Drusenheim

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Drusenheim
Wappen von Drusenheim
Drusenheim (Frankreich)
Drusenheim
Region Elsass
Département Bas-Rhin
Arrondissement Haguenau
Kanton Bischwiller
Koordinaten 48° 46′ N, 7° 57′ O48.7619444444447.9519444444444120Koordinaten: 48° 46′ N, 7° 57′ O
Höhe 119–128 m
Fläche 15,73 km²
Einwohner 5.088 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 323 Einw./km²
Postleitzahl 67410
INSEE-Code
Website www.drusenheim.fr

Das Rathaus von Drusenheim

Drusenheim ist eine französische Gemeinde im Département Bas-Rhin in der Region Elsass. Der Ort liegt 6 km östlich von Bischwiller im Kanton Bischwiller, der zum Arrondissement Haguenau gehört, unweit des Rheins, mit dem Ortskern außerhalb der Flussaue, an einer Ostkurve des Stromes. Drusenheim hat 5088 Einwohner (Stand 1. Januar 2011) und ist durch die Autoroute A35 und die Bahnlinie Straßburg-Wörth am Rhein/Rastatt an das Verkehrsnetz angeschlossen. Die Fähre Drusus über den Rhein verbindet den Ort mit dem badischen Greffern (Gemeinde Rheinmünster). Durch den Ortskern von Drusenheim fließt der linke Rhein-Nebenfluss Moder, der aus den Nordvogesen kommt und große Teile des nördlichen Elsass unterhalb der Ill entwässert.

Geschichte[Bearbeiten]

An der Stelle des heutigen Drusenheim befand sich in römischer Zeit ein von Drusus errichtetes Kastell; der heutige Ort hat seinen Namen von diesem Feldherren. Im 8. Jh. gehörte Drusenheim dem Kloster Arnolfsau, das ursprünglich nahe dem Ort gelegen hat, nach einem Bauernaufstand im Jahr 825 aber ins rechtsrheinische Schwarzach verlegt wurde. Zwischen 1570 und 1736 gehörte Drusenheim zu Hanau-Lichtenberg. Während des Dreißigjährigen Krieges war die strategisch wichtige alte Burg stark umkämpft; auch Kaiser Ferdinand III. stattete ihr einen Besuch ab. In dem durch den Krieg nahezu entvölkerten Ort, der bald darauf an Frankreich fiel, wurden Siedler aus Lothringen, der Schweiz und Deutschland angesiedelt. 1705 wurde Drusenheim vom Militärarchitekten Johann Maximilian Welsch als Festung eingerichtet.[1] Auf Grund der Grenzlage hatte Drusenheim auch in Kriegen des 18. Jhs. und den Revolutionskriegen zu leiden. Im 19. Jh. erlebte Drusenheim, dessen Bevölkerung sich zwischen 1805 und 1820 verdreifachte, dann einen wirtschaftlichen Aufschwung. Im Ort etablierte sich eine Spinnereifabrik und eine Ziegelei. 1871 kam Drusenheim mit dem Elsass an das Deutsche Reich. Im Ersten Weltkrieg, in dessen Folge Drusenheim wieder zu Frankreich kam, starben 53 Bewohner des Ortes. Als sich der Zweite Weltkrieg ankündigte, wurde wie bei allen elsässischen Gemeinden am Strom auch die Drusenheimer Bevölkerung am 31. August 1939 vollständig evakuiert und nach Saint-Léonard-de-Noblat im Limousin verbracht. Nach der französischen Kapitulation ordnete die deutsche Besatzungsmacht die Rückkehr der Einwohner an; ab 1942 wurden die jungen Männer des Ortes verpflichtet, in der Wehrmacht Dienst zu leisten. Am 12. Dezember 1944 trafen dann erste US-amerikanische Einheiten in Drusenheim ein, doch gelangte der Ort durch eine Gegenoffensive am 5. Januar 1945 wieder in deutsche Hände. In den folgenden zwei Monaten blieb Drusenheim schwer umkämpft und wurde fast völlig zerstört. Erst am 17. März gelang den US-Amerikanern die Wiedereroberung des Ortes, nachdem rund 50 zivile Dorfbewohner in den Kämpfen den Tod fanden. Nach dem Krieg wurde die Gemeinde neu aufgebaut, die Infrastruktur durch den Bau eines Jugend- und Kulturzentrums, eines Schwimmbades und eines Sportzentrums gefördert.

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeindeversammlung von Drusenheim besteht aus 21 Gemeinderäten. Die Verwaltung der Stadt liegt in der Hand von 5 Magistratsmitgliedern unter Führung des Bürgermeisters Jacky Keller.

Bildung[Bearbeiten]

Drusenheim ist Sitz eines Gymnasiums, das in einem 1974 eingeweihten Gebäude untergebracht ist, sowie einer Haupt- und Realschule (collège), die 1968 in Betrieb genommen wurde. Daneben existieren 2 Kindergärten und die Grundschule Jacques Gachot.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Im Jahre 2003 wurde in Drusenheim ein Wochenmarkt eingerichtet, der seither jeweils am Freitag stattfindet. Drusenheim ist außerdem Standort einer Reihe von mittelständischen Unternehmen, darunter der Hoffmann-Gruppe (Metallverarbeitung) und Mateca (Kunststoffe). Oberhalb, südwestlich des Ortes liegt ein Betrieb des US-amerikanischen Chemie-Riesen Dow Chemical - ebenso wie ein weiteres nordöstlich am anderen Flussufer unterhalb von Greffern. Ansonsten liegt dieses Werk relativ vereinzelt zwischen den Chemiestandorten der nördlichen Straßburger Stadtgemeinschaft (CUS) (Reichstett) und denen westlich von Rastatt bzw. bei Lauterbourg. Der Ort verfügt aber auch über zahlreiche Dienstleistungsunternehmen, z.B. Bankfilialen, Versicherungen, Restaurants, Hotels, Friseure und Lebensmittelgeschäfte.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Drusenheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Fritz Arens: Maximilian von Welsch - Architekt der Schönbornbischöfe. Schnell & Steiner Künstlerbibliothek, München • Zürich 1986, ISBN 3-7954-0373-1.