Coupe de France 2009/10

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
CdF-Wettbewerbslogo
seit der Saison 2007/08

Der Wettbewerb um die Coupe de France in der Saison 2009/10 war die 93. Ausspielung des französischen Fußballpokals für Männermannschaften. In dieser Spielzeit nahmen 7.317 Vereine aus Frankreich und seinen Übersee-Départements bzw. -territorien daran teil, womit erneut ein Melderekord aufgestellt wurde.[1]

Der Titelverteidiger, der bretonische Zweitligist En Avant Guingamp, schied diesmal im Achtelfinale aus. Pokalsieger wurde Paris Saint-Germain, der bei seiner elften Finalteilnahme die Trophäe zum achten Mal gewann. Gegner Association Sportive de Monaco bestritt sein neuntes Pokalendspiel und wartet weiterhin darauf, die Coupe nach 1991 wieder einmal ins Fürstentum holen zu können.

Nach Abschluss der von den regionalen Untergliederungen des Landesverbands FFF organisierten Qualifikationsrunden griffen im Zweiunddreißigstelfinale auch die Erstligisten sowie der tieferklassige Titelverteidiger in den Wettbewerb ein. Ab dieser Runde wird der Wettbewerb nach dem klassischen Pokalmodus ausgetragen; das heißt insbesondere, dass die jeweiligen Spielpaarungen ohne Setzlisten oder eine leistungsmäßige bzw. regionale Vorsortierung der Vereine[2] aus sämtlichen noch im Wettbewerb befindlichen Klubs ausgelost werden und lediglich ein Spiel ausgetragen wird, an dessen Ende ein Sieger feststehen muss (und sei es durch Verlängerung und Elfmeterschießen), der sich dann für die nächste Runde qualifiziert, während der Verlierer ausscheidet. Auch das Heimrecht wird für jede Begegnung durch das Los ermittelt, seit 2003/04 jedoch mit der Einschränkung, dass Klubs, die gegen eine mindestens zwei Spielniveaus – nicht zu verwechseln mit Ligastufen –[3] höher spielende Elf anzutreten haben, automatisch Heimrecht bekommen.[4] Gelegentlich erklärten sich Amateurclubs aber gegen Bezahlung dazu bereit, auf ihren Heimvorteil zu verzichten (in dieser Saison der FC Municipal d’Aubervilliers, der sein Zweiunddreißigstelfinalspiel gegen Paris Saint-Germain im Parc des Princes bestritt), oder sie wichen gegen einen attraktiven Gegner in ein größeres Stadion der Region aus (wie der FC Trélissac, der Olympique Marseille in Périgueux empfing). Der Rahmenterminplan wurde so frühzeitig aufgestellt, dass die Wünsche der übertragenden Fernsehsender TF1 und Eurosport berücksichtigt werden konnten.

Für die Zweitligisten nahm der Wettbewerb einen enttäuschenden Verlauf: lediglich zehn der 20 Klubs erreichten überhaupt die erste Hauptrunde. Dafür fanden sich dort drei Vereine aus La Grande-Motte, Seclin und Marquette-lez-Lille, die in der acht- bzw. neunthöchsten Ligenstufe antreten. Ins Achtelfinale brachten es nur noch drei Zweitligavereine, für die der Pokal dort allerdings ebenso endete wie für die letzten beiden Dritt- und einen der beiden Viertligisten. Der letzte verbliebene Teilnehmer aus Übersee, AS Excelsior Saint-Joseph aus Réunion, war sogar bereits in der 8. Runde ausgeschieden.[5] Die Rolle der erfolgreichsten „Kleinen“ fiel zwei Viertklassigen zu: Vesoul Haute-Saône Football kam bis ins Achtelfinale und die US Quevilly vermochte sich auf ihrem Parcours bis in die Vorschlussrunde sogar gegen zwei Erstdivisionäre durchzusetzen, ehe sie dem späteren Wettbewerbsgewinner unterlag und sich mit dem Sieg in der „Däumlingswertung“ trösten musste.[6]

Dieser Wettbewerb litt stark unter dem heftigen Wintereinbruch im Dezember, der in Verbindung mit einem aufgrund der WM in Südafrika besonders engen Terminkalender dazu führte, dass bis einschließlich des Achtelfinals zahlreiche Nachholspiele erforderlich wurden; teilweise konnten Partien erst ausgetragen werden, als bereits die nächstfolgende Pokalrunde lief. Außerdem wurde der Wettbewerb von Maßnahmen gegen gewalttätige Fangruppen von Paris Saint-Germain beeinträchtigt, unter denen allerdings eher PSGs jeweilige Gegner bei ihren „Heim“spielen litten: die AJ Auxerre musste ihr Viertelfinale vor komplett leeren Zuschauerrängen austragen, die US Quevilly im Halbfinale in Caen und somit auf neutralem Platz antreten.

Zweiunddreißigstelfinale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spiele am 8. bis 10., aufgrund der winterlichen Verhältnisse auch am 11., 16., 17., 23. und 24. Januar 2010; L1, L2 bzw. D3 stehen für die Zugehörigkeit zur ersten bis dritten Liga, CFA bzw. CFA2 für die beiden landesweiten Amateurligen, DH bzw. DSR für die nächsttieferen regionalen („Division d’Honneur“ und „Division Supérieure Régionale“, also sechste bzw. siebte Ligenstufe), ohne Angabe für noch niedrigere Spielklassen auf Départementebene.

(a) Heimrecht getauscht
(b) Nachholspiel am 16./17. Januar
(c) Nachholspiel am 23./24. Januar

Sechzehntelfinale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spiele am 22. bis 24. Januar 2010, Nachholspiele aufgrund der Verschiebungen im Zweiunddreißigstelfinale am 26./27. Januar, 3. und 10. Februar – mithin im letztgenannten Fall, während gleichzeitig bereits Partien des Achtelfinals ausgetragen wurden.

(j) Nachholspiel am 26./27. Januar
(k) Nachholspiel am 3. Februar
(l) Nachholspiel am 10. Februar

Achtelfinale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spiele am 9. und 10., Nachholspiel am 17. Februar 2010

(m) Nachholspiel

Viertelfinale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spiele am 23. bzw. 24. März 2010

(o) Dieses Spiel fand in Absprache zwischen dem französischen Innenminister Brice Hortefeux, beiden Vereinen, der Präfektur des Départements Yonne und der FFF in einem Stadion ohne Zuschauer statt. Hintergrund sind die zunehmenden, gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Pariser Fangruppen, die Ende Februar erneut ein Todesopfer forderten.[7] PSG musste deshalb auch bereits zwei Ligaspiele dieser Saison vor leeren Rängen austragen.[8]
(p) im Stade Robert-Diochon

Halbfinale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spiele am 13. bzw. 14. April 2010

(q) Die USQ wollte auch dieses Spiel im Stade Robert-Diochon des benachbarten FC Rouen austragen; auf Anordnung des französischen Innenministeriums wurde Quevillys Heimspiel jedoch aus Sicherheitserwägungen ins rund 110 km entfernte Caen verlegt.[9] Um möglichst wenig Probleme mit gewalttätigen PSG-Fans zu bekommen, gab es zudem massive Einschränkungen beim Erwerb von Eintrittskarten: Tickets konnten nur personalisiert (mit Namensaufdruck; kein Internetverkauf) an Vorverkaufsstellen in Quevilly, Rouen und Caen erworben werden, und das auch nur von Personen mit Wohnsitz in einem der fünf normannischen Départements.[10]

Finale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spiel am 1. Mai 2010 im Stade de France von Saint-Denis vor 75.000 Zuschauern

Mannschaftsaufstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paris: Apoula EdelChristophe Jallet (Sammy Traoré, 115.), Zoumana Camara, Mamadou Sakho, Sylvain ArmandLudovic Giuly (Péguy Luyindula, 77.), Claude Makélélé Mannschaftskapitän, Jérémy Clément, Stéphane SessegnonGuillaume Hoarau, Mevlüt Erdinç (Ceará, 105.)
Trainer: Antoine Kombouaré

Monaco: Stéphane RuffierFrançois Modesto, Cédric Mongongu, Sébastien Puygrenier, Djimi TraoréEduardo Costa (Nicolas N’Koulou, 111.), Thomas Mangani (Lukman Haruna, 55.) – Juan Pablo Pino (Moussa Maâzou, 86.), Alejandro Alonso Mannschaftskapitän, NenêPark Chu-young
Trainer: Guy Lacombe

Schiedsrichter: Lionel Jaffredo (Saint-Avé, Morbihan)

Tore[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1:0 Hoarau (105.+2)

Besondere Vorkommnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Endspielpaarung Monaco gegen PSG, in der Ligatabelle dieser Saison beide nur im Mittelfeld angesiedelt, hatte es 25 Jahre zuvor schon einmal gegeben. Für Monacos Trainer Lacombe war dies nach 2006 (Sieg mit Paris Saint-Germain) und 2009 (Niederlage mit Stade Rennes) bereits die dritte Endspielteilnahme im Landespokal binnen fünf Jahren. Sein Gegenüber gewann seine dritte Coupe – allerdings die erste auf der Trainerbank, nachdem Kombouaré als Spieler auch schon zwei (1993 und 1995) Pokalgewinne feiern konnte, und das im Dress von Paris Saint-Germain.

Beim Hauptstadtclub waren aus dessen letztem Finale (2008) noch fünf Spieler dabei, nämlich Armand (dies der einzige, der auch schon 2006 in der siegreichen Endspielelf gestanden hatte), Camara, Ceará, Clément und Luyindula (er war 2001 mit Racing Strasbourg schon erfolgreich).

Der Zuschauerrekord für ein Pokalendspiel aus dem Vorjahr wurde nicht erreicht. Die Trennung der verfeindeten PSG-Fangruppen war offensichtlich erfolgreich: es kam im Umfeld der Partie zu keinerlei nennenswerten Auseinandersetzungen.[11]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Teilnehmerzahl laut Mitteilung der FFF (Memento des Originals vom 26. September 2009 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fff.fr
  2. Mit einer Ausnahme: Im Zweiunddreißigstelfinale werden die Vereine landesweit in vier regionale Lostöpfe à 16 Mannschaften aufgeteilt, worin jeweils annähernd gleich viele Teams gleicher Ligazugehörigkeit vertreten sind – in dieser Saison je fünf Erst-, zwei oder drei Zweit-, zwei oder ein Drittligist(en) usw. Innerhalb dieser Gruppen wird frei ausgelost. Ab dem Sechzehntelfinale gibt es auch diese regionale Vorsortierung nicht mehr.
  3. Laut Artikel 6.2 der Durchführungsbestimmungen (Règlement de la Coupe de France) existieren folgende fünf Niveaus:
    (1) Ligue 1
    (2) Ligue 2 und National
    (3) CFA und CFA 2
    (4) Division d’Honneur und die darunter angesiedelte (Division Supérieure d’Élite oder andere)
    (5) alle tieferen Ligen, also ab der achthöchsten Spielklasse.
    Download der Bestimmungen als PDF unter Archivlink (Memento des Originals vom 2. April 2009 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fff.fr
  4. L'Équipe/Gérard Ejnès: Coupe de France. La folle épopée. L'Équipe, Issy-les-Moulineaux 2007 ISBN 978-2-915535-62-4, S. 333
  5. Die Paarungen finden sich hier (Memento des Originals vom 28. November 2009 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.francefootball.fr.
  6. Verleihung der Trophée des Petits Poucets@1@2Vorlage:Toter Link/www.fff.fr (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. beim Endspiel
  7. Details zu diesen Auseinandersetzungen in France Football vom 23. März 2010, S. 32–35
  8. Mitteilung von der PSG-Vereinsseite (englisch)
  9. nach diesem Artikel (Memento des Originals vom 3. April 2010 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.francefootball.fr aus France Football
  10. siehe diesen weiteren FF-Artikel (Memento des Originals vom 4. April 2010 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.francefootball.fr
  11. nach dieser Meldung von France Football (Memento des Originals vom 5. Mai 2010 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.francefootball.fr