Birgit Minichmayr
Birgit Minichmayr (* 3. April 1977 in Linz, Oberösterreich) ist eine österreichische Schauspielerin. Neben diversen Filmengagements ist sie derzeit Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters sowie des Münchner Residenztheaters. Von 2010 bis 2012 stellte sie im Jedermann der Salzburger Festspiele die Buhlschaft dar.
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Leben [Bearbeiten]
Die in Pasching aufgewachsene Schauspielerin wurde nach ihrer Matura am Max-Reinhardt-Seminar in Wien ausgebildet, unter anderem von Klaus Maria Brandauer, mit dem sie immer wieder zusammenarbeitet. Schon während ihrer Ausbildung wurde sie am Burgtheater in Wien engagiert. Dort debütierte sie 1999 als Dirne in Schnitzlers Drama Der Reigen.
Bei der Berlinale 2001 wurde sie als einer der „Shooting Stars“ des europäischen Films präsentiert.
2004 spielte Minichmayr als Gast bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen die Hauptrolle in Frank Castorfs Inszenierung Gier nach Gold, die in einer Koproduktion mit der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin entstand. Nach dieser Zusammenarbeit mit Castorf entschloss sie sich, nach Berlin an die Volksbühne zu gehen. Ab 2004 war sie dort Ensemblemitglied, bis sie 2007 ans Burgtheater zurückkehrte.
2005 spielte sie in Tom Tykwers Film Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders, der Verfilmung des gleichnamigen Romans von Patrick Süskind, die Mutter der Hauptfigur.
Seit 2007 spielt sie wieder regelmäßig am Burgtheater, ihre erste Rolle war der Narr in König Lear[1]. 2008 verkörperte sie an der Burg u. a. den Weibsteufel und Lady Macbeth.
2009 war sie in Maren Ades Film Alle Anderen mit Lars Eidinger als ungleiches Liebespaar zu sehen und erhielt dafür den Darstellerpreis der 59. Berlinale.
Auf dem Album In aller Stille der Toten Hosen ist sie in dem Lied Auflösen im Duett mit Campino zu hören. Außerdem beteiligte sie sich am Text des Liedes Tage wie diese vom Album Ballast der Republik.
Von 2010 bis 2012 spielte sie bei den Salzburger Festspielen die Rolle der Buhlschaft an der Seite von Nicholas Ofczarek als Jedermann (Regie: Christian Stückl).
Seit Oktober 2011 spielt sie hauptsächlich am Residenztheater in München, das Martin Kusej als Intendant leitet. In der Saison 2012/13 ist sie dort in den Stücken Der Weibsteufel, Das Interview und Hedda Gabler (jeweils in der Regie von Martin Kušej) sowie Kasimir und Karoline (Regie: Frank Castorf) zu sehen.
Bei der Berlinale 2012 war sie Präsidentin der Jury, die mit der Vergabe des Amnesty International Filmpreises betraut war.[2] Außerdem spielte sie neben Jürgen Vogel die Hauptrolle in dem Wettbewerbsfilm Gnade von Matthias Glasner.
Birgit Minichmayr lebt in München und Wien.
Filmografie [Bearbeiten]
- 2000: Abschied. Brechts letzter Sommer (Regie: Jan Schütte)
- 2001: Spiel im Morgengrauen (Regie: Götz Spielmann)
- 2001: Taking Sides – Der Fall Furtwängler (Regie: István Szabó)
- 2001: Der Zerrissene
- 2001: Tatort – Böses Blut
- 2003: Liegen lernen (Regie: Hendrik Handloegten)
- 2003: Polterabend (Regie: Julian Pölsler)
- 2004: Der Untergang (Regie: Oliver Hirschbiegel)
- 2004: Hotel (Regie: Jessica Hausner)
- 2004: Das Wiener Burgtheater (Regie: Erna Cuesta)
- 2005: Spiele Leben (Regie: Antonin Svoboda)
- 2005: Daniel Käfer – Die Villen der Frau Hürsch (Regie: Julian Pölsler)
- 2006: Fallen (Regie: Barbara Albert)
- 2006: Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders (Regie: Tom Tykwer)
- 2006: Kronprinz Rudolf (Regie: Robert Dornhelm)
- 2007: Midsummer Madness (Regie: Alexander Hahn)
- 2007: Krankheit der Jugend
- 2008: Polizeiruf 110 – Kellers Kind
- 2008: Kirschblüten – Hanami (Regie: Doris Dörrie)
- 2008: Der Tod und ich auf Reisen (Regie: Erich-Peter Steiner)
- 2009: Alle anderen (Regie: Maren Ade)
- 2009: Der Knochenmann (Regie: Wolfgang Murnberger)
- 2009: Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte (Regie: Michael Haneke)
- 2011: Die Verführerin Adele Spitzeder (Regie: Xaver Schwarzenberger)
- 2012: Gnade (Regie: Matthias Glasner)
- 2012: The Strange Case of Wilhelm Reich (Regie: Antonin Svoboda)
- 2013: Die Auslöschung (Regie: Nikolaus Leytner)
- 2013: Bloch – Das Labyrinth; (Regie: Dror Zahavi)
Theater [Bearbeiten]
Salzburger Festspiele
- Jedermann von Hugo von Hofmannsthal, 2010, Regie: Christian Stückl, mit Nicholas Ofczarek
Theater Neumarkt Zürich:
- Das Interview von Theo van Gogh und Theodor Holman, 2009, Regie: Martin Kusej, mit Sebastian Blomberg
Deutsches Theater Berlin:
- Das Pulverfass von Dejan Dukowski, 2008, Regie: Dimiter Gotscheff, Koproduktion mit der spielzeit europa
Berliner Admiralspalast:
- Polly in Dreigroschenoper von Bertolt Brecht, 2006, Regie: Klaus Maria Brandauer
Volksbühne Berlin:
- Strepitolino – I Giovanotti Disgraziati von René Pollesch, 2006, Regie: René Pollesch, mit Anne Ratte-Polle und Martin Wuttke
- Schuld und Sühne von Fjodor Dostojewskij, 2005, Regie: Frank Castorf, Koproduktion mit den Wiener Festwochen und dem Théâtre national de Chaillot
- Iwanow von Anton Tschechow, 2005, Regie: Dimiter Gotscheff
- Meine Schneekönigin von Hans Christian Andersen, Regie: Frank Castorf, Koproduktion mit dem Theatre MC93 Bobigny
- Gier nach Gold von Frank Norris, Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen 2004, Regie: Frank Castorf, mit Bernhard Schütz
Burgtheater Wien:
- Helena von Euripides, Peter Handke, 2010, Helena, Regie: Luc Bondy
- Geschichten aus dem Wienerwald von Ödön von Horvath, 2010, Marianne, Regie: Stefan Bachmann
- Struwwelpeter von Julian Crouch, Martyn Jacques, Phelim Mc Dermott nach Heinrich Hoffmann, 2009, Sängerin / Schauspielerin, Regie: Stefan Pucher
- Macbeth von William Shakespeare, 2008, Lady Macbeth, Regie: Stephan Kimmig
- Der Weibsteufel von Karl Schönherr, 2008, Die Frau, Regie: Martin Kušej
- König Lear von William Shakespeare, 2007, Narr, Regie Luc Bondy[3]
- Das goldene Vlies von Franz Grillparzer, 2004, Medea, Regie Stephan Kimmig, mit Michael Maertens, Sabine Haupt
- Ödipus in Kolonos von Sophokles, in einer Textübertragung von Peter Handke, Regie: Klaus Michael Grüber 2003, Antigone, mit Bruno Ganz, Otto Sander
- Hamlet 2002, Ophelia, Regie: Klaus Maria Brandauer, mit Michael Maertens, Robert Meyer, Walter Schmidinger, Maria Happel
- Anatol, 2002, Regie: Luc Bondy, mit Michael Maertens, Angela Winkler
- Das weite Land, Koproduktion mit den Salzburger Festspielen 2002, Regie: Andrea Breth
- Frühlings Erwachen, 2001, Wendla, Regie: Christina Paulhofer, mit David Rott, Daniel Jesch, Elisabeth Augustin
- Der Zerrissene, 2001, Regie: Georg Schmiedleitner
- Der Leutnant von Inishmore von Martin McDonough, 2001, Regie: Dimiter Gotscheff
- Troilus und Cressida, 2000, Cressida, Regie: Declan Donellan
- Der Färber und sein Zwillingsbruder von Johann Nestroy, 2000, Rosa Blau , Regie: Karlheinz Hackl
- Pompes Funèbres, Liederabend, 2000, Regie: Franz Wittenbrink
- Das Spiel ums Baby von Edward Albee, 1999, Regie: Holger Berg
- Der Reigen von Arthur Schnitzler, 1999, Dirne, Regie: Sven-Eric Bechtolf
Residenztheater München:
- Hedda Gabler von Henrik Ibsen, 2012, Hedda, Regie: Martin Kušej
- Kasimir und Karoline von Ödön von Horvath, 2011, Karoline, Regie: Frank Castorf
Sonstiges [Bearbeiten]
- 2006: Gretchen, mein Mädchen. Von Christine Nöstlinger. (Hörbuch)
- 2007: Kabale und Liebe von Friedrich Schiller (Hörspiel)
- 2007: Edition Woman Voices (Band 4). Birgit Minichmayr liest Therese von Arthur Schnitzler (Hörbuch)
- 2007: Brandauer liest Mozart. 365 Briefe (Hörbuch)
- 2008: Featuring Die Toten Hosen – In aller Stille (Lied 5). Auflösen, mit Campino von Die Toten Hosen
- 2008: Sopop. Von Wolfgang Mitterer (Musikalbum, Gesang)
- 2009: Weißer Oleander von Janet Fitch (Hörbuch)
- 2009: Töten ist menschlich. Prélude in d-Moll. Von Elodie Pascal (Hörspiel)
- 2010: Axolotl Roadkill. Von Helene Hegemann (Hörbuch)
- 2012: Mitwirkung als Molly Bloom in Ulysses nach James Joyce, Der Hörverlag, München 2012, ISBN 978-3-86717-846-4 (Hörbuch).
Auszeichnungen [Bearbeiten]
- 2000: Nestroy-Theaterpreis – Bester Nachwuchs für Der Färber und sein Zwillingsbruder am Burgtheater Wien
- 2001: 51. Internationale Filmfestspiele Berlin – Österreichischer Shooting Star des europäischen Films
- 2003: Ulrich-Wildgruber-Preis
- 2004: Nestroy-Theaterpreis – Beste Schauspielerin für die Rolle der Medea in Das goldene Vlies am Burgtheater Wien
- 2009: 59. Internationalen Filmfestspiele Berlin – Silberner Bär als Beste Darstellerin für Alle Anderen
- 2009: Diagonale-Schauspielpreis für Der Knochenmann
- 2009: Vom Magazin theater heute zur Schauspielerin des Jahres gekürt.
- 2009: Nestroy-Theaterpreis – Beste Schauspielerin für die Rolle des Weibs in Schönherrs Der Weibsteufel am Wiener Akademietheater sowie Publikumspreis
- 2009: Preis der deutschen Filmkritik (Beste Darstellerin in Alle Anderen)
- 2009: Kulturmedaille des Landes Oberösterreich
- 2010: Nominierung für den Deutschen Filmpreis in der Kategorie Beste darstellerische Leistung: weibliche Hauptrolle für Alle anderen
- 2012: Romy für die beliebteste Schauspielerin
- 2012: Pro meritis scientiae et litterarum
- 2013: Nominierung für den Deutschen Filmpreis in der Kategorie Beste darstellerische Leistung: weibliche Hauptrolle für Gnade
Weblinks [Bearbeiten]
- Frühreif und verschwenderisch – Porträt von Christine Wahl im Tagesspiegel, 19. Oktober 2008, Ausg. 20059, S. 27
- „Ich habe nie Angst“ – Interview mit Minichmayr von Wolfgang Kralicek im Falter (Wochenzeitung), 20/2005 vom 18. Mai 2005
- Birgit Minichmayr in der Internet Movie Database (englisch)
- Literatur von und über Birgit Minichmayr im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Sagen Sie jetzt nichts! – Foto-Interview im SZ-Magazin, Mai 2009
- Passionsspielerin – Porträt über Minichmayr im Monatsmagazin DATUM, Juli/August 2009
- Ich war ein Nimmersatt Interview im SZ-Magazin, Februar 2010
- Energiearbeit – Porträt in der Zeit, Oktober 2011
- Weibsteufel – Porträt im Spiegel, Oktober 2011
- Biographie Birgit Minichmayr auf film-zeit.de
Einzelnachweise [Bearbeiten]
2000: Birgit Minichmayr | 2001: Georg Staudacher und Mareike Sedl | 2002: Johanna Wokalek | 2003: Gertrud Drassl | 2004: Xaver Hutter | 2005: Stefano Bernardin | 2006: Nuran David Calis | 2007: Katharina Straßer | 2008: Sebastian Wendelin | 2009: Gerrit Jansen | 2010: Sarah Viktoria Frick | 2011: Franziska Hackl | 2012: Miloš Lolić
2000: Birgit Doll | 2001: Judith Engel | 2002: Ulli Maier | 2003: Maria Happel | 2004: Birgit Minichmayr | 2005: Sunnyi Melles | 2006: Edith Clever | 2007: Sylvie Rohrer | 2008: Regina Fritsch | 2009: Birgit Minichmayr | 2010: Kirsten Dene | 2011: Sarah Viktoria Frick | 2012: Dörte Lyssewski
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Minichmayr, Birgit |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichische Schauspielerin |
| GEBURTSDATUM | 3. April 1977 |
| GEBURTSORT | Linz, Oberösterreich |