Elektrische Zigarette

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Akku der Mini-Elektrozigarette an USB-Ladekabel
Elektrozigarette, Typ „eGo-T“ (aufgeschraubt bzw. gebrauchsfertig) mit einsetzbaren weißen Liquidtanks (Mundstück) und Ladegerät
Ein eGo-W-Doppelset aus Edelstahl, bestehend aus zwei vollständigen Geräten (2×Akku, 2×Verdampfer, 2×Mundstück mit integriertem Liquidtank) sowie einem USB-Ladegerät, einem 230V-Adapter und einer Nadelflasche

Die elektrische Zigarette, auch E-Zigarette, oder elektronische Zigarette genannt, ist ein elektrisch beheiztes Gerät zur Verdampfung einer aromatisierten Flüssigkeit. Das entstehende Aerosol wird vom Konsumenten inhaliert. Im Unterschied zur Zigarette findet kein Verbrennungsprozess statt.

Unterschiede zwischen Tabakrauch und Aerosol der E-Zigarette[Bearbeiten]

Nach „allgemeiner Verkehrsauffassung“[1] ist Rauchen definiert als „bewusstes Einatmen von Rauch verbrennender Pflanzenteile bis in die Mundhöhle oder bis in die tieferen Atemwege und Lunge“.[2] Der grundlegende Unterschied der E-Zigarette zur traditionellen Zigarette liegt darin, dass keine schwelende bis glimmende Verbrennung von Tabak oder anderen Pflanzen stattfindet.[3] Den derzeit verfügbaren Erkenntnissen zufolge sind elektrische Zigaretten eine bei weitem weniger schädliche Alternative zum Tabakrauchen und es werden bei Rauchern, die von Tabakrauch auf elektrische Zigaretten wechseln, erhebliche gesundheitliche Vorteile erwartet. [4][5]

Geschichte[Bearbeiten]

Das Konzept einer elektrischen Zigarette wurde 1963 von Herbert A. Gilbert patentiert.[6] Seine Idee einer rauch- und tabakfreien Zigarette mit erhitzter, befeuchteter und aromatisierter Luft als Ersatz für die konventionelle Zigarette ging allerdings niemals in Produktion.

2003 erfand der Chinese Hon Lik die heutige Version und brachte sie ein Jahr später in China auf den Markt. Das Unternehmen, für das er arbeitete, änderte seinen Namen von „Golden Dragon Holdings“ in Ruyan und exportierte ab 2005/2006 elektrische Zigaretten.[7][8] Diese „Verdampfer“ basieren auf der Technologie, mit der in Diskotheken Nebel erzeugt wird.

Mittlerweile wird diese Art der elektrischen Zigaretten weltweit hergestellt und vertrieben.

Funktion[Bearbeiten]

Einstellbarer Akkuträger mit Steuerelektronik
Selbstwickelverdampfer

Wirkprinzip[Bearbeiten]

Eine E-Zigarette besteht aus Akkuträger, Akku (oft bereits in den Akkuträger integriert), Dochtsystem, Tanksystem und Verdampfersystem. Die zu verdampfende Flüssigkeit, das Liquid, gelangt durch die Kapillarwirkung eines Dochtes vom Tank zu einer Heizspirale (engl. coil) die vom Akku mit Energie versorgt wird. Durch die Hitze der Heizspirale verdampft das Liquid. In unmittelbarer Nähe zur Heizspirale befindet sich eine Luftzugöffnung oder ein Luftzugkanal. Sobald der Benutzer nun durch Inhalieren einen Unterdruck erzeugt, wird die Heizspirale von einem Luftstrom umflossen und der Dampf wird mit diesem Luftstrom eingeatmet.

Bestandteile[Bearbeiten]

Akkuträger sind sowohl geregelt als auch ungeregelt erhältlich. Bei den regelbaren Akkuträgern kann die Spannung (VV-Typen für variable voltage) oder die Leistung (VW-Typen für variable wattage) durch eine elektronische Schaltung einfach an das Gesamtsystem angepasst werden. Komfort- und Sicherheitsfunktionen (z. B. Überspannungsschutz, Unterspannungsschutz, Temperaturschutz) können in diese Schaltung integriert sein. Ungeregelte Akkuträger finden oft Verwendung im Zusammenspiel mit Selbstwickelverdampfern. Der Energieumsatz wird hier alleine durch den elektrischen Widerstand der Heizspirale bestimmt. Ungeregelte Akkuträger sind deutlich schwieriger zu handhaben und ihre Verwendung wird oft - insbesondere im Hinblick auf Akkusicherheit - nur fortgeschrittenen Benutzern empfohlen. Der Akkuträger enthält stets eine Mechanik oder Elektronik (z.B. einen Taster) um den Stromkreislauf zu schließen und somit die Heizspirale im Verdampfersystem mit Energie zu versorgen. Hauptfunktion des Akkuträgers ist es, Akkumulatoren aufzunehmen. Diese können sowohl fest eingebaut als auch auswechselbar sein.

Oftgenutzte Dochtsysteme sind Silikatfaser, Watte, Keramik und feinmaschiges Edelstahlgewebe (ESS). Die für die E-Zigarette relevanten Unterschiede sind ihre Fähigkeit zum Liquidtransport, Hitzebeständigkeit, Geschmacksneutralität, Haltbarkeit und Kosten. So ist zum Beispiel Watte äußerst kostengünstig, hat hervorragende Kapillarwirkung, beginnt jedoch bei fehlendem Liquidnachfluss sofort zu schwelen. Silikatfaser ist im Gegenzug hitzebeständig, jedoch deutlich teurer und hat eine schlechtere Kapillarwirkung.

Bei den Tanksystemen unterscheidet man zwischen Cartomizer, Tröpfler (eng. Dripper), Clearomizer und Kartuschen. Beim Cartomizer ist die Heizwendel von einem als Flüssigkeitsspeicher dienendem Vliesstoff oder Watte umgeben. Ein Tröpfler ist technisch gesehen ein Cartomizer mit sehr geringem Aufnahmevolumen. Das Liquid wird hier vom Benutzer direkt auf die Dochte getropft, die zugleich als Flüssigkeitsspeicher dienen, und muss nach wenigen Zügen erneut aufgebracht werden. Ein Clearomizer besteht aus einem Tank, in dem sich das Liquid frei von Trägermaterial und abgekapselt vom Verdampfer befindet. Bei den vorgenannten Systemen muss der Benutzer regelmäßig Liquid nachfüllen. Beim Kartuschensystem werden mit Liquid gefüllte Kartuschen in die E-Zigarette eingelegt; ein direktes hantieren mit Liquid entfällt hier. Die für die E-Zigarette relevanten Unterschiede der Tanksysteme sind hauptsächlich ihre Fähigkeit Liquid zu speichern um Leckage zu verhindern, andererseits Liquid in ausreichender Menge an die Dochte abgeben zu können. In einem Cartomizer ist das Liquid gebunden, wird dafür aber nicht so zügig an den Docht abgegeben, wohingegen bei einem Clearomizer der Docht stets gut versorgt wird, das Liquid aber bei Fehlbedienung oder Beschädigung des Tanks ungehindert austreten kann.

Das Verdampfersystem ist das Herzstück eines Verdampfers. Hier trifft das Dochtsystem auf die Heizwendel. Man unterscheidet zwischen Bottom-Coil (Heizspirale am Boden des Tanks) und Top-Coil (Heizspirale über dem Tank), sowie die Anzahl an Heizspiralen (Single-Coil, Dual-Coil, usw.). Bottom-Coil-Verdampfer profitieren konstruktionsbedingt von einem stets gewährleisteten Liquidnachfluss, haben jedoch den Nachteil dass die Verdampferkammer leichter von Liquid geflutet werden kann. Top-Coil-Verdampfer neigen weniger zu unkontrolliertem Liquidfluss, haben jedoch den Nachteil dass sie ungewollt trockenlaufen können. Je höher die Anzahl der Heizspiralen, desto höher die Flächer der heißen Oberfläche, und desto mehr Liquid wird verdampft. Der Liquidverbrauch steigt somit mit steigender Anzahl an Heizspiralen. Die Heizspirale selbst besteht aus einer hitzebeständigen Legierung und ist vom Dochtsystem unmittelbar umgeben, durchdrungen oder beides. Das Material, die Anzahl an Windungen, der Abstand der Windungen zueinander, der Durchmesser des Drahtes, der Durchmesser der Heizspirale selbst und die Fläche der erhitzten Oberfläche haben großen Einfluss auf das Verhalten des Verdampfers und es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten diese Parameter zu kombinieren. Die in den Verdampfer integrierten Luftzugöffnungen oder -kanäle sind oftmals mit einer Luftzugregelierung (engl. Air Flow Control, AFC) versehen. Ihre Position zum Verdampfersystem und der von ihnen geförderte Luftstrom haben ebenfalls großen Einfluss auf das Verhalten des Verdampfers.

Allgemeines[Bearbeiten]

Die Akku-, Docht-, Tank- und Verdampferprinzipien können untereinander kombiniert werden. Somit ergibt sich eine Vielzahl äußerst unterschiedlicher auf dem Markt befindlicher Geräte. Kleinste Modelle bieten nur Liquid- und Akkukapazität für wenige Züge, sind jedoch auch entsprechend kompakt; größere Modelle bieten oft ein mehrere Milliliter fassendes Tanksystem für Liquid und einen entsprechenden Akku, sind dabei jedoch nur noch bedingt zur Mitnahme geeignet.

Docht und Heizdraht sind Verschleißteile und müssen regelmäßig ausgetauscht werden. Aus diesem Grund werden von Herstellern der Fertigsysteme Docht und Heizdraht als kompakt zusammengefasste und einfach zu wechselnde Einheit (ein sogenannter Verdampferkopf) verkauft.

Bei den sogenannten Selbstwickelverdampfern werden einzelne Bestandteile aus ausgesuchten Materialien selbst zusammengestellt und -gebaut, insbesondere wird die Heizspirale selbst gewickelt. Diese Verdampfer erfordern Hintergrundwissen über die physikalischen Vorgänge sowohl in den einzelnen Bestandteilen als auch im Gesamtsystem und werden oft zusammen mit ungeregelten Akkuträgern benutzt.

Eine wissenschaftliche Untersuchung zeigt Unterschiede der Funktionseigenschaften zwischen verschiedenen Geräten auf.[9]

Verbrauchsstoff (Liquid)[Bearbeiten]

Die zu verdampfende Flüssigkeit wird Liquid genannt und besteht etwa zur Hälfte aus Propylenglykol und zur Hälfte aus Glycerin. Dazu geringe Teile von Lebensmittelaromen und bis zu 20% aus Wasser. In den meisten Liquiden dient größtenteils Propylenglykol als Trägerflüssigkeit, welches als Lebensmittelzusatzstoff E 1520 zugelassen ist. Es gibt aber auch Liquide in denen größtenteils Glycerin als Trägerflüssigkeit dient, das als Lebensmittelzusatzstoff E 422 zugelassen ist, und sogar Liquide die entweder auf Propylenglykol oder auf Glycerin gänzlich verzichten. Es sind Liquide mit Nikotin in verschiedener Stärke erhältlich, aber auch nikotinfreie und nicht aromatisierte Liquide. Der Dampf der Flüssigkeit erzeugt das sensorische Gefühl des Rauchens.

Der Nikotinanteil gebrauchsfertiger Liquide kann in der Regel in Stufen zwischen 0 und 18 Milligramm pro Milliliter gewählt werden. Die Mitglieder des Verbands der deutschen E-Zigarettenhersteller (VdeH) verkaufen aufgrund einer Selbstverpflichtung nur noch Liquids mit maximal 20mg Nikotin/ml.[10] Liquide sind sowohl in sofort benutzbaren Kartuschen (englisch Cartridge), als auch in größeren Mengen zum Nachfüllen von Depots und Tanks bzw. zum direkten Träufeln auf den Verdampfer erhältlich.

Darüber hinaus gibt es Liquidbasen mit höheren Konzentrationen bis zu 72 Milligramm pro Milliliter, die jedoch nicht für den direkten Gebrauch bestimmt sind. Fortgeschrittene Nutzer mischen solche Basisliquide mit Propylenglykol und/oder Glycerin und aromatisieren diese Mischung mit speziell für den Gebrauch in elektrischen Zigaretten vorgesehenen Aromen, um das individuell optimale Liquid zu erzielen.

Eine am 23. Mai 2013 veröffentlichte Studie zeigt auf, dass der Nikotingehalt auf den Liquidflaschen in der Regel korrekt angegeben wird. Weiterhin wurde in dieser Studie nach Verunreinigungen und Abbauprodukten des Nikotins gesucht. Dabei stellte sich heraus, dass bei den meisten getesteten Liquiden der Anteil an Nikotinabbauprodukten bei 1 bis 2 % lag. Bei der Hälfte der getesteten Produkte wurde festgestellt, dass sie medizinischen Standards entsprachen. Bei der anderen Hälfte wurden Verunreinigungen festgestellt, die über dem Niveau für Nikotin-Produkte gemäß Europäischem Arzneibuch lagen, aber unter dem Niveau, bei dem sie gesundheitlichen Schaden verursachen würden. Weder Ethylenglykol noch Diethylenglykol konnte in den Liquiden nachgewiesen werden.[11]

Ein Anbieter von Liquids hat eine Berechnung vorgelegt, wonach Liquids mit einem Nikotingehalt von bis zu 18 mg Nikotin/ml nicht in die Gefahrenklasse für akute Toxizität fallen und daher nicht zu kennzeichnen seien.[12]

E-Shishas[Bearbeiten]

Sogenannte E-Shishas sind nicht wiederbefüllbare, batteriebetriebene Einweg-E-Zigaretten und enthalten in der Regel eine aromatisierte Flüssigkeit ohne Nikotin. Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA soll 2011 in zwei von drei untersuchten E-Shishas, die als nikotinfrei deklariert waren, Nikotin gefunden haben.[13]

Recht[Bearbeiten]

Europäischer Binnenmarkt[Bearbeiten]

Elektrische Zigaretten und Verbrauchsmaterial, das sogenannte Liquid, sind in Deutschland und den meisten Ländern des europäischen Binnenmarkts derzeit erhältlich.

In Österreich entschied am 18. April 2007 das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen, dass Nikotindepots als Arzneimittel und Inhalatoren als Medizinprodukte einzuteilen sind. Für das Inverkehrbringen sind arzneimittelrechtliche (z. B. Zulassungspflicht) und medizinprodukterechtliche Regeln zu beachten.[14]

Am 17. September 2013 urteilte das Oberverwaltungsgericht Münster, dass Liquids keine Arzneimittel und die E-Zigaretten damit keine Medizinprodukte sind. In der Begründung zu drei Urteilen führte das Gericht im Wesentlichen aus:

„Nikotinhaltige Liquids seien keine Präsentationsarzneimittel, weil sie nicht als Mittel zur Heilung, Linderung oder Verhütung von Krankheiten bezeichnet oder empfohlen (präsentiert) würden. Die Liquids seien aber auch kein Funktionsarzneimittel. Nach ständiger Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs müsse die Entscheidung, ob ein Erzeugnis ein Funktionsarzneimittel sei, von Fall zu Fall getroffen werden, wobei alle Merkmale des Erzeugnisses zu berücksichtigen seien, also Zusammensetzung, Modalitäten des Gebrauchs, Umfang der Verbreitung, Bekanntheit bei Verbrauchern und Risiken der Verwendung. Die Anwendung dieser Kriterien führe zu dem Ergebnis, dass nikotinhaltige Liquids keine Arzneimittel seien. Arzneimittel hätten typischerweise eine therapeutische Eignung und eine therapeutische Zweckbestimmung. Beide Voraussetzungen seien bei nikotinhaltigen Liquids nicht gegeben. So seien diese Liquids weder dazu geeignet noch dazu bestimmt, einen dauerhaften Rauchstopp zu erzielen. Davon gingen sowohl die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wie auch das Deutsche Krebsforschungszentrum und neueste wissenschaftliche Studien aus.“

Der Handel mit ihnen bleibt somit erlaubt.[15]

Am 29. April 2014 wurde die EU-Richtlinie 2014/40/EU veröffentlicht und trat 20 Tage danach in Kraft.[16] Laut dieser Richtlinie werden E-Zigaretten und das Liquid nur dann als Arzneimittel bzw. Medizinprodukt definiert, wenn diese als solche präsentiert würden.

Außerhalb der EU[Bearbeiten]

In den USA gab die Gesundheitsbehörde FDA am 22. Juli 2009 bekannt, dass mehrere Ladungen von elektrischen Zigaretten an der Grenze beschlagnahmt wurden.[17] Die von der FDA veranlassten labortechnischen Untersuchungen ergaben, dass einige dieser Produkte giftige Substanzen enthielten.[18] Die Behörde vertrat die Ansicht, dass E-Zigaretten als Medikamente einzustufen seien. Die FDA-Berichterstattung über die giftigen Substanzen in den E-Zigaretten wurde von Wissenschaftlern deutlich kritisiert.[19] Am 14. Januar 2010 wurde der Klage gegen die Beschlagnahme und Einstufung als Arzneimittel stattgegeben, welche die betroffenen Firmen vor dem Bundesbezirksgericht erhoben hatten. In dem Urteil wurde die FDA wegen der „fortwährenden, aggressiven Bemühungen, Freizeit-Tabakprodukte als Medikamente oder Medikamentenapplikatoren unter dem amerikanischen Arzneimittelrecht zu regulieren“, kritisiert.[20] Im April 2011 ließ die FDA verlauten, dass sie die Regulierung von E-Zigaretten als Tabakwaren plane.[21]

In der Schweiz ist die elektrische Zigarette seit April 2012, da sie weder Tabak enthält, noch teilweise aus Tabak besteht, nicht als Tabakfabrikat oder Ersatzprodukt eingestuft. Außerdem sind die Liquide von der Tabaksteuer befreit.[22]

2013 wurden weltweit E-Zigaretten für etwa 2,5 Milliarden US-Dollar verkauft.[23]

Gebrauch in öffentlichen Räumen und Verkehrsmitteln (Deutschland)[Bearbeiten]

In der aktuellen Fassung der Beförderungsbedingungen untersagt die Deutsche Bahn die Nutzung der elektrischen Zigarette in allen Zügen, nicht jedoch auf den Bahnsteigen.[24] Im Freistaat Bayern ist der Gebrauch von E-Zigaretten in Gaststätten nicht verboten, wenn diese mit Liquiden betrieben werden.[25][26]

Dem niedersächsischen Städte- und Gemeindebund liegen „keine konkreten Gefährdungshinweise und Beschwerden über den Gebrauch von E-Zigaretten vor. Ohne Rechtsgrundlage und verlässliche Erkenntnisse zu konkreten Gefahren können und dürfen die Städte und Gemeinden den Gebrauch von E-Zigaretten – zum Beispiel in Gaststätten – nicht untersagen.“[27]

Das Verwaltungsgericht Köln hat am 25. Februar 2014 entschieden, dass E-Zigaretten in der Gaststätte eines Klägers konsumiert werden dürfen, da eine E-Zigarette nicht im Sinne des Gesetzes "geraucht" wird, in der E-Zigarette werde eine Flüssigkeit verdampft und kein Tabak verbrannt. Schon vom Wortsinn her würde hier nicht geraucht.[28] Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Das in der Öffentlichkeit geltende Abgabe- und Rauchverbot des Jugendschutzgesetzes (JuSchG) greift bei elektrischen Zigaretten nicht. Es gibt Planungen auf Bundesebene, dies zu ändern.[29]

Gebrauch in öffentlichen Räumen und Verkehrsmitteln (Weltweit)[Bearbeiten]

Nach den Raucher-/Nichtraucherbestimmungen der US-amerikanischen Eisenbahngesellschaft Amtrak ist der Gebrauch elektrischer Zigaretten in allen Zügen und Bahnhöfen untersagt.[30] Der Gebrauch rauchloser Zigaretten ist bei den meisten Fluggesellschaften weder ausdrücklich erlaubt noch untersagt. Eine Ausnahme stellt Air Canada dar, deren Bestimmungen für Handgepäck nur das Mitführen der elektrischen Zigarette erlauben, den Gebrauch aber untersagen.[31] Seit September 2009 erlaubt die irische Fluggesellschaft Ryanair das Inhalieren aus rauchfreien Zigaretten und bietet diese auf ihren Flügen an.[32] Die angebotenen rauchfreien Zigaretten kommen jedoch ohne jede Elektrik aus und sind somit nicht als elektrische Zigaretten zu bezeichnen. Das Verkehrsministerium der Vereinigten Staaten schlug im September 2011 vor, „den Gebrauch von elektronischen Zigaretten in Flugzeugen explizit zu verbieten“.[33] Dieses Verbot soll nicht nur für Flüge innerhalb der Vereinigten Staaten gelten, sondern für alle Flüge von und in die USA.

Nutzen in der Tabakentwöhnung[Bearbeiten]

Laut DKFZ fehlt bisher der abschließende Nachweis darüber, ob elektrische Zigaretten bei der Tabakentwöhnung nachhaltig wirksam sein können (Stand: 2013).[34] Nach einem Rauchstopp, scheint die Verwendung von E-Zigaretten Rauchverlangen und Entzugssymptome zu mildern. Dies trifft auch auf E-Zigaretten zu, die kein Nikotin enthalten.[35] Konsumenten begründen diese empfundene Erleichterung mit dem Verweis auf die weiterhin bestehende Authentizität des imitierten Raucherlebnisses, das Erhalten der Gewohnheiten, der Vergemeinschaftung mit Gleichgesinnten und der Identifikation mit der „Dampfer“-Szene.[36]

Es wurden Studien zur Wirksamkeit zur Raucherentwöhnung durchgeführt. Obwohl die Probanden nicht vorhatten mit dem Rauchen aufzuhören, konnte bei einer Studie kurz nach dem Beginn des E-Zigarettenkonsums eine beträchtliche Reduzierung des Tabakzigarettenkonsums, um mehr als 50 %, festgestellt werden. Abschließend verglichen die Autoren die Rauchstopprate der Probanden welche nach 12 Monaten noch abstinent waren (8,7 Prozent) mit der Durchschnittlichen Rauchstopprate in Italien (0,02 Prozent).[37][38]

Die Rückfallwahrscheinlichkeit bei Rauchern, die ohne Hilfsmittel mit dem Tabakkonsum aufhören, liegt bei 97 % innerhalb von sechs Monaten nach dem Rauchstopp. Bis 2012 ging man davon aus, dass klassische Nikotinersatzpräparate, wie Nikotinkaugummi und Nikotinpflaster, bei korrekter Dosierung und weiterer fachlicher Anleitung die Erfolgschancen um 3 % steigern können.[39] Eine neuere Studie von 2012 besagt, dass die Rückfallraten bei denen, die Nikotinersatzpräparate zum Aufhören verwendet haben, genau so hoch war wie derer, die ohne Hilfsmittel aufgehört haben.[40][41]

Hauptartikel: Nikotinersatztherapie

Von verschiedener Seite wurde scharf kritisiert, dass das Auf-den-Markt-Bringen von elektrischen Zigaretten in verschiedenen Ländern durch regulatorische Behörden erschwert worden sei. Elektrische Zigaretten seien im Wesentlichen gesundheitlich unbedenklich, während die im Tabakrauch enthaltenen Substanzen dafür verantwortlich seien, dass jedes Jahr Millionen Tabak-Konsumenten vorzeitig sterben. Von manchen Kritikern der elektrischen Zigarette wurde dagegen die Besorgnis geäußert, dass dadurch das Rauchen wieder gesellschaftsfähiger würde und dass insbesondere Jugendliche dies als einfachen Einstieg in den Tabakkonsum benutzen könnten.[42] Studien zeigen auf, dass E-Zigaretten von Nichtrauchern eher selten benutzt werden und dass es bisher keinen dokumentierten Fall gegeben hat, bei dem ein Nichtraucher durch die E-Zigarette zum Tabakkonsumenten geworden ist. Das Aufkommen der E-Zigarette ging bisher mit einer zahlenmäßigen Abnahme der Rauchanfänger bei Kindern einher.[5]

Gesundheitsrisiken[Bearbeiten]

Die gesundheitlichen Risiken des Konsums von E-Zigaretten werden kontrovers diskutiert. Bei der Benutzung der E-Zigarette werden keine Stoffe verbrannt. Obwohl im Gegensatz zu Tabakrauch kein Kohlenmonoxid, Blausäure, Arsen oder krebserzeugende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe erzeugt werden, enthalten zumindest manche Patronen der E-Zigarette atemwegsreizende Substanzen wie z. B. den Duftstoff Linalool.[43]

Hauptartikel: Tabakrauchen

Inhalation des Aerosols[Bearbeiten]

Ob bereits eine 5-minütige Inhalation des E-Zigarettenaerosols die Lungenfunktionen beeinträchtigt, versuchten Forscher im Jahr 2011 herauszufinden. In der veröffentlichten Studie kommen diese zu dem Ergebnis, dass die Benutzung einer E-Zigarette eine unmittelbare Auswirkung auf die Lungenfunktion ausüben kann. Da diese gemessenen Auswirkungen sehr klein waren, weisen die Forscher im Fazit ihrer Studie auf die eventuell fehlende klinische Bedeutung ihrer Ergebnisse hin.[44]

Die Autoren einer im Oktober 2012 veröffentlichten Studie, bei welcher der E-Zigarettendampf einer Risikoanalyse unterzogen wurde, fanden keine signifikanten Risiken für die menschliche Gesundheit. Weiterhin stellten die Forscher bei der durchgeführten Krebsrisikoanalyse fest, dass bei keiner der untersuchten Proben die Risikogrenzwerte für Kinder oder Erwachsene überschritten worden sind.[45]

Der Hauptbestandteil des zu verdampfenden Liquids ist Propandiol (älterer Name: Propylenglycol). Dieser Stoff ist als Lebensmittelzusatzstoff E 1520 zugelassen. Er kann bei hypersensitiven Personen nach Auftrag auf die Haut allergische Reaktionen auslösen. Bei oraler Aufnahme wird 1,2-Propandiol als für den Menschen ungefährlich eingestuft. Es ist in Kaugummi, Cremes, Zahnpasta, Zigaretten und zahlreichen Arzneimitteln enthalten.[46][47] Anders stellt sich die Inhalation des Propandiol dar: In einer Studie an Freiwilligen, die sich einem Propandiolnebel aussetzten, reizten Konzentrationen von 0,31 mg/l Augen und Rachen.[48] Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wies in einer Stellungnahme zu Shishas darauf hin, dass die Inhalation von Glycerin und 1,2-Propandiol im Tierversuch zu Veränderungen des Zellepithels im Kehlkopf und zu Reizungen der Nasenschleimhäute bis hin zum Nasenbluten führen kann.[49] In einer 1997 veröffentlichten Ärztlichen Mitteilung wies das BfR darauf hin, dass Glyzerin und 1,2-Propylenglykol toxikologisch praktisch unbedenklich sind und seit Jahren in pharmazeutischen und kosmetischen Präparaten eingesetzt werden. Laut BfR kann nach der Inhalation eines 10 %igen Propylenglykol-in-Wasser-Aerosols dieselbe Erhöhung des Atemwegswiderstands beobachtet werden, die auch durch ein Salzaersol hervorgerufen werden kann.[50] Als weitere Bestandteile fügen die Hersteller den Liquiden außerdem Aromastoffe zu, die auch als Zusatzstoffe für Lebensmittel zugelassen sind. Die meisten Liquide enthalten Nikotin, es werden jedoch auch Liquide ohne Nikotin angeboten.

In der aktuellen EU-Richtlinie für Tabakerzeugnisse wurde die Maximaldosis für nikotinhaltige Flüssigkeiten (e-Liquids) auf 20 Milligramm pro Milliliter festgesetzt. Wissenschaftler haben sich in einem offenen Brief an den EU Gesundheitsminister gewandt und darauf hingewiesen, dass im Unterschied zum Tabakrauch der Dampf weniger als ein Drittel der Nikotinmenge an den Körper abgibt und halten einen Maximalwert von 50mg/ml für notwendig . [51] [52]

Laut einer Studie aus dem Jahr 2012 liefern die meisten der analysierten E-Zigaretten effektiv Nikotin an den Konsumenten. Die Forscher kommen zu dem Ergebnis, dass der Anteil des Nikotins im entstehenden Aerosol je nach Hersteller und Modell starken Schwankungen unterliegt.[53] Unterschiedliche Nikotinstärken kompensieren E-Zigarettenkonsumenten durch eine (vermutlich weitgehend unbewußte) Auswahl der Hardware-Liquid Kombination und gelangen so zu einem ähnliche Nikotinspiegel wie früher beim Rauchen. Vergleichbar mit einem Tabakraucher, der mal mehr – mal weniger tief inhaliert, um einen bestimmten Nikotinlevel zu erreichen.[54]

In einer Studie wurden die Langzeiteffekte von purem inhaliertem Nikotin im Tierversuch betrachtet. Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis:

“In conclusion, our study does not indicate any harmful effect of nicotine when given in its pure form by inhalation.”

„Zusammenfassend zeigt unsere Studie keine schädliche Wirkung von Nikotin auf, wenn es in reiner Form durch Inhalation verabreicht wird.“[55]

Zachary Cahn von der University of California in Berkeley und Michael Siegel von der Boston University School of Public Health werteten 16 Studien zu E-Zigaretten aus, die sich mit den Inhaltsstoffen des Liquids befassten. In zwei der ausgewerteten Studien wurde davon berichtet, dass Spuren von tabakspezifischen Nitrosaminen (TSNA) in den Proben nikotinhaltiger Liquide gefunden wurden. Der maximale Gesamtgehalt an TSNA war 8.2 Nanogramm/g und auf einem ähnlichen Niveau wie in einem Nikotinpflaster (8.0 Nanogramm/Pflaster). Gemäß der Auswertung enthielten die nikotinhaltigen Liquide und Nikotinpflaster 0.07 bis 0.2 % des Gesamtgehalts von TSNA in Tabakzigaretten. Die Spuren von TSNA lassen sich mit der Gewinnung von Nikotin aus Tabak erklären. Abschließend weisen die Autoren darauf hin, dass weitere Studien und auch Regelungen (in den USA) zur E-Zigarette nötig seien.[56][57]

Laut der Broschüre Elektrische Zigaretten – Ein Überblick kann die Inhalation des verdampften Liquids zu kurzfristigen Nebenwirkungen, z. B. Reizungen des Mundes und des Rachen, trockenem Husten, Schwindel und Übelkeit, führen.[34] Eine wissenschaftliche Beurteilung der Lungenfunktion vom Februar 2013 zeigt hingegen auf, dass im Gegensatz zu Tabakrauchinhalation (aktiv) weder eine kurzzeitige (aktive) Inhalation des verdampften Liquids, noch 1 Stunde (passiver) Exposition gegenüber E-Zigarettendampf die normale Lungenfunktion deutlich stört.[58]

Exposition gegenüber nikotinhaltigem Liquid[Bearbeiten]

Reines Nikotin ist in hoher Dosierung giftig und kann bei Verschlucken tödlich sein. Für Kleinkinder kann schon eine Menge von sechs Milligramm (das ist vergleichbar mit dem Tabak einer halben Zigarette) zum Tode führen.[59] Aufgrund von beobachteten Vorfällen gehen Forscher davon aus, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass es bei einer unbeabsichtigten Exposition gegenüber Kartuschen mit nikotinhaltigem Liquid zu schweren Vergiftungen kommt.[60] Obwohl nikotinhaltige Produkte wie E-Zigarettenliquids, Tabakzigaretten, Nikotinkaugummis, Nikotininhalatoren usw. teilweise seit Jahrzehnten erhältlich sind, wurden in den letzten Jahren durch das Statistische Bundesamt keine Todesfälle durch Nikotinvergiftung in Deutschland aufgezeichnet.[61]

Passivdampf[Bearbeiten]

Beim Gebrauch von E-Zigaretten wird kein schädlicher Nebenstromrauch produziert – der Rauch, der entsteht, wenn eine Zigarette abbrennt, während nicht an ihr gezogen wird.

Da ein Konsument von elektrischen Zigaretten nach dem Inhalieren einen Teil des verdampften Liquids wieder ausatmet, gehen Wissenschaftler des Fraunhofer WKI davon aus, dass es so etwas wie Passivdampf gibt. Schripp et al. haben dafür einen Probanden in eine 8 m³-Kammer gesetzt, der während einer 20-minütigen Konditionierungsphase lediglich atmen und danach jeweils 6 tiefe Lungenzüge im Abstand von 60 Sekunden aus einer E-Zigarette und einer Tabakzigarette nehmen sollte. Anschließend wurde das Ausatemluft/Dampfgemisch mittels GC/MS untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass nach dem Konsum der E-Zigarette die Stoffe Formaldehyd, Aceton, Isopren, Acetaldehyd, Essigsäure und Butanon in Kleinstmengen in der Luft nachgewiesen werden konnten. In der Studie wird darauf hingewiesen, dass das Formaldehyd ein Bestandteil der normalen Ausatemluft des Probanden war, da dieser Stoff bereits während der Konditionierungsphase gemessen werden konnte und auch nach dem E-Zigarettenkonsum nicht signifikant anstieg. Weiterhin verweist die Studie darauf, dass die Stoffe Aceton, Isopren, Acetaldehyd und Essigsäure auch ein Bestandteil der normalen Ausatemluft eines Menschen sein könnten.[62]

2003 veröffentlichen Diskin und Kollegen (Keele Universität, England) eine Studie, die sich mit den ausgeatmeten Stoffwechselprodukten von Menschen beschäftigt. Für die Studie wurden Atemproben entnommen und in den frühen Morgenstunden bei der Ankunft im Labor analysiert. Die Ergebnisse von Diskin et al. zeigen auf, dass die Stoffe Aceton, Isopren und Acetaldehyd tatsächlich normale Stoffwechselprodukte sind, welche in teilweise höheren Konzentrationen vom Menschen ausgeatmet werden.[63] Die von Schripp et al. gemessene Konzentration von Butanon war mit 0,002 mg/m³ 300.000 Mal niedriger als der erlaubte MAK-Wert.[64] Die Messergebnisse von Schripp et al. zeigen auf, dass beim Konsum der E-Zigarette keine Grenzwerte für die Innenraumluft überschritten, bei der herkömmlichen Tabakzigarette hingegen der Richtwert für Formaldehyd von 0,1 ppm für die Innenraumluft überschritten wurde.

In einer Presseinformation vom Mai 2012 stellte das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) seine Einschätzung dar, dass eine gesundheitliche Belastung durch passive Inhalation aufgrund der unübersichtlichen Datenlage zu E-Zigaretten nicht auszuschließen sei und empfiehlt das Rauchen von E-Zigaretten in Nichtraucherzonen zu untersagen und sie im Sinne des Nichtraucherschutzes wie herkömmliche Zigaretten zu behandeln.[65][66][67]

Eine im September 2012 veröffentlichte Studie zeigte, dass die Auswirkungen des untersuchten Passivdampf auf die Raumluft, wenn man sie mit dem traditionellen Tabakrauchen vergleicht, kaum messbar sind. Weiterhin hat der Passivdampf nicht die giftigen und krebserregenden Eigenschaften von Tabakzigaretten. Die Forscher machen die fehlende Verbrennung und den fehlenden Nebenstromrauch bei der elektrischen Zigarette als Gründe für die gemessenen Unterschiede in der Luftverschmutzung aus. Die Forscher stellten bei der Auswertung der Messungen fest, dass obwohl nikotinhaltiges Liquid in einem 60 m³-Raum verdampft wurde, in der Luft kein Nikotin nachgewiesen werden konnte:

“5 vapers using e-cigarettes for 5h in a small room without renewal of indoor air do not produce detectable levels of nicotine in the air.”

„5 E-Zigarettenkonsumenten, welche 5 Stunden lang in einem kleinen Raum ohne Raumlufterneuerung E-Zigaretten konsumieren, produzieren keine nachweisbaren Nikotinkonzentrationen in der Luft.“

Die Forscher kommen abschließend zu dem Fazit, dass man

“On the base of the obtained results and on ARPA data about urban pollution, we can conclude by saying that could be more unhealty to breath air in big cities compared to staying in the same room with someone who is vaping.”

„auf Basis der ARPA-Daten über die Luftverschmutzung in Städten sagen kann, dass es ungesünder sein kann, in einer großen Stadt zu atmen, als sich im selben Raum mit einem konsumierenden E-Zigarettennutzer zu befinden.“[68][69]

Ebenfalls im Oktober 2012 erschien eine Studie von dem ehemals für die Weltgesundheitsorganisation forschenden Experten Andreas Flouris, welche die Auswirkungen des Passivdampfs auf den menschlichen Körper untersuchte. Er kam zu dem Ergebnis, dass der Dampf keinen Effekt auf die Blutwerte von Dritten hat. Der Autor stellte weiterhin fest, dass wenn Tabakraucher die E-Zigarette nutzen, auch dies keinen Effekt auf die untersuchten Blutwerte hatte. Im Gegensatz dazu steht, dass gem. Studie Aktiv- und Passivtabakrauch zu einer erhöhten Anzahl von Leukozyten, Lymphozyten und Granulozyten führt.[70]

Eine Forschergruppe um J.-F. Bertholon hat im April 2013 eine Studie veröffentlicht, in der unter anderem das ausgeatmete Aerosol von E-Zigaretten mit dem von Tabakzigaretten und Shisha verglichen wird. In dieser Studie wird festgestellt, dass die Halbwertszeit des Passivdampf in der Luft 11 Sekunden beträgt. Im Gegensatz dazu liegt die Halbwertzeit von Tabakrauch in der Luft bei 19 bis 20 Minuten. Die Forscher leiten daraus ab, dass das Risiko einer Passivdampfbelastung durch E-Zigaretten sehr gering ist.[71]

Laut einem Sicherheitsbericht des neuseeländischen Tabakkontrollforschers Murray Laugesen ist der ausgeatmete Dampf eines E-Zigarettenkonsumenten nicht schädlich für Dritte, da er nahezu kein Nikotin und keinerlei Verbrennungsprodukte enthält.[72][73]

Bill Godshall, der Vorsitzende der unabhängigen Nichtraucherorganisation „Smokefree Pennsylvania“, bezog sich auf die im Oktober 2012 von T. R. McAuley et al. veröffentlichte Studie, als er in einem Interview sagte: „Seit mehr als 25 Jahren tritt Smokefree Pennsylvania für ein generelles Rauchverbot in Innenräumen ein. Basierend auf den Studienresultaten, sehe ich keinen Grund, warum elektrische Zigaretten unter die Rauchverbote fallen sollen.“[74]

Eine Literaturstudie von Igor Burstyn aus dem Jahr 2013 kam zu dem Ergebnis, dass

“Exposure of bystanders to the listed ingredients, let alone the contaminants, does not warrant a concern as the exposure is likely to be orders of magnitude lower than exposure experienced by vapers”

„Die Exposition von Umstehenden gegenüber den aufgeführten Inhaltsstoffen, geschweige denn den Verunreinigungen, gibt keinen Anlass zur Besorgnis, da sie wahrscheinlich Größenordnungen unter denen von Dampfern liegt.“[75]

Peter Hajek und Kollegen haben 2014 eine Übersichtsarbeit veröffentlicht, in der alle bis dato verfügbaren Studien über Nutzung, Inhaltsstoffe und Sicherheit von E-Zigaretten einer wissenschaftlichen Überprüfung unterzogen wurden. Die Forscher kamen zu folgendem Ergebnis:

“EC aerosol can contain some of the toxicants present in tobacco smoke, but at levels which are much lower. Long-term health effects of EC use are unknown but compared with cigarettes, EC are likely to be much less, if at all, harmful to users or bystanders.”

„Einige der toxischen Stoffe aus dem Tabakrauch können, in wesentlich geringeren Mengen, auch in dem Dampf von E-Zigaretten enthalten sein. Die gesundheitlichen Langzeiteffekte des Konsums von E-Zigaretten sind unbekannt aber wenn man E-Zigaretten mit Tabakzigaretten vergleicht, sind E-Zigaretten voraussichtlich viel weniger, wenn überhaupt, schädlich für Konsumenten oder Dritte.“[5]

Technische Probleme[Bearbeiten]

Hersteller und Konsumenten berichten immer wieder über Probleme in der Anwendung von E-Zigaretten. Das Ziehen an einer elektrischen Zigarette unterscheidet sich von dem an einer Tabakzigarette. In diesem Zusammenhang kann es vorkommen, dass es bei zu starkem Saugen zu einem Eintreten des Liquids in den Mundraum kommt. So werden unter Umständen Kleinstmengen von Nikotin verschluckt oder über die Mundschleimhaut aufgenommen. Des Weiteren kann beim Befüllen der Liquid-Kartuschen Flüssigkeit austreten, sodass möglicherweise Kleinstmengen Nikotin über die Haut aufgenommen werden können.[34]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Elektronische Zigaretten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Hinweis „Wie wird ‚Rauchen‘ definiert?“ zum NRSG Berlin. Siehe auch Verkehrssitte.
  2. Hildegard Hogen, Dagmar Reiche (Hrsg.) et al. (2006), Der Brockhaus Gesundheit. Schulmedizin und Naturheilkunde, Arzneimittel, Kinderheilkunde und Zahnmedizin. Leipzig. S. 1025, s.v. „Rauchen“. Vgl. auch Gesundheitsberichterstattung des Bundes: www.gbe-bund.de/gbe10/F?F=9408D
  3. M.L. Goniewicz et al.: Levels of selected carcinogens and toxicants in vapour from electronic cigarettes. In: Tobacco Control. 2014;23:133-139, PMID 23467656; Definition der Elektrischen Zigarette im Abschnitt über ihre Signifikanz
  4. E. Farsalinos, R. Polosa: Safety Evaluation and Risk Assessment of Electronic Cigarettes as Tobacco Cigarette Substitutes: A Systematic Review. In: Therapeutic Advances in Drug Safety, 2014;5(2):67-86
  5. a b c P. Hajek, J-F. Etter, N. Benowitz et al.: Electronic cigarettes: review of use, content, safety, effects on smokers and potential for harm and benefit. In: Addiction, 2014, doi:10.1111/add.12659
  6. Patent Herbert A. Gilbert: Smokeless non-tobacco cigarette.
  7. Patent Hon Lik: A Flameless Electronic Atomizing Cigarette.
  8. A high-tech approach to getting a nicotine fix. In: Los Angeles Times, 25. April 2009
  9. M. Williams, P. Talbot: Variability among electronic cigarettes in the pressure drop, airflow rate, and aerosol production. In: Nicotine & Tobacco Research, 2011, 13, S. 1276-1283, PMID 21994335
  10. §3 (1) der Satzung des Verbands des eZigarettenhandels
  11. J-F. Etter et al.: Analysis of refill liquids for electronic cigarettes. In: Addiction, 2013;108:1671-1679, PMID 23701634, doi:10.1111/add.12235
  12. Berechnung im Auftrag der Firma zazo
  13. FAZ.net: Auf Schulhöfen beliebt - Einstiegsdroge E-Shisha
  14. Abgrenzungsbeirat gemäß § 49a AMG BMGFJ-Information betreffend elektrisch betriebene Nikotininhalatoren, insbesondere RUYAN. BASG, 18. April 2007, abgerufen am 21. September 2011 (PDF; 29 kB).
  15. OVG für das Land Nordrhein-Westfalen, 17. September 2013, abgerufen am gleichen Tag.
  16. Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates: 2014/40/EU
  17. FDA warnt vor elektrischen Zigaretten und plant diese als Medikament einzustufen (englisch). fda.gov, abgerufen am 7. Januar 2012. vom 22. Juli 2009
  18. FDA-Untersuchung: Evaluation of e-cigarettes. fda.gov, abgerufen am 7. Januar 2012 (PDF; 243 kB). vom 4. Mai 2009 (englisch)
  19. Wissenschaftler kritisieren FDA-Berichterstattung. 24-7pressrelease.com, abgerufen am 7. Januar 2012. Presseerklärung vom 5. Oktober 2009 (englisch)
  20. US-Bezirksgericht hebt Einfuhrverbot von E-Zigaretten auf und rügt FDA für die versuchte Einstufung der E-Zigarette als Medikament. docs.justia.com, abgerufen am 7. Januar 2012. (englisch)
  21. Pressebericht vom 25. April 2011. abcnews.go.com, abgerufen am 7. Januar 2012. (englisch)
  22. Schweiz: SR 641.311 Verordnung über die Tabakbesteuerung. Abgerufen am 26. Oktober 2012.
  23. Euromonitor International: Smokeless Tobacco – Is it the Future of the Industry?
  24. Beförderungsbedingungen der Deutschen Bahn, Abschnitt 6.2, abgerufen am 12. September 2014
  25. Landeshauptstadt München Kreisverwaltungsreferat – E-Zigarette. Abgerufen am 29. April 2012 (PDF; 65 kB).
  26. Landratsamt Ansbach – Merkblatt Rauchverbot in Gaststätten (Bayern). Abgerufen am 29. April 2012 (PDF; 37 kB).
  27. Pressemitteilung des NSGB vom 29. Dezember 2011
  28. Urteil des Verwaltungsgerichts Köln
  29. RP-Online: E-Shishas haben in Jugendhänden nichts zu suchen
  30. Raucher-/Nichtraucherbestimmungen. National Railroad Passenger Corporation, 2011, abgerufen am 26. Oktober 2011.
  31. Bestimmungen für Handgepäck. Air Canada, 2009, abgerufen am 26. Oktober 2011.
  32. Rauchfrei rauchen bei Ryanair. Zielgruppe Nikotinsüchtige. n-tv, 21. September 2009, abgerufen am 20. September 2011.
  33. U.S. Department of Transportation Proposes to Ban the Use of Electronic Cigarettes on Aircraft. DOT 119-11. Department of Transportation, 14. September 2011, abgerufen am 26. Oktober 2011.
  34. a b c Martina Pötschke-Langer et al.: Elektrische Zigaretten – Ein Überblick. In: Rote Reihe Tabakprävention und Tabakkontrolle. Deutsches Krebsforschungszentrum (Hrsg.), Heidelberg, Mai 2013, abgerufen am 20. Juli 2013 (PDF, deutsch, 2,8 MB).
  35. Etter & Bullen: Electronic cigarette: user profile, utilization, satisfaction and perceived efficacy. In: Addiction, 2011;106: 2017–2028, doi:10.1111/j.1360-0443.2011.03505.x
  36. Barbeau et al.: Perceived efficacy of e-cigarettes versus nicotine replacement therapy among successful e-cigarette users: a qualitative approach. (PDF; 186 kB) In: Addiction Science & Clinical Practice, 2013;8:5
  37. Pasquale Caponnetto, Davide Campagna, Fabio Cibella, Jaymin B. Morjaria, Massimo Caruso, Cristina Russo, Riccardo Polosa, Bernard Le Foll: EffiCiency and Safety of an eLectronic cigAreTte (ECLAT) as Tobacco Cigarettes Substitute: A Prospective 12-Month Randomized Control Design Study. In: PLoS ONE, 2013; 8:S. e66317
  38. Christopher Bullen, Colin Howe, Murray Laugesen, Hayden McRobbie, Varsha Parag, Jonathan Williman, Natalie Walker: Electronic cigarettes for smoking cessation: a randomised controlled trial. In: The Lancet, 2013; 382: 1629 - 1637.
  39. Stead et al.: Nicotine replacement therapy for smoking cessation. Cochrane Tobacco Addiction Group, 16 Jul 2008, doi:10.1002/14651858.CD000146.pub3.
  40. DKFZ Nikotinersatz und andere Medikamente zur Raucherentwöhnung. abgerufen am 6. März 2013.
  41. Alpert HR et al.: A prospective cohort study challenging the effectiveness of population-based medical intervention for smoking cessation. Center for Global Tobacco Control, Januar 2013 doi:10.1136/tobaccocontrol-2011-050129 PMID 22234781
  42. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatWiliam Kremer: E-cigarettes: Is a smoking alternative being choked by regulation? BBC News, 5. Juli 2013, abgerufen am 6. Juli 2013 (englisch).
  43. Horvath: Zu den akuten pulmonalen Wirkungen bei Verwendung einer E-Zigarette. In: Der Pneumologe 2012, 9:203–204. DOI:10.1007/s10405-012-0586-y
  44. Vardavas et al.: Acute pulmonary effects of using an e-cigarette: impact on respiratory flow resistance, impedance and exhaled nitric oxide. In: Chest (Zeitschrift), 2012; 141: 1400-1406 DOI:10.1378/chest.11-2443
  45. T. R. McAuley et al.: Comparison of the effects of e-cigarette vapor and cigarette smoke on indoor air quality. In: Inhalation Toxicology, 2012; 24: S. 850–857
  46. Werley MS, McDonald P, Lilly P, Kirkpatrick D, Wallery J, Byron P, Venitz J. Non-clinical safety and pharmacokinetic evaluations of propylene glycol aerosol in Sprague-Dawley rats and Beagle dogs. In: Toxicology, 2011;287:76-90. PMID 21683116
  47. Gelbe Liste Pharmindex: Präparate mit Propylenglycol. Abgerufen am 29. Dezember 2011.
  48. G. Wieslander: Experimental exposure to propylene glycol mist in aviation emergency training: acute ocular and respiratory effects. In: Occup. Environ. Med., 2001; 58: S. 649–655, PMID 11555686
  49. Feuchthaltemittel in Wasserpfeifentabak erhöhen das gesundheitliche Risiko. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 3. August 2011, abgerufen am 16. Juni 2012
  50. Ärztliche Mitteilungen bei Vergiftungen. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 1997, Seite 31, abgerufen am 6. August 2014
  51. Empfohlener Nikotingehalt für E-Zigaretten
  52. EU-Richtlinie für Tabakerzeugnisse
  53. Goniewicz et al.: Nicotine levels in electronic cigarettes. In: Nicotine & Tobacco Research, 2013; 15: S. 158-166
  54. AR Vansickel, T. Eissenberg: Electronic cigarettes: effective nicotine delivery after acute administration. In: Nicotine Tob Res, 2013; 15: 267 - 270, PMID 22311962
  55. HL Waldum et al.: Long-term effects of inhaled nicotine. In: Life Sci., 1996, 58, S. 1339-1346, PMID 8614291.
  56. C Zachary & M Siegel, Electronic cigarettes as a harm reduction strategy for tobacco control: A step forward or a repeat of past mistakes In: Journal of Public Health Policy, 2011; 32: 16-31
  57. Zachary Cahn, Michael Siegel: Dampf besser als Rauch. Forscher: E-Zigaretten sind weniger schädlich als Tabak. bild der wissenschaft, 18. Dezember 2010, abgerufen am 20. September 2011.
  58. Andreas D. Flouris et al.: Acute impact of active and passive electronic cigarette smoking on serum cotinine and lung function. In: Inhalation Toxicology, 2013; 25: 91-101
  59. Liquids von E-Zigaretten können die Gesundheit beeinträchtigen. (PDF; 85 kB) Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Stellungnahme Nr. 016/2012, 2012
  60. Cantrell FL.: Adverse Effects of e-Cigarette Exposures. In: Journal of Community Health, 2014; 39: 614-616 PMID 24338077
  61. Todesursachen in Deutschland. Statistisches Bundesamt, 2012, abgerufen am 14. Mai 2013.
  62. T Schripp, D Markewitz, E Uhde, T. Salthammer: Does e-cigarette consumption cause passive vaping?. In: Indoor Air. 23, 2013, S. 25–31, doi:10.1111/j.1600-0668.2012.00792.x.
  63. AM Diskin, P Spanel, D Smith: Time variation of ammonia, acetone, isoprene and ethanol in breath: a quantitative SIFT-MS study over 30 days. In: Physiological Measurement, 2003; 24:107-119
  64. GESTIS-Stoffdatenbank: Eintrag zu Butanon
  65. E-Zigaretten können auch zu gesundheitlichen Gefahren für Passivraucher führen. 17/2012, 7. Mai 2012
  66. Stellungnahme Nr. 016/2012 des BfR vom 24. Februar 2012 (PDF; 87 kB)
  67. Fragen und Antworten zur E-Zigarette (PDF; 44 kB) vom 1. März 2012; FAQ des BfR
  68. Stefano Zauli Sajani et al.: Urban Air Pollution Monitoring and Correlation Properties between Fixed-Site Stations. In: J Air & Waste Manage Assoc, 2004; 54:1-6 (PDF; 484 kB)
  69. G. Romagna et al.: Characterization of chemicals released to the environment by electronic cigarettes use. (PDF; 3,2 MB) September 2012, ohne verfügbare Quellenangabe
  70. Andreas D. Flouris, Konstantina P. Poulianiti u. a.: Acute effects of electronic and tobacco cigarette smoking on complete blood count. In: Food and Chemical Toxicology. 50, 2012, S. 3600–3603, doi:10.1016/j.fct.2012.07.025.
  71. J.-F. Bertholon et al.: Comparison of the aerosol produced by electronic cigarettes with conventional cigarettes and the shisha. In: Revue des maladies respiratoires. Band 30, Nummer 9, November 2013, S. 752–757, ISSN 1776-2588. doi:10.1016/j.rmr.2013.03.003. PMID 24267765.
  72. Murray Laugesen: Safety Report on the Ruyan e-cigarette Cartridge and Inhaled Aerosol. (PDF; 283 kB) 2008
  73. Helen Thomson: Electronic Cigarettes – a safe substitute. (PDF; 40 kB) 2009, Deutsche Übersetzung
  74. New E-cigarette Study Shows No Risk from Environmental Vapor Exposure. OnlinePRmedia, Oktober 2012
  75. Igor Burstyn: Peering through the mist: systematic review of what the chemistry of contaminants in electronic cigarettes tells us about health risks. In: BMC Public Health 2014: 14:18
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