Simmershofen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Simmershofen
Simmershofen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Simmershofen hervorgehoben

Koordinaten: 49° 32′ N, 10° 7′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim
Verwaltungs­gemeinschaft: Uffenheim
Höhe: 321 m ü. NHN
Fläche: 34,19 km2
Einwohner: 926 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 27 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97215
Vorwahl: 09848
Kfz-Kennzeichen: NEA, SEF, UFF
Gemeindeschlüssel: 09 5 75 163
Gemeindegliederung: 6 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 14
97215 Simmershofen
Website: www.simmershofen.de
Erster Bürgermeister: Florian Hirsch[2]
Lage der Gemeinde Simmershofen im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim
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Über dieses Bild

Simmershofen ist eine Gemeinde im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Mittelfranken. Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Uffenheim.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde erstreckt sich von der recht flachen Hochebene zwischen den rechten Tauber-Zuflüssen Gollach im Norden und Steinach im Süden bis wenig jenseits der Steinach. Die Gemarkung entwässert vor allem nach Norden zur Gollach über den Mühlbach, der den namengebenden Hauptort durchläuft, und über den Wallmersbach südwestlich, der im Steinachtal im Dorf Equarhofen mündet.

Das nördliche Gemeindegebiet liegt, mit Ausnahme kleiner Waldinseln, in offener Flur und wird vorwiegend ackerbaulich genutzt. Im südlichen Gemeindegebiet beiderseits der Steinach gibt es etwas größere Waldflächen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt sechs amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[3]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Gollhofen, Uffenheim, Adelshofen, Creglingen und Hemmersheim.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Besiedlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region Simmershofen gehört nach den Ortsnamen auf -hofen in eine frühmittelalterliche Phase des Landesausbaus. Archäologische Funde belegen aber eine weit frühere Besiedlung. Aus Walkershofen liegen zahlreiche Funde des Neolithikums vor, die ein wichtiges Zeugnis für die frühen Bauern im Tauberland darstellen. Bei Equarhofen liegt ein großes Gräberfeld der Hallstattzeit[4]. Dabei wurden auch einzelne Metallbeschläge gefunden, die möglicherweise dem Frühmittelalter angehören.

Hohenlohe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name des Adelsgeschlechtes Hohenlohe rührt von dem des Teilortes Hohlach her, in dem zeitweise ihre Stammburg Hohlach lag. 1378 verkauften die Herren von Hohenlohe die Burg mitsamt der Stadt Uffenheim an die Burggrafen von Nürnberg.

Geschichte der einzelnen Ortschaften:[5]

Simmershofen besteht aus den beiden mittelalterlichen Dörfern Simmershofen und Holzhausen. In Holzhausen saß im 13. und 14. Jahrhundert eine Linie des Adelsgeschlechts der Herren von Ehenheim (aus Enheim), die sich hier von Holzhausen nannte. Der Ortsname Simmershofen leitet sich von "zu den Höfen des Sigimar" her. Der Ort war grundherrschaftlich stark zersplittert. Die Cent (Halsgericht) gehörte nach Uffenheim. Im Jahre 1608 standen in Simmershofen von 20 Anwesen 12 unter markgräflicher Vogtei, in Holzhausen von 18 Herdstätten 13. Das Kirchenpatrozinium in Simmershofen führt Michael und Crispin. In Holzhausen stand die Kirche unter dem Patronat Blasius (abgegangene Pfarrkirche). Weiterhin existiert eine Heilig-Kreuz-Kapelle am östlichen Ortsrand. Das gesamte Gemeindegebiet Simmershofens gehörte im 13. und 14. Jahrhundert zur Herrlichkeit der Herren von Hohenlohe. Seit 1378 dominierten hier die Burggrafen von Nürnberg aus dem Hause Hohenzollern (Amt Uffenheim). Grundherrschaftlich waren die Dörfer stark zersplittert – Adel, Klöster, Spitäler, Pfarreien –, da der Uffenheimer Gau sehr fruchtbar ist und entsprechende Renditen für die mittelalterlichen Grundherren abwarf. Bis zum Bauernkrieg 1525 übte die Reichsstadt Rothenburg hier wichtige Herrschaftsrechte aus (Dorf- und Gemeindeherrschaft, Niedergericht), die nach der Niederwerfung der Bauern an den Markgrafen Kasimir von Ansbach als Kriegsentschädigung abgetreten werden mussten.

Adelhofen leitet sich von "zu den Höfen des Adelo" ab. Im Jahre 1608 hatte Adelhofen 43 Anwesen, die größtenteils der Uffenheimer Vogteigerichtsbarkeit unterstanden. Die Grundherrschaft war folgendermaßen verteilt: 10 Anwesen zum markgräflichen Kasten Uffenheim, 10 dem Kloster Tückelhausen, 4 dem Spital Uffenheim, je eines der Pfarrei Adelhofen und der Pfarrei Öllingen, 3 dem Kloster Heilsbronn, je zwei dem Gotteshaus Adelhofen und der Frühmesse Holzhausen, eines der Pfarrei Langensteinach, zwei der Kapelle St. Leonhard bei Wallmersbach, eines in das den Rosenberg gehörende Schloss Waldmannshofen, das auch die Vogtei besaß. Das Kirchenpatrozinium führt den heiligen Bartholomäus.

Auernhofen leitet sich von "zu den Höfen des Uro" ab. Der enthaltene Personenname ist vom Ur, dem Auerochsen abgeleitet. Im Mittelalter war der Ort grundherrschaftlich zersplittert. 1608 hatte das Dorf 31 Mannschaften, die alle dem Amt Uffenheim sowie einem eigenen dörflichen Bauerngericht unterstanden. Grundherrschaftlich unterstanden 16 Anwesen dem Kasten Uffenheim, zwei dem Kloster Frauental, je eines dem Kloster Tückelhausen, der Frühmesse Auernhofen, dem Gotteshaus Auernhofen und der Pfarrei Equarhofen; vier Gotteshäuser in Auernhofen, zwei der Gemeinde und vier waren freieigen. Patrozinium (nach Fuchshuber): Blasius, vorher Kilian; nach Ramisch: Heiligkreuz und Blasius.

Equarhofen = "zu den Höfen der Eckeburg" = Frauenname, vgl. Walburga usw. Schon 1309 wurde ein Pfarrer von Equarhofen genannt, also bestand damals bereits die Kirche über der Steinach. 1408 wird "das alt burgstat" erwähnt, also eine Wehranlage, die schon länger in Ruinen lag. Vermutungen, dass sich an der Stelle der Kirche in leichter Spornlage im Mittelalter eine Burg – die "Eckwartsburg" bzw. "Eckeburg" – befunden habe und die Kirche aus der Burgkapelle hervorgegangen sei, sind nicht bestätigt und müssten überprüft werden. Allerdings saß im 14. Jahrhundert ein Zweig der Enheim in Equarhofen, möglicherweise auf dem früher großen Hof neben der Kirche oder auf einem großen Hof im Ort. 1608 hatte Equarhofen 41 Anwesen, von denen 31 nach Uffenheim vogtbar waren, aber ansonsten anderen Herren zins- und gültbar (= abgabepflichtig) waren: 19 dem Kloster Frauental, zwei dem Johanniterorden, zwei dem von Enheim, drei der Gemeinde, je eines dem Spital Aub und dem Kloster Heilsbronn. Sechs Anwesen waren dem Kloster Frauental gült- und vogtbar, vier dem Herrn von Lochinger zu Walkersdhofen. Patrozinium: Kilian

Hohlach leitet sich von "zu dem hochgelegenen Gehölz" ab. Die nicht mehr existierende Burg Hohlach war im 12. und 13. Jahrhundert Sitz der Edelherren von Hohenlohe, die sich ursprünglich nach Weikersheim benannt hatten, dann nach Hohlach. Die hohenlohische Burg dürfte im Ort westlich der Kirche gestanden haben. Nördlich des Dorfes steht die barocke Schlossanlage, mit der Jahreszahl 1718 datiert. Als 1378 Gerlach von Hohenlohe seine Stadt und das Amt Uffenheim an Burggraf Friedrich von Nürnberg verkaufte, war Hohlach vom Verkauf ausgenommen. In Hohlach saßen die Enheim-Ubel als hohenlohische, dann ansbachische Lehnsleute, ebenso wie auf der Burg Brauneck. 1608 hatte Hohlach 27 Anwesen, wovon neun nach Uffenheim vogtbar waren, 10 dem von Enheim. Nach dem Aussterben der Enheim 1645 wurde das Rittergut an deren Erben verliehen, kam 1718 an den kaiserlichen Kammerdirektor Johann Gallus von Jacob, 1761 an den kaiserlichen Proviantdirektor Johann Christian von Oettinger. Von 1808 bis 1935 war es im Besitz der Freiherren von Würtzburg. Patrozinium: Georg.

Walkershofen = "zu den Höfen des Waltgar" besitzt ein ehemals reichsritterschaftliches Schloss der Herren von Enheim, seit 1480 der Lochinger, ab 1615 der Echter von Mespelbrunn, die das jetzige zweiflügelige Schloss mit drei vorspringenden Ecktürmen und einem Basteiturm errichten ließen, später häufig wechselnde Eigentümer. Der zum Teil noch in seiner historischen Substanz erhaltene große Gutshof bildete die ökonomische Basis des Ritterguts. 1608 unterstanden fast alle der rund 20 bäuerlichen Anwesen dem Rittergut. Der Ort hat keine Kirche und gehörte wohl immer zur Pfarrei Holzhausen/Simmershofen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Walkershofen eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kamen Adelhofen, Auernhofen, Equarhofen und Hohlach hinzu.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 1031 auf 912 um 119 Einwohner bzw. um 11,5 %.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl 2014 erbrachte folgendes Ergebnis, in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[7]

Sitzverteilung im Gemeinderat 2014
     
Insgesamt 8 Sitze
  • WG: 2
  • WGA: 1
  • FWH: 2
  • FWA: 1
  • FWE: 2
Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2008
Sitze
2008
%
2002
Sitze
2002
WG Wahlgemeinschaft 24,2 2 3 4
WGA Wählergemeinschaft Adelhofen 16,4 1 2 1
FWH Freie Wähler Hohlach 20,0 2 2 2
FWA Freie Wähler Auernhofen 16,4 1 2 2
FWE Freie Wähler Equarhofen 23,1 2 3 3
gesamt 100,0 8 100,0 8 100,0 8
Wahlbeteiligung in % 77,0

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DEU Simmershofen COA.svg
Blasonierung: „Geviert von Silber und Schwarz, oben und unten belegt mit einem schreitenden, herschauenden, rot bewehrten und gezungten Löwen in verwechselten Farben.“[8]

Die gleichzeitig genehmigte schwarz-weiß-rote Gemeindeflagge wird nicht verwendet.[9]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Simmershofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bürgermeister. Gemeinde Simmershofen, abgerufen am 31. Oktober 2020.
  3. Gemeinde Simmershofen in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 25. September 2019.
  4. Rainer Schreg: Eine Altgrabung im hallstattzeitlichen Grabhügelfeld Hut bei Equarhofen, Gde. Simmershofen, Lkr. Neustadt a.d. Aisch-Bad Windsheim. Beiträge zur Archäologie in Mittelfranken 1, 1995, 22–34.
  5. Nach Elisabeth Fuchshuber, Historisches Ortsnamenbuch Uffenheim: jeweilige Ortsartikel, sowie: Hans Karlmann Ramisch, Landkreis Uffenheim, München 1966 = Bayerische Kunstdenkmale, Kurzinventar, jeweilige Ortsartikel
  6. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 583.
  7. Ergebnisse der Gemeinderatswahlen 2014. Bayrisches Landesamt für Statistik;
  8. Eintrag zum Wappen von Simmershofen in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  9. Eintrag zu Simmershofen auf der Seite kommunalflaggen.eu