Aldein

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Aldein im Lagertal ist eine deutsche Bezeichnung für die Gemeinde Aldeno in der Provinz Trient.
Aldein
(ital.: Aldino)
Wappen von Aldein
Aldein in Südtirol - Positionskarte.svg
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen (Südtirol)
Bezirksgemeinschaft: Überetsch-Unterland
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2015)
1.652/1.670
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
98,07 % deutsch
1,74 % italienisch
0,19 % ladinisch
Koordinaten 46° 22′ N, 11° 21′ OKoordinaten: 46° 22′ N, 11° 21′ O
Meereshöhe: 535–2439 m s.l.m. (Zentrum: 1225 m s.l.m.)
Fläche: 63,19 km²
Dauersiedlungsraum: 8,2 km²
Fraktionen: Aldein, Radein
Nachbargemeinden: Auer, Branzoll, Carano (TN), Daiano (TN), Deutschnofen, Montan, Truden, Varena (TN)
Postleitzahl: 39040
Vorwahl: 0471
ISTAT-Nummer: 021001
Steuernummer: 80009810211
Bürgermeister (2015): Christoph Matzneller (SVP)

Aldein ([alˈdaɪ̯n]; italienisch Aldino) ist eine Gemeinde mit 1670 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2015) im Unterland in Südtirol (Italien). Sie befindet sich südöstlich von Bozen auf dem Hochplateau des Regglberges. Sie besteht aus den Ortschaften Aldein, Radein und Holen.

Wirtschaftlich von Bedeutung sind neben der Landwirtschaft auch Handwerk und Tourismus (u. a. auch wegen der Nähe zum Skizentrum Jochgrimm).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Aldein auf dem Regglberg von Süden vom Cislon gesehen

Die Gemeinde Aldein dehnt sich auf einer Fläche von 63,19 km² im Süden Südtirols aus. Sie nimmt dabei den Südteil des zu den Fleimstaler Alpen gezählten Regglberger Hochplateaus und einige angrenzende Berggebiete ein. Auf dem Hochplateau selbst, umgeben von einigen Weilern und zahlreichen Einzelhöfen, befindet sich der Hauptort der Gemeinde, Aldein (1160–1220 m s.l.m.). Südlich des Hauptorts, wo das Tal des Schwarzenbachs den Regglberg begrenzt, liegt die Ortschaft Holen (660–760 m), im Südosten hingegen, vom übrigen Gemeindegebiet durch die tiefe Schlucht des Bletterbachs getrennt, die Fraktion Radein (Neuradein: 1030–1040 m; Unterradein: 1090–1250 m; Oberradein: 1400–1600 m).

Die höchsten Erhebungen Aldeins bauen sich im Osten oberhalb von Radein auf: die markanten Zwillingsgipfel Weißhorn (2317 m) und Schwarzhorn (2439 m), durch den Gebirgssattel Jochgrimm (1989 m) voneinander getrennt.

Der angrenzende Nordteil des Regglbergs gehört zur Nachbargemeinde Deutschnofen. Im Westen fällt der Reggelberg zum von der Etsch durchflossenen Talboden des Unterlands auf der Höhe der Gemeinden Auer und Branzoll ab. Im Süden stößt Aldein an Montan und Truden. Die südöstliche Gemeindegrenze zu Carano, Daiano und Varena stellt gleichzeitig die Südtiroler Landesgrenze zum Trentino dar.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aldein wird ersturkundlich im späten 12. Jahrhundert (1177–1185) als „Aldin“ genannt.[1] Die Pfarrkirche, der Hl. Helena geweiht, wird erstmals 1309 in Rechtsaufzeichnungen genannt, welche auch ihre Stellung als bedeutsamen Grundbesitzer am Regglberg und im Bozner Unterland erweisen.[2] Auch die Tatsache, dass im Friedhof der Kirche noch im 14. Jahrhundert Vertragsabschlüsse getätigt wurden, spricht für die Bedeutung des kirchlichen Siedlungsmittelpunktes.[3] Die heutige Kirche ruht auf einem vorgängigen romanischen Doppelapsidenbau.

Die Ortschaft Aldein gehörte bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zum Gerichtsbezirk Neumarkt in Tirol und war Teil des Bezirks Bozen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde Aldein befinden sich zwei deutschsprachige Grundschulen im Hauptort Aldein und in Radein, die beide dem Schulsprengel der Nachbargemeinde Auer angeschlossen ist.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarrkirche zur Hl. Helena von Aldein

In der Nähe, aber auf Deutschnofner Gemeindegebiet, befindet sich das Kloster Maria Weißenstein (1553).

Eine besondere Sehenswürdigkeit ist der Geoparc Bletterbach unter dem Weißhorn. Die Bletterbachschlucht ist seit dem 26. Juni 2009 Teil des Weltnaturerbes der UNESCO. Das Besucherzentrum liegt nahe Aldein, das Geomuseum in Oberradein.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister seit 1952:[5]

  • Albert Matzneller: 1952–1956
  • Johann Pitschl: 1956–1969
  • Vitus Gruber: 1969–1993
  • Josef Pitschl: 1993–2010
  • Christoph Matzneller: 2010–

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aldein ist der Geburtsort von Luis Lintner (1940–2002), einem Südtiroler Missionar, der am 16. Mai 2002 in Brasilien ermordet wurde, und von Kardinal Johann Franzelin (1816–1886).

Weitere Persönlichkeiten aus Aldein sind die Priester und Hochschullehrer Florian Pitschl (* 1947), Alois Gurndin und Martin Lintner.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fanny Wibmer-Pedit: Gewitter über Aldein. Roman. Tyrolia: Innsbruck 1966 (1947), Nachdr. Heyn: Klagenfurt 1984. ISBN 3-85366-428-8
  • Maria Pichler: The historical development of tourism in the outlying South Tyrolean villages of Aldein and Radein. Universität Trient 2004/05.
  • Annemarie Haas-Girardi: Radein, ein Bergdorf im Bozner Unterland. Bozen 2006.
  • Museumsverein Aldein (Hrsg.): Aldein – Unser Dorfbuch. Bozen 2012.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Aldein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Franz Huter: Tiroler Urkundenbuch. Die Urkunden zur Geschichte des deutschen Etschlandes und des Vintschgaus. I. Abt., Bd. 1. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 1937, Nr. 349.
  2. Hannes Obermair: „Promisit perpetualiter dare ...“. Das notarielle Zinsregister der St.-Helena-Kirche in Aldein aus dem 14. Jahrhundert (= Der Schlern. Bd. 72). Verlagsanstalt Athesia, Bozen 1998, ISBN 978-3-7030-0803-0, S. 653–664, Bezug S. 656.
  3. Herwig Ebner: „... in cimiterio ...“. Der Friedhof als Beurkundungsort. In: Helmut Bräuer, Elke Schlenkrich (Hrsg.): Die Stadt als Kommunikationsraum: Beiträge zur Stadtgeschichte vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Leipzig: Universitätsverlag 2001. ISBN 3-934565-72-7, S. 124–125.
  4. Schulsprengel Auer. Südtiroler Bürgernetz, abgerufen am 26. Oktober 2014.
  5. Die Bürgermeister der Gemeinden Südtirols seit 1952. In: Festschrift 50 Jahre Südtiroler Gemeindeverband 1954–2004. Südtiroler Gemeindenverband, S. 139–159, abgerufen am 16. November 2015 (PDF; 15 MB).