Bundesstraße 15n

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Bundesstraße 15n in Deutschland
Bundesstraße 15n
Basisdaten
Betreiber: Bundesrepublik Deutschland
Gesamtlänge: 138 km im Endausbau
  davon in Betrieb: 29 km
  davon in Bau: 9 km
  davon in Planung: 100 km

Bundesland:

Ausbauzustand: 2x2 Fahrstreifen

Die Bundesstraße 15n (Abk.: B 15n) ist eine seit 2006 im Bau befindliche und seit 2011 teilweise fertiggestellte Bundesstraße in Deutschland. Sie liegt vollständig in Bayern und soll nach ihrer kompletten Fertigstellung von Regensburg über Landshut durch das Inntal bis nach Rosenheim führen.

Der Planung nach wird die Strecke durchgehend vierspurig mit Standstreifen (RQ 26) ausgebaut. Es handelt sich somit um eine „gelbe Autobahn“. Eine spätere Umwidmung zur Bundesautobahn ist denkbar.

B 15n lautete zudem die offizielle Bezeichnung einer ehemaligen Schnellstraße vor ihrem Ausbau zur heutigen Bundesautobahn 93 im Streckenabschnitt zwischen der Anschlussstelle 19 (Falkenberg/B 299) und der Einmündung in die ehemalige Bundesstraße 15, nahe der heutigen Anschlussstelle 25 (Weiden-Süd).

Verlauf[Bearbeiten]

Die B 15n zweigt südlich von Regensburg bei Saalhaupt von der A 93 ab und soll über Landshut nach Rosenheim führen, wo sie nahe dem Autobahndreieck zur A 93 (Inntaldreieck) auf die A 8 stoßen soll.

Geschichte[Bearbeiten]

Die B 15n ersetzt die frühere Planung der A 93, da diese südlich von Regensburg (ab Saalhaupt) nicht nach Rosenheim, sondern zum Dreieck Holledau (A 9) geführt wurde – das Teilstück zwischen den Dreiecken Saalhaupt und Holledau war ursprünglich als Teil der A 90 geplant. Die Trasse der B 15n entspricht in etwa dem Verlauf der Bundesstraße 15, jedoch streckenweise in größerem Abstand. Es ist deshalb möglich, dass die B 15 nach Fertigstellung der B 15n in Teilbereichen nicht zur Staatsstraße abgestuft wird, sondern als Bundesstraße bestehen bleibt.

Der Zweck der B 15n ist vor allem die effektive Entlastung der Münchner Ostumfahrung, die jetzt schon in ihrer achtspurigen Ausführung (drei Spuren pro Fahrbahn, in Spitzenzeiten mit befahrbarem Standstreifen) oft überlastet ist. Daneben dient sie aber auch der Entlastung der bisher vom überregionalen Nord-Süd-Verkehr der B 15 und in Landshut der B 299 stark belasteten Ortsdurchfahrten.

Baufortschritt/Planungsstand[Bearbeiten]

Bauabschnitt 1 (fertiggestellt)[Bearbeiten]

Die Bundesstraße ist auf dem ersten 21,6 km langen Teilabschnitt zwischen Saalhaupt und Neufahrn in Niederbayern fertiggestellt. Erste Erdaufschüttungen im Tal der Großen Laber bei Schierling wurden bereits 2005 und die ersten der insgesamt 43 Brücken in diesem Abschnitt wurden ab 2006 gebaut.[1] Am 21. Juli 2006 fand der offizielle Spatenstich bei der zukünftigen Unterführung der Kreisstraße KEH 17 bei Saalhaupt im Beisein von Vertretern des Bundes- und des bayerischen Verkehrsministeriums statt. Die Fahrbahn der B 15n wurde von Saalhaupt bis Schierling in Asphaltbauweise und zwischen Schierling und Neufahrn als Betonfahrbahn hergestellt. Eine der auffälligsten Brücken befindet sich in einem 22 m tiefen Einschnitt im Forst Grafenschlag.[2] Die Bogenbrücke überspannt mit einer Länge von 99 m die B 15n. Eine weitere bemerkenswerte Brücke wurde im Tal der Kleinen Laber hergestellt. Hierbei handelt es sich um eine 273 m lange Talbrücke, die in einem neuen Bauverfahren hergestellt wurde, um die Dauerhaftigkeit zu erhöhen.[3] Dieser Bauabschnitt ist aktuell mit Kosten von 154 Millionen € geplant.[4] Seit 26. Juli 2011 ist die B 15n bis Schierling-Süd[5] befahrbar, die Verkehrsfreigabe bis Neufahrn erfolgte am 18. November 2011.[6]

Bauabschnitt 2 (freigegeben ab 2. Dezember 2013)[Bearbeiten]

Für den zweiten Bauabschnitt Neufahrn–Ergoldsbach (Bau-km 33,735 bis 39,000) lief das Planfeststellungsverfahren seit dem 16. Januar 2004 und wurde am 16. Juli 2007 mit dem Planfeststellungsbeschluss beendet. Klagen gegen den Abschnitt wurden vor dem bayerischen Verwaltungsgerichtshof am 4. November 2008 abgelehnt und eine Revision nicht zugelassen. Das Bundesverwaltungsgericht hat eine Nichtzulassungsbeschwerde abgewiesen. Dieser Abschnitt wird voraussichtlich 50 Millionen € kosten.[7]

Da sich zwischen den Ortschaften Neufahrn und Ergoldsbach ein größeres Industriegebiet befindet, das etwa zu gleichen Teilen von beiden Gemeinden genutzt wird, würde hier verstärkt Verkehr durch diese Orte und ihre Ortsteile (Prinkofen, Iffelkofen und Jellenkofen) anfallen. Aus diesem Grund wurde am 31. August 2009 vom Bundesverkehrsministerium einer zusätzlichen Anschlussstelle Neufahrn-Süd zwischen den Orten Neufahrn und Ergoldsbach (auf Höhe des Industriegebiets) zugestimmt, die in absehbarer Zeit gebaut werden wird.

Baubeginn für diesen zweiten Bauabschnitt der Bundesstraße 15n war am 31. August 2009. Erste Vorbereitungen für die Erdbauarbeiten in diesem sieben Kilometer langen Streckenabschnitt begannen zur Jahresmitte 2009. Am 2. Dezember 2013 gab Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer diesen Abschnitt der B15 neu für den Verkehr frei.[8]

Bauabschnitt 3 (in Bau)[Bearbeiten]

Der dritte Bauabschnitt Ergoldsbach–Essenbach (Bau-km 39,000 bis 48,110) bis zur A 92 (Kosten. 88 Millionen €) ist seit dem 20. September 2005 in der Planfeststellungsphase.[9] Die Auslegung ist mittlerweile abgeschlossen, eine Anbindung an die A 92 soll erfolgen. Der Planfeststellungsbeschluss der Regierung von Niederbayern erging am 21. Dezember 2011.[10] In diesem etwa neun Kilometer langen Bauabschnitt soll eine Anschlussstelle liegen. Den Planungen nach soll diese zwischen Essenbach und Unterwattenbach an der Staatsstraße 2141 entstehen. Das Ende des dritten Bauabschnittes markiert die Verbindung mit der A 92 bei Ohu.

Da das Ende dieses Bauabschnittes nach Aussagen der Gegner der Straße eine andere Trassenführung ermöglicht, als die im folgenden beschriebene, wird derzeit angeblich geprüft, ob hier anstatt des Kleeblattes eine sogenannte Trompeten-Lösung gebaut wird und der Verkehr dann über die inzwischen fertiggestellte Flughafentangente Ost (FTO) an Erding vorbei zur A94 geleitet wird.

Erste vorbereitende Arbeiten begannen am 11. Februar 2013. Der eigentliche Baubeginn für den 9 km langen Abschnitt erfolgte am 30. Juli 2013.[11] Ab Herbst 2013 ist der Bau einer Brücke im Kreuzungsbereich mit der B 15 nördlich von Essenbach vorgesehen.[12]

Planung Bauabschnitt 4[Bearbeiten]

Der vierte Bauabschnitt von der A 92 nach Geisenhausen als verkehrsbedeutende Ostumfahrung von Landshut befindet sich bei der Autobahndirektion Südbayern noch in der Planungsphase. Dieser Abschnitt ist wegen der Querung des Isarhanges naturschützerisch besonders schwierig und soll deshalb in einem 2,1 km langen Tunnel bei Eisgrub geführt werden (geschätzte Kosten: 321 Millionen €). Ebenso soll eine 320 m lange Einhausung bei Ohu gebaut werden. Die Fertigstellung des Vorentwurfes erfolgte mittlerweile.

Währenddessen formiert sich weiterer Widerstand gegen den vierten Bauabschnitt. Zu der „Gemeinschaft der Betroffenen und Gegner der Autobahntrasse Regensburg - Rosenheim e. V.[13], einem Verein, der die Interessen der Gegner seit mehreren Jahrzehnten vertritt, wurde am 21. Juli 2009 der Grundstein zur Gründung mehrerer Bürgerinitiativen unter dem Namen „Stop B 15 Neu[14] gelegt; so gründete sich eine Bürgerinitiative in dem trassennahen Adlkofen am 17. August 2009 und eine weitere in Geisenhausen am 19. August 2009. Vilsbiburg folgte Mitte September 2009 und eine weitere Ende November für Velden. Am 31. August 2009 protestierten Aktive der Bürgerinitiativen, sowie Betroffene aus dem südlichen Landkreis, vorwiegend aus dem Bereich Adlkofen über Geisenhausen bis Vilsbiburg, gegen den geplanten Bauabschnitt indem die komplette Fahrbahnbreite mit 27 Menschen nebeneinander symbolisiert wurde. Darüber hinaus veranlassten die Bürgerinitiativen inzwischen einen Gemeinderatsbeschluss in Adlkofen und einen weiteren in Geisenhausen, in dem sich die Gemeinden für einen sofortigen Planungsstopp und die Streichung des Abschnitts Essenbach–Schwindegg aus dem Bundesverkehrswegeplan aussprechen. Ähnliche Beschlüsse sind in Vilsbiburg und Velden bereits in der Vorbereitung. Für den 9,8 km langen und 60 Millionen Euro teuren Abschnitt Geisenhausen–Haarbach inklusive der sogenannten „Vilstalspange“ zur B 388 ruht aktuell das Verfahren. Der Planfeststellungsbeschluss erfolgte hier am 16. Februar 1991. Dieser wird vor dem Verwaltungsgerichtshof sowie dem Bundesverwaltungsgerichtshof beklagt. Am 26. Januar 2012 wurde von der Regierung von Niederbayern der Planfeststellungsbeschluss für den Abschnitt Geisenhausen-Haarbach aufgehoben.[15]

Andererseits hat sich auch eine Initiative Pro B15 gegründet[16], die sich für den zügigen Ausbau der B15neu bis nach Rosenheim einsetzt. Politiker und Unternehmen aus der Region insbesondere aus Landshut sind der Initiative beigetreten.[17]

Weitere Planungsabschnitte[Bearbeiten]

Der 15 km lange Abschnitt Velden–Schwindegg hat ein festgestelltes hohes ökologisches Risiko und ist im Bundesverkehrswegeplan als weiterer Bedarf eingeordnet. Hier finden aktuell keine Planungsarbeiten statt.[18]

Südlich der Kreuzung B 15n und A 94 bei Schwindegg finden derzeit ebenfalls keine Planungsarbeiten statt. Dieser 55 km lange Abschnitt ist ebenfalls lediglich im weiteren Bedarf des Bundesverkehrswegeplans eingeordnet. Nach ihrer endgültigen Fertigstellung, welche insgesamt etwa eine Milliarde Euro kosten wird, soll sie im Nord-Süd-Verkehr vor allem die A 9 Nürnberg–München, den Autobahnring um München und die A 8 München–Rosenheim entlasten.

Das Verkehrsaufkommen für die B 15n wird für diesen Zeitpunkt auf 37.500 Kraftfahrzeuge täglich mit einem Schwerverkehrsanteil von bis zu 19,4 % geschätzt. Bis 2020 soll sie zumindest bis zum Autobahnkreuz Obertaufkirchen mit der A 94 reichen und dabei bereits ein Verkehrsaufkommen von 32.500 Fahrzeugen aufweisen. Aktuell verkehren auf der B 15 pro Tag 18.000 Kraftfahrzeuge.

Trivia[Bearbeiten]

Nach Straßenverkehrsordnung sind nicht nur Autobahnen, sondern allgemein mehrspurige Straßen mit baulicher Trennung der beiden Fahrtrichtungen frei von allgemeinen Geschwindigkeitsbeschränkungen. Der freigegebene Teil der B 15n ist eine der wenigen Nicht-Autobahnen, wo dies tatsächlich (also auch durch Beschilderung) so ist.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Panoramio Foto: B 15n-Brücke bei Schierling
  2. Panoramio Foto: B 15n-Brücke im Einschnitt Forst Grafenschlag
  3. Fritsche Ingenieure: „Neubau der Brücke über die kleine Laber B 15neu - Labertalbrücke“
  4. ABDSB Bundesstrasse B 15 neu Regensburg - Landshut - Rosenheim Abschnitt: Saalhaupt - Neufahrn i. Nb. (PDF; 428 kB)
  5. Mittelbayerische Zeitung 27. Juli 2011: „Innenminister weiht die B 15 neu ein“
  6. Wochenblatt 18. November 2011: „Eröffnung der B 15 neu 84 Millionen für elf Kilometer aus der "Mottenkiste"“
  7. ABDSB Neubau zwischen Saalhaupt und Ergoldsbach (PDF; 472 kB)
  8. br.de: „Die neue B15: Ramsauer eröffnet heute Teilstück bis Ergoldsbach“ Bayerischer Rundfunk vom 2. Dezember 2013, abgerufen am 2. Dezember 2013
  9. Laufende Projekte Autobahndirektion Südbayern
  10. Die B 15 neu kann bis zur A 92 gebaut werden — Regierung von Niederbayern genehmigt den Abschnitt Ergoldsbach – Essenbach
  11. BR.de: Bau der B15 neu, Baubeginn zwischen Essenbach und Ergolding
  12. ABDSB Rodung im Kreuzungsbereich der B 15n mit der B 15 alt (PDF; 235 kB)
  13. Gemeinschaft der Betroffenen und Gegner der Autobahntrasse Regensburg - Rosenheim e. V.
  14. Stop B 15 Neu
  15. Genehmigungsverfahren für B 15 neu bei Vilsbiburg soll neu aufgerollt werden − Planfeststellungsbeschluss für Abschnitt Geisenhausen-Haarbach aufgehoben
  16. Initiative PRO B15neu gestartet. rosenheim24. 25. Juli 2013. Abgerufen am 16. April 2014.
  17. Unterstützer. pro-b15neu.de. Abgerufen am 16. April 2014.
  18. Information der ABD Südbayern in Landshut am 17. Februar 2009 (PDF; 203 kB)