Markt Taschendorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Markt Taschendorf
Markt Taschendorf
Deutschlandkarte, Position des Marktes Markt Taschendorf hervorgehoben
Koordinaten: 49° 42′ N, 10° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim
Verwaltungs­gemeinschaft: Scheinfeld
Höhe: 342 m ü. NHN
Fläche: 27,66 km2
Einwohner: 1007 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 36 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91480
Vorwahl: 09552
Kfz-Kennzeichen: NEA, SEF, UFF
Gemeindeschlüssel: 09 5 75 147
Marktgliederung: 11 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Erlanger Str. 15
91480 Markt Taschendorf
Webpräsenz: www.markt-markt-taschendorf.de
Bürgermeister: Johannes Oeder (Bürgerblock)
Lage des Marktes Markt Taschendorf im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim
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Über dieses Bild
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Markt Taschendorf von Südwesten

Markt Taschendorf ist ein Markt im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Mittelfranken und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Scheinfeld.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die von Feldern und Wiesen, teils auch von Wald umgebene Gemeinde liegt in hügeliger Landschaft im südlichen Teil des Steigerwaldes und wird von der Kleinen Weisach durchflossen. Die vom benachbarten Kornhöfstadt kommende Steinach durchfließt die Gemeindeteile Frankfurt, Lachheim und Obersteinbach. Die höchste Erhebung im Gemeindegebiet ist die Hohe Föhre mit 434 m.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Burghaslach, Vestenbergsgreuth, Münchsteinach, Baudenbach und Scheinfeld.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Markt Taschendorf hat elf Ortsteile:[2]

Vor der Gebietsreform 1972 gehörte Hombeer zum ehemaligen Landkreis Neustadt an der Aisch, alle anderen Ortsteile zum ehemaligen Landkreis Scheinfeld.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus der Zeit von 850 bis 550 v. Chr. gibt es Funde von Hügelgräbern in der Gegend. Etwa um das 9. Jahrhundert n. Chr. wurde Taschendorf gegründet.

1285 wurde der Ort als „Toschendorff“ erstmals schriftlich erwähnt, 1311 mit dem Zusatz „inferior“ (=das untere) bzw. 1340 mit dem Zusatz „Nidern“ zur besseren Unterscheidung von dem westlich gelegenen (Ober-)Taschendorf. 1500 erhielt Taschendorf das Marktrecht, 1599 wird es erstmals „Marck Doschendorff“ genannt. Der Ortsname ist ein slawisch-deutscher Mischname: Das Grundwort ist das mittelhochdeutsche „dorf“, das Bestimmungswort wahrscheinlich der slawische Personenname „Toš“.[4]

Man fand Anzeichen von elf untergegangenen Dörfern und Siedlungen in der nächsten Umgebung. Deren Zerfall wurde vermutlich durch Klimaverschlechterung und Hungersnöte im 15. Jahrhundert sowie den Dreißigjährigen Krieg verursacht.

Die Fraisch nördlich der Kleinen Weisach übte die Cent Burghaslach der Grafschaft Castell aus und südlich der Kleinen Weisach das Amt Scheinfeld der gefürsteten Grafschaft Schwarzenberg. Grundherr war das Rittergut Obersteinbach.[5]

1806 kam Taschendorf an das neue Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 das Steuerdistrikt Taschendorf gebildet, zu dem Butzenmühle, Obertaschendorf und Hombeer gehörten. 1813 wurde die Ruralgemeinde Taschendorf gebildet, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie unterstand bis 1810 in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Scheinfeld und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Iphofen. Die freiwillige Gerichtsbarkeit und Ortspolizei hatte jedoch bis 1848 das Patrimonialgericht Obersteinbach inne, über 1 Anwesen das Herrschaftsgericht Schwarzenberg. 1810 kamen die Orte an das Landgericht Höchstadt und an das Rentamt Höchstadt. Am 31. Oktober 1819 wurde die Gemeinde an das Landgericht Neustadt an der Aisch und dem Rentamt Neustadt an der Aisch abgegeben. Gleichzeitig wurde Hombeer nach Altershausen umgemeindet. Am 12. Februar 1827 wurde die Gemeinde schließlich an das Landgericht Markt Bibart und das Rentamt Iphofen abgegeben.[5] Ab 1862 wurde Taschendorf vom Bezirksamt Scheinfeld (1938 in Landkreis Scheinfeld umbenannt) und ab 1856 von dem Rentamt Markt Bibart (1920–1929: Finanzamt Markt Bibart, ab 1929: Finanzamt Neustadt an der Aisch) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Markt Bibart, ab 1880 Amtsgericht Scheinfeld. Die Gemeinde hatte 1885 eine Gebietsfläche von 10,358 km²[6], die sich ab 1900 8,787 km² verringerte.[7]

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 2. Februar 1963 wurde der Gemeindename Taschendorf amtlich in Markt Taschendorf geändert.[8]

Von 1973 bis 1984 wurde die Flurbereinigung durchgeführt, 1987 die Dorferneuerung abgeschlossen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Frankfurt und Obersteinbach sowie Teile der aufgelösten Gemeinden Altershausen und Kornhöfstadt eingegliedert.[8]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Markt Taschendorf

Jahr 1824 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2007 2012 2016
Einwohner 609 459 481 457 484 487 485 483 485 430 418 418 422 439 406 401 367 353 517 493 375 432 960 1029 1004 1003
Häuser[9] 91 75 77 79 80 74 76 79 260 354
Quelle [5] [10] [11] [12] [11] [13] [11] [11] [6] [11] [11] [7] [11] [11] [11] [14] [11] [11] [11] [15] [16] [17] [18] [19] [19] [19]

Ort Markt Taschendorf

Jahr 001824 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 376 344 351 361 367 321 311 366 267 299 312
Häuser[9] 50 57 60 61 58 58 60 98
Quelle [5] [10] [12] [13] [6] [7] [14] [15] [16] [17] [18]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Die Kommunalwahl 2008 führte zu folgender Sitzverteilung im Marktgemeinderat (Vergleich zur Wahl 2002):

  • CSU/Freie Bürger 4 Sitze (−2)
  • Bürgerblock 5 Sitze (+1)
  • Freie Wählergemeinschaft 3 Sitze (+1)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „Geteilt; oben in Gold eine grüne Schalenwaage; unten schräg geteilt, oben Schwarz und unten geschacht von Silber und Rot.“

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Markt Taschendorf ist Mitglied im Schulverband Scheinfeld.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist landwirtschaftlich orientiert, wobei sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch neu gebaute Siedlungsgebiete der Charakter in Richtung Wohngemeinde veränderte. Auch das mittelständische Handwerk und der Fremdenverkehr spielen eine große Rolle.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Markt Taschendorf verläuft die Staatsstraße St 2417, die nach Frankfurt bzw. nach Hombeer führt. Kreisstraße NEA 9 führt nach Obertaschendorf, die NEA 7 nach Kirchrimbach.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Markt Taschendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Markt Taschendorf in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 15. November 2007
  3. http://wiki-de.genealogy.net/Markt_Taschendorf
  4. W.-A. v. Reitzenstein, S. 144.
  5. a b c d H. H. Hofmann, S. 195.
  6. a b c Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1184 (Digitalisat).
  7. a b c K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1256 (Digitalisat).
  8. a b Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 565.
  9. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 2016 als Wohngebäude.
  10. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 63 (Digitalisat). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 454 Einwohner.
  11. a b c d e f g h i j k l Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 183, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  12. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1081, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  13. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1248, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  14. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1294 (Digitalisat).
  15. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1121 (Digitalisat).
  16. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 820 (Digitalisat).
  17. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 176 (Digitalisat).
  18. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 341 (Digitalisat).
  19. a b c Markt Taschendorf: Amtliche Statistik des LfStat