Rockwell-MBB X-31

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Rockwell-MBB X-31
X-31 im Landeanflug
X-31 im Landeanflug
Typ: Experimentalflugzeug
Entwurfsland:
Hersteller:
Erstflug: 11. Oktober 1990[1]
Indienststellung: Flugerprobung 2003 beendet
Stückzahl: 2
Die X-31 fliegt mit hohem Anstellwinkel.
3-Seitenriss

Die X-31 war ein einstrahliges Experimentalflugzeug aus US-amerikanisch-deutscher Koproduktion. Das Flugzeug diente zur praktischen Erprobung der Schubvektorsteuerung für Flüge jenseits des maximalen Auftriebes.

Beschreibung[Bearbeiten]

Beteiligte Firmen waren in den USA Rockwell International und in Deutschland Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB) bzw. die DASA (heute Airbus Group), beteiligte Behörden die DARPA und das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung. Die DARPA beauftragte zunächst die US Navy mit der praktischen Durchführung. Später waren auch noch die United States Air Force, die NASA, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Wehrtechnische Dienststelle 61 – das Erprobungszentrum der deutschen Luftwaffe – beteiligt.

Die einsitzige X-31 besaß einen Delta-Knickflügel sowie anstelle eines konventionellen Höhenleitwerks kleine, verstellbare Vorflügel (Entenflügel oder Canard). Der Triebwerkseinlauf befand sich unter dem Rumpf. Hinter dem Triebwerksauslass befanden sich drei große paddelförmige Strahlruder, mit denen der Abgasstrahl computergesteuert in verschiedene Richtungen gelenkt werden konnte.

Der Rollout fand am 1. März 1990, der Erstflug am 11. Oktober desselben Jahres statt. Es entstanden zwei Flugzeuge, von denen eines während der Versuche abstürzte.

Durch die Schubvektorsteuerung waren der X-31 Flugmanöver möglich, die bei anderen Flugzeugen zu einem unkontrollierbaren Flugzustand und damit zum Absturz geführt hätten.

Einige spezielle Punkte der Flugerprobung waren:

  • Flüge mit Anstellwinkeln bis 70 Grad im Bereich des Luftströmungabrisses (engl. stall und post stall)
  • Flüge ohne Seitenleitwerk
  • simulierte Luftkämpfe gegen verschiedene Flugzeugtypen
  • automatische Landungen, wobei das Flugzeug aufgrund des hohen Anstellwinkels mit einer sehr kurzen Landebahn auskam

Die X-31 flog öffentlich unter anderem auf der Paris Air Show 1995 in Le Bourget. Auch auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung 2004 in Berlin war sie zu sehen. Das verbliebene Exemplar steht seit 2003 in der Flugwerft Schleißheim bei München, einer Außenstelle des Deutschen Museums in München.

Nutzung der Erkenntnisse[Bearbeiten]

Die Erkenntnisse aus dem X-31-Projekt, insbesondere in Bezug auf Avionik und die Schubvektorsteuerung, flossen direkt in die Entwicklung des Eurofighter und der F-22 ein.

Technische Daten[Bearbeiten]

Kenngröße Daten
Länge: 13,2 m
Spannweite: 7,3 m
Höhe: 4,4 m
Tragflügelfläche: 21 m²
Leergewicht: 4633 kg
Maximales Startgewicht: 6336 kg
Triebwerk: Ein Turbostrahltriebwerk General Electric F404-GE-400 Turbofan mit einer Schubkraft von 71 kN
Höchstgeschwindigkeit: 1550 km/h bzw. über Mach 1,28 in 10.668 m
Dienstgipfelhöhe: 12.200 m
Maximale Steigrate: 218 m/s
Flügelbelastung 300 kg/m²
Besatzung: 1 Pilot

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Roy Braybrook: The Rockwell/MBB X-31. In: AIR International, Juni 1990, S. 287–294

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Beschreibung auf history.nasa.gov S. 39 (X-31). Abgerufen am 8. April 2013 (PDF; 1,2 MB).