DFB-Pokal 1970/71

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DFB-Pokalsieger 1971 wurde der FC Bayern München. Dem Rekord-Pokalsieger Bayern München gelang dies 1971 seit Einführung des DFB-Pokals 1953 bereits zum fünften Mal. Im Bundesligaspiel kurz zuvor siegte der FC Bayern noch mit 7:0 gegen den 1. FC Köln. Der Titelverteidiger und Bundesligaaufsteiger Kickers Offenbach schied bereits in der ersten Hauptrunde gegen den Regionalligisten VfR Heilbronn aus. Im Wiederholungsspiel zwischen dem FC Schalke 04 und dem VfL Wolfsburg der ersten Hauptrunde musste erstmals ein Elfmeterschießen zur Entscheidung herangezogen werden. Im Spiel zwischen dem FC Bayern München und dem 1. FC Kaiserslautern schoss Gerd Müller einen lupenreinen Fünferpack.

Im Europapokal der Pokalsieger schieden die Bayern im Halbfinale gegen den späteren Europapokalsieger Glasgow Rangers aus, gegen die sie 1967 den Titel gewonnen hatten.

1. Hauptrunde[Bearbeiten]

Datum Ergebnis
12.12.1970, 13:30 Uhr TSV Westerland 10:41 Borussia Dortmund
12.12.1970, 13:45 Uhr SG Wattenscheid 09 1:2 Hertha BSC
12.12.1970, 14:00 Uhr Borussia Neunkirchen 0:1 1. FC Kaiserslautern
12.12.1970, 14:00 Uhr VfR Heilbronn 2:0 Kickers Offenbach
12.12.1970, 14:00 Uhr SSV Reutlingen 05 2:5 1. FC Köln
12.12.1970, 14:00 Uhr SV Alsenborn 1:1 n. V. Borussia Mönchengladbach
12.12.1970, 15:30 Uhr SC Tasmania 1900 Berlin 1:0 Eintracht Braunschweig
12.12.1970, 18:00 Uhr Hannover 96 2:3 n. V. Hamburger SV
12.12.1970, 18:00 Uhr Rot-Weiß Oberhausen 4:3 Rot-Weiss Essen
13.12.1970, 13:30 Uhr FC St. Pauli 2:3 n. V. Eintracht Frankfurt
13.12.1970, 13:30 Uhr VfL Wolfsburg 2:2 n. V. FC Schalke 04
13.12.1970, 14:00 Uhr 3:1 n. V. Werder Bremen
13.12.1970, 14:00 Uhr FC Homburg 1:1 n. V. MSV Duisburg
13.12.1970, 14:00 Uhr Holstein Kiel 2:1 VfB Stuttgart
13.12.1970, 14:00 Uhr KSV Hessen Kassel 2:2 n. V. FC Bayern München
13.12.1970, 14:30 Uhr Wuppertaler SV 5:0 Arminia Bielefeld
1 Das Spiel fand in Leck statt.

Wiederholungsspiele[Bearbeiten]

Datum Ergebnis
23.12.1970, 19:30 Uhr FC Schalke 04 1:1 n. V.
(3:1 i. E.)
VfL Wolfsburg
23.12.1970, 20:00 Uhr FC Bayern München 3:0 KSV Hessen Kassel
23.12.1970, 20:00 Uhr MSV Duisburg 4:0 FC Homburg
30.12.1970, 20:00 Uhr Borussia M'gladbach 3:1 SV Alsenborn

Achtelfinale[Bearbeiten]

Datum Ergebnis
20.02.1971, 14:30 Uhr Fortuna Düsseldorf 4:0 Wuppertaler SV
20.02.1971, 15:30 Uhr 1. FC Kaiserslautern 1:1 n. V. FC Bayern München
20.02.1971, 15:30 Uhr Eintracht Frankfurt 1:4 1. FC Köln
20.02.1971, 15:30 Uhr Hamburger SV 3:1 n. V. Borussia Dortmund
20.02.1971, 15:30 Uhr MSV Duisburg 2:0 SC Tasmania 1900 Berlin
20.02.1971, 15:30 Uhr Holstein Kiel 2:5 n. V. Rot-Weiß Oberhausen
20.02.1971, 15:30 Uhr Hertha BSC 1:3 Borussia M'gladbach
20.02.1971, 15:30 Uhr FC Schalke 04 4:0 VfR Heilbronn

Wiederholungsspiel[Bearbeiten]

Datum Ergebnis
30.03.1971, 20:00 Uhr FC Bayern München 5:0 1. FC Kaiserslautern

Viertelfinale[Bearbeiten]

Datum Ergebnis
07.04.1971, 19:30 Uhr 1. FC Köln 2:0 Hamburger SV
07.04.1971, 20:00 Uhr FC Bayern München 4:0 MSV Duisburg
08.04.1971, 17:00 Uhr Fortuna Düsseldorf 3:1 Borussia Mönchengladbach
08.04.1971, 19:30 Uhr FC Schalke 04 1:0 Rot-Weiß Oberhausen

Halbfinale[Bearbeiten]

Datum Ergebnis
12.05.1971, 20:00 Uhr Fortuna Düsseldorf 0:1 FC Bayern München
12.05.1971, 20:00 Uhr FC Schalke 04 2:3 1. FC Köln

Finale[Bearbeiten]

Paarung FC Bayern München FC Bayern München1. FC Köln 1. FC Köln
Ergebnis 2:1 n. V. (1:1, 0:1)
Datum 19. Juni 1971
Stadion Neckarstadion, Stuttgart um 16:00 Uhr
Zuschauer 71.000
Schiedsrichter Ferdinand Biwersi (Bliesransbach)
Tore 0:1 Rupp (14.)
1:1 Beckenbauer (52.)
2:1 Schneider (118.)
FC Bayern München Sepp Maier, Herwart Koppenhöfer, Paul Breitner, Franz Roth (68. Edgar Schneider), Franz Beckenbauer (C)Kapitän der Mannschaft, Georg Schwarzenbeck, Rainer Zobel, Karl-Heinz Mrosko, Gerd Müller, Uli Hoeneß (87. Johnny Hansen), Dieter Brenninger
Trainer: Udo Lattek
1. FC Köln Milutin Šoškić, Karl-Heinz Thielen (99. Bernhard Cullmann), Werner Biskup, Wolfgang Weber, Matthias Hemmersbach, Heinz Flohe, Wolfgang Overath, Heinz Simmet (79. Hans-Josef Kapellmann), Thomas Parits, Bernd Rupp, Hannes Löhr
Trainer: Ernst Ocwirk (OsterreichÖsterreich Österreich)
Platzverweise Rote Karten Herwart Koppenhöfer (72.) / –


Spielbericht
Das Finale war eine wahre Offensiveorgie. Schon nach 20 Sekunden die erste Chance für Charly Mrosko. Der neue Trainer Udo Lattek, erst 36 Jahre alt, hatte einen Umbruch in der Mannschaft vollzogen. Er nahm Breitner und Uli Hoeneß unter seine Fittiche. Auf der Gegenseite prüfte Rupp Sepp Maier mit einen Distanzschuß. Da war noch nicht einmal eine Minute gespielt. In der dritten Minute trieb Beckenbauer die Kugel nach vorne, passte in den Strafraum, wo Bomber Müller lauerte. Aber der stand im Abseits, der Treffer zählte nicht. Kurze Zeit später hatte er den Ball in der gegnerischen Hälfte, wird aber von Overath abgelaufen, der einen riskanten Rückpass zum Torhüter spielte. Das wäre bald schief gegangen. Šoškić konnte gerade noch vor dem herbeieilenden Zobel das Leder unter sich begraben.

Beide Mannschaften weiter mit offenem Visier. Breitner sah gegen Parits schlecht aus, der auf halblinks in den Strafraum eindringt, wo Beckenbauer ein Luftloch schoß. Rupp übernahm das Leder und Schwarzenbeck war zu hüftsteif gegen die schnelle Drehung des Kölners, der aus 12 m Sepp Maier keine Chance ließ. - 1:0 für den 1. FC Köln. in der 14. Minute.

In der Folge versuchte sich immer mehr Schwarzenbeck und Beckenbauer in den Angriff mit einzubeziehen. So auch nach einer halben Stunde, als Zobel von "Katsche" angespielt wurde, und der Kölner Keeper gerade noch parieren konnte. Dann schickte Beckenbauer Müller steil, der im Strafraum von Weber gefoult wurde. Aber Biwersis Pfiff blieb aus.

In der zweiten Halbzeit gerieten die Geißböcke immer mehr unter Druck. So trieb in der 52. Minute mal wieder Beckenbauer den Ball nach vorne. Am Elfmeterpunkt wartete Mrosko, der aber an Šoškić hängenblieb. Der "Kaiser" roch den Braten und verwertete den Abpraller ins leere Tor. Ausgleich in der 52. Minute. Es war das Spiel von Beckenbauer. Er stellte seinem Pendant Wolfgang Overath klar in den Schatten. Von da ab spielten Bayern München die Kölner phasenweise an die Wand.

In der Mitte der zweiten Halbzeit führte Löhr den Ball, als er an der Mittellinie in einem Zweikampf mit Koppenhöfer geriet. Der Kölner trat nach und sah völlig berechtigt die Rote Karte (72.). Die Kölner konnten daraufhin einige Entlastungsangriffe starten. So versuchte es Thielen von der Strafraumgrenze. Das war das erste Mal, dass Maier im zweiten Durchgang geprüft wurde. Einen zählbarer Erfolg gab es auf beiden Seiten nicht mehr. In der 90. Minute zerrte Biskup den Gerd Müller im Strafraum zu Boden, doch wieder gab es keinen Elfmeter. Mit Müller konnten die Kölner an diesem Tag machen was sie wollten.

So ging es in die Verlängerung. Das Spiel war jetzt wieder offener, nachdem die Bayern nur noch zu Zehnt waren. In der 94. Minute wird der Bomber der Nation zum drittenmal elfmeterreif gefoult, diesmal von Hemmersbach. Und wieder blieb die Pfeife stumm. Auf der anderen Seite zog Overath aus 20 Metern halbrechts ab, und der Ball landete im linken Winkel. Aber Bernd Rupp hatte noch den Kopf dazwischen und stand dabei im Abseits. Dann Zobel auf Beckenbauer, der wieder zurück aus Zobel. Schuß aus gut 25 Metern. Das Geschoß ging erst an die Latte, dann zu Boden und wieder an die Latte. Erst dann hatte ihn der Kölner Torwart sicher in den Händen. Er sah wirklich so aus, dass der Ball beim ersten Bodenkontakt hinter der Linie war. Die Proteste der Münchener blieben erfolglos.

Drei Minuten vor Ende der Verlängerung passte Brenninger auf Gerd Müller, der scheiterte erneut am guten Kölner Schluß-
mann. Nach der daraus resultierenden Ecke, konnten die Kölner nicht weit genug abwehren. Edgar Schmidt zog halbrechts aus 20 Metern ab und Šoškić im Kölner Kasten konnte nur noch verduzt hinterherschauen.

Eine Minute vor Schluß legte Beckenbauer in der eigenen Hälfte ein hanebüchenes Dribbling hin, um dann zu Sepp Maier zurückzuspielen. Udo Lattek stand an den Außenmikrofonen und schie: "Franz mach kein Fehler, Franz, bist du denn wahnsinnig"!!! Lattek hatte bis dahin auch noch keinen Titel gewonnen. Aber dann war es soweit. Der fünfte Bayernsieg im fünften Finale.