Renault Master

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Renault Master
Produktionszeitraum: seit 1980
Klasse: Utilities
Karosserieversionen: Kleinbus, Kastenwagen, Pritschenwagen
Vorgängermodell: Renault Estafette
Nachfolgemodell: keines

Der Renault Master ist ein mittelgroßer Transporter von Renault. Aufgrund der Unternehmensverbindung Renault-Nissan wird der Master der zweiten Generation als Nissan Interstar und das aktuelle Modell als Nissan NV400 gebaut.

Zudem wurde der Master seit der zweiten Generation zusammen mit General Motors Europa entwickelt und produziert. Aus dieser Kooperation geht der Vauxhall/Opel Movano hervor. Der Renault Master II gewann nach seiner Vorstellung 1998 den Titel Van of the Year.

Master I (1980–1997)[Bearbeiten]

Master I
Renault Master I (1980–1994)

Renault Master I (1980–1994)

Produktionszeitraum: 1980–1997
Karosserieversionen: Kleinbus, Kastenwagen, Pritschenwagen
Motoren: Ottomotoren:
2,0–2,2 Liter
Dieselmotoren:
2,1–2,5 Liter
Länge: 5000 mm
Breite: 2000 mm
Höhe: 2415 mm
Radstand: 2870–3700 mm
Leergewicht: 1670 kg

Als Nachfolger des Renault Estafette kam der Renault Master im Sommer 1980 gemeinsam mit dem Renault Trafic auf den Markt und ist für die größere Gesamtgewichtsklasse von 2,8 bis 3,5 Tonnen konzipiert.

Der Master wurde in dem 1980 eröffneten SoVAB-Werk (Société des Véhicules Automobiles de Batilly) im (Dept. Meurthe-et-Moselle) gefertigt, wo später auch einige Varianten des Trafic vom Band liefen. Die erste Serie wurde von langen Linien und einer quadratischen Front geprägt mit subtilen Scheinwerfern. Außerdem stachen die kreisförmigen Türgriffe hervor. Damals unüblich im Segment war der Frontantrieb mit längs eingebauten Motoren was eine hohe Position der Fahrerkabine brachte.

Der Master war mit drei unterschiedlichen Radständen (2,87, 3,23 und 3,70 m) und als Kleinbus, Kastenwagen, Pritschenwagen, Minibus und Fahrgestell für Aufbauten erhältlich. Es gab zwei verschiedene Dachhöhen. Im Kastenwagen gab es ein Ladevolumen von 9-12,7 m³. Das zulässige Gesamtgewicht betrug 2,8, 3,0, 3,1 und 3,5 Tonnen. Als Antrieb kamen ein 2,0-l-Benzinmotor mit 59 kW/80 PS aus dem Renault 20 und ein 2,55-l-Dieselmotor mit 52 kW/71 PS zum Einsatz. Dieser Motor stammte von Fiat-SOFIM, woran Renault damals beteiligt war und wurde auch im zeitgenössischen Iveco Daily und Fiat Ducato verbaut. Den Master gab es auch wahlweise auch mit Heck- und Allradantrieb. Diese Versionen mit teils höheren Nutzlasten wurden als Renault Messenger, der den Renault Super Goélette SG2 ersetzte, angeboten.

1984 gab es zusätzlich einen 2,1-l-Dieselmotor mit 44 kW/61 PS und einen 2,2-l-Benzinmotor mit 66 kW/90 PS.

1989 kam der überarbeitete SOFIM-Dieselmotor mit nun 55 kW/75 PS und mittels Turbolader 65 kW/88 PS ins Programm. Ab 1990 leistete dieser nun 69 kW/94 PS.

Mitte 1994 erfolgte ein leichtes Facelift und der Turbodieselmotor war nun auch mit einem Katalysator und 66 kW/90 PS Leistung verfügbar, während der 2,2-l-Benzinmotor nun 75 kW/101 PS leistete.

Ende 1997 wurde die Produktion des ersten Renault Master eingestellt. Er war besonders in den 1980er-Jahren auch im Export auf Grund der vielen Variationsmöglichkeiten bei Aufbau, Gewichte und Antriebsmöglichkeiten sehr erfolgreich.

Im Heimatmarkt Frankreich war er dem Hauptkonkurrenten Citroën C35 weit überlegen.

Master II (1997–2010)[Bearbeiten]

Master II
Renault Master II (1997–2003)

Renault Master II (1997–2003)

Produktionszeitraum: 1997–2010
Karosserieversionen: Kleinbus, Kastenwagen, Pritschenwagen
Motoren: Dieselmotoren:
1,9–3,0 Liter
(59–107 kW)
Länge: 4899–5899 mm
Breite: 1990–2361 mm
Höhe: 2053–2717 mm
Radstand: 3078–4078 mm
Leergewicht: 1450–2100 kg

Die Entwicklung des neuen Renault Master startete bereits 1987, wurde aber wegen der hohen Kosten wieder gestoppt.

Im Jahr 1989 kam Renault zu einer Einigung zur gemeinsamen Entwicklung eines Transporters mit Leyland DAF die einen Nachfolger für den Daf 400 benötigten und die Entwicklung wurde nun gemeinsam wieder aufgenommen. Nach dem Konkurs von Leyland Daf 1993 übernahm Renault den gesamten Entwicklungsprozess wieder selber.

1995 unterzeichnete man eine Vereinbarung mit Iveco über die Entwicklung eines Fahrerhauses für die Modelle Master II, Messenger II und Iveco Daily III. Aufgrund der steigenden Kosten des Projekts beschloss man einen weiteren Partner zu suchen den man 1996 in General MotorsEuropa fand. Hierbei wurde vereinbart das Nutzfahrzeugmodelle von Renault mittels Badge-Engineering von den GM Marken Opel und Vauxhall angeboten werden. Das erste Ergebnis dieser Kooperation war der Vauxhall/Opel Arena.

Das gemeinsame Entwicklungsprojekt der drei Autohersteller wurde Ende 1997 mit der Vorstellung des Master II, Mitte 1998 mit der Präsentation des Opel Movano A und 1999 Präsentation des Iveco Daily III und Renault Mascott (Nachfolger des Messenger) abgeschlossen.

1998 sicherte sich der Renault Master den Titel Van of the Year. Neben den bereits vom Vorgänger bekannten Versionen gab es nun auch einen Minibus ab Werk mit 16 Sitzplätzen. Das Ladevolumen beim Kastenwagen lag nun bei 8-13,9 m³. Es gab nur noch Frontantrieb, die Heckantriebsvarianten waren dem Renault Mascott vorbehalten. Als Motoren kamen nur noch Dieselmotoren zum Einsatz. Beim Produktionsstart waren dies ein SOFIM-2,5-Liter-Dieselmotor mit 59 kW/80 PS und ein 2,8l-dTi mit 84 kW/115 PS. Später kam ein von Renault selbst entwickelter 1,9l-dTi mit 59 kW/80 PS hinzu. Bereits in der Entwicklungsphase wurde der Umweltgedanke berücksichtigt mit dem Ergebnis dass fast 90 % der Materialien des Master recycelt werden können. Um Kosten für die Verbraucher zu minimieren wurden die unteren Karosseriebleche, die oft das Opfer von Fahrschäden werden, gesondert gepresst und mittels An/Abschrauben leicht austauschbar gestaltet.

In den Jahren 2000/2001 wurden von Renault neu entwickelte dCi-Motoren mit Common-Rail-Einspritzung eingeführt. Der 1,9 dTi wurde vom 1,9 dCi mit nun 60 kW/82PS, der 2,5 vom 2,2 dCi mit nun 66kW/90PS und der 2,8 dTi durch den 2,5 dCi mit ebenfalls 84 kW/115 PS ersetzt. 1999 startete die Renault-Nissan-Allianz. Daher wurden ab Anfang 2002 verschiedene Renault-Transporter auch unter der Marke Nissan angeboten. Zum Master II gesellte sich mit dem Nissan Interstar ab Anfang 2002 ein zweites Schwestermodell hinzu.

Der Renault Master (und seine Schwestermodelle) wurde im Herbst 2003 umfassend überarbeitet. Im Design änderte sich die Front und der Innenraum, zudem wurde das Fahrwerk verbessert. Des Weiteren wurde der 1.9 dCi-Motor überarbeitet. Neu hinzu kam ein 3,0 dCi mit 100 kW/136 PS von Nissan, der auch im Nissan Patrol verbaut wurde. Für das überarbeitete Modell war nun optional ESP (Fahrdynamikregelung) erhältlich. Ebenfalls gehörte ab nun ein Bremsassistent neben dem bereits vorher eingebauten Antiblockiersystem zum Serienstandard. Neben dem manuellen Fünfganggetriebe war nun auch ein automatisiertes Schaltgetriebe namens Tec-Shift erhältlich.

In den folgenden Jahren veränderte sich die Motorenpalette durch Weiterentwicklung des 2,5 dCi. Eine 74 kW/100 PS Variante ersetzte den 2,2 dCi, die 84 kW/115 PS Variante stieg auf nun 88 kW/120 PS. Der 3.0 dCi wurde durch den 2.5 dCi mit 107 kW/145 PS ersetzt.

Master III (seit 2010)[Bearbeiten]

Master III
Renault Master III (seit 2010)

Renault Master III (seit 2010)

Produktionszeitraum: seit 2010
Karosserieversionen: Kleinbus, Kastenwagen, Pritschenwagen
Motoren: Dieselmotoren:
2,3 Liter
(74–107 kW)
Länge: 5048–6848 mm
Breite: 2070 mm
Höhe: 2307–2815 mm
Radstand: 3182–4332 mm
Leergewicht: 1450–2321 kg

Der Renault Master der dritten Generation debütierte im Frühjahr 2010 und ersetzte sowohl die zweite Master-Generation als auch den Renault Mascott. Dadurch ist der Master wie in der ersten Generation wieder wahlweise mit Front- oder Heckantrieb erhältlich. Als Fronttriebler ist er in den Gewichtsklassen 2,8, 3,3 und 3,5 Tonnen erhältlich, als Hecktriebler mit 3,5 oder 4,5 Tonnen Gesamtgewicht. Der 3,5-Tonner kann optional mit einer Zwillingsbereifung ausgestattet werden, beim 4,5-Tonner ist diese obligatorisch. Beim 4,5-Tonner ist eine maximale Anhängelast von 3 Tonnen möglich. Als Antrieb kommt ein neuer 2,3-l-dCi-Motor in drei Leistungsstufen mit 74 kW/100 PS, 92 kW/125 PS und 110 kW/150 PS zum Einsatz. Geschaltet wird mittels einer Sechsgang-Schaltung oder einem automatisiertem Schaltgetriebe. Auch diese Generation des Master wurde wieder gemeinsam mit Opel entwickelt. Neben dem Opel Movano B ist auch der Nissan NV400 ein Schwestermodell des Master III. Der Master III mit Heckantrieb kann seit September 2013 auch wieder mit zuschaltbaren Allradantrieb geordert werden, dabei wird dieses System zusätzlich mit einer Untersetzungsstufe (1:1,42) gekoppelt wodurch langsames Fahren bei schwierigen Geländebedingungen oder bei großen Lasten möglich ist.[1]

Technische Daten[Bearbeiten]

Modell dCi 100 dCi 125 dCi 150
Zylinderzahl 4 4 4
Hubraum (cm³) 2298 2298 2298
Max. Leistung (kW/PS) 74/100 bei 3500 92/125 bei 3500 110/150 bei 3500
Max. Drehmoment (Nm) 285 bei 1250–2000 310 bei 1250/1500–2500 350 bei 1500–2750
Getriebe (Serienmäßig) 6-Gang-Schaltgetriebe 6-Gang-Schaltgetriebe 6-Gang-Schaltgetriebe
Beschleunigung (0–100 km/h) (nicht ermittelt)
Verbrauch kombiniert (l/100 km) 7,5–8,6 7,7–9,9 8,5–9,9

Im Dezember 2010 wurde das Modell wegen Problemen mit der Hinterachse und unzureichendem Halt der Sicherheitsgurte zurückgerufen.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Renault Master mit Allradantrieb
  2. Opel und Renault: Rückruf von Transporter Movano bzw. Master

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Renault Master – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien