Rodeneck

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Rodeneck
(ital: Rodengo)
Wappen
Wappen von Rodeneck
Karte
Rodeneck in Südtirol - Positionskarte.svg
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen – Südtirol
Bezirksgemeinschaft: Eisacktal
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2018)
1.195/1.240
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
99,65 % deutsch
0,26 % italienisch
0,09 % ladinisch
Koordinaten 46° 47′ N, 11° 41′ OKoordinaten: 46° 47′ N, 11° 41′ O
Meereshöhe: 620–2100 m s.l.m. (Zentrum: 885 m s.l.m.)
Fläche: 29,5 km²
Dauersiedlungsraum: 5,1 km²
Fraktionen: Ahnerberg, Fröllerberg, Gifen, Nauders, Spisses, St. Pauls, Vill
Nachbargemeinden: Mühlbach, Vintl, Kiens, St. Lorenzen, Lüsen, Natz-Schabs
Partnerschaft mit: Mainz-Finthen, Gnadenwald
Postleitzahl: 39037
Vorwahl: 0472
ISTAT-Nummer: 021075
Steuernummer: 81006010219
Bürgermeister (2015): Klaus Faller (SVP)

Rodeneck ([ˈrodɛnɛk]; italienisch Rodengo) ist eine italienische Gemeinde Südtirols mit 1240 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2018) im Eisacktal, südöstlich von Mühlbach.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Siedlungsgebiet der Gemeinde Rodeneck liegt in Höhenlagen zwischen 750 und 1500 m verstreut auf einer Mittelgebirgsterrasse östlich über dem Übergang vom Pustertal ins Eisacktal. In landeskundlichen Beschreibungen wird die Gemeinde dementsprechend mal der einen, mal der anderen Talschaft zugerechnet; aufgrund ihrer Nähe zu Brixen ist sie jedoch der modernen Bezirksgemeinschaft Eisacktal zugeteilt. Im Westen wird Rodeneck vom Unterlauf der Rienz und dem Mühlbacher Stausee begrenzt. Im Osten steigt das Gemeindegebiet zum Bergkamm an, der die Rodenecker Alm trägt und den Lüsner Bergen, einer Untergruppe der Dolomiten, zugerechnet wird. Dort erreicht Rodeneck knapp unter dem Astjoch auf rund 2100 m seinen höchsten Punkt.

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rodeneck besteht aus sieben Fraktionen. Im Hauptort Vill (885 m; ca. 500 Einwohner) befinden sich Grundschule und Kindergarten, Rathaus und Bibliothek, das Mehrzweckgebäude „Haus Konrad von Rodank“ und das Feuerwehrhaus, Widum und Pfarrkirche, eine Bank und ein Gewerbegebiet sowie die Hauptsehenswürdigkeit, das Schloss Rodenegg. Durch eine Art Ringstraße mit Vill verbunden und jeweils ca. 1 Kilometer vom Hauptort entfernt finden sich das Haufendorf Gifen (1000 m; ca. 100 Einwohner), das Straßendorf Nauders (980 m; ca. 250 Einwohner) sowie das aus einem kleinen Ortskern und verstreuten Gehöften bestehende St. Pauls (860 m; ca. 100 Einwohner). Zwischen Vill und Gifen zweigt die Straße ab, die nach Spisses führt (ca. 80 Einwohner), eine sich südöstlich zum Ausgang des Lüsner Tals hin erstreckende Streusiedlung. Von Nauders aus führt eine Bergstraße hinauf zu den Bergweilern Ahnerberg (ca. 40 Einwohner) und Fröllerberg (ca. 70 Einwohner).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptzufahrt nach Rodeneck erfolgt von Mühlbach aus, wo die gut ausgebaute Landesstraße 32 von der Pustertaler Staatsstraße abzweigt, um zu der Rodenecker Siedlungsterrasse aufzusteigen. Eine weitere Zufahrt ergibt sich von Lüsen aus, mit dem Rodeneck durch eine schmale, bis nahe an die Rodenecker Alm hinaufführende Bergstraße verbunden ist.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat heute knapp 1200 Einwohner, eine Zahl, die sich in den letzten 200 Jahren nur geringfügig geändert hat. So waren 1821 schon 933 Einwohner gemeldet, 1900 waren es 746, im Jahr 1961 893, bei der Volkszählung 1991 schließlich 1031 und um die Jahrtausendwende erstmals über 1100.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick über Rodeneck von der Straße auf die Rodenecker Alm aus

Rodenecker Orts- und Hofnamen weisen auf eine prähistorische bzw. römische Besiedlung hin. Gestützt wird diese These auch durch den Fund von Resten von „Wallburgen“, die in die mittlere Bronzezeit zurückreichen (ca. 1500 v. Chr.). Spuren von Jägerrastplätzen (ortsfremde Silex- und Bergkristallsplitter) auf der Rodenecker Alm stammen gar aus der Mittelsteinzeit (ca. 5000 v. Chr.). Urkundlich wird die Ansiedlung erstmals als „Rotungun“ 1050 erwähnt (als Ort von Schenkungen an den Bischof). Sie tritt dann jahrhundertelang in verschiedenen Wortwandlungen auf; der Name „Rodeneck“ wird erstmals 1314 genannt. Rodeneck erlangte als eigene Gerichtsherrschaft weit über die Ortsgrenzen hinaus an Bedeutung. Als Burgfrieden von Schloss Rodenegg war die Geschichte des Ortes stets eng mit dem Schicksal der Burg verknüpft; die Einwohner waren verpflichtet, für den Unterhalt des Burgherrn und die Erhaltung der Burg zu sorgen, und genossen dafür ihrerseits so manche (v. a. steuerliche) Vorrechte. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts wird Rodeneck als eigenständige Gemeinde geführt, die seit 1822 ein Gemeindevorsteher verwaltete. Schwere Zeiten durchlebte der Ort im Ersten Weltkrieg und in den darauf folgenden Jahren des Faschismus und der rücksichtslosen Italianisierung. Dabei verlor die Gemeinde 1926 auch ihre Selbstverwaltung und wurde der Gemeinde Mühlbach unterstellt. Erst 1955 erlangte man nach langem Ringen wieder die Eigenständigkeit zurück.

Die Verfachbücher des Gerichtes Rodeneck befinden sich im Südtiroler Landesarchiv (Zeitraum 1528–1850).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat (2015)
3
12
12 
Insgesamt 15 Sitze

Bürgermeister seit 1956:[1]

  • Leo Rastner: 1956–1969
  • Franz Amort: 1969–1970
  • Anton Faller: 1970–1974
  • Franz Mutschlechner: 1974–1985
  • Anton Faller: 1985–1990
  • Gottfried Silgoner: 1990–2005
  • Klaus Faller: seit 2005

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindewappen von Rodeneck zeigt in blauem Schild einen silber/weißen, allseits randständigen Sparren. Es ist identisch mit dem Wappenschild der Erbauer und Herren von Burg Rodank bzw. Rodenegg.[2]

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bildungsausschuss Rodeneck (Hrsg.): Rodeneck – Bilder aus vergangenen Zeiten. Athesia, Brixen 2005 (online)
  • Johann Hochgruber: Rodeneck im Wandel der Zeit. Athesia, Bozen 1974
  • Ignaz Mader: Ortsnamen und Siedlungsgeschichte von Mühlbach-Rodeneck. In: Schlern-Schriften Bd. 99. Innsbruck 1952
  • Josef Niedermair: Mühlbach, Meransen, Vals, Spinges, Rodeneck. Athesia, Bozen 1982, ISBN 88-7014-267-1
  • Alois Rastner, Ernst Delmonego (Hrsg.): Heimatbuch Rodeneck. Geschichte und Gegenwart. Athesia, Brixen 1986
  • Alois Rastner: Rodeneck – Vom Burgfrieden zur Gemeinde. Athesia, Brixen 1994
  • Helmut Stampfer: Schloss Rodenegg. Geschichte und Kunst. Pluristamp, Bozen 1998, ISBN 88-87301-01-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Rodeneck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Bürgermeister der Gemeinden Südtirols seit 1952. (PDF; 15 MB) In: Festschrift 50 Jahre Südtiroler Gemeindeverband 1954–2004. Südtiroler Gemeindenverband, S. 139–159, abgerufen am 16. November 2015.
  2. http://www.gemeinde.rodeneck.bz.it/system/web/zusatzseite.aspx?menuonr=219901108&detailonr=220363924