The West Wing – Im Zentrum der Macht

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Seriendaten
Deutscher Titel The West Wing – Im Zentrum der Macht
Originaltitel The West Wing
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Jahr(e) 1999–2006
Produktions-
unternehmen
John Wells Productions,
Warner Bros. Television
Länge ca. 42 Minuten
Episoden 154 in 7 Staffeln (Liste)
Genre Drama
Idee Aaron Sorkin
Musik W. G. Snuffy Walden
Erstausstrahlung 22. September 1999 (USA) auf NBC
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
19. Mai 2008 auf FOX
Besetzung

The West Wing – Im Zentrum der Macht (Originaltitel: The West Wing) ist eine US-amerikanische Fernsehserie, die zwischen 1999 und 2006 produziert wurde und den Alltag eines fiktiven US-Präsidenten sowie seines Beraterstabs darstellt.

Die von Aaron Sorkin erfundene Serie wurde von Warner Bros. Television produziert. Die Erstausstrahlung fand 1999 in den Vereinigten Staaten auf dem Sender NBC statt. Die letzte von insgesamt 154 Folgen wurde am 14. Mai 2006 ausgestrahlt. Im deutschen Sprachraum wurde die Serie erstmals ab dem 19. Mai 2008 auf dem Pay-TV-Sender FOX gezeigt. Eine Ausstrahlung im deutschen Free-TV erfolgte nicht.

Der Titel der Serie bezieht sich auf den West Wing, den Gebäudeflügel des Weißen Hauses, in dem das Oval Office sowie die Büros der engsten Präsidentenberater und ihrer Mitarbeiter untergebracht sind.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Serie handelt vom Alltag des amerikanischen Präsidenten Josiah „Jed“ Bartlet, seiner Familie und seines Beraterstabs. Sie setzt gegen Beginn des zweiten Jahres der ersten Amtszeit des Präsidenten ein. Neben der täglichen Arbeit des Führungsstabes behandelt die Serie unter anderem ein Attentat auf den Präsidenten, dessen MS-Erkrankung und den Umgang mit der Öffentlichkeit, sowie den Wahlkampf zu einer zweiten Amtszeit Bartlets. Gegen Ende der sechsten Staffel beginnt der Vorwahlkampf der demokratischen Partei zu Bartlets Nachfolger und dem anschließenden Präsidentschaftswahlkampf.

Staffel 1[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Staffel setzt im ersten Jahr der ersten Amtszeit des demokratischen Präsidenten Jed Bartlet ein. Das Weiße Haus sieht sich mit der eigenen, festgefahrenen Neutralität und Regierungsunfähigkeit konfrontiert. Einige Episoden offenbaren die verzweifelte Suche nach einer Hintertür, durch die die Regierung ein Gesetz verabschieden könnte. Diese Machtlosigkeit endet mit der Folge „Lass Bartlet Bartlet sein“. In dieser entscheiden sich Präsident Bartlet und sein Stabschef Leo McGarry dazu, trotz aller Ungewissheit jeden für sie wichtigen Kampf zu bestreiten. Die Staffel endet mit einem durch einen Attentatsversuch motivierten Cliffhanger.

Staffel 2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zweite Staffel behandelt den Zeitraum zwischen dem Ende des zweiten und der Mitte des dritten Jahres. Sie umfasst ein breiteres Spektrum der Gesetzgebung als die erste Staffel und beschäftigt sich mit Themen wie den Rechten von Hassgruppen und einem umfassenden Kernwaffenteststopp-Vertrag. Am Ende der Staffel macht der Präsident seine ihm schon vor der Präsidentschaft bekannte MS-Erkrankung öffentlich. Bevor er die Frage eines Reporters, ob er für eine zweite Amtszeit kandidiert, beantwortet, endet die Staffel.

Staffel 3[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die dritte Staffel beschäftigt sich mit dem dritten und vierten Jahr der ersten Amtszeit und beginnt mit der Ankündigung Bartlets, erneut für das Amt des Präsidenten kandidieren zu wollen. Später geht es um die Wahlkampagne, die Ermittlungen des Kongress gegen Bartlet wegen Wahlbetrugs, eine Morddrohung gegen die Pressesprecherin C.J. Cregg und die daraus resultierende Beziehung zu einem zu ihrem Schutz eingesetzten Agenten des Secret Service. Weiterhin plant der Verteidigungsminister des fiktiven Staates Qumar einen Terroranschlag gegen die Vereinigten Staaten. Das Staffelfinale klärt einige dieser Handlungsstränge. Unter anderem fällt der Verteidigungsminister von Qumar einer von Präsident Bartlet befohlenen Tötung zum Opfer.

Figuren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Josiah Bartlet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Martin Sheen spielt Präsident Bartlet

Josiah Edward Bartlet, genannt Jed, ist von der ersten bis zur letzten Folge in zwei Amtszeiten zwischen 1999 und 2007 Präsident der Vereinigten Staaten.

Als bekennender Katholik besuchte Bartlet die Phillips Exeter Academy, an der sein Vater als Direktor fungierte. Er wurde von den Universitäten in Harvard und Yale angenommen, entschied sich allerdings für die University of Notre Dame, da er Priester werden wollte. Sein Bachelor-Studium schloss Bartlet in Amerikanistik und Theologie ab. Von der London School of Economics erhielt er die Doktorwürde in Wirtschaftswissenschaften. Bartlet spricht vier Sprachen, darunter Latein, Englisch und Deutsch. Zudem erhielt er den Wirtschaftsnobelpreis. Bartlet, dessen real existierender Vorfahre Josiah Bartlett die Unabhängigkeitserklärung unterzeichnete, hat mit seiner Ehefrau Abigail drei Töchter. In der Folge Der Präsident in Bedrängnis wird bekannt, dass er seit Jahren an schubförmig remittierender Multipler Sklerose leidet und nur wenige Leute davon wissen. Unmittelbar vor seiner Amtszeit als Präsident war er für zwei Amtsperioden Gouverneur seines Heimatstaates New Hampshire und davor für drei Amtszeiten Kongressabgeordneter für einen Bezirk in seinem Heimatstaat.

Präsident Bartlet wird als aufrichtiger Mann dargestellt, der ein gutes Herz hat und keinen Groll hegt, wie sein stellvertretender Stabschef Josh Lyman sagt. Bartlets Wissen beschreibt Lyman als umfassend und seine allgemeine Umgangsweise als höflich. Sein Stabschef und Freund Leo McGarry bezeichnet ihn als einen nachdenklichen Mann, der, wie im Laufe der Serie offensichtlich wird, dazu neigt, Fehler einzugestehen. Bartlet repräsentiert in vielen Aspekten einen äußerst liberalen Präsidenten, obwohl er sich gegen die Abtreibung ausspricht, da er der Meinung ist, die Regierung dürfe dieses Thema nicht durch ein Gesetz reglementieren. Charakteristisch für Bartlet sind sein Intellekt, sein Mitgefühl für jene, die weniger Glück haben, sowie sein Sinn für Humor, der in der Öffentlichkeit zeitweise auch zu Problemen führt. Auch sticht seine Integrität heraus, die allerdings nicht vollkommen unfehlbar ist.

Josh Lyman[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bradley Whitford spielt Josh Lyman

Joshua Lyman, genannt Josh, füllt zu Beginn der Serie die Position des stellvertretenden Stabschefs des Weißen Hauses aus.

Lyman machte seinen Abschluss an den Eliteuniversitäten in Harvard und Yale. Als nichtpraktizierender Jude, dessen Großvater im Konzentrationslager Birkenau festgehalten wurde, war er vor Serienbeginn Angestellter von John Hoynes, dem führenden Präsidentschaftskandidaten der Demokraten. Da Hoynes allerdings oftmals nicht konform mit seiner Meinung ging und Lyman dies frustrierte, wechselte er nach Empfehlung von Leo McGarry, einem alten Freund seines Vaters, ins Lager des Gegenkandidaten Jed Bartlet. Trotz seiner idealistischen Prägung, die er mit seinen Kollegen teilt, neigt Lyman von allen Charakter am ehesten dazu, weniger ehrwürdige Strategien ins Auge zu fassen, sodass er gelegentlich Lösungen und Methoden vorschlägt, die die anderen Mitglieder des Stabs nicht billigen würden. Um die Ziele seiner Regierung zu erreichen, greift er so zu Maßnahmen wie Bedrohung, Einschüchterung und Erpressung.

Toby Ziegler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Richard Schiff spielt Toby Ziegler

Tobias Zachary Ziegler, genannt Toby, ist über einen langen Zeitraum Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses.

Ziegler ist ein trotz seiner Erscheinung als Griesgram eine Art Idealist, der anders als seine Kollegen oftmals davon absieht, seine eigenen politischen Ansichten in Frage zu stellen. Er wird als eindrucksvoller Gegner in Diskussionen dargestellt, der seinen Standpunkt mit Leichtigkeit deutlich machen kann, auch gegenüber dem Präsidenten. Zudem ist er für seine bissigen Bemerkungen bekannt.

Sam Seaborn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rob Lowe spielt Sam Seaborn

Samuel Norman Seaborn, genannt Sam, ist in den ersten vier Staffeln der stellvertretende Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses.

Seaborn wuchs in Laguna Beach, Kalifornien, auf und machte seinen Abschluss an der Princeton University. Er arbeitete als Angestellter für einige Kongressabgeordnete und zudem als angehender Anwalt in New York City. Nach der Wahl, die Präsident Bartlet für sich entscheiden konnte, erhält Seaborn die Position des stellvertretenden Kommunikationsdirektors des Weißen Hauses, nachdem er bereits im Wahlkampf für Bartlet arbeitete. In seiner neuen Position im Weißen Haus arbeitet er oft mit Toby Ziegler zusammen, um wichtige Reden des Präsidenten zu schreiben, insbesondere die Rede zur Lage der Nation und Bartlets Rede zu seiner Amtseinführung.

C.J. Cregg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allison Janney spielt C.J. Cregg

Claudia Jean Cregg, genannt C.J., geboren in Dayton, Ohio, ist bis zur sechsten Staffel Pressesprecherin des Weißen Hauses, bevor sie von da an bis zur letzten Folge die Position der Stabschefin ausübt.

Leo McGarry[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leo Thomas McGarry, genannt Leo, übt zu Beginn der Serie die Position des Stabschefs des Weißen Hauses aus.

Als der erste Berater von Präsident Jed Bartlet hat McGarry sein Büro direkt neben dem Oval Office. Außerdem begleitet er den Präsidenten in Krisensituationen in den Situation Room. Er ist sehr in die tagtägliche Politik und Arbeit des Mitarbeiterstabs involviert. Eine seiner Inspirationen ist der „Big Block of Cheese Day“, an dem Gruppen, deren Anliegen vom Weißen Haus normalerweise nicht beachtet werden, die Möglichkeit zu Treffen mit hochrangigen Mitarbeitern bekommen. Mehr als einmal wird McGarry im Laufe der Serie als der Mann bezeichnet, der „das Land regiert“. Er wird von Mitgliedern aus beiden politischen Lagern mit großem Respekt behandelt.

Weitere Hauptfiguren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mandy Hampton ist in der ersten Staffel die Medienberaterin des Weißen Hauses. Sie ist Joshs Ex-Freundin und verliert ihren Job am Ende der ersten Staffel aus ungeklärten Gründen. (Staffel 1)
  • Charlie Young ist der persönliche Assistent von Präsident Bartlet. Seine Mutter, eine Polizistin, wurde bei einem Einsatz erschossen. (Staffel 1-7)
  • Donna Moss ist die persönliche Assistentin des stellvertretenden Stabschefs Josh Lyman. Sie arbeitet seit dem Wahlkampf für Josh. (Staffel 1-7)
  • Abbey Bartlet ist die Ehefrau von Präsident Bartlet und somit die First Lady. Sie ist Ärztin und hat gemeinsam mit ihrem Mann drei Töchter. (Staffel 1-7)
  • Will Bailey übernimmt in der vierten Staffel die Position des stellvertretenden Kommunikationsdirektors. Will ersetzt während der vierten Staffel Sam als Redenschreiber. (Staffel 4-7)
  • Kate Harper ist mit dem Beginn der fünften Staffel als stellvertretende Nationale Sicherheitsberaterin. (Staffel 5-7)
  • Matt Santos tritt als Kandidat der Demokratischen Partei bei den Präsidentschaftswahlen 2006 an. Er möchte eigentlich aus der Politik aussteigen, wird aber von Josh Lyman zur Präsidentschaftskandidatur bewegt. Nachdem er als junger Hispanoamerikaner aus Texas in den Vorwahlen zunächst chancenlos ist, erreicht er gemeinsam mit Josh, der seinen Wahlkampf organisiert, die Nominierung der Demokraten. Er tritt folglich gegen den republikanischen Kandidaten Arnold Vinick an gewinnt die Wahl mit einem hauchdünnen Vorsprung. In der letzten Folge der Serie wird Santos zum neuen Präsidenten und Nachfolger von Präsident Bartlet vereidigt. (Staffel 6-7)
  • Arnold Vinick ist der republikanische Kandidat bei den Präsidentschaftswahlen 2006. Mühelos wird er von den Republikanern zum Präsidentschaftskandidaten gewählt und trifft auf den Demokraten Matt Santos. Er verliert die Wahl nur knapp und erhält danach vom designierten Präsidenten Santos das Angebot, Außenminister zu werden. (Staffel 6-7)
  • Annabeth Schott arbeitet als Assistentin für Toby und später auch für Leo. (Staffel 6-7)

Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronisation entsteht nach den Dialogbüchern von Michael Erdmann, Dirk Bublies, Thomas Petruo und Peter Minges und unter der Dialogregie von Matthias Müntefering, Michael Erdmann, Marco Kröger, Hans-Jürgen Dittberner und Peter Minges durch die Synchronfirma Deutsche Synchron Film GmbH in Berlin.[1]

Die Tabelle nennt die Schauspieler, ihre Rollennamen, ihre Zugehörigkeit zur Hauptbesetzung (●) bzw. zu den Neben- und Gastdarstellern (•) je Staffel (1–7), die Summe der Episoden mit Auftritten in Haupt- und Neben- bzw. Gastrolle sowie ihre deutschen Synchronsprecher.

The West Wing – Im Zentrum der Macht
Schauspieler Rollenname 1 2 3 4 5 6 7 Episoden Deutscher Synchronsprecher
Lowe, Rob Rob Lowe Seaborn, Sam Sam Seaborn 84 Deutelmoser, Matthias Matthias Deutelmoser
Kelly, Moira Moira Kelly Hampton, Mandy Mandy Hampton 22 Al-Akel, Ghadah Ghadah Al-Akel
Hill, Dulé Dulé Hill Young, Charlie Charlie Young 134 Fritzsche, Rainer Rainer Fritzsche
Janney, Allison Allison Janney Cregg, C.J. C.J. Cregg 136 Buchholz, Karin Karin Buchholz
Schiff, Richard Richard Schiff Ziegler, Toby Toby Ziegler 144 Kröger, Marco Marco Kröger
Spencer, John John Spencer McGarry, Leo Leo McGarry 154 Bussinger, Hans-Werner Hans-Werner Bussinger (bis Staffel 3), Krohm, Uli Uli Krohm (ab Staffel 4)
Whitford, Bradley Bradley Whitford Lyman, Josh Josh Lyman 154 Dittberner, Hans-Jürgen Hans-Jürgen Dittberner (bis Staffel 5), Pan, Michael Michael Pan (ab Staffel 6)
Sheen, Martin Martin Sheen Bartlet, Jed Jed Bartlet 154 Kuhnert, Reinhard Reinhard Kuhnert
Moloney, Janel Janel Moloney Moss, Donna Donna Moss 149 Mazay, Sabine Sabine Mazay
Channing, Stockard Stockard Channing Bartlet, Abbey Abbey Bartlet 69 Strietzel, Daniela Daniela Strietzel
Malina, Joshua Joshua Malina Bailey, Will Will Bailey 80 Grap, Klaus-Peter Klaus-Peter Grap
McCormack, Mary Mary McCormack Harper, Kate Kate Harper 48 Michaelis, Eva Eva Michaelis
Smits, Jimmy Jimmy Smits Santos, Matt Matt Santos 37 Rettinghaus, Charles Charles Rettinghaus
Alda, Alan Alan Alda Vinick, Arnold Arnold Vinick 28 Haar, Eberhard Eberhard Haar
Chenoweth, Kristin Kristin Chenoweth Schott, Annabeth Annabeth Schott 34 Carlsson, Anna Anna Carlsson

Mit Ausnahme von Martin Sheen, der 300.000 US-Dollar pro Episode verdiente, erhielt jeder der Hauptdarsteller ungefähr 75.000 US-Dollar für jede Episode.[2] Rob Lowe verließ die Serie während der vierten Staffel angeblich deshalb, weil ihm keine Gehaltserhöhung zugestanden wurde.[3] Vergütungsungleichheiten führten zu öffentlich gemachten Streitereien, die insbesondere von Allison Janney, Richard Schiff, John Spencer und Bradley Whitford forciert wurden. Während Vertragsverhandlungen drohte ihnen Warner Bros. im Jahr 2001 mit Klagen aufgrund vertragswidriger Handlungen seitens der Schauspieler. Jedoch schlossen sich die Schauspieler zusammen und konnten das Studio davon überzeugen, ihre Bezüge zu verdoppeln. Zwei Jahre später forderten jene vier Schauspieler erneut eine Verdopplung ihrer Gehälter, nachdem Warner Bros. einen neuen Lizenzvertrag mit den ausstrahlenden Sendern NBC und Bravo unterzeichnete.[4]

Am 16. Dezember 2005 starb John Spencer infolge einer Herzattacke, nachdem sein Charakter in der Serie ein Jahr zuvor ebenfalls fast im Zuge einer Herzattacke starb.[5] Vor der Episode „Running Mates“, der ersten ausgestrahlten Folge nach Spencers Tod, hielt Martin Sheen eine kurze Gedenkansprache. In der Serie selbst wird Spencers Tod beginnend mit der am 2. April 2006 ausgestrahlten Folge „Election Day“ thematisiert.

In einem Interview auf der DVD zur ersten Staffel sagt Bradley Whitford, dass er als Sam gecastet wurde, obwohl Serienschöpfer Aaron Sorkin den Charakter Josh speziell für ihn kreiert hatte. Im gleichen Interview gestand Janel Moloney, dass sie ursprünglich für die Rolle von C.J. vorgesehen und die Besetzung ihrer späteren Rolle Donna gar nicht geplant war. Andere Schauspieler wurden für andere Rolle ernsthaft in Erwägung gezogen. So konnten sich die Macher der Serie Alan Alda und Sidney Poitier als Präsident, Judd Hirsch als Leo, Eugene Levy für Toby und CCH Pounder für C.J. vorstellen.[6]

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprung der Serie ist der Kinofilm Hallo, Mr. President, für den Sorkin das Drehbuch geschrieben hatte. Viele Figuren und Motive sowie nicht verwendete Szenen wurden in die Serie übernommen. Auch einige Schauspieler aus dem Film (allen voran Martin Sheen, der dort den Stabschef verkörperte) traten in The West Wing auf. In Sorkins nächster Serie Studio 60 on the Sunset Strip, die nach einer Staffel eingestellt wurde, arbeiteten drei Schauspieler mit, die bereits in The West Wing zu sehen waren: Bradley Whitford, Matthew Perry und Timothy Busfield. Karl Malden (als Father Thomas Cavanaugh) und David Graf (als Colonel Chase) hatten in der Serie ihre letzten Auftritte als Schauspieler.

Das Oval-Office-Set wurde ursprünglich für den Film Dave gebaut und später auch in Hallo, Mr. President verwendet, bevor es zum Schauplatz von The West Wing wurde.

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehausstrahlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausstrahlung im Free-TV

Bisher wurde die Serie im deutschen Free-TV nicht ausgestrahlt. Das Internetmagazin DWDL.de brachte bei einer Recherche zu den Gründen in Erfahrung, dass die Serie nicht die Zielgruppen der einzelnen Sender anspreche. So sei sie für ProSieben zu wortlastig und für die Zuschauer von RTL II zu anspruchsvoll, weshalb seitens des Magazins einzig über eine Ausstrahlung auf VOX oder Kabel1 spekuliert wurde. Der Sender Sat.1 sei durch die Erfolglosigkeit mit der Programmierung der Politserie Welcome, Mrs. President abgeschreckt gewesen.[7] Vor dem Start des Spartenprogramms ZDFneo im November 2009 habe der Sender sehr lange über eine Ausstrahlung der Serie nachgedacht, sich aber vorerst dagegen entschieden. Norbert Himmler, damaliger Leiter des Senders, schloss eine zukünftige Ausstrahlung der Serie allerdings nicht aus.[8]

Ausstrahlung im Pay-TV

Im Pay-TV wurde die Serie auf dem FOX Channel, der die Staffeln in der deutschen Synchronfassung und in chronologischer Reihenfolge zwischen dem 19. Mai 2008 und dem 25. Juli 2011 zum ersten Mal ausstrahlte.

DVD-Vertrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Serie wird in Deutschland seit dem 22. Oktober 2010 auf DVD vertrieben. Allerdings wurde seitdem nur die erste Staffel veröffentlicht.

Online-Verfügbarkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland hat kein SVoD-Anbieter die Serie in seinem Programmkatalog. Beim Dienst Maxdome können die Staffeln 1 bis 6 in deutscher Synchronfassung käuflich erworben werden. Bei Amazon Instant Video gilt dies ausschließlich für die erste Staffel. Alle weiteren Staffeln stehen nur in englischer Sprache zur Verfügung. Der iTunes Store bietet alle sieben Staffeln zum Verkauf an, wahlweise synchronisiert oder in der Originalfassung.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Realismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl die Serie den realen West Wing nicht in vollem Maße originalgetreu abbildet, bekannten frühere Mitarbeiter des Weißen Hauses, dass die Serie die Atmosphäre des realen West Wing gut einfange.[9] Allerdings gab die Tochter des früheren Präsidenten Gerald Ford zu wissen, dass sie die Serie nicht schauen könne, da die Darsteller in der Serie Wege beschreiten, die in der Realität nicht exisistieren würden.[10]

Eine Sonderdokumentation im Rahmen der dritten Staffel verglich die Abbildung des West Wing mit seinem realen Vorbild. Viele Menschen, die den West Wing im Laufe der Jahre hautnah erlebten, äußerten sich und lobten die Darstellung. Darunter waren der frühere Außenminister Henry Kissinger, der frühere Stabschef Leon Panetta, der damals stellvertretende Stabschef Karl Rove sowie die früheren Präsidenten Gerald Ford, Jimmy Carter und Bill Clinton.[11]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Emmys[12]
Staffel 1 2 3 4 5 6 7 G
Nominierungen 9 10 17 13 11 5 4 69
Prämierungen 9 8 4 2 1 0 2 26

Die Serie gewann den Emmy-Award in der Kategorie Outstanding Drama Series in den Jahren 2000, 2001, 2002 und 2003. Gemeinsam mit Polizeirevier Hill Street, L.A. Law – Staranwälte, Tricks, Prozesse und Mad Men ist The West Wing damit die am häufigsten ausgezeichnete Serie in dieser Kategorie. Zudem wurde jede der sieben Staffeln in dieser Kategorie nominiert. Insgesamt 20 Emmys gingen darüber hinaus an einzelne Schauspieler, Regisseure, Drehbuchautoren und Kameraleute. Mit insgesamt 9 Auszeichnungen in einem Jahr (2000) ist die erste Staffel die am häufigsten in einem Jahr geehrte Fernsehserie der amerikanischen Geschichte.

Die Serie erhielt zudem 3-mal den Humanitas-Preis, der Produktionen mit Augenmerk auf Menschenrechte und Freiheit auszeichnet. Prämiert wurden die Folgen Das heiße Eisen (2000), Zwei Kathedralen (2002) und Camp David (2005). Die Episoden In Excelsis Deo (2000) und Tag der Entscheidung (Teil 2) (2007) wurden zudem für die Auszeichnung nominiert.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Versuch des ZDF, das Serienkonzept unter dem Titel Kanzleramt auf deutsche Verhältnisse zu übertragen, wurde nach wenigen Folgen eingestellt.
  • Bisher konnte man die Serie zwar nicht im deutschen Free-TV ansehen, dafür wurden aber alle sieben Staffeln bei dem Pay-TV-Sender Fox Channel ausgestrahlt, sodass die gesamte Serie in einer deutschen Synchronfassung vorhanden ist. Im Handel ist eine Sammelbox mit allen 7 Staffeln und einer Bonus-DVD in englischer Sprache erhältlich. Seit April 2010 kann man über iTunes die erste Staffel mit deutscher Sprachversion kaufen. Seit April 2012 sind auch die zweite bis siebente Staffel bei iTunes erhältlich.
  • Am 22. Oktober 2010 wurde die erste Staffel von Warner Home Video auf DVD in deutscher Sprache veröffentlicht.
  • Die Folge "Isaac and Ishmael" wurde als Reaktion auf die Terroranschläge am 11. September 2001 produziert und bereits am 3. Oktober 2001 ausgestrahlt. Sie ist losgelöst von der eigentlichen Seriengeschichte und thematisiert den Umgang mit Terrorismus und die Auswirkungen auf die bürgerliche Freiheit. In Deutschland wurde die Folge bisher nicht ausgestrahlt. Sie wurde aber synchronisiert und ist über iTunes verfügbar.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritikenspiegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Positiv

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The West Wing in der Deutschen Synchronkartei, abgerufen am 31. Dezember 2015.
  2. Marcus Errico: Détente on West Wing Set. In: E! Online. 21. Juli 2001, abgerufen am 31. Dezember 2015 (englisch).
  3. Mark Armstrong: "West Wing": Low Pay Sparks Lowe Exit. In: E! Online. 24. Juli 2002, abgerufen am 31. Dezember 2015 (englisch).
  4. Lia Haberman: West Wing Salarygate. In: E! Online. 28. Juli 2003, abgerufen am 31. Dezember 2015 (englisch).
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBill Keveney: 'West Wing' actor John Spencer dies. In: USA Today. 2005-16-09, abgerufen am 31. Dezember 2015 (englisch).
  6. A look back at The West Wing: Entertainment Weekly in 60 seconds. In: Aol TV. 7. Mai 2006, abgerufen am 19. Mai 2006 (englisch).
  7. Thomas Lückerath: Der Obama-Faktor: Späte Ehre für "The West Wing"? In: DWDL.de. 4. Januar 2009, abgerufen am 22. Mai 2016.
  8. Thomas Lückerath: ZDFneo-Chef Himmler über Serien-Nachschub. In: DWDL.de. 19. Oktober 2009, abgerufen am 22. Mai 2016.
  9. Matthew Miller: The Real White House. In: Brill's Content. 1. März 2000, archiviert vom Original am 26. April 2006, abgerufen am 22. Mai 2016.
  10. C.W. Nevius: Just ask Chelsea, Jenna and Barbara: Escaping the glare of the spotlight isn't easy for kids whose dads work in the Oval Office. In: San Francisco Chronicle. 22. Januar 2004, abgerufen am 22. Mai 2016.
  11. `West Wing' Episode Acts As Documentary With Real-life Politicos In The Mix. In: Orlando Sentinel. 22. April 2002, abgerufen am 22. Mai 2016.
  12. Academy of Television Arts & Sciences: The West Wing: Awards & Nominations, 1. Januar 2016