Feldbach (Steiermark)

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Feldbach
Wappen von Feldbach
Feldbach (Steiermark) (Österreich)
Feldbach (Steiermark)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Südoststeiermark
Kfz-Kennzeichen: SO (ab 1.7.2013; alt FB)
Fläche: 3,21 km²
Koordinaten: 46° 57′ N, 15° 53′ O46.95515.888333333333282Koordinaten: 46° 57′ 18″ N, 15° 53′ 18″ O
Höhe: 282 m ü. A.
Einwohner: 4.646 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 1447 Einw. pro km²
Postleitzahl: 8330
Vorwahl: +43 3152
Gemeindekennziffer: 6 23 16
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 13
8330 Feldbach
Website: www.feldbach-stadt.at
Politik
Bürgermeister: Kurt Deutschmann (SPÖ)
Gemeinderat: (2010)
(21 Mitglieder)
12
9
12 
Von 21 Sitzen entfallen auf:
Lage der Stadt Feldbach im Bezirk Südoststeiermark
Bad Radkersburg Bierbaum am Auersbach Deutsch Goritz Dietersdorf am Gnasbach Eichfeld Gosdorf Halbenrain Hof bei Straden Klöch Mettersdorf am Saßbach Mureck Murfeld Radkersburg Umgebung Ratschendorf Sankt Peter am Ottersbach Straden Tieschen Trössing Weinburg am Saßbach Auersbach Aug-Radisch Bad Gleichenberg Bairisch Kölldorf Baumgarten bei Gnas Breitenfeld an der Rittschein Edelsbach bei Feldbach Edelstauden Eichkögl Fehring Feldbach Fladnitz im Raabtal Frannach Frutten-Gießelsdorf Glojach Gnas Gniebing-Weißenbach Gossendorf Grabersdorf Hatzendorf Hohenbrugg-Weinberg Jagerberg Johnsdorf-Brunn Kapfenstein Kirchbach in Steiermark Kirchberg an der Raab Kohlberg Kornberg bei Riegersburg Krusdorf Leitersdorf im Raabtal Lödersdorf Maierdorf Merkendorf Mitterlabill Mühldorf bei Feldbach Oberdorf am Hochegg Oberstorcha Paldau Perlsdorf Pertlstein Petersdorf II Pirching am Traubenberg Poppendorf Raabau Raning Riegersburg Sankt Anna am Aigen Sankt Stefan im Rosental Schwarzau im Schwarzautal Stainz bei Straden Studenzen Trautmannsdorf in Oststeiermark Unterauersbach Unterlamm Zerlach SteiermarkLage der Gemeinde Feldbach (Steiermark) im Bezirk Südoststeiermark (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Das Rathaus in Feldbach
Das Rathaus in Feldbach
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Der Hauptplatz von Feldbach
Das „Grazer Tor“ war Teil einer geschlossenen Befestigungsanlage

Feldbach ist die Bezirkshauptstadt des politischen Bezirkes Südoststeiermark im Südosten der Steiermark mit 4646 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014). Ab 1. Jänner 2015 ist sie im Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform mit den Gemeinden Auersbach, Gniebing-Weissenbach, Gossendorf, Leitersdorf im Raabtal, Mühldorf bei Feldbach und Raabau zusammengeschlossen, die neue Gemeinde wird den Namen „Feldbach“ weiterführen.[1]

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Feldbach liegt am östlichen Ufer der Raab, dort wo die wichtige Nord-Südverbindung Hartberg-Bad Radkersburg das Raabtal quert.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Funde der Jungsteinzeit belegen, dass das Raabtal in diesem Bereich schon damals besiedelt war. Auch aus der Hallstattzeit gibt es Gräberfunde, allerdings am linken, nördlichen Raabufer.

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1188 als „Velwinbach“. Die Pfarre ist seit 1232 nachgewiesen. 1265 erfolgte die Markterhebung, durch welche auch der Handel einen Aufschwung erhielt. Im Zusammenhang damit steht auch die Verwendung des „Steinernen Metzen“, der als Eichmaß in weiten Teilen der Oststeiermark verwendet wurde.

Blick von Feldbach auf die Riegersburg um 1820, Lith. J.F. Kaiser

Ab der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde das Gebiet um Feldbach wiederholt durch das sich stark ausbreitende Fehdewesen sowie Invasionen von Ungarn und Türken in Mitleidenschaft gezogen, wobei auch der Markt mehrmals geplündert und zerstört wurde. 1469 beispielsweise fielen die Truppen Andreas Baumkirchers über Feldbach her und verwüsteten den gesamten Ort. Dieses Ereignis dürfte auch den Ausschlag für die Errichtung des Tabors gegeben haben.

Nachdem 1605 die mit den Türken verbündeten Heiducken ins Raabtal eingefallen waren und Feldbach am 26. Oktober mit Ausnahme des Tabors völlig zerstört hatten, wurde eine geschlossene Befestigungsanlage mit Stadttoren um den ganzen Ort errichtet.

Großen Aufschwung erhielt die Stadt durch die Eröffnung der Ungarischen Westbahn im Jahr 1873. Gleichzeitig begann auch lebhafter Kurbetrieb im nahen Kurort Bad Gleichenberg. In diese Zeit fällt auch die Stadterhebung von Feldbach (1884) und der Neubau der Pfarrkirche 1898-1900.

Während des Ersten Weltkrieges bestand in Feldbach ein Kriegsgefangenenlager, in welchem sich im Mai 1915 auch ca. 40.000 Gefangene und 10.000 Soldaten als Wachmannschaft befanden. Die Gefangenen wurden, aufgrund der unklaren Lage an der Italienfront (Fluchtgefahr), nach Ostungarn verlegt. Anschließend wurde das Lager in ein Etappenspital mit 6.500 Krankenbetten umgewandelt (modernste Augenklinik dieser Zeit in Europa).

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,80 %
(-4,85 %p)
41,64 %
(+10,38 %p)
3,60 %
(-2,54 %p)
3,15 %
(-3,80 %p)
0,80 %
(n. k.)
2005

2010


Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 21 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2010 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:

  • 12 SPÖ - stellt den Bürgermeister
  • 9 ÖVP

Wappen[Bearbeiten]

Abzeichen mit Wappen zum Landesfeuerwehrtag 1949

Die Wappenverleihung erfolgte am 1. Februar 1909 durch Kaiser Franz Joseph I.
Wappenbeschreibung: In einem ovalen silbernen Schilde hält ein nach vorwärts gewendeter Engel mit silbernen Flügeln ein bis zum Fußrande des Hauptschildes herabreichendes blaues Schildchen an beiden Oberecken vor sich. Dieses Schildchen zeigt in einem den Schildesfuß ausfüllenden Gewässer einen nach rechts schwimmenden Fisch, dessen Rücken über die Wasserfläche emporragt. Den Hauptschild umgibt eine ornamentale bronzefarbene Randeinfassung, auf deren Hauptrande eine silberfarbene Mauerkrone mit fünf sichtbaren Zinnen ruht.[2]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

In Feldbach befindet sich die Von der Groeben-Kaserne des österreichischen Bundesheeres, in der das Kommando, die Stabsbatterie sowie die 1. und 2. Artilleriebatterie des Artillerieregiment 1 untergebracht sind. Wegen der neuen Heeresreform wird das Regiment voraussichtlich im Juli 2008 in Aufklärungs-Artilleriebataillon 7 (AAB7) umbenannt. Die Stabsbatterie wird zur Stabskompanie und die Artilleriebatterien in Panzerhaubitzbatterien umbenannt.

Feldbach von Nordwesten

Bildung[Bearbeiten]

Folgende Schulen sind in Feldbach angesiedelt:

  • Oberstufenrealgymnasium
  • Handelsakademie und Handelsschule
  • Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe
  • Hauswirtschaftsschule
  • Polytechnische Schule
  • Landesberufsschule

Verkehr[Bearbeiten]

In Feldbach trifft die steirische Ostbahn mit der Landesbahn Feldbach–Bad Gleichenberg zusammen.

Gleichzeitig ist Feldbach Verkehrsknotenpunkt von drei Bundesstraßen, nämlich B66 (Halbenrain-Ilz), B57 (Feldbach-Oberwart) sowie B68 (Gleisdorf-Feldbach).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Blick vom Kalvarienberg auf Feldbach
Pfarrkirche Hl. Leonhard
Villa Hold

Bauwerke und Denkmäler[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Sommerfestspiele mit Klassischer Musik, und Kabarett Ende Juni bis Anfang Juli
  • alle zwei Jahre wird hier der Christian Schölnasts Stiftungspreis für literarische Arbeiten zur steirischen Volks- und Landeskunde vergeben
  • jährlich finden im Museum im Tabor Sonderausstellungen statt

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • 2004 Fritz Luttenberger (* 1932), Bürgermeister

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Rudolf Grasmug: 8 Jahrhunderte Feldbach, 100 Jahre Stadt. Stadtgemeinde Feldbach, Feldbach 1984, OBV.
  • Rainer Karasek, Gerhard Jettl (Mitarb.): Die Garnisonsstadt Feldbach und die Artilleriekaserne von der Groeben – von der Geschichte zur Gegenwart. Austria Medien Service, Graz 2000, OBV.
  • Rudolf Grasmug: 125 Jahre Stadt Feldbach. Stadtbuch. Stadtgemeinde Feldbach, Feldbach 2009, OBV.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Feldbach – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 14. November 2013 über die Vereinigung der Stadtgemeinde Feldbach und der Gemeinden Auersbach, Gniebing-Weissenbach, Gossendorf, Leitersdorf im Raabtal, Mühldorf bei Feldbach und Raabau, alle politischer Bezirk Südoststeiermark. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 2. Dezember 2013. Nr. 145, 34. Stück. ZDB-ID 705127-x. S. 673.
  2. R(einer) Puschnig: Die vor 1945 verliehenen steirischen Gemeindewappen. In: Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs. Band 13.1963. Steiermärkisches Landesarchiv, Graz 1963, ZDB-ID 510427-0, OBV, S. 71 f.
  3. Antonia Nitsch: Der Feldbacher Baumeister und Bürgermeister Johann Tengler (1814-1899). Baukultur und Lokalpolitik in der Südoststeiermark in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Diplomarbeit. Universität Graz, Graz 2009. – Volltext online (PDF; 3,5 MB).