Gallarate

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Gallarate
Wappen
Gallarate (Italien)
Gallarate
Staat Italien
Region Lombardei
Provinz Varese (VA)
Koordinaten 45° 40′ N, 8° 47′ OKoordinaten: 45° 39′ 51″ N, 8° 47′ 29″ O
Höhe 238 m s.l.m.
Fläche 20,97 km²
Einwohner 53.425 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte 2.548 Einw./km²
Stadtviertel Arnate, Cajello, Cascinetta, Cedrate, Crenna, Madonna in Campagna, Moriggia, Ronchi, Sciarè
Angrenzende Gemeinden Arsago Seprio, Besnate, Busto Arsizio, Cardano al Campo, Casorate Sempione, Cassano Magnago, Cavaria con Premezzo, Samarate
Postleitzahl 21013
Vorwahl 0331
ISTAT-Nummer 012070
Volksbezeichnung gallaratesi
Schutzpatron Christophorus (25. Juli)
Website Gallarate
Santa Maria Assunta Gallarate 1.jpg
Gemeinde Gallarate in der Provinz Varese
Giessbach Arno (Arnetta)

Gallarate ist eine italienische Gemeinde (comune) in der Provinz Varese in der Region Lombardei.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gallarate liegt 19 Kilometer südlich von Varese. Durch den Ort fließt der Giessbach Arno, auch Arnetta genannt. Die Gemeinde bedeckte eine Fläche von 20,97 km². Zu Gallarate gehören die Ortsteile Arnate, Cajello, Cascinetta, Cedrate, Crenna, Madonna in Campagna, Moriggia, Ronchi und Sciarè. Die Nachbargemeinden sind Arsago Seprio, Besnate, Busto Arsizio, Cardano al Campo, Casorate Sempione, Cassano Magnago, Cavaria con Premezzo und Samarate.

Die Gemeinde verfügt über eine Autobahnanschluss zur A8. Der Flughafen Mailand-Malpensa liegt etwa fünf Kilometer westlich von der Stadt.

Die Einwohner arbeiten in der Industrie und auf dem nahe gelegenen Flughafen Mailand-Malpensa.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter römischer Herrschaft, wurde Gallarate Teil der Provinz Gallia cisalpina. Von Gallarate aus passierte man die alte Konsularstraße Via Severiana Augusta, die Mailand mit Verbano (Lago Maggiore) verband. Aus administrativer Sicht war die Gemeinde Teil der Regio XI Transpadana. Von Galleratum, dem lateinischen Namen, führte die Gallaratesestraße, eine römische Straße, die Novaria (das moderne Novara) mit Comum (Como) verband und nach Sibrium (Castelseprio) führte.

Im Jahr 974 wurde von einer loco et fundo Galerate gesprochen. Als Bischof Ottone Visconti 1287 Castelseprio zerstörte, wurde Gallarate zum Sitz des Kapitäns und des Stellvertreters von Seprio, als die Mailänder 1292 das Dorf in Besitz nahmen. Genau von dieser Rolle aus erzielte Gallarate einen Gewinn und verwandelte sich in ein Einkaufszentrum. Diese Berufung begleitete die Stadt schon in der Sforza-Zeit. Die Altstadt ist in elliptischer Form links vom Fluss Arno versammelt,

Vom 16. bis 18. Jahrhundert endete Gallarate, mit dem gesamten Herzogtum Mailand, unter französischer und dann spanischer Herrschaft. Es wurde zu einer Lehensherrschaft, einer Grafschaft mit dem Grandat von Spanien, die an mehrere Adelsfamilien weitergegeben wurde, bis zur Aufhebung des Feudalismus im Jahre 1797 (Bentivoglio, Caracciolo, Pallavicino, Altemps, Visconti und Castelbarco). Zwischen 1786 und 1787 war Gallarate die Hauptstadt eines der Provinzen der österreichischen Lombardei.

Im Dezember 1926 beschloss die faschistische Regierung, die neue Provinz Varese zu gründen, und der Bezirk Gallarate, zu dem auch Gemeinden mit einer gewissen demographischen Bedeutung wie Busto Arsizio, Legnano, Saronno und Rho gehörten, wurde zwischen der neuen Provinz und der Provinz Mailand aufgeteilt.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1861 1881 1901 1921 1951 1971 1981 1991 2001 2011 2016 2017 2018
Einwohner 9658 11297 15398 22398 29728 43685 47259 44977 46361 50456 53145 53595 53425

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort gibt es das Museo della Collegiata und das Museo della Società per gli Studi Patri.

Sakralbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirche Sacro Cuore (1959) beim Istituto Aloisianum der Jesuiten
  • romanische Kirche San Pietro (11. Jahrhundert)
  • Basilika Santa Maria Assunta (1856)
  • Kirche Sant’Antonio abate
  • Wallfahrtskirche Madonna in Campagna
  • Kirche San Zenone im Ortsteil Crenna
  • Kirche Santi Nazaro e Celso im Ortsteil Arnate
  • Kirche San Rocco
  • Kirche San Francesco
  • Kirche San Eusebio Vescovo im Ortsteil Cajello
  • Kirche San Alessandro im Ortsteil Cascinetta
  • Kirche San Paolo im Ortsteil Sciaré
  • Kirche Madonna della Speranza im Ortsteil Ronchi
  • Kirche San Giorgio im Ortsteil Cedrate
  • Kirche San Giuseppe Lavoratore
  • Ehemaliger Kloster San Francesco (jetzt Museum).
Mario Delpini

Zivilbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • La Crocetta, erbaut 1694 von Cesare Visconti
  • Resistenzas Denkmal des Bildhauers Arnaldo Pomodoro (1980)
  • Denkmal der Gefallenen des Bildhauers Enrico Butti (1924)
  • Museo Arte Gallarate oder Museo MA*GA[2]

Naturparke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Parco naturale lombardo della Valle del Ticino
  • Parco della Cascina Monte Diviso im Ortsteil Cajello.
  • La Boschina im Ortsteil Crenna
  • Parco dei Fontanili
  • Parco Bassetti
Ivan Basso

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anna Ferrari-Bravo, Paola Colombini: Guida d’Italia. Lombardia (esclusa Milano). Milano 1987, S. 169.
  • Lombardia – Touring club italiano, Touring Editore (1999), ISBN 88-365-1325-5, Gallarate Online auf italienisch

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gallarate – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Gallarate (italienisch) auf lombardiabeniculturali.it, abgerufen 20. Dezember 2015.
  • Gallarate (italienisch) auf tuttitalia.it/lombardia
  • Gallarate (italienisch) auf comuni-italiani.it
  • Gallarate (italienisch) auf lombardia.indettaglio.it/ita/comuni/va

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2017.
  2. Museo Arte Gallarate (italienisch) auf lombardiabeniculturali.it, abgerufen 20. Dezember 2015.