Wiesentheid

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Wiesentheid
Wiesentheid
Deutschlandkarte, Position des Marktes Wiesentheid hervorgehoben
Koordinaten: 49° 48′ N, 10° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Kitzingen
Verwaltungs­gemeinschaft: Wiesentheid
Höhe: 249 m ü. NHN
Fläche: 33,37 km2
Einwohner: 4840 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 145 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97353
Vorwahl: 09383
Kfz-Kennzeichen: KT
Gemeindeschlüssel: 09 6 75 178
Marktgliederung: 10 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Balthasar-Neumann-Str. 14
97353 Wiesentheid
Webpräsenz: www.wiesentheid.de
Bürgermeister: Werner Knaier (CSU)
Lage des Marktes Wiesentheid im Landkreis Kitzingen
Landkreis BambergLandkreis SchweinfurtLandkreis WürzburgLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimWiesenbronnSegnitzRüdenhausenRödelseeObernbreitMartinsheimMarktsteftMarkt EinersheimMarktbreitMainstockheimMainbernheimKleinlangheimKitzingenGeiselwindCastell (Unterfranken)BuchbrunnAlbertshofenAbtswindWillanzheimWiesentheidVolkachSulzfeld am MainSommerachSeinsheimSchwarzach am MainPrichsenstadtNordheim am MainIphofenGroßlangheimDettelbachBiebelriedLandkreis HaßbergeKarte
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Wiesentheid ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Kitzingen und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Wiesentheid.

Schloss Wiesentheid, seit 1701 im Besitz der Grafen Schönborn, zur Residenz ausgebaut durch Rudolf Franz Erwein von Schönborn

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiesentheid liegt in der Region Würzburg (Bayerische Planungsregion 2). Durch den Ort fließen der Sambach und der Fasanenbach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt zehn Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Feuerbach, Geesdorf, Reupelsdorf, Untersambach und Wiesentheid.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Volkach, Prichsenstadt, Geiselwind, Abtswind, Rüdenhausen, Kleinlangheim und Schwarzach am Main.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 918 wurde der Ort als „wiesenheida“ erstmals urkundlich erwähnt. Wiesentheid war ehemals Sitz der reichsunmittelbaren Herrschaft Wiesentheid. Sie wurde 1681 von Fürstbischof Peter Philipp von Dernbach zu Bamberg und Würzburg mit Unterstützung des Kaisers Leopold gegründet. Erster Inhaber der Herrschaft war der Neffe des Fürstbischofs, Johann Otto von Dernbach zu Wiesentheid, Herr zu Arnfels in Steiermark und Wallenfels in Kärnten, Kaiserlich wirklich Geheimer Rat und Kammerherr, Erbmarschall des Herzogtums Franken († 1697). Seine beiden ersten Ehefrauen starben und auch die gemeinsamen Kinder. Seinen Tod ahnend, setzte er seine erst 17-jährige dritte Ehefrau, Eleonore Charlotte geb. Gräfin von Hatzfeld-Gleichen, als Alleinerbin ein. Über sie kam die Herrschaft Wiesentheid an den Grafen Rudolf Franz Erwein von Schönborn, den sie 1701 heiratete. Die Herrschaft lag im Fränkischen Reichskreis und wurde 1806 durch Bayern mediatisiert, von diesem im Zuge von Grenzbereinigungen an das Großherzogtum Würzburg abgetreten, mit dem es 1814 endgültig an das Königreich Bayern zurückfiel.

Hexenprozesse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren von 1614 bis 1617 war Wiesentheid Schauplatz von 91 Hexenprozessen, wobei 1617 vier Frauen und ein Mann auf dem dortigen Trudenplätzlein hingerichtet wurden. Einer der größten Hexenbrenner von Franken, Johann Georg II. Fuchs von Dornheim, wurde im Schloss Wiesentheid geboren.

Wüstungen und Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wüstung Hertrichshausen wird in der Literatur im Siedlungsdreieck Wiesentheid, Obersambach und Gräfenneuses lokalisiert. Die Siedlung wurde wohl im 14. Jahrhundert verlassen. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Bis zum 30. Juni 1972 gehörte Wiesentheid zum Landkreis Gerolzhofen, den man bei der Kreisreform auflöste. Am 1. Juli 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Reupelsdorf eingegliedert.[3] Am 1. Januar 1977 kam Geesdorf hinzu. Feuerbach folgte am 1. Januar 1978 und Untersambach am 1. Mai 1978.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung von 1961 bis 2015
  • 1961: 3153 Einwohner[4]
  • 1970: 3476 Einwohner[4]
  • 1987: 3806 Einwohner
  • 1991: 4032 Einwohner
  • 1995: 4338 Einwohner
  • 2000: 4696 Einwohner
  • 2005: 4815 Einwohner
  • 2007: 4844 Einwohner
  • 2008: 4810 Einwohner
  • 2009: 4733 Einwohner
  • 2010: 4764 Einwohner
  • 2011: 4690 Einwohner
  • 2012: 4687 Einwohner
  • 2013: 4719 Einwohner
  • 2014: 4777 Einwohner
  • 2015: 4775 Einwohner
  • 2016: 4797 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historisches Pfarrhaus Wiesentheid
Neues Schloss

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit Mai 2008 Werner Knaier (CSU), er wurde im März 2014 wiedergewählt.[5]

Parteien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 16 Sitze im Marktgemeinderat (ohne Bürgermeister) sind nach der Gemeinderatswahl vom 16. März 2014 wie folgt verteilt:

  • CSU: 5
  • SPD: 1
  • Bündnis 90 die Grünen: 1
  • Bürgerblock (Freie Wähler): 4
  • Bürgervereinigung Geesdorf: 1
  • Christliche Wählergemeinschaft: 1
  • Wählergemeinschaft Feuerbach: 1
  • Wählergemeinschaft Reupelsdorf: 1
  • WOW – Junge Liste: 1

Haushalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2014 6.322.639,07 €, davon waren 3.040.199,87 € Gewerbesteuereinnahmen.

Für das Jahr 2014 beträgt der Gesamthaushalt 14.144.904,74 €, mit enthaltenem Investitionsvolumen von rund 5.406.527,23 Euro.[6]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • {Wiesentheid pflegt seit 1972 eine lebendige Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Rouillac im Département Charente. Bis 2008 fanden unter der Regie des Partnerschaftskomitees und der örtlichen Schulen und Vereine über 50 offizielle und unzählige private Begegnungen statt.
  • Am 29. April 2008 unterschrieb Altbürgermeister Walter Hahn als letzte Amtshandlung eine Freundschaftsbekundung mit der Stadt Hagenbach in der Pfalz. Viele Einwohner Hagenbachs waren während des Zweiten Weltkrieges bei Familien in Wiesentheid untergebracht.[7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nächtliches Wiesentheid mit Rathaus und Historischem Pfarrhaus

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Heimbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele Sagen in Wiesentheid drehen sich um den sogenannten Heim- oder Hainbach, der zwischen dem Markt und Rüdenhausen verläuft und dabei auch den sogenannten Heimbachtannig durchquert.

Im nahen Dettelbach lebten vor langer Zeit die edelfreien Mattonen, die viele Klöster in der Umgebung stifteten und so die Christianisierung vorantrieben. So hatten sie auch Mönche im Ort „Wisenhaida“ angesiedelt. Nichtsdestotrotz war der alte Glauben in der einfachen Bevölkerung noch tief verwurzelt, die zauberkundigen Waldfrauen mussten sich allerdings immer tiefer in die Wälder und so auch in den Heimbachtannig zurückziehen.

Der Mattone aus Dettelbach hatte nur einen einzigen Sohn, der plötzlich erkrankte und in kurzer Zeit sein Augenlicht verlor. Der Vater versuchte alles, um dem Sohn zu helfen. Nachdem nichts geholfen hatte, erinnerte sich ein Knecht an die weise Frau im Heimbachtannig, die das Augenwasser des Baches anzuwenden wisse. Also brachte der Christ sein Kind vor die Heidin, die ihm einen Trank aus Krötenhaut und Kräutern mit dem Wasser des Heimbachs zubereitete.

Das Kind gesundete durch die Behandlung mit dem Gebräu zusehends und konnte nach wenigen Wochen gesund in die Burg in Dettelbach zurückkehren. Der Mattone zog daraufhin eine Bannmeile um den Wald. Obwohl er nun überall in der Umgebung gegen die letzten Vertreter des Heidentums kämpfte und das Christentum sich schnell verbreitete, blieb die alte Frau im Wald unbehelligt und durfte den Glauben an die alten Götter behalten.[8]

Ein Schatzfund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Gärten in der Nähe der Feuerbacher Straße soll den Gärtnern immer wieder ein großes Feuer erschienen sein. Daneben sollen mehrere mysteriöse Männer mit Büchern gestanden haben. In einem der Gärten sollte ein Brunnen gegraben werden. Als man bereits sehr tief vorgestoßen war, entdeckte man wunderschöne Asche. Als man sie aber auffangen wollte, um mit ihr zu düngen, verwandelte sie sich in Geld.

Die Lag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Flurstück Lag im Westen der Abtswinder Straße besteht aus einem kleinen Wald und mehreren Feldern an der Straße. Hier sollen sich viele Sagen zugetragen haben. So erzählte man sich, dass dort der sogenannte Lagfuchs umging. Die Jäger schossen nicht auf ihn, weil sie Angst vor den Flüchen des Fuchses hatten. Der Lagfuchs fraß auch den Mädchen, die hier die Tiere weideten, die Brotzeit aus den Körben.

Als ein Mädchen einmal sein Vieh in der Lag grasen ließ, kam plötzlich ein Reiter ohne Kopf aus dem Wald geritten. Er umkreiste die Viehherde und war bald darauf wieder verschwunden. Ein Bauer verlor seine Kuhherde in der Lag. Als er aus Wiesentheid Leute geholt hatte, die Kühe zu suchen, waren die Tiere wieder zurückgekehrt. Manchmal erschien in der Lag auch ein verwunschener Siebener, der ohne Kopf die Schäfer heimsuchte.[9]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche St. Mauritius von Balthasar Neumann
Evangelische Kirche in Feuerbach, ehemaliges Rathaus (1751)

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1998 gab es nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 83, im produzierenden Gewerbe 598 und im Bereich Handel und Verkehr 360 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 444 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 1554. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 80 Betriebe, im Bauhauptgewerbe fünf Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 58 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2016 Hektar, davon waren 1720 Hektar Ackerfläche und 246 Hektar Dauergrünfläche. In Wiesentheid besteht des Weiteren eine der Hauptstellen der Raiffeisenbank Volkacher Mainschleife - Wiesentheid.

Die Kräuter Mix GmbH hat ihren Zweitsitz in Wiesentheid. Dort werden die Kräuter gereinigt, geschnitten, gemahlen und dann gemischt. Durch eine umfassende Lagerhaltung wird eine hohe Produktverfügbarkeit für alle saisonalen Kräuter erreicht. Die Göpfert Maschinen GmbH ist ein weltweit führender und global agierender Hersteller von Maschinen für die Verarbeitung von Wellpappe.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiesentheid liegt an der Autobahnausfahrt Wiesentheid-Rüdenhausen (A 3). Außerdem wird der Markt östlich von der Bundesstraße 286 tangiert. Die Bahnstrecke Kitzingen–Schweinfurt, die Wiesentheid durchquert, ist stillgelegt. Busverbindungen im ÖPNV stellt die Omnibusverkehr Franken GmbH im Verkehrsunternehmens-Verbund Mainfranken her: Ab Kitzingen mit den beiden werkstags regelmäßig verkehrenden Linien 8111 (über Rödelsee) und 8150 (über Gerolzhofen), teilweise einbezogen in den DB-Tarif, sowie ab Bimbach (8217), Ebrach (8163), Münsterschwarzach (8115) und Volkach (8287) mit einer Handvoll weiterer, selten verkehrender Linien.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2015 gab es folgende Einrichtungen:

Kirchengemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Ludwig Klarmann: Der Steigerwald in der Vergangenheit. Ein Beitrag zur fränkischen Landeskunde. Gerolzhofen2 1909
  • Johann Ludwig Klarmann, Karl Spiegel: Sagen und Skizzen aus dem Steigerwald. Nachdruck der Ausgabe 1912. Neustadt an der Aisch 1982
  • Theophil Steinbrenner, Gerhard Wahler, Auguste Steinberger, Felix von Fokczynski (Hg.): Zwischerlichten. Überlieferte Erzählungen aus der alten Grafschaft Castell. Albertshofen² 1979

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wiesentheid – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111114/183628&attr=OBJ&val=1677
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 472.
  4. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 747 und 748.
  5. http://www.wahlen.bayern.de/kommunalwahlen/
  6. MainPost zum Haushalt 2014
  7. Freundschaftsbekundung zur Marktgemeinde Wiesentheid, Stadt Hagenbach, abgerufen am 23. Oktober 2013
  8. Steinbrenner, Theophil: Zwischerlichten. S. 19 f.
  9. Klarmann, Johann Ludwig (u. a.): Sagen und Skizzen aus dem Steigerwald. S. 203.
  10. Schulverzeichnis
  11. Klarmann, Johann Ludwig: Der Steigerwald in der Vergangenheit. S. 215.