Monarch Airlines

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Monarch Airlines
Das ehemalige Logo der Monarch Airlines
Airbus A320-200 der Monarch Airlines
IATA-Code: ZB
ICAO-Code: MON
Rufzeichen: MONARCH
Gründung: 1967
Betrieb eingestellt: 2017
Sitz: Luton, Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Operative Basen:
IATA-Prefixcode: 974
Leitung: Conrad Clifford (CEO)
Mitarbeiterzahl: 1858[1]
Vielfliegerprogramm: Vantage Club
Flottenstärke: 36 (+ 30 Bestellung)
Ziele: international
Website: www.monarch.co.uk
Monarch Airlines hat den Betrieb 2017 eingestellt. Die kursiv gesetzten Angaben beziehen sich auf den letzten Stand vor Einstellung des Betriebes.

Monarch Airlines, im Außenauftritt auch kurz Monarch, ist eine britische Fluggesellschaft mit Sitz in Luton. Das Unternehmen gehört der Investmentfirma Greybull Capital.

Am 2. Oktober 2017 hat das Unternehmen Insolvenz angemeldet und den Flugbetrieb eingestellt.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monarch Airlines wurde am 1. Juni 1967 von den Tessiner Brüdern Sergio und Geo Mantegazza, den Söhnen des Gründers des Schweizer Touristikkonzerns Globus, als Tochtergesellschaft von Globus gegründet und nahm am 5. April 1968 Charterflüge mit einer von Caledonian Airways übernommenen Bristol 175 von London-Luton nach Madrid-Barajas auf.

1971 begann bei Monarch Airlines das Jetzeitalter mit dem Erwerb einer gebrauchten Boeing 720 der Northwest Airlines für 1 Million US-Dollar. Ab 1976 waren alle Maschinen der Flotte Düsenflugzeuge.

1981 wurden Büros an den Flughäfen Gatwick, Glasgow International und Manchester eröffnet. 1985 beantragte Monarch die Lizenz für Linienflüge und am 5. Juli 1986 wurde Monarch Crown Service als Abteilung für Linienflüge gegründet.

1999 erhielt das Unternehmen seinen ersten Airbus A330-200 und flog damit Langstrecken-Charterflüge in einer Zwei-Klassen-Konfiguration. 2002 wurde Monarch Crown Service in Monarch Scheduled (scheduled dt. Linienflug) umbenannt.

Im September 2011 stornierte Monarch Airlines eine 2006 erteilte Bestellung über sechs Boeing 787-8, da zukünftig vermehrt Kurz- und Mittelstrecken bedient werden sollen.[3] In den letzten Jahren hat die Gesellschaft mehrfach ihren Logoschriftzug sowie die Lackierung ihrer Flugzeuge modifiziert.

Im März 2013 eröffnete Monarch Airlines ihre sechste britische Basis auf dem Leeds Bradford International Airport.[4]

Am 13. April 2014 musterte Monarch Airlines nach einem Sonderflug von London-Gatwick nach Birmingham als letzte europäische Fluggesellschaft die Passagierversion des Airbus A300 aus, den sie seit 1990 betrieben hatte.[5] Bis zum Frühjahr 2015 musterte die Gesellschaft zudem ihre Boeing 757-200 aus.

Im August 2014 wurde bekanntgegeben, dass Monarch ab Frühjahr 2015 keine Charterflüge mehr anbieten, sondern ausschließlich Linienflüge im Low-cost-Segment durchführen wird.[6] Im Rahmen dieser Neuausrichtung wurden auch die Langstreckenflüge, beispielsweise nach Orlando und Goa eingestellt, die hierfür genutzten Airbus A330-200 verließen daraufhin die Flotte.[7]

Im Herbst 2014 verkaufte Sergio Mantegazza die in finanziellen Schwierigkeiten steckende Monarch Airlines an die britische Investmentfirma Greybull Capital, die den Familien der Brüder Nathaniel Jerome Meyohas und Marc Meyohas sowie Richard Perlhagen gehört.

Im Oktober 2014 gab Monarch Airlines bekannt, bis 2020 ihre gesamte Flotte auf Flugzeuge von Boeing umzustellen. Zu diesem Zweck wurden 30 Boeing 737 MAX 8 bestellt sowie 15 weitere optioniert.[8]

Wie angekündigt führte Monarch Airlines am 30. April 2015 ihren letzten Charterflug und gleichzeitig den letzten Flug mit einem Airbus A330-200 durch.[9]

Nachdem Greybull Capital und die vormaligen Eigentümer in den letzten sechs Jahren bereits fünf Mal zusätzlich Kapital in die Fluggesellschaft investierten, stellte am frühen Morgen des 2. Oktober 2017 die zu diesem Zeitpunkt fünftgrößte Fluggesellschaft des Landes mit sofortiger Wirkung den gesamten Flugbetrieb ein (sogenanntes grounding). Alle bereits gebuchten Tickets verloren ihre Gültigkeit. Die britische Regierung beauftragte die Luftfahrtbehörde, eine Lösung für den Rücktransport von rund 110.000 Passagieren zu finden, denen zum Zeitpunkt des Groundings die Rückflüge infolge der Insolvenz verloren gingen. Monarch gelang es in den vergangen Jahren nicht, sich gegen die Konkurrenz der Billigflieger im Markt zu positionieren und Verkaufsgespräche, die zuletzt mit EasyJet, Norwegian und Wizz Air geführt wurden, blieben ergebnislos.[10][11]

Flugziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monarch Airlines bediente von seinen fünf britischen Stützpunkten in Gatwick, Manchester, Leeds, Luton und Birmingham aus zahlreiche europäische Ziele, darunter hauptsächlich Urlaubsziele wie beispielsweise Fuerteventura, Antalya und Kos. Charter- und Langstreckenflüge wurden seit Frühjahr 2015 nicht mehr angeboten.

Seit September 2012 wurde mit München auch erstmals ein Ziel in Deutschland angeflogen,[12] im Dezember 2012 folgte Friedrichshafen.[13] Bereits im April 2013 wurden alle sechs Routen nach Deutschland wieder vorübergehend eingestellt.[14] Sie wurden zwar zwischenzeitlich bis auf München-Birmingham saisonal wieder aufgenommen, mit Stand Mai 2015 jedoch wurden alle saisonalen Routen nach München eingestellt und seither nur noch Friedrichshafen angeflogen. In der Zwischenzeit wurde aber auch bekannt, dass die Route Manchester-Friedrichshafen in Folge des Konzernumbaus genauso eingestellt wie auch wie die Flugroute London-Friedrichshafen auf eine Rotation beschränkt wurde.

Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktuelle Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein ehemaliger Airbus A330-200 der Monarch Airlines

Zur Betriebseinstellung am 2. Oktober 2017 setzte sich die Flotte der Monarch Airlines aus 36 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von 12,7 Jahren zusammen:[15]

Flugzeugtyp Anzahl bestellt[8] Anmerkungen Sitzplätze[15]
Airbus-A320-200 10 1 betrieben durch SmartLynx Airlines; 1 mit Sharklets 174
Airbus-A321-200 25 4 mit Sharklets 214
Boeing 737-800 01 mit Winglets 186
Boeing 737 8 MAX 30 – offen –
Gesamt 36 30

Zuvor eingesetzte Flugzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BAC 111-500 der Monarch Airlines (1986)

Darüber hinaus setzte Monarch Airlines in der Vergangenheit folgende Flugzeugtypen ein:[16][17]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Monarch Airlines – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Monarch Airlines stellt Flüge ein, abgerufen am 3. Oktober 2017
  2. aero.de, 2. Oktober 2017: Monarch Airlines stellt Flugbetrieb ein
  3. airliners.de - Monarch Airlines storniert 787-Auftrag 9. September 2011
  4. monarch.co.uk - 2012 News - Flights - MONARCH AIRLINES LAUNCH LEEDS BRADFORD AS SIXTH UK BASE (englisch) 10. Juli 2012
  5. blog.monarch.co.uk - Book now for the last commercial flight of Monarch Airlines Airbus A300-605R (englisch) 20. Dezember 2013
  6. ch-aviation.com - Monarch Airlines to exit charter market in Spring 2015 (englisch) 14. August 2014
  7. jethros.org.uk - Monarch Airlines (englisch) abgerufen am 26. April 2015
  8. a b monarch.co.uk - 2014 News - Flights - MONARCH FINALISES ORDER FOR BOEING 737 MAX 8S (englisch) 31. Oktober 2014
  9. ch-aviation.com - Monarch Airlines ends A330, charter operations (englisch) 5. Mai 2015
  10. Flights axed as Monarch ceases trading. In: BBC News. 2. Oktober 2017 (bbc.com [abgerufen am 2. Oktober 2017]).
  11. Monarch kämpft erneut ums Überleben, abgerufen am 3. Oktober 2017
  12. http://www.airliners.de/verkehr/netzwerkplanung/monarch-neu-nach-deutschland/27088.html
  13. http://www.fly-away.de/unternehmen-flughafen/presse/pressemitteilungen/detailansicht/article/monarch-airlines-mit-starkem-england-programm-ab-friedrichshafen/
  14. airliners.de - Monarch zieht sich aus Deutschland zurück 12. April 2013
  15. a b Ch-aviationMonarch Airlines (englisch), abgerufen am 2. Oktober 2017
  16. Monarch Airlines fleet details (englisch), abgerufen am 19. März 2017
  17. Rzjets, Monarch Airways, abgerufen am 6. April 2017