Pfalzen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Pfalzen
(ital.: Falzes)
Wappen von Pfalzen
Pfalzen in Südtirol - Positionskarte.svg
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen (Südtirol)
Bezirksgemeinschaft: Pustertal
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2015)
2.670/2.753
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
96,25 % deutsch
2,36 % italienisch
1,39 % ladinisch
Koordinaten 46° 49′ N, 11° 53′ OKoordinaten: 46° 49′ N, 11° 53′ O
Meereshöhe: 880–2450 m s.l.m. (Zentrum: 1220 m s.l.m.)
Fläche: 33,24 km²
Dauersiedlungsraum:  km²
Fraktionen: Greinwalden, Issing
Nachbargemeinden: Gais, Kiens, Bruneck, St. Lorenzen, Mühlwald
Postleitzahl: 39030
Vorwahl: 0474
ISTAT-Nummer: 021030
Steuernummer:
Bürgermeister (2015): Josef Gatterer (SVP)

Pfalzen (italienisch Falzes) ist eine Gemeinde mit 2753 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2015) im Pustertal. Pfalzen liegt etwa 3 Kilometer nordwestlich von Bruneck im Nordosten Südtirols in Italien.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf Pfalzen von der SP40 in Pichlern aus

Pfalzen befindet sich im Südtiroler Pustertal, gleich westlich der Brunecker Weitung, in der sich die nahe Stadt Bruneck ausdehnt und wo das Tauferer Ahrntal von Norden einmündet. Das Gemeindegebiet mit einer Fläche von 33,24 km² nimmt eine Mittelgebirgsterrasse auf der Sonnenseite des in Ost-West-Richtung verlaufenden Pustertals ein sowie die sich nördlich dahinter erhebenden Berge.

Das bedeutendste dörfliche Zentrum der Gemeinde ist der Hauptort Pfalzen (1000–1130 m s.l.m.), daneben bestehen die Fraktionen Greinwalden (940–970 m) etwas östlich und Issing (970–1020 m) etwas westlich, sowie mehrere weitere verstreute Weiler. Die Geländestufe, die im Süden zum Pusterer Talboden abfällt, bildet die Gemeindegrenze zu St. Lorenzen und Kiens, zu dem auch die westlich auf der Siedlungsterrasse anschließende Fraktion Hofern gehört.

Nördlich über den Siedlungsgebieten steigt das Gelände zu den südöstlichsten Ausläufern der Zillertaler Alpen an, die hier Pfalzen von Mühlwald im Mühlwalder Tal trennen. Zu den bedeutendsten Gipfeln auf dem Gemeindegebiet zählen der Sambock (2396 m) und die Bärentaler Spitze (2450 m).

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung
Jahr Bevölkerung
2014 2761
2011 2690
2001 2255
1991 2049
1981 1756
1971 1455
1961 1221
1951 1120
1936 1126
1931 985
1921 1022

Quelle:Istat

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Pfalzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Pfalzen blickt auf eine lange Geschichte zurück. Urkundlich wurde der Name Pfalzen, damals Phalanza, im Jahr 1050 erstmals erwähnt.

Durch Lautverschiebung und Vokabeländerung sowie durch Wortzusammensetzung entstand der heutige Name. Die Wortwurzel ist als etruskisch anzusehen und könnte mit -pal in Zusammenhang gebracht werden. Das Wort -pal wiederum bedeutet so viel wie Fels oder Stein.

Pfalzen im Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es muss angenommen werden, dass zu dieser Zeit der Siedlungsausbau in Pfalzen bereits abgeschlossen war. Dies geht aus den ersten Urkunden vom Jahr 1100 hervor, worin das Bauerngut als festes Hofgebilde mit allen Zugehörigkeiten festgehalten wird. Somit war Pfalzen zu beträchtlichen Abgabeleistungen fähig.

Den Ortsnamen Pfalzen führt noch heute das sehr alte Südtiroler Adelsgeschlecht Mörl von Pfalzen und Sichelmühlen, aus dem z. B. die Mystikerin Maria von Mörl stammte.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfalzen im westlichen Pustertal

Bürgermeister seit 1952:[1]

  • Johann Baumgartner: 1952–1956
  • Johann Hainz: 1956–1969
  • Luis Durnwalder: 1969–1973
  • Johann Hainz: 1973–1974
  • Hartmann Willeit: 1974–1990
  • Manfred Hainz: 1990–2005
  • Josef Gatterer: 2005–

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Pfalzen befindet sich eine Grundschule, die dem deutschen Schulsprengel der Nachbargemeinde Bruneck II angeschlossen ist.[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Pacher (um 1435–1498), spätgotischer Maler und Bildhauer.
  • Oswald von Wolkenstein (um 1377–1445), Sänger, Dichter und Komponist, sowie ein Politiker von mehr als nur regionaler Bedeutung, geboren vermutlich auf Burg Schöneck.
  • Luis Durnwalder (* 1941), ehemaliger Landeshauptmann von Südtirol.
  • Karl Reichegger, mehrfacher nationaler und internationaler Meister im Drachenfliegen (-Delta).
  • Roland Tinkhauser (* 1974), Landtagsabgeordneter, Vizeparteiobmann und Pustertaler Bezirkssprecher der Südtiroler Freiheitlichen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josef Niedermair, Josef Harrasser (Hrsg.): Pfalzen in Wort und Bild. Pfalzen 1987
  • Christina Antenhofer: Flurnamenbuch der Gemeinde Pfalzen: Eine historische Landschaft im Spiegel ihrer Namen. Innsbruck: Wagner 2001 (= Schlern-Schriften 316)
  • Stefan Lechner (Hrsg.): Pfalzen: Landschaft – Kultur – Geschichte. Brixen: Weger 2010. ISBN 978-88-88910-91-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pfalzen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Bürgermeister der Gemeinden Südtirols seit 1952. In: Festschrift 50 Jahre Südtiroler Gemeindeverband 1954–2004. Südtiroler Gemeindenverband, S. 139–159, abgerufen am 16. November 2015 (PDF; 15 MB).
  2. Schulsprengel Bruneck II. Südtiroler Bürgernetz, abgerufen am 25. Oktober 2014.