Giovanni Visconti (Radsportler)

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Giovanni Visconti

Giovanni Visconti (* 13. Januar 1983 in Turin) ist ein italienischer Radrennfahrer, der je dreimal italienischer Straßenmeister der Elite wurde und die Gesamtwertung der UCI Europe Tour gewann, zweifacher Etappensieger und einmal Sieger der Bergwertung des Giro d’Italia wurde.

Karriere[Bearbeiten]

In der U23-Kategorie wurde Visconti 2003 Europameister und italienischer Meister auf der Straße. Er gewann außerdem u.a. den GP Kranj, die U23-Ausgabe der Flandern-Rundfahrt und Etappen beim Giro della Toscana (U23) und dem Giro delle Regioni. Bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2007 wurde er Siebter im U23-Straßenrennen.

2005 erhielt er seinen ersten regulären Vertrag bei einem internationalen Radsportteam, dem italienischen UCI ProTeam Domina Vacanze. Er gewann 2006 für die deutsche Nachfolgemannschaft Milram den Halbklassiker Coppa Sabatini.

In den Jahren 2007 und 2008 fuhr Visconti für das belgische ProTeam Quick Step. Er gewann 2007 seinen ersten italienischen Meistertitel und wiederholte seinen Sieg bei der Coppa Sabatini. Beim Giro d’Italia 2008 trug er auf acht Etappen das Rosa Trikot des Gesamtführenden, musste die Führung aber auf der 15. Etappe an Gabriele Bosisio abgeben und wurde schließlich 42. Im Herbst 2008 gewann er einen weiteren Halbklassiker, den französischen Grand Prix de Fourmies.

2009 schloss sich Visconti dem Professional Continental Team ISD (später: Farnese Vini) an, bei dem er drei Jahre blieb. In dieser Zeit gewann er viele Eintagesrennen, darunter 2010 und 2011 die italienische Straßenmeisterschaft und den Halbklassiker Coppa Agostoni, Abschnitte von Etappenrennen und die Gesamtwertung der Presidential Cycling Tour of Turkey. Durch diese Ergebnisse gewann der die Einzelwertung der Rennserie UCI Europe Tour 2009, 2010 und 2011. Ein Etappensieg beim Giro d’Italia 2011 wurde ihm allerdings aufgrund einer Rempelei im Sprint mit dem später zum Sieger erklärten Diego Ulissi aberkannt.[1]

Ende 2012 wurde Visconti durch das Italienische Olympische Komitee CONI für drei Monate bis zum 7. Januar 2013 gesperrt. Er hatte zugegeben, dass er sich durch den im italienischen Sport lebenslang als Trainer und Teamarzt gesperrten Doktor Michele Ferrari in Trainingsfragen beraten ließ.[2]

Bei seiner sechsten Teilnahme gelang Visconti beim Giro d’Italia 2013 als Mitglied des Movistar Teams sein erster Etappensieg. Nach langer Flucht bei schlechten Wetterbedingungen, konnte er sich aus einer Ausreißergruppe auf der einer bergigen 15. Etappe auf französischem Terrain am Col du Télégraphe absetzen und am Col du Galibier auf Höhe des Denkmals für den verstorbenen italienischen Radprofi Marco Pantani die Etappe als Solist gewinnen.[3] Drei Tage später konnte er auch die flachere 17. Etappe von Caravaggio nach Vicenza als Solist für sich entscheiden.[4] Auch während des Giro d’Italia 2015 fuhr Visconti auf den Bergetappen offensiv und gewann am Ende die Bergwertung.[5]

Erfolge[Bearbeiten]

2003

  • EuropaEuropa Europameister - Straßenrennen (U23)
  • ItalienItalien Italienischer Meister - Straßenrennen (U23)
  • eine Etappe Giro della Toscana (U23)

2004

2006

2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2015

Grand-Tour-Platzierungen[Bearbeiten]

Grand Tour 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
Pink jersey Giro d’Italia 77 42 76 - 49 DNF 35 - 18
Yellow jersey Tour de France - - - - - - - 37 -
red jersey Vuelta a España - - - - - - - - 19

Legende: DNF: did not finish, Fahrer hat eine Etappe nicht beendet

Teams[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Visconti schubst Ulissi zum Sieg. radsport-news.com, 25. Mai 2011, abgerufen am 5. September 2015.
  2. cyclingnews.com vom 14. Dezember 2012: Visconti banned for three months for Dr. Ferrari links
  3. Visconti: „Vielleicht reichte mir Pantani die Hand?" radsport-news.com, 20. Mai 2013, abgerufen am 5. September 2015.
  4. Visconti gelingt noch ein Solo-Coup. radsport-news.com, 22. Mai 2013, abgerufen am 5. September 2015.
  5. Das Bergtrikot ist für Visconti so wichtig wie ein Etappensieg. radsport-news.com, 31. Mai 2015, abgerufen am 5. September 2015.

Weblinks[Bearbeiten]