Northrop Grumman X-47

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Northrop Grumman X-47
Northrop Grumman X-47B
Jungfernflug der X-47B
Typ: Experimentelle Kampfdrohne
Entwurfsland: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Hersteller: Northrop Grumman Corporation
Erstflug:
  • X-47A: 24. Februar 2003[1]
  • X-47B: 4. Februar 2011
Indienststellung: In der Flugerprobung
Stückzahl: 3

Die Northrop Grumman X-47 ist ein unbemanntes Experimentalkampfflugzeug, das in zwei Versionen existiert. Das erste Modell X-47A Pegasus wurde im Rahmen des DARPA-J-UCAS-Programms entwickelt, und ist nach dessen Einstellung heute mit der X-47B Teil des UCAS-D-Programms der United States Navy. Dieses hat das Ziel, ein trägergestützes unbemanntes Kampfflugzeug zur Serienreife zu entwickeln. Anders als das Konkurrenzmodell von Boeing, die X-45 Spiral, wurde die X-47A nur aus Firmengeldern entwickelt.

Entwicklung der X-47A[Bearbeiten]

Der Rollout der X-47A fand am 30. Juli 2001 statt, ihren ersten Flug hatte sie aber erst am 23. Februar 2003. Während des Testprogramms gab es keine Bombenabwürfe; in zwei internen Waffenschächten (einer auf jeder Seite des Triebwerks) wurde jeweils ein Dummy einer 225-kg-Bombe aufgenommen, um das operative Kampfgewicht zu simulieren. Mit der X-47A wurden mehrere Probleme beim Einsatz in maritimer Umgebung erforscht, besonders in aggressiver Salzwasser-Umgebung. Des Weiteren wurden verschiedene Wege zur Reduzierung des Wartungsaufwandes erprobt. Nach dem Abbruch des J-UCAS-Programms der United States Air Force am 13. Januar 2006 sowie nach dem weitgehenden Abschluss des Testprogramms für die X-47A wird die Entwicklung der X-47B verstärkt vorangetrieben.

Entwicklung der X-47B[Bearbeiten]

X-47B wird an Bord der USS Harry S. Truman gehoben
Landung einer X-47B (502) auf der USS George H.W. Bush im Juli 2013

Der erste X-47B-Prototyp, entwickelt seit 2007 im Auftrag der US Navy im Rahmen des sog. UCAS-D-Programms hatte seinen Roll-Out am 16. Dezember 2008.[2] Im Dezember 2009 wurden mit etwa einjähriger Verspätung erstmals Rollversuche mit der X-47B auf der United States Air Force Basis 42 (AFP 42) in Palmdale, Kalifornien, durchgeführt. Am 4. Februar 2011 absolvierte die X-47B ihren Erstflug,[3][4] ein zweiter Prototyp folgte am 22. November 2011.[5] Es ist geplant ein drei Jahre dauerndes Testprogramm, unter anderem auf der Edwards AFB in Kalifornien und auf der Naval Air Station Patuxent River in Maryland, durchzuführen. Obwohl keine Waffentests geplant sind, verfügt die X-47B über einen internen Waffenschacht, um eine möglichst hohe Seriennähe zu simulieren. Der erste landbasierte Katapultstart erfolgte am 29. November 2012.[6] Rollversuche auf der USS Harry S. Truman fanden am 9. Dezember 2012 statt, gefolgt von der ersten Landung mit Fanganlage auf einem an Land nachempfundenen Flugdeck am 4. Mai 2013.[7][8] Der erste Katapultstart erfolgte am 14. Mai 2013 von der USS George H. W. Bush.[9] Die erste erfolgreiche Trägerlandung fand am 10. Juli 2013 auf demselben Flugzeugträger vor der Küste Virginias statt.[8] Auf dem Flugdeck des Flugzeugträgers wird die X-47B von zwei Bodenoperateuren ferngesteuert. Tests zur automatischen Luftbetankung werden zwischen einem Learjet und einer B-707 (zivile KC-135) simuliert. Erprobungstests im regulären Trägerdienst mit vollem Flugbetrieb konventioneller Trägerflugzeuge sollen 2014/2015 erfolgen. Es sind bereits Studien für eine X-47C vorhanden, welche bei einer Spannweite von 52 m eine Nutzlast von 4500 kg mitführen könnte. Die X-47B ist für das Mitführen von zwei Lenkbomben wie die GBU-31 von maximal 2000 kg in den beiden Waffenschächten ausgelegt.

Konstruktion[Bearbeiten]

Die X-47A sieht aus wie eine einfache Pfeilspitze ohne vertikale Leitwerke. An der Flügelvorderkante hat die Pegasus eine Pfeilung von 55°, an der Hinterkante von 35°. Der Demonstrator hat ein einziehbares Bugradfahrwerk. Im Flug erfolgt die Stabilisierung über sechs Steuerflächen, wobei es sich dabei um zwei sogenannte Elevons und vier Inlaids handelt. Die Inlaids sind kleine Klappen auf der Ober- und Unterseite des Flügels vor den Flügelspitzen. Die X-47B stellt dagegen eine stark vergrößerte Version der Pegasus dar. Sie verfügt über hochklappbare Flügelenden, sowie weiterentwickelte Tarnkappeneigenschaften, welche teilweise von der B-2 Spirit bereits bekannt sind. Die Maschine besteht beinahe komplett aus Verbundwerkstoffen zur Gewichts- und Kostenreduzierung und wird von GKN Aerospace gefertigt.[10]

Technische Daten[Bearbeiten]

Roll-Out der X-47A
Kenngröße Daten der X-47A Daten der X-47B
Länge: 8,50 m 11,63 m
Flügelspannweite: 8,47 m 18,93 m (gefaltet 9,40 m)
Höhe: 1,86 m 3,10 m
Leergewicht: 1.740 kg k. A.
Standardstartgewicht: 2.212 kg k. A.
Maximales Startgewicht: 2.678 kg 20.190 kg
Höchstgeschwindigkeit: k. A Hoher Unterschallbereich
Dienstgipfelhöhe: 12.192 m 12.192 m
Einsatzradius: k. A. 2.770 km
Überführungsreichweite: 2.778 km ca. 6.500 km
Besatzung: keine keine
Maximale Waffenlast: 472 kg 2.045 kg
Triebwerk: Ein Pratt & Whitney JT15D-Mantelstromtriebwerk Ein Pratt & Whitney F100-220U-Mantelstromtriebwerk
Schubkraft: 14,2 kN 65,04 kN

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Northrop Grumman X-47B – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Beschreibung auf history.nasa.gov S. 57 (X-47A). Abgerufen am 19. April 2013 (PDF; 1,2 MB).
  2. Northrop Grumman Reveals First Navy Unmanned Combat Aircraft
  3. FlightGlobal: X-47B begins three-year demonstration with first flight over Edwards. Abgerufen am 27. Juni 2011.
  4. Video: First Flight for Navy’s Killer Drone Wired, 5. Februar 2011
  5. FlightGlobal: Second X-47B flies. Abgerufen am 28. November 2011.
  6. Flightglobal: US Navy details X-47B catapult launch test. Abgerufen am 3. Dezember 2012.
  7. Flightglobal: US Navy starts X-47B taxi trials on carrier. Abgerufen am 11. Dezember 2012.
  8. a b navy.mil: Makes First Arrested Landing at Sea. Abgerufen am 11. Juli 2013.
  9. Navy Life: X-47B UCAS Launches the Next Era of Naval Aviation. Abgerufen am 15. Mai 2013.
  10. gknaerospace.com: GKN Aerospace partnered with US Navy and Northrop Grumman for X-47B First Flight, vom 5. Februar 2011