Renault Juvaquatre

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Renault
Juvaquatre.JPG
Juvaquatre
Produktionszeitraum: 1937–1955
Dauphinoise bis 1960
Klasse: Untere Mittelklasse
Karosserieversionen: Limousine, Kombi, Coupé
Motoren: Ottomotoren:
0,75–1,0 Liter
(15–19 kW)
Länge: 3720 mm
Breite: 1400 mm
Höhe: 1550 mm
Radstand: 2350 mm
Leergewicht: 750–945 kg
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: keines

Renault Juvaquatre ist ein Vorkriegsmodell der unteren Mittelklasse von Renault, das ab 1937 gebaut wurde. Die Produktion der Limousine endete 1955, der Kombi wurde ab 1956 als Renault Dauphinoise bis 1960 weitergebaut.

Historisches[Bearbeiten]

Renault Dauphinoise

Louis Renault war vom Opel Olympia inspiriert, den er im Rahmen der Automobilausstellung in Berlin 1936 zu Gesicht bekam (zu dem auch Ähnlichkeiten bestehen, die aber doch eher den Opel Kadett I als Vorbild nehmen, auch hinsichtlich des schwächeren Motors) und plante den erschwinglichen Juvaquatre unterhalb der bestehenden Modelle Primaquatre und Celtaquatre. Auf dem Pariser Autosalon 1937 wurde der Juvaquatre erstmals vorgestellt. Kurz darauf kam auch der Kombi auf den Markt, der anfangs hauptsächlich von der französischen Post genutzt wurde. 1939 kam zur 2-türigen auch eine 4-türige Limousine auf den Markt, während des Zweiten Weltkrieges wurde die Produktion allerdings erheblich reduziert. Der Juvaquatre war das erste Modell bei Renault mit einer selbsttragenden Karosserie.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Renault 1946 zum französischen Staatsbetrieb und nahm die Produktion wieder voll auf, beendete aber 1955 zugunsten des Renault 4CV das Pkw-Modell des Juvaquatre. Weil das 4CV Commerciale nicht in größeren Stückzahlen verkauft werden konnte, stattete man den Juva 1954 mit dem − vorn eingebauten − Motor und dem Getriebe des 4CV aus, behielt aber den Heckantrieb bei. 1956 wurde er in Dauphinoise umbenannt, bekam das Armaturenbrett und das angepasste Interieur des 4CV, wurde wahlweise als Kombi oder als Lieferwagen angeboten und übernahm damit die Rolle eines „4CV-Kombi“, sein Produktionsende lag dann auch nur ein Jahr vor dem des 4CV.

Bemerkenswertes[Bearbeiten]

Der gemeinsame Nachfolger beider Autos war 1961 der Renault 4 (R4) ein Fahrzeug, das − zum ersten Mal in der Automobilgeschichte − Pkw und Kombi zugleich ist. Der Wagen leitete zugleich die Ära der Frontantriebsfahrzeuge bei Renault ein, die Konstrukteure bauten den Motor und das Getriebe des 4CV in der alten Hinterradantriebsanordnung vorne im R4 ein. Das Getriebe lag dadurch in Fahrtrichtung vor dem Motor, der alte Hinterradantrieb wurde, mit homokinetischen Antriebswellen ausgestattet, zum Frontantrieb.

Auf diese Weise überdauerte der Kern des 4CV-Antriebskonzepts bei Renault ein halbes Jahrhundert, von der Urkonstruktion des 4CV 1942 bis zum Produktionsende des R4 im Jahre 1992, über alle in diesem Zeitraum gebauten Heck- und Fronttriebler.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Bethscheider-Kieser: Im Zeichen des Rhombus

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Renault Juvaquatre – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien