Lajen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lajen
(ital.: Laion)
Wappen
Wappen von Lajen
Karte
Location of Lajen (Italy).png
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen (Südtirol)
Bezirksgemeinschaft: Eisacktal
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2015)
2.621/2.647
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
89,93 % deutsch
3,93 % italienisch
6,14 % ladinisch
Koordinaten 46° 36′ N, 11° 34′ OKoordinaten: 46° 36′ N, 11° 34′ O
Meereshöhe: 464–2281 m s.l.m. (Zentrum: 1093 m s.l.m.)
Fläche: 37,3 km²
Dauersiedlungsraum: 11,4 km²
Fraktionen: Albions, Freins, Lajen, Ried, St. Peter, Tanirz, Tschöfas
Nachbargemeinden: Barbian, Kastelruth, Klausen, St. Ulrich in Gröden, Villanders, Villnöß, Waidbruck
Postleitzahl: 39040
Vorwahl: 0471
ISTAT-Nummer: 021039
Steuernummer: 80007310214
Bürgermeister (2015): Stefan Leiter (SVP)

Lajen ([ˈlaˑjən]; italienisch Laion, ladinisch Laion oder Laiun) ist eine italienische Gemeinde mit 2647 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2015) im unteren Eisacktal am Eingang von Gröden in Südtirol.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet liegt auf einem ausgestreckten Bergrücken, der sich östlich von Klausen aus dem Eisacktal erhebt und in Richtung Osten bis zur Raschötz hin ansteigt. Im Norden wird es vom Villnößtal und im Süden von Gröden begrenzt. Der Hauptort Lajen liegt auf einer Höhe von etwa 1100 m s.l.m. Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine Fläche von 37 km² und umfasst neben Lajen noch die Fraktionen Ried, Tschöfas, Freins, Albions, Tanirz und St. Peter.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Besiedelung des Raumes Lajen kann man bis in die Steinzeit zurückverfolgen (etwa 6.000 Jahre v. Chr.). Tatsächlich ist auf der Raschötz (dem Hausberg von Lajen) ein Jägerrastplatz aus dieser Zeit nachgewiesen worden. Funde aus der Bronze- und Eisenzeit (circa 2200 bis 2005 v. Chr) sowie ein Menhir wurden bei Grabungen am Wasserbühl entdeckt. Durch die begünstigte Lage Lajens konnte sich die Siedlung gut entwickeln. Die ältesten Hinweise sind kleine, typische Steinwerkzeuge und ein massiver Figurenmenhir. Dieser Menhir wurde aus Gneis (Granitgneis/Orthogneis) hergestellt. Er misst eine Länge von 170 und eine Höhe von 160 Zentimeter und ist maximal 40 Zentimeter breit. Das Gewicht des Menhirs liegt etwa bei 1500 kg. Auf dem Menhir befindet sich eine anthropomorphe Darstellung mit Schulter-, Hals- und Kopfpartie. Zudem findet man zwei Dolche, wovon einer nicht eindeutig erkennbar ist. Aus der Eisenzeit wurde ein rätisches Haus gefunden. Das Gebäude wird in eine Zeit zwischen dem 5. und 3. Jh. v. Chr. eingeordnet. Aus der Römerzeit wurden mehrere Münzen gefunden. Der Ortsname Lajen („Legian“) taucht zum ersten Mal in einer Schenkungsurkunde des Hochstifts Freising von 993/94–1005 auf.[1] In diesem Dokument übergibt eine Witwe namens Luitpirch ihren gesamten Grundbesitz dem Bischof Albuin von Brixen.[2]

Kultur & Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spätgotische Kirche Unsere Liebe Frau in Lajen

Walther von der Vogelweide[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lajen gehört zu jenen Orten, die als Geburts- und/oder als Wohnort von Walther von der Vogelweide diskutiert werden. Für Lajen ist dies mit der überregionalen Bekanntheit seiner Vogelweiden daraus zu begründen, dass das Lajener Ried, in dem sich Vogelweiden finden, in landschaftlicher Nähe und Verbindung zum Ort Waidbruck steht. Waidbruck war bis zur Eröffnung des Kunterswegs durch die Eisackschlucht (um 1314) eine Schlüsselstelle an der so genannten Kaiserstraße. Viele Reisende, Kaufleute, Pilger und geistliche Herren kamen hier vorbei. Auch die Besitzungen des Hochstiftes Augsburg und des Bistums Freising in Lajen sorgten für viel Mobilität. Bischof Wolfger von Passau, ein Förderer Walthers, hat seine Durchreise auf dieser Route dokumentiert. Der Name Waidbruck geht auf die Verbindung zu den angrenzenden Weiden zurück und legt aus der topografischen Besonderheit dieser Gegend einen Zusammenhang mit den Vogelweiden nahe. Das Indiz dafür, dass „von der Vogelweide“ als Herkunftsbezeichnung gelesen werden kann, schließen das Lajener Ried als Herkunfts- und/oder Aufenthaltsort Walthers nicht aus.

In Lajen werden in unregelmäßigen Abständen unter reger Beteiligung örtlicher Vereine und Geschäfte Wandertage und Umzüge mit dem Motto „Walther von der Vogelweide“ veranstaltet, zuletzt als 4. Wandertag („Marcia“) am 26. Juli 2014. [3] In Lajen gibt es auch eine Von-der-Vogelweide-Straße.

Landschaftsbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kulturlandschaft um den Hauptort Lajen

Das Siedlungsgebiet in Lajen wird von verstreuten Höfen und Weilern geprägt. Die zahlreichen Ackerterrassen und die sie umgebenden Flurgehölze (Bäume und Sträucher) gehören zu den Merkmalen der Kulturlandschaft an den südexponierten Hängen bei Lajen Ried.

Wandern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde Lajen gibt es zahlreiche Wanderwege, so u. a. Mittelgebirgswanderungen und Bergwanderungen auf die Raschötz. Der Poststeig führt von Lajen nach St. Ulrich in Gröden. Sehr beliebt sind die Törggelewanderungen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Kraftverkehr ist Lajen in erster Linie durch die SS 242 erschlossen. Nahe der Talsohle am Eisack verlaufen zudem die A22 und die Brennerbahn. Letztere bietet am Bahnhof Waidbruck-Lajen – trotz größerer Nähe zum Waidbrucker Ortszentrum auf Lajener Gemeindegebiet gelegen – eine Zugangsstelle.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister seit 1952:[4]

  • Anton Schmalzl: 1952–1960
  • Anton Schenk: 1960–1966
  • Otto Ploner: 1966–1974
  • Alois Unterthiner: 1974–1990
  • Gottfried Vonmetz: 1990–1995
  • Engelbert Grünberger: 1995–2010
  • Stefan Leiter: 2010–

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeinde Lajen (Hrsg.): Gemeindebuch Lajen. Lajen 1993 (online)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lajen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Bd. 1: Bis zum Jahr 1140. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2009, ISBN 978-3-7030-0469-8, S. 135–137 Nr. 170.
  2. Südtiroler Amt für Bodendenkmäler: Archäologie in Lajen. Ausstellungskatalog
  3. http://www.lajen.info
  4. Die Bürgermeister der Gemeinden Südtirols seit 1952. In: Festschrift 50 Jahre Südtiroler Gemeindeverband 1954–2004. Südtiroler Gemeindenverband, S. 139–159, abgerufen am 16. November 2015 (PDF; 15 MB).