Marktbergel

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Marktbergel
Marktbergel
Deutschlandkarte, Position des Marktes Marktbergel hervorgehoben
49.4510.366666666667363Koordinaten: 49° 27′ N, 10° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim
Verwaltungs­gemeinschaft: Burgbernheim
Höhe: 363 m ü. NHN
Fläche: 24,2 km²
Einwohner: 1525 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 63 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91613
Vorwahl: 09843
Kfz-Kennzeichen: NEA, SEF, UFF
Gemeindeschlüssel: 09 5 75 143
Marktgliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Ansbacher Straße 1
91613 Marktbergel
Webpräsenz: www.marktbergel.de
Bürgermeister: Dr. Manfred Kern (Parteilos)
Lage des Marktes Marktbergel im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Marktbergel ist ein Markt im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim, Mittelfranken. Marktbergel ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Burgbernheim.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Der Markt liegt östlich von Burgbernheim an den Nordrändern des Naturparks Frankenhöhe und der Frankenhöhe. Die höchste Erhebung ist mit 535 m ü. NN der Büttelberg.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Burgbernheim, Illesheim, Oberdachstetten, Colmberg und Windelsbach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Marktbergel hat vier Ortsteile[2]:

Geschichte[Bearbeiten]

Frühgeschichte[Bearbeiten]

In den Jahren 1996 und 2002 konnte bei Marktbergel Fundmaterial der neolithischen Goldberggruppe ausgegraben werden. Aufgrund günstiger Erhaltungsbedingungen blieb ein reiches Faunenmaterial erhalten. Etwa 500 Knochen waren bestimmbar. An Haustieren sind Rind, Schwein, Schaf/Ziege und Hund belegt. Aufgrund der an dem Material beobachteten Großwüchsigkeit der domestizierten Formen war eine größere Gruppe von Rindern und Schweinen nicht sicher als Wild- oder Hausform zu klassifizieren.

Unter den Knochen konnten Stücke ausgesondert werden, die für die Fragestellung der Nutzung tierischer Arbeitskraft im Neolithikum von Interesse sind. Aufgrund morphologischer Beckenmerkmale, metrischer Kriterien und Robustizität konnten ein weibliches und vier, evtl. fünf männliche Individuen sicher als Hausrinder bestimmt werden. Ferner ließen sich aufgrund eindeutiger Merkmale zwei der Becken kastrierten Tieren, also Ochsen zuweisen. Damit gelang in unseren Breiten der älteste Nachweis für den Einsatz von Ochsen als Zugtiere. Dafür sprechen erweiterte Gelenkflächen, die häufig durch Überbelastung entstehen. Die Zahl von zwei nachgewiesenen kastrierten unter acht bestimmten Hausrindern ist beachtlich.

Belege für Wagen in diesem Zeitabschnitt stehen noch aus. Denkbar ist aber das Ziehen von Schleifen oder Pflügen.

Ortsgeschichte[Bearbeiten]

Der Ort Marktbergel bestand ursprünglich aus den drei Siedlungen Niederhofen, Weiler und Bergel. Zwischen 1303 und 1312 erwarben die Burggrafen von Nürnberg Besitz in diesen Siedlungen. Mit Zustimmung von Kaiser Ludwig dem Bayern erhob Burggraf Friedrich IV. von Nürnberg 1328 den Ort zur Stadt. Kaiser Karl IV. bestätigte dies 1355. Jedoch entwickelte sich der Ort nicht zur Stadt, es kam lediglich spätestens wohl 1415 zum Zusammenschluss der drei Siedlungen.

Am 20. Februar 1962 wurde der Gemeindename Bergel amtlich in Marktbergel geändert.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Ermetzhof eingegliedert.[3] Ottenhofen kam am 1. Januar 1978 hinzu.[4]

Politik[Bearbeiten]

Marktgemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 16. März 2014 führten zu folgender Sitzverteilungen im Marktgemeinderat:

Wappen[Bearbeiten]

Die Gemeinde Marktbergel führt seit dem 16. Jahrhundert ein eigenes Wappen. Die Wappenbeschreibung lautet: Geviert; 1 und 4: in Silber eine blaue Traube mit beblättertem grünem Stiel; 2 und 3: geviert von Silber und Schwarz.

Wappenbeschreibung: Die Vierung von Silber und Schwarz ist das zollerische Stammwappen und weist auf die Landesherrschaft der Burggrafen von Nürnberg und späteren Markgrafen von Brandenburg. Die Trauben versinnbildlichen den traditionellen Weinanbau im Gemeindegebiet. In einer Wappenzeichnung von 1717 sind die Felder mit den Trauben golden tingiert. Im Wappenkalender von 1767 sind die Felder vertauscht.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Marktbergel liegt unmittelbar an der Bundesstraße 13 zwischen Ansbach und Würzburg.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Marktbergel war bis 2006 auch Standort der Bundeswehr. In der Frankenkaserne auf dem Areal der ehemaligen MUNA war bis zu seiner Auflösung das Verteidigungsbezirkskommando 63 (VBK 63) stationiert, das für die Regierungsbezirke Mittelfranken und Schwaben zuständig war.

Nach Schließung der Kaserne zum 1. Juli 2006 stand die Liegenschaft zum Verkauf und war ungenutzt. Am 30. Juli 2008 wurde sie an die US-Streitkräfte übergeben, die sie seitdem weiter nutzen, wie schon vorher die Standortschießanlage und das restliche Gelände der ehemaligen MUNA.

Literatur[Bearbeiten]

  • Köninger u.a. (Hrsg.) 2001: Schleife, Schlitten, Rad und Wagen, Schriftenreihe Hemmenhofener Skripte, Janus-Verlag, Freiburg i. Br. 2002 ISSN 1437-8620

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Marktbergel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Marktbergel – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20120213/152445&attr=OBJ&val=1463
  3. a b  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 582 und 583.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 723.