Simmertal

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Simmertal
Simmertal
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Simmertal hervorgehoben
49.8133333333337.5202777777778190Koordinaten: 49° 49′ N, 7° 31′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Kreuznach
Verbandsgemeinde: Kirn-Land
Höhe: 190 m ü. NHN
Fläche: 8,08 km²
Einwohner: 1834 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 227 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55618
Vorwahl: 06754
Kfz-Kennzeichen: KH
Gemeindeschlüssel: 07 1 33 096
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstraße 31
55606 Kirn
Webpräsenz: gemeinde-simmertal.de
Ortsbürgermeister: Werner Speh (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Simmertal im Landkreis Bad Kreuznach
Bad Kreuznach Kirn Biebelsheim Pfaffen-Schwabenheim Pleitersheim Volxheim Hackenheim Frei-Laubersheim Neu-Bamberg Fürfeld Tiefenthal (Rheinhessen) Traisen (Nahe) Norheim Altenbamberg Hochstätten Feilbingert Hallgarten (Pfalz) Niederhausen (Nahe) Oberhausen an der Nahe Duchroth Bad Sobernheim Auen (Hunsrück) Bärweiler Daubach (Hunsrück) Ippenschied Kirschroth Langenthal (Hunsrück) Lauschied Martinstein Meddersheim Merxheim (Nahe) Bad Sobernheim Monzingen Nußbaum Odernheim am Glan Rehbach (bei Sobernheim) Seesbach Staudernheim Weiler bei Monzingen Winterburg Bretzenheim Dorsheim Guldental Langenlonsheim Laubenheim Rümmelsheim Windesheim Daxweiler Dörrebach Eckenroth Roth (bei Stromberg) Schöneberg (Hunsrück) Schweppenhausen Seibersbach Stromberg (Hunsrück) Waldlaubersheim Warmsroth Kirn Bärenbach (bei Idar-Oberstein) Becherbach bei Kirn Brauweiler (Rheinland-Pfalz) Bruschied Hahnenbach Heimweiler Heinzenberg (bei Kirn) Hennweiler Hochstetten-Dhaun Horbach (bei Simmertal) Kellenbach Königsau Limbach (bei Kirn) Meckenbach (bei Kirn) Oberhausen bei Kirn Otzweiler Schneppenbach Schwarzerden Simmertal Weitersborn Abtweiler Becherbach (Pfalz) Breitenheim Callbach Desloch Hundsbach Jeckenbach Lettweiler Löllbach Meisenheim Raumbach Rehborn Reiffelbach Schmittweiler Schweinschied Allenfeld Argenschwang Bockenau Boos (Nahe) Braunweiler Burgsponheim Dalberg (bei Bad Kreuznach) Gebroth Gutenberg (bei Bad Kreuznach) Hargesheim Hergenfeld Hüffelsheim Mandel (Gemeinde) Münchwald Oberstreit Roxheim Rüdesheim (Nahe) Schloßböckelheim Sankt Katharinen (bei Bad Kreuznach) Sommerloch (bei Bad Kreuznach) Spabrücken Spall Sponheim Waldböckelheim Wallhausen (bei Bad Kreuznach) Weinsheim (bei Bad Kreuznach) Winterbach (Soonwald) Rhein-Hunsrück-Kreis Landkreis Birkenfeld Landkreis Mainz-Bingen Hessen Landkreis Alzey-Worms Landkreis Kusel DonnersbergkreisKarte
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Simmertal ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kirn-Land an. Simmertal ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.[2] Bis 1971 trug die Gemeinde den Namen Simmern unter Dhaun.

Geographie[Bearbeiten]

Simmertal liegt nahe der Einmündung des Simmerbachs (hiesig auch Kellenbach genannt) in die Nahe (190 m. ü. NN.), südlich des Soonwalds zwischen Hochstetten-Dhaun im Westen und Martinstein im Osten. Südlich der Gemeinde erhebt sich – auf der anderen Seite der Nahe – das Saar-Nahe-Bergland.

Zu Simmertal gehören auch die Wohnplätze Bergmühle, Franzhof und Simmerhammer.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wird – ebenso wie Kirn und Rhaunen – schon 841 in einer Urkunde über Einzelbesitzungen des alten Reichsklosters Fulda als „Simera“ erwähnt. Der keltische Ursprung dieses Namens in der Bedeutung von „Wasser“ sowie Funde aus der Römerzeit sind Hinweise auf eine sehr alte Siedlungsgeschichte der „Simera“ Gemarkung.

Über Land und Leute dieser Großgemarkung verfügte seit dem Jahr 912 die Reichsabtei St. Maximin vor Trier, das diesen Fernbesitz von König Karl III. von Westfranken im gleichen Jahr bestätigt bekam. Von dieser Zeit an kommt „Simera“ (Symera) in den Königs- und Papsturkunden als grundherrschaftlicher Besitz der Reichsabtei St. Maximin regelmäßig vor. Mit der Darstellung des Reichsadlers in der vorderen Schildhälfte des Simmertaler Ortswappens ist die mittelalterliche Zugehörigkeit des Dorfes zu diesem Reichskloster symbolisiert.

Innerhalb der Grundherrschaft von St. Maximin lagen noch einige später untergegangene Siedlungen (z.B. Rechelnhusen, Niederau) und die im Spätmittelalter mit eigenen Gemarkungen ausgestatteten Dörfer Brauweiler, Horbach, Martinstein, Weitersborn sowie Gonratherhof. Zusammen bildeten diese Gemeinden ein Kirchspiel und eine Markgenossenschaft mit gemeinsamer Nutzung von Wald, Wasser und Wiesen. „Simere“ war der Hauptort dieses Siedlungsverbandes, vondem aus auch die kirchliche Betreuung der Nachbargemeinden erfolgte.

Keimzelle der sich allmählich zum Dorf entwickelten Siedlung war der befestigte Fron- oder Herrenhof. Es handelte sich dabei um jenes, den Einheimischen als der „Kuhn´sche Hof“ bekannte Terrain hinter der 1730 neu erbauten evangelischen Kirche. Eine dem heiligen Maximin geweihte Vorgänger-Kirche wurde bereits 1140 urkundlich erwähnt.

Um 1200 umfasste Simmern zwölf, im Jahr 1484 25 Bauernhöfe. Um 1600 gab es dann schon 69 abgabenpflichtige Haushaltungen, die infolge einer Pestwelle und des Dreißigjährigen Krieges jedoch auf elf „Hausgesäß“ im Jahr 1644 reduziert wurden.

Mit der Gerichts- und Verwaltungshoheit innerhalb des Banns Simmern waren von der Reichsabtei St. Maximin ursprünglich die Wildgrafen von Dhaun belehnt. Dieses zeitliche Ämterlehen ging in der Folgezeit in ein Erblehen über, welches die späteren Wild- und Rheingrafen durch Ministeriale (Amtmänner) ausüben ließen. Der alte Siedlungsname „Simere“ wurde zu „Dhaunisch Simere“ und schließlich zu „Simmern unter Dhaun“, womit die landesherrschaftliche Zuordnung des Ortes gekennzeichnet war. Die Darstellung des Dhauner Löwen in der hinteren Schildhälfte des Simmertaler Ortswappens erinnert an diese Zugehörigkeit des Dorfes zum wild- und rheingräflichen Amt Dhaun bis zum Ende des 18. Jahrhunderts.

1794 wurde das Linke Rheinufer während des Ersten Koalitionskrieges besetzt, 1798 wurde das Gebiet von der französischen Direktorialregierung nach französischem Vorbild reorganisiert. Das Dorf Simmern unter Dhaun wurde 1798 der neu gebildeten Mairie Monzingen im Kanton Sobernheim und dem Arrondissement Simmern im Rhein-Mosel-Département zugeordnet. Nach dem Ende der französischen Herrschaft im linksrheinischen Gebiet (1814) kam Simmern unter Dhaun 1816 zur Bürgermeisterei Monzingen (seit 1927 Amt Monzingen) im preußischen Kreis Kreuznach. Nach Auflösung des Amtes Monzingen kam Simmern unter Dhaun im Jahr 1970 zur Verbandsgemeinde Kirn-Land.

Die Gemeinde wurde am 1. Januar 1971 in „Simmertal“ umbenannt.[4] Die alte Namensgebung blieb in der Bezeichnung der evangelischen Kirchengemeinde Simmern unter Dhaun erhalten. Die Kirchengemeinde schließt noch heute die Gemeinden der mittelalterlichen Banngrundherrschaft "Simera" ein.[5]

Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Simmertal, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 396
1835 619
1871 643
1905 908
1939 921
Jahr Einwohner
1950 1.104
1961 1.273
1970 1.352
1987 1.732
2005 1.971

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Simmertal besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im gewählten Gemeinderat:[6]

  SPD FWG Gesamt
2009 7 9 16 Sitze
2004 9 7 16 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In goldenem, von blauen Wellenpfahl gespaltenem Schild vorne ein schwarzer, rotbewehrter, nach links schauender Adler, hinten ein roter, blaugezungter und bewehrter Löwe“.

Das Wappen ist in Anlehnung an das für das Jahr 1568 belegte Wappen im Gerichtssiegel von Simmern gestaltet, das Adler und Löwe in dieser Zusammenstellung zeigt. Der Löwe verweist auf die ehemalige Zugehörigkeit zur Wild- Rheingrafschaft, der Wellenpfahl symbolisiert den Simmerbach.

Der Gemeinderat beauftragte den Grafiker Brust, Kirn-Sulzbach, einen Entwurf für ein Gemeindewappen zu erarbeiten. In der Sitzung am 3. Februar 1971 nahm der Rat den vorgelegten Entwurf an.[5]

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Seit 1988 besteht eine Gemeindepartnerschaft mit der französischen Gemeinde Oudon.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

In Simmertal gibt es einen Kindergarten und eine Grundschule. Der Ort ist unter anderen über die B 421, die hiesig auf die B 41 trifft, sowie über die Eisenbahnlinie BingenSaarbrücken zu erreichen. Über die zuerst genannte Bundesstraße besteht in Richtung Nordwesten eine Anbindung zum Flughafen Frankfurt-Hahn.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Simmertal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 25 (PDF; 2,3 MB)
  4. Ortsgeschichte der Gemeinde Simmertal
  5. a b Statistische Mappen, VG Kirn-Land, 2009
  6. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2009, Gemeinderat