Jordanische Fußballnationalmannschaft

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Jordanien
Verband Jordan Football Association
Konföderation AFC
Technischer Sponsor Joma
Cheftrainer BelgienBelgien Vital Borkelmans (seit 2018)
Rekordtorschütze Hassan Abdel–Fattah (30)
Rekordspieler Amer Shafi (173)
Heimstadion Amman International Stadium
Amman
King Abdullah II Stadium
Amman
FIFA-Code JOR
FIFA-Rang 96. (1238 Punkte)
(Stand: 17. September 2020)[1]
Erstes Trikot
Zweites Trikot
Statistik
Erstes Länderspiel
Syrien 1932Syrien Syrien 3:1 Jordanien JordanienJordanien
(Ägypten; 1. August 1953)
Höchster Sieg
JordanienJordanien Jordanien 9:0 Nepal NepalNepal
(Amman, Jordanien; 23. Juli 2011)
Höchste Niederlagen
China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China 6:0 Jordanien JordanienJordanien
(China; 12. September, 1984)
AlgerienAlgerien Algerien 6:0 Jordanien JordanienJordanien
(Syrien; 28. September, 1974)
LibanonLibanon Libanon 6:0 Jordanien JordanienJordanien
(Beirut, Libanon; 9. April, 1963)
Erfolge bei Turnieren
Asienmeisterschaft
Endrundenteilnahmen 4 (Erste: 2004)
Beste Ergebnisse Viertelfinale 2004, 2011
(Stand: 19. November 2019)

Die jordanische Fußballnationalmannschaft ist die Nationalmannschaft des haschemitischen Königreichs Jordanien in Vorderasien.

Weltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jordanien ist es bisher noch nicht gelungen, sich für eine Fußball-Weltmeisterschaft zu qualifizieren. 2014 scheiterte die Mannschaft erst in den interkontinentalen Ausscheidungsspielen gegen Uruguay.

An der Qualifikation für das wichtigste Fußballturnier der Welt nahm Jordanien erstmals 1986 teil. Nach einem 1:0-Sieg gegen Katar verlor das Team die drei folgenden Spiele und musste den Mannschaften aus dem Irak und Katar den Vortritt lassen. Bei der Qualifikation das Turnier in Italien 1990 wurde die jordanische Auswahl ebenfalls nur Dritter in ihrer Qualifikationsgruppe hinter Katar und dem Irak. Im Rahmen der Qualifikation für die WM 1994 konnte Jordanien mit einem 5:0 gegen Pakistan den bis dahin höchsten Sieg in einem WM-Qualifikationsspiel feiern.

Vier Jahre später schied Jordanien bereits in der Vorrunde der WM-Qualifikation aus: In einer Dreiergruppe wurde man mit vier Punkten nur Zweiter hinter den Vereinigten Arabischen Emiraten und vor Bahrain. Im Rahmen der Qualifikation für Japan und Südkorea 2002 lief es noch schlechter: In der ersten Phase der AFC-Qualifikation wurde Jordanien nur Gruppendritter hinter Usbekistan und Turkmenistan. Dafür gelang auf heimischem Boden mit einem 6:0 gegen Taiwan ein neuer vorübergehender Rekordsieg in der WM-Qualifikation.

In der Qualifikation für Deutschland 2006 verpasste Jordanien nur knapp das Vorrücken in die dritte Runde der Asien-Qualifikation. Vor dem letzten Spieltag lag die Mannschaft nach vier Siegen in fünf Spielen gleichauf mit dem Favoriten und späteren WM-Teilnehmer Iran, verlor jedoch das letzte Auswärtsspiel in Katar mit 0:2. Ein Überraschungserfolg war Jordanien zuvor mit einem 1:0-Auswärtssieg im Iran gelungen. Vor 35.000 Zuschauern im Azadi Stadion in Teheran siegte der Außenseiter durch ein Tor von Haitham Al Shboul in der 83. Minute[2].

Bei der folgenden Qualifikation für Südafrika 2010 erreichte Jordanien die dritte Runde, wo man als Gruppendritter hinter Südkorea und Nordkorea die Qualifikation für das Weltturnier erneut verpasste. Dabei hatte Jordanien mit einem 2:2-Remis gegen Südkorea beim Auswärtsspiel in Seoul auch in diesem WM-Qualifikationsturnier ein beachtliches Ergebnis gegen einen späteren Endrunden-Teilnehmer erreicht.

In der Qualifikation für das 2014 in Brasilien stattfindende Endturnier trat Jordanien nach einem Freilos in der ersten Runde in der zweiten Runde gegen Nepal an. Das Hinspiel in Amman gewannen die Jordanier mit 9:0, was sowohl einen neuen jordanischen WM-Qualifikations-Rekordsieg als auch den höchsten Sieg einer jordanischen Fußballnationalmannschaft überhaupt bedeutete. Mit vier Toren war Hassan Abdel Fattah in diesem Spiel der erfolgreichste Torschütze. Das Rückspiel in Nepal endete 1:1.

In der dritten Runde gewann Jordanien seine ersten vier Spiele gegen die Gruppengegner Irak, China sowie Singapur und qualifizierte sich vorzeitig für die vierte Runde der AFC-Qualifikation. Dort belegte man in der Gruppe B den dritten Platz und traf in der Folge auf den Dritten der Gruppe A, Usbekistan. Die beiden direkten WM-Teilnehmer Japan und Australien hatte Jordanien jeweils zuhause mit 2:1 bezwungen, auswärts jedoch jeweils klar verloren (0:6 in Japan, 0:4 in Australien). Am letzten Spieltag der Gruppe B bezwang die jordanische Elf den Oman in Amman mit 1:0 und sprang so noch auf den dritten Platz.

Das Hinspiel gegen Usbekistan in Amman endete 1:1. Im Rückspiel in Taschkent stand es nach 90 Minuten und auch nach Verlängerung ebenfalls 1:1, sodass das Elfmeterschießen entscheiden musste. Dort gewann Jordanien mit 9:8 und sicherte sich die Teilnahme an den interkontinentalen Entscheidungsspielen gegen Uruguay, den Fünften der Südamerika-Qualifikation (CONMEBOL). Nachdem das Heimspiel mit 0:5 verloren ging, erreichte der Außenseiter in Montevideo gegen den zweimaligen Fußball-Weltmeister immerhin ein 0:0, das aber nicht zur erstmaligen Qualifikation für die WM reichte.

In der Qualifikation für die WM 2018 traf die Mannschaft in der zweiten Runde auf Australien, Tadschikistan, Kirgisistan und Bangladesch.

Asienmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2004 gelang Jordanien erstmals die Qualifikation für eine Fußball-Asienmeisterschaft. Nach zwei 0:0-Unentschieden gegen Südkorea und die Vereinigten Arabischen Emirate sowie einem 2:0-Erfolg gegen Kuwait konnte man als Zweiter der Vorrundengruppe ins Viertelfinale einziehen. Dort stand es nach regulärer Spielzeit gegen Japan 1:1-Unentschieden. Im Elfmeterschießen musste Jordanien sich schließlich mit 3:4 geschlagen geben und schied aus.

Nachdem für das Turnier 2007 die Qualifikation verpasst worden war, nahm Jordanien 2011 erneut an der Asien-Meisterschaft teil. In Katar trotzte die Mannschaft im ersten Gruppenspiel dem späteren Turniersieger Japan ein 1:1-Unentschieden ab; bis in die Nachspielzeit hatten die Jordanier durch ein Tor von Hassan Abdel Fattah mit 1:0 geführt. Nach zwei Siegen über Saudi-Arabien und Syrien qualifizierte man sich als Gruppenzweiter für das Viertelfinale. Dort schied Jordanien nach einer 1:2-Niederlage gegen Usbekistan aus.

Bei der Asienmeisterschaft 2015 in Australien traf Jordanien in der Gruppe D erneut auf Titelverteidiger Japan, weitere Gegner waren der Irak und die Auswahl Palästinas. Jordan wurde mit drei Punkten Drittplatzierter der Gruppe und schied dadurch aus.

Westasienmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jordanien war bisher dreimal Gastgeber der Westasienmeisterschaft. Das Turnier wurde in den Jahren 2000, 2007 und 2010 jeweils in der jordanischen Hauptstadt Amman ausgetragen.

Als größte Erfolge Jordaniens bei der Westasienmeisterschaft stehen drei zweite Plätze zu Buche. 2002 in Syrien unterlag man dem Irak im Finale erst nach Verlängerung mit 3:2. Sechs Jahre später verlor Jordanien im Endspiel mit 1:2 gegen den Gastgeber Iran, 2014 schließlich mit 0:2 gegen Gastgeber Katar.

Rekordspieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rang Name Einsätze Tore Position Zeitraum
01. Amer Shafi 173[3] 01 Tor 2002–0000
02. Amer Deeb 131[4] 21 Mittelfeld 2002–2014
03. Baha' Abdel–Rahman 129[5] 03 Mittelfeld 2007–0000
04. Abdallah Deeb 121[6] 25[7] Mittelfeld 2000–2016
05. Hatem Aqel 112[8] 10 Abwehr 2000–2014
06. Odai Al-Saify 109[9] 15[10] Angriff 2003–2017
07. Anas Bani Yaseen 106[11] 02 Mittelfeld 2008–0000
08. Qasem Al-Sheikh 104[12] 10[13] Mittelfeld 1997–2010
09. Bashar Bani Yaseen 100[14] 02 Abwehr 1999–2012
10. Saeed Murjan 094[15] 07[16] Mittelfeld 2010–0000

Stand: 19. November 2019, Quelle: rsssf.com[17]

Rekordtorschützen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rang Name Tore Einsätze Quote Zeitraum
01. Hassan Abdel–Fattah 30 088 0,34 2004–0000
02. Hamza Al-Dardour 29 084 0,35 2011–0000
03. Abdallah Deeb 25[7] 121[6] 0,21 2000–0000
04. Amer Deeb 21 125[4] 0,17 2002–2014
Mahmoud Omar Shelbaieh 21 074 0,28 2000–2011
Badran Mohammad Al-Shagran 21 048 0,44 1997–2006
07. Ahmad Hayel Ibrahim 18 067 0,27 2005–0000

Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als herausragender Spieler der jordanischen Auswahl der vergangenen Jahre gilt Hassan Abdel Fattah. Der Stürmer, der neben einem Engagement beim Club al-Wihdat in Amman schon in der Liga der Vereinigten Arabischen Emirate sowie in Syrien und Kuwait spielte, erlangte Bekanntheit durch seine wichtigen Tore. Abdel Fattah traf doppelt beim 2:2 in Südkorea im Mai 2008, vierfach beim 9:0–Rekordsieg gegen Nepal oder beim überraschenden 1:1 gegen Japan bei der Asienmeisterschaft 2011.

Mit Stürmer Thaer Bawab, der aus der Jugend von Real Madrid stammt und 2014/15 für den rumänischen Erstligisten CSU Craiova spielt, ist nur ein jordanischer Nationalspieler in Europa tätig. Odai Al-Saify stand in der Spielzeit 2010/11 in Zypern bei Alki Larnaka unter Vertrag.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste. In: fifa.com. 17. September 2020, abgerufen am 17. September 2020.
  2. Iran vs. Jordan 0 - 1
  3. Die FIFA zählt die Spiele am 18. Dezember 2002 gegen Marokko, am 28. April 2004 gegen Nigeria-B, am 25. Mai 2012 gegen Sierra Leone, am 4. Juni 2013 gegen Neuseeland, am 6. August 2013 gegen Palästina und am 30. Dezember 2014 gegen die Vereinigten Arabischen Emirate nicht mit.
  4. a b Die FIFA zählt die Spiele am 18. Dezember 2002 gegen Marokko, am 14. November 2008 gegen den Oman, am 30. Dezember 2009 gegen China, am 6. Oktober 2011 gegen Thailand, am 25. Mai 2012 gegen Sierra Leone, am 4. Juni 2013 gegen Neuseeland und am 6. August 2013 gegen Palästina nicht mit.
  5. Die FIFA zählt die Spiele am 14. November 2008 gegen den Oman, am 30. Dezember 2009 gegen China, fünf Spiele bei den Panarabischen Spielen 2011, am 4. Juni 2013 gegen Neuseeland und am 6. August 2013 gegen Palästina nicht mit.
  6. a b Die FIFA zählt die Spiele am 14. November 2008 gegen den Oman, am 30. Dezember 2009 gegen China, am 6. Oktober 2011 gegen Thailand, vier Spiele bei den Panarabischen Spielen 2011, am 25. Mai 2012 gegen Sierra Leone, am 4. Juni 2013 gegen Neuseeland, am 9. August 2013 gegen Libyen und am 30. Dezember 2014 gegen die Vereinigten Arabischen Emirate nicht mit.
  7. a b Die FIFA zählt vier Tore bei den Panarabischen Spielen 2011 nicht mit.
  8. Die FIFA zählt das Spiel am 18. Dezember 2002 gegen Marokko nicht mit
  9. Die FIFA zählt die Spiele am 14. November 2008 gegen den Oman, am 30. Dezember 2009 gegen China, am 25. Mai 2012 gegen Sierra Leone, am 4. Juni 2013 gegen Neuseeland, am 6. August 2013 gegen Palästina, am 30. Dezember 2014 gegen die Vereinigten Arabischen Emirate und am 4. Oktober 2017 gegen den Oman nicht mit
  10. Die FIFA zählt das Tor am 4. Juni 2013 gegen Neuseeland nicht mit.
  11. Die FIFA zählt vier Spiele bei den Panarabischen Spielen 2011, die Spiele am 25. Mai 2012 gegen Sierra Leone, am 4. Juni 2013 gegen Neuseeland, am 6. August 2013 gegen Palästina, am 30. Dezember 2014 gegen die Vereinigten Arabischen Emirate und am 4. Januar 2015 gegen Bahrain nicht mit.
  12. Die FIFA zählt die Spiele am 23. Juli 1997 gegen Kuwait-B, am 16. August 1999 gegen die Olympia-Mannschaft von Katar, am 18. Dezember 2002 gegen die Olympia-Mannschaft von Marokko nicht mit.
  13. Die FIFA zählt das Tor am 16. August 1999 gegen die Olympia-Mannschaft von Katar nicht mit.
  14. Die FIFA zählt die Spiele am 18. Dezember 2002 gegen die Olympia-Mannschaft von Marokko und am 25. Mai 2012 gegen Sierra Leone nicht mit.
  15. Die FIFA zählt fünf Spiele bei den Panarabischen Spielen 2011, die Spiele am 25. Mai 2012 gegen Sierra Leone, am 4. Juni 2013 gegen Neuseeland, am 6. August 2013 gegen Palästina, am 30. Dezember 2014 gegen die Vereinigten Arabischen Emirate und am 4. Oktober 2017 gegen den Omannicht mit.
  16. Die FIFA zählt das Tor am 6. August 2013 gegen Palästina nicht mit.
  17. Roberto Mamrud: Jordan - Record International Players (englisch) rsssf.com. 5. März 2020. Abgerufen am 19. März 2020.