Windesheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Windesheim
Windesheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Windesheim hervorgehoben
49.9057861111117.8151722222222165Koordinaten: 49° 54′ N, 7° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Kreuznach
Verbandsgemeinde: Langenlonsheim
Höhe: 165 m ü. NHN
Fläche: 10,17 km²
Einwohner: 1790 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 176 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55452
Vorwahl: 06707
Kfz-Kennzeichen: KH
Gemeindeschlüssel: 07 1 33 114
Adresse der Verbandsverwaltung: Naheweinstraße 80
55450 Langenlonsheim
Webpräsenz: www.windesheim.de
Ortsbürgermeisterin: Claudia Kuntze (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Windesheim im Landkreis Bad Kreuznach
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Über dieses Bild
Windesheim, Ansicht von Westen

Windesheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Langenlonsheim an.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde im Jahr 1019 als Windense erstmals urkundlich erwähnt, die heutige evangelische Kirche erstmals 1147.

Worauf der Name Windesheim zurückzuführen ist, ist umstritten. Kaufmann, ein Ortsnamensforscher, leitet den Namen aus dem Fränkischen ab. Danach wäre Windesheim das "Heim eines Franken namens Windin". König, ein Keltenforscher, ist dagegen der Überzeugung, daß der Name aus dem Keltischen abgeleitet werden muss. Hiernach wäre die Urform "Windon-issa", was soviel bedeutet, wie die Besitzungen eines Kelten namens "Windonis".

Keltische Körperbestattungsgräber und keltische Wehranlagen auf dem Römerberg zeugen auf alle Fälle von einer Besiedlung lange vor Christus. Ebenso wohnten die Römer im Bereich des heutigen Windesheim. Bei Bauarbeiten im Neubaugebiet "Im Setzling" stieß man ebenso auf Mauerwerk römischen Ursprungs, wie in der Ortslage "Goldgrube".

Windesheim war von 1019 bis in das 12./13. Jahrhundert im Besitz der Abtei Deutz, anschließend gelangte es unter die Herrschaft der Wild- und Rheingrafen. Von 1390 bis 1524 war die Hälfte des Dorfes an Kurmainz verpfändet. Die Kurpfalz besaß als Schirmherr 1/4 des Gerichtes. Seit 1701/07 gehörte Windesheim den Grafen (1739 Fürsten) von Salm-Salm als Erben der Rheingrafen.

1816 entstand die preußische Bürgermeisterei Windesheim, die 1939 aufgelöst wurde. Windesheim kam zur Amtsbürgermeisterei Langenlonsheim, der heutigen Verbandsgemeinde.

Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Windesheim, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 678
1835 968
1871 1.059
1905 1.105
1939 1.093
Jahr Einwohner
1950 1.334
1961 1.371
1970 1.531
1987 1.732
2005 1.901

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Windesheim besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzende.

Sitzverteilung im gewählten Gemeinderat:[3]

  SPD CDU FDP Grüne WG Gesamt
2009 5 4 1 1 5 16 Sitze
2004 5 4 1 6 16 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1974–1994 Wolfgang Walther
  • 1994–2004 Günter Henrich
  • seit 2004 Claudia Kuntze, SPD


Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Das Uhrenmuseum zeigt mehr als 1600 Uhren.

Das Orgel Art Museum wurde 2001 eröffnet. Die Instrumentesammlung der Familie Oberlinger bildet den Grundstock für das mittlerweile europaweit bekannte Museum in Windesheim.

Das im Jahre 2001 errichtete Museumsgebäude entstammt einer Initiative des Orgelbaumeisters Wolfgang Oberlinger, der dann zusammen mit seinem Cousin Helmut Oberlinger mit Hilfe des Landes Rheinland-Pfalz und Unterstützung des Kreises Bad Kreuznach, innerhalb einer neu gegründeten Trägerschaft, bestehend aus Ortsgemeinde, Verbandsgemeinde und Landkreis, dieses Projekt verwirklichte. Für die Konzeption des Gebäudes wurde die Entwurfsidee des Baudirektors des Kreises Bad Kreuznach, Hans Bergs, gewählt. Die Entwurfs- und Ausführungsplanung führten die Architekten Anja Oberlinger und Wolfgang Oberlinger durch. Jürgen Rothenberger wurde vom Büro Oberlinger mit der Bauleitung beauftragt. Neben dem finanziellen Engagement beim Bau des Gebäudes stellte die Familien Oberlinger ihre Instrumentensammlung und ein 10.000 m² großes Privatgrundstück zur Verfügung.

Wolfgang Oberlinger war von 2001–2006 Gründungsdirektor des Museums. Ab 2006 übernahm Hans Bergs als Beauftragter der Kreisverwaltung Bad Kreuznach die Leitung des Museums

Musik[Bearbeiten]

In Windesheim gibt es viele musikalisch tätige Vereine. So beispielsweise die KKM Big Band, den evangelischen Posaunenchor, den Männergesangverein und andere.

Bauwerke[Bearbeiten]

Zu den besonderen Sehenswürdigkeiten gehören mehrere barocke Fachwerkbauten aus dem 18. Jahrhundert und das in der preußischen Amtszeit Mitte des 19. Jahrhunderts errichtete Rathaus mit Glockenturm.

Die evangelische Kirche (ehemals St. Michael) wird erstmals 1147 erwähnt, als Papst Eugen II. der Abtei Deutz (Köln) ihre Besitzungen bestätigt. Aus dieser Zeit stammt noch der romanische Turm des heutigen Baues. 1504 wurde die Kirche zerstört, 1517 neu eingeweiht. Das heutige Schiff entspricht dem damaligen Neubau. Der Anbau der Sakristei erfolgte im 18. Jahrhundert. Besonders sehenswert sind die Reste eines mittelalterlichen Deckengemäldes mit verschiedenen Kreuzzeichen und reichen Arabesken.

Bei der katholischen Pfarrkirche Unbefleckte Empfängnis Mariens handelt es sich um einen neuspätgotischen Bruchsteinbau von 1897/98.

Besonders malerisch liegt das "Kapellchen" auf dem Römerberg.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Windesheim

Sport[Bearbeiten]

Windesheim verfügt über ein Freibad, einem Fußballplatz und Tennisplätze. Der örtliche Schützenverein unterhält eine der größten Schießanlagen im Kreis. Es gibt einen Fußballverein und der Turnverein hat über die Turnangebote hinaus eine erfolgreiche Tischtennisabteilung. Wer Spaß an der Unterwasserwelt hat, findet in Windesheim auch einen Tauchclub.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Jedes Jahr findet am ersten Wochenende im September die "Windesheimer Kerb" am Rathaus statt. Ebenfalls lädt die KKM Big Band jährlich am Vatertag zu ihrem Frühlingsfest im Pfarrgarten der kath. Kirche ein. Jährlich am 30. April findet das Feuerwehrfest statt. Einen festen Platz im Kalender hat auch das Schwimmbadfest während der Badesaison im Sommer. Anfang jedes Jahres führte die Theatergruppe des Dorfes seit den 1980er Jahren ein Stück (in der Regel ein Bauernstück oder ein Boulevardstück) in der Römerberghalle in Windesheim auf. Ob die Schauspieler aber nach einer Pause noch einmal aktiv werden, ist bisher offen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Windesheim ist geprägt vom Weinbau und gehört zum Weinbaugebiet Nahe. Die Orgelbaufirma Oberlinger und die Brauerei Präsidenten Pils hatten hier ihren Sitz. In Windesheim gibt es auch eine Getreidemühle sowie Restaurants und ein Hotel.

Verkehr[Bearbeiten]

Durch Windesheim führt eine Bahnstrecke (Hunsrückquerbahn). Für das Öffnen und Schließen der Schranken gab es früher einen Schrankenwärter und ein kleines Wärterhäuschen. Heute wird nur noch selten Güterverkehr durch Windesheim durchgeführt, daher werden die Schranken von den Zugführeren per Handkurbel selbst geschlossen und geöffnet.

Bildung[Bearbeiten]

  • Die Nahelandschule (Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen) in Windesheim wurde zum 31. Juli 2010 aufgelöst. Im Sommer 2012 soll hier eine Waldorfschule entstehen. Früher fungierte diese als normale Grundschule, ehe die Grundschulen Windesheim und Guldental zusammengelegt wurden und die Förderschule entstand. Die Grundschulkinder aus Windesheim besuchen die Grundschule in Guldental.[4]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Nadine Poss (* 1991), Deutsche Weinkönigin 2013/2014

Quellen und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  4. öffentliche Sitzung des Kreistages Bad Kreuznach am 18. Januar 2010

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Windesheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien