Langenfeld (Mittelfranken)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Langenfeld
Langenfeld (Mittelfranken)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Langenfeld hervorgehoben
Koordinaten: 49° 37′ N, 10° 31′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim
Verwaltungs­gemeinschaft: Scheinfeld
Höhe: 303 m ü. NHN
Fläche: 7,2 km2
Einwohner: 1016 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 141 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91474
Vorwahl: 09164
Kfz-Kennzeichen: NEA, SEF, UFF
Gemeindeschlüssel: 09 5 75 138
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstr. 1
91474 Langenfeld
Webpräsenz: www.langenfeld-mfr.de
Bürgermeister: Reinhard Streng (Dorfgemeinschaft)
Lage der Gemeinde Langenfeld im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim
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Über dieses Bild

Langenfeld ist eine Gemeinde im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Mittelfranken. Sie ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Scheinfeld.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in den südlichen Ausläufern des Steigerwaldes im ostwärts ziehenden Tal des Ehebachs kurz vor dem Zulaufs seines größten linken Zuflusses Laimbach.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Baudenbach, Neustadt an der Aisch, Sugenheim und Scheinfeld.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Langenfeld hat drei Ortsteile:[2]

Der Hauptort Langenfeld liegt in zwei durch den Bachlauf und einen begleitenden Auenstreifen deutlich getrennten Teilen an den beiderseitigen Auenrändern und unteren Hängen des Ehebachtals. Etwa einen Kilometer westlich der Ortsmitte steht die Einöde Lamprechtsmühle am linken Ufer des Bachs. Der Weiler Hohenholz hat mit etwa 315–325 m ü. NHN die höchste Lage, er liegt südlich des Hauptorts in den Flurhügeln wenig unter der Wasserscheide zum Einzugsgebiet der Aisch oberhalb der Ehebachmündung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Hohenlohischen Urkundenbuch wird Langenfeld erstmals am 23. Mai 1305 anlässlich der Übergabe der Veste Wernsberg von Heinrich von Hohelohe an seinen Vetter Konrad genannt: Hiltmar von Langenvelt tritt dabei als Zeuge auf. Der Ortsname leitet sich vom gleichlautenden Flurnamen ab, der auch damals schon lediglich ein langes Feld bezeichnete.[3] Von 1317 bis 1782 war Langenfeld im Besitz der Reichsritter von Seckendorff, die dort eine Burg besitzen und das Geleitrecht auf der Straße von Nürnberg nach Frankfurt (später Reichsstraße 8, jetzt Bundesstraße 8), soweit diese durch ihr Territorium führte, ausübten. Nach dem Dreißigjährigen Krieg ließen sich hier rund 40 protestantische Glaubensvertriebene aus Österreich nieder, die in ihrer neuen Heimat maßgeblich zum Wiederaufbau beitrugen.[4] In der Folge entwickelte sich Langenfeld wirtschaftlich durch die Errichtung einer Posthalterei, die bis 1865 bestand. Im Juni 1757 war die Posthalterei Stützpunkt der Truppen des 1. Fränkischen Kreis-Regiments, das sich im Lager auf dem Lerchenbühl sammelte. Neuer Burg- und Dorfherr wurde 1782 der Reichsfreiherr Franz Xaver von und zu Franckenstein, der aber seine Residenz nach Ullstadt verlegte. Die Burg wurde 1782 abgerissen, die Schlosskapelle zur Kirche erweitert und ein Kirchturm errichtet.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Langenfeld 66 Haushalte. Das Hochgericht übte die Herrschaft Ullstadt aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Rittergut Ullstadt inne. Alle Anwesen hatten das Rittergut Ullstadt als Grundherrn.[5]

1810 kam Langenfeld an das neue Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde es 1811 dem Steuerdistrikt Ullstadt und 1813 der Ruralgemeinde Ullstadt zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde die Ruralgemeinde Langenfeld gebildet, zu der Hohenholz und Lamprechtsmühle gehörten.[6] Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Neustadt an der Aisch und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Neustadt an der Aisch. Die freiwillige Gerichtsbarkeit und Ortspolizei hatte jedoch bis 1848 das Patrimonialgericht Ullstadt inne. Am 12. Februar 1827 wurde die Gemeinde an das Landgericht Markt Bibart und dem Rentamt Iphofen abgegeben.[7] Ab 1862 wurde Langenfeld vom Bezirksamt Scheinfeld (1938 in Landkreis Scheinfeld umbenannt) und ab 1856 von dem Rentamt Markt Bibart (1920–1929: Finanzamt Markt Bibart, ab 1929: Finanzamt Neustadt an der Aisch) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Markt Bibart, ab 1880 Amtsgericht Scheinfeld.

Wegen der guten Verkehrsverbindungen siedelten sich Handwerksbetriebe an, darunter der Geigen- und Harfenmacher Matthäus Scheinlein (1710–1771), dessen Instrumente bald in ganz Europa gespielt wurden. Der erfolgreichste Posthalter war Georg Moritz Stöcker, der von 1820 bis 1852 die Posthalterei Langenfeld führte, 1825 in den bayerischen Landtag gewählt wurde und 1848/49 Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung war. Von 1865 bis 1991 war Langenfeld Eisenbahnstation an der Bahnstrecke Nürnberg–Würzburg.[8]

Um die Reichsstraße 8 (heute Bundesstraße 8) dem wachsenden Verkehr anzupassen, wurde sie 1938 so verlegt, dass sie nicht mehr durch den Ortskern von Langenfeld hindurch führte. Die Gefährdung Langenfelds durch Hochwasser wurde 1958/59 gebannt, da das Flüsschen Ehe im Zuge der Flurbereinigung reguliert wurde. Dies ermöglichte die Erschließung eines neuen Siedlungsgebietes, das bis 2005 bebaut wurde.

Bis 1975 hatte Langenfeld eine eigene Dorfschule, die ab 1535 in den Kirchenbüchern nachgewiesen ist. Das vierte Schulhaus (mit zwei Klassenräumen und zwei Lehrerwohnungen) wurde 1911 von der Gemeinde gebaut und 1975 zum Rathaus umgewidmet. 1997 plante der Gemeinderat die Erweiterung der engen Schulstraße und bemühte sich um Zuschüsse aus dem Städtebauförderungs-Programm, die 2007 gewährt wurden und die Schaffung des Dorfplatzes mit dem Paul-Reutter-Brunnen ermöglichten. Im Jahre 2008 erhielt Langenfeld ein neues Dorfzentrum durch die Errichtung eines Mehr-Generationen-Hauses. Dieses wurde im Wettbewerb Deutschland – Land der Ideen ausgezeichnet.[9]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Langenfeld

Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2007 2012 2016
Einwohner 458 528 531 520 538 517 503 540 524 534 552 549 526 465 454 472 456 448 761 826 741 678 779 1036 991 1016
Häuser[10] 88 85 90 93 93 92 102 133 213 333
Quelle [11] [12] [13] [14] [13] [15] [13] [13] [16] [13] [13] [17] [13] [13] [13] [18] [13] [13] [13] [19] [20] [21] [22] [23] [23] [23]

Ort Langenfeld

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 420 484 489* 470 484 504 434 783 711 652 748
Häuser[10] 81 78 86 86 87 97 128 204
Quelle [11] [12] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [20] [21] [22]
* inklusive Lamprechtsmühle

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat zwölf Mitglieder:

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gaststätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gasthaus Zum Hirschen[24]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wird östlich von der Bundesstraße 8 tangiert, die nach Markt Bibart bzw. nach Neustadt an der Aisch führt. Die Staatsstraße 2256 führt nach Baudenbach bzw. nach Ullstadt. Die Kreisstraße NEA 26 führt nach Unternesselbach. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Lamprechtsmühle.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Moritz Stöcker (1797–1852), Posthalter, Abgeordneter der Bayerischen Abgeordnetenkammer und Mitglied der Nationalversammlung in Frankfurt am Main 1848/49
  • Heinrich Stöcker, 1884 Reichstagsabgeordnerter der Nationalliberalen[25]
  • Karl Stöcker (1845–1908), Landtags- und Reichstagsabgeordneter
  • Lissy Gröner (* 1954), deutsche Politikerin (SPD), MdEP (1989–2009), ehemaliges Mitglied im Bundesvorstand der ASF – Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen, ASF-Bezirksvorsitzende von Mittelfranken, ehem. Frauenpolitische Sprecherin der SPE-Fraktion

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Langenfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 4. Januar 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Langenfeld in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 10. April 2012
  3. W.-A. v. Reitzenstein, S. 127.
  4. Eberhard Krauß: Exulanten im Evang.-Luth. Dekanat Neustadt an der Aisch. Nürnberg 2012 (Quellen und Forschungen zur fränkischen Familiengeschichte, 27), passim. ISBN 978-3-929865-32-5
  5. H. H. Hofmann, S. 109.
  6. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 59–60 (Digitalisat). H. H. Hofmann S. 223.
  7. H. H. Hofmann, S. 194.
  8. Harald Weigand: Von Langenvelt zu Langenfeld. 1991, S. 206.
  9. Seite von Land der Ideen, abgerufen am 21. März 2013
  10. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 2016 als Wohngebäude.
  11. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann meherer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 52 (Digitalisat). Für die Gemeinde Langenfeld zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Hohholz (S. 43) und Lamprechtsmühle (S. 52).
  12. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 61 (Digitalisat).
  13. a b c d e f g h i j k l Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 183, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  14. a b Joseph Heyberger (Hrsg.): Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabethischem Ortslexikon. Literar.-artist. Anst. der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1082, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  15. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarr-, Schul- u. Postzugehörigkeit. … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt, Sp. 1249, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  16. a b Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1182–1183 (Digitalisat).
  17. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1254 (Digitalisat).
  18. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1292 (Digitalisat).
  19. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1119 (Digitalisat).
  20. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 820 (Digitalisat).
  21. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 175 (Digitalisat).
  22. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 340 (Digitalisat).
  23. a b c Langenfeld (Mittelfranken): Amtliche Statistik des LfStat
  24. Langenfeld: Website.
  25. Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. Ph. C. W. Schmidt, Neustadt a.d. Aisch 1950. (Neuauflage 1978 anlässlich des Jubiläums 150 Jahre Verlag Ph. C. W. Schmidt Neustadt an der Aisch 1828–1978.) S. 651.