Oberstreit

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Oberstreit
Oberstreit
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Oberstreit hervorgehoben
49.7961388888897.6938472222222200Koordinaten: 49° 48′ N, 7° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Kreuznach
Verbandsgemeinde: Rüdesheim
Höhe: 200 m ü. NHN
Fläche: 1,01 km²
Einwohner: 278 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 275 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55596
Vorwahl: 06758
Kfz-Kennzeichen: KH
Gemeindeschlüssel: 07 1 33 075
Adresse der Verbandsverwaltung: Nahestraße 63
55593 Rüdesheim
Webpräsenz: www.vg-ruedesheim.de
Ortsbürgermeister: Rudolf Sutor
Lage der Ortsgemeinde Oberstreit im Landkreis Bad Kreuznach
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Über dieses Bild

Oberstreit ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rüdesheim an.

Geographie[Bearbeiten]

Der Ort liegt nördlich der Nahe. Im Süden befindet sich Staudernheim, im Westen Bad Sobernheim, im Norden Waldböckelheim und östlich liegen Schloßböckelheim und Boos.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte der Siedlung Oberstreit geht zurück bis in die Römerzeit. Am 23. Oktober 1305 wird Oberstreit dann als „Ebenstryt“ erstmals in einer Urkunde des Abtes Werner vom Disibodenberg erwähnt als ein Hof, dessen Besitzer (Jakob von Ebenstrit) denselben durch Schenkung an das Kloster Disibodenberg übertrug.

Der Ort wurde später, begrenzt durch den Bach, in zwei Herrschaftsbereiche aufgeteilt: Die Nordhälfte gehörte zu Waldböckelheim, die Südhälfte zu Staudernheim. Diese Zweiteilung manifestierte sich auch im Ortswappen, das in der einen Hälfte den Fisch aus dem Wappen der Grafen von Salm zeigt, in der anderen Hälfte das Wappen der churpfälzischen Grafen.

Im Bereich des heutigen Friedhofs stand (1491 urkundlich erwähnt) eine dem heiligen Bartholomäus geweihte Kapelle, die wohl ein großer Anziehungspunkt für Wallfahrten war.

Bei der Volkszählung am 1. Dezember 1885 wurden laut Schulchronik 190 Einwohner gezählt, im Einzelnen aufgeschlüsselt:

  • Geschlecht: 98 männlich, 92 weiblich
  • Konfession: katholisch 152, evangelisch 36, jüdisch 3
  • Berufe: 25 Maurer und Steinhauer, 3 Tagelöhner, 15 Ackerer, 7 Knechte, 5 Mägde, 8 Personen weiblichen Geschlechts arbeiteten in der Sobernheimer Strickfabrik, 1 Lehrer, 1 Schmied, 3 Wirte, 1 Wagner, 1 Schuster, 1 Polizeidiener, 2 Näherinnen, 1 Handelsmann. Somit gingen bereits Ende des 19. Jahrhunderts 16 % der weiblichen Bevölkerung von Oberstreit einer Beschäftigung außer Haus nach.
  • Tierhaltung: 10 Pferde, 114 Rinder, 57 Schweine, 41 Ziegen
Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Oberstreit, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 149
1835 227
1871 217
1905 193
1939 246
Jahr Einwohner
1950 241
1961 216
1970 217
1987 237
2005 262

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Oberstreit besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden. Bis 2014 gehörten dem Gemeinderat sechs Ratsmitglieder an.[3]

Kultur und Tourismus[Bearbeiten]

Der bis heute alljährlich im September zur Kirchweih der Bartholomäuskapelle (existiert heute nicht mehr) stattfindende Oberstreiter Markt (so genannte "Kirb") wurde erstmals im Jahr 1570 urkundlich erwähnt und zog seinerzeit bis zu 10.000 Besucher an mit allen Konsequenzen. So berichtet der Oberamtmann Pawal von Rammingen am 24. August 1687 von „[leichtfertiger] Üppigkeit und [gottlosem] Wesen mit Tanzen, Fressen, Saufen und Schlägerei auf der sogenannten Oberstreiter Kirb“. Diese Eindrücke bestätigt die Schulchronik: „Schlägereien kamen sehr oft vor; auch von Messern und Gewehren wurde Gebrauch gemacht“. Dies wird vom Chronisten dem „feurigen Nahewein“ zugeschrieben. Ende des 18. Jahrhunderts trieb auch der in der gesamten Region bekannte Schinderhannes mit seiner Bande sein Unwesen auf dem Oberstreiter Markt und erschoss dort eine Reihe von französischen Soldaten. Den Dorfbewohnern wurde dabei nie ein Haar gekrümmt, da sie offensichtlich häufig den Übeltätern Zuflucht boten, was allerdings laut Schulchronik „mehr aus Furcht geschah“. Die Besucherzahlen aus dem 16. Jahrhundert werden heute von der jährlichen Kirmes nicht mehr erreicht.

Insbesondere Gäste, die in Bad Sobernheim zur Kur oder Erholung weilen, übernachten heute wegen der dörflichen Idylle und trotz der unmittelbaren Nähe zur Kurstadt Bad Sobernheim häufig in Oberstreit. Die Nähe zu regionalen Attraktionen des Nahelands und der Anschluss an das Wanderwegenetz tragen zudem zur touristischen Attraktivität der Gemeinde bei.

Infrastruktur[Bearbeiten]

  • 3 km nordöstlich verläuft die Bundesstraße 41 (Anschlussstelle Bad Sobernheim - Steinhardt)
  • 3 km südlich wird ein Bahnhof der Nahetalbahn in Staudernheim erreicht mit Direktverbindungen nach Bingen, Saarbrücken, Mainz und Frankfurt am Main
  • 3 km nördlich liegt der Sportflugplatz "Bad Sobernheim - Domberg"

Wirtschaft[Bearbeiten]

In der Gemeinde gibt es heute biologischen Weinbau, eine Autowerkstatt, einen Landgasthof mit angeschlossenem Gästehaus. Darüber hinaus finden sich in Oberstreit ein Tonstudio sowie eine Reihe kleiner Betriebe im Dienstleistungssektor.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gunhild Mc Lachlan: Chronik des Dorfes Oberstreit. (Autorengruppe Bad Kreuznach im Kunstverein Bad Kreuznach, Bad Kreuznach 1994).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oberstreit – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen