland's Sports Personality of the Year gewählt. 2009 wurde er in die „British Cycling Hall of Fame“ aufgenommen, erschien aber nicht zur Zeremonie.

Im Mai 2012 wird zum ersten Mal in Schottland das Eintagesrennen Robert Millar Sportive in Kirkintilloch bei Glasgow ausgetragen. Gemeinsam mit dem Whisky Trail Sportive und dem Graeme Obree Ayrshire Sportive bildet das Rennen die Serie Scottish Sportive Series.[9]

Diverses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Robert Millar ist nicht verwandt mit seinem Namensvetter im schottischen Radrennsport, David Millar.

Erfolge (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1984
1987
1988
1989
1990
1995
  • Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Britischer Meister - Straßenrennen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Richard Moore: In Search of Robert Millar. Unravelling the Mystery Surrounding Britain's Most Successful Tour De France Cyclist, HarperCollins 2007

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Herbie Sykes: Geschacher auf Rädern. In: Procycling, Deutsche Ausgabe. Februar, 2017, S. 80 ff. (82).
  2. Ralf Meutgens: Doping im Radsport, Bielefeld 2007, S. 265. ISBN 978-3-7688-5245-6
  3. Robert Millar is no langer a man auf cyclinglogue.com (englisch)
  4. Robert Millar Might Still Be a Man After All auf cyclinglogue.com (englisch)
  5. Moore: In Search of Robert Millar, S. 303ff.
  6. A week is a long time at the Tour de France auf cyclingnews.com
  7. A statement from Cyclingnews contributor Philippa York auf cyclingnews.com
  8. British cycling legend Philippa York, formerly known as Robert Millar, joins ITV's coverage of the Tour de France following gender transition auf dailymail.co.uk
  9. Robert Millar Sportive this May to tackle roads where Scottish great honed his climbing skills auf road.cc v. 21. März 2012 (englisch)