Motorenfabrik Oberursel

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Motorenfabrik Oberursel AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1894
Auflösung 1921
Auflösungsgrund Fusion
Sitz Oberursel (Taunus)
Branche Verkehrstechnik
Produkte MotorenVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Motorenfabrik Oberursel, Hauptgebäude

Die Motorenfabrik Oberursel AG (kurz: Oberursel) war ein Hersteller von Motoren für Automobile, Eisenbahnen und Flugzeuge.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Die Mühlenbauer Gebrüder Seck aus Westerburg (vgl. MIAG) hatten 1883 die ehemalige Wiemersmühle erworben und auf dem Gelände eine Eisengießerei und Maschinenfabrik errichtet. Um 1886 verlegten sie den Betrieb zu ihrem anderen Standort in Darmstadt.[1] 1891 entwickelte der Ingenieur Willy Seck (1868–1955[2]) in der väterlichen Werkstatt einen Motor für Petroleum mit einer neuen Einspritzvorrichtung, den er GNOM nannte, was der Volksmund als „Geht nicht ohne Monteur“[3] oder später als „Geht nicht ohne Mittreten“ interpretierte. 1892 gründete er das Unternehmen W. Seck & Co. Ab etwa 1895 bauten die Gebrüder Louis, Augustine und Laurent Seguin in Frankreich den GNOM in Lizenz und entwickelten ihn in der Folge weiter zum Umlaufmotor Gnôme. Nachdem die Gesellschafter Willy Seck verwehrt hatten, seinen GNOM in ein Auto einzubauen, verließ er 1897 die Gesellschaft und gründete sie neu als Motorenfabrik Oberursel am Standort Oberursel im Taunus. (Um 1904 wurde er Chefkonstrukteur der Dixi beim Automobilwerk Eisenach.) Im Folgejahr wurde die Motorenfabrik vergrößert und in Motorenfabrik Oberursel AG umfirmiert.[4]

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Motorenfabrik Oberursel, Halle

1921 fusionierte die Gesellschaft mit der Deutz AG, 1930 mit Humboldt-Deutz Motoren, und letztlich 1938 mit den Klöckner-Werken.

Von da an waren sie bekannt als Klöckner-Humboldt-Deutz Oberursel, speziell für ihre Eisenbahn-Antriebe. Heute sind sie Teil der Rolls-Royce plc und einziger deutscher Hersteller von selbstentwickelten Flugzeugtriebwerken.[5]

Anschluss an den Schienenverkehr[Bearbeiten]

Wartehäuschen „Motorenfabrik“

Nach der Motorenfabrik Oberursel AG war die Haltestelle Motorenfabrik der Gebirgsbahn der Frankfurter Lokalbahn benannt. Die am 31. Mai 1910 eröffnete Lokalbahn-Strecke der Linie 24 führte vom Frankfurter Schauspielhaus nach Oberursel-Hohemark. Die am 1. Januar 1955 von der Straßenbahn Frankfurt am Main übernommene Strecke wurde am 27. Mai 1978 in das Netz der Frankfurter U-Bahn integriert. Neben dem Personenverkehr wurde auch der Güterverkehr zum Netz der Deutschen Bundesbahn bis zum 27. Oktober 1981 über diese Strecke abgewickelt. 1989 wurde die Haltestelle Motorenfabrik durch die Haltestelle Lahnstraße ersetzt.

Linien
Oberursel Altstadt
(bis 1989:
Oberstedter Straße
bis 2010:
Oberursel Portstraße)
U-Bahn U3
U-Bahn-Strecke A
Glöcknerwiese

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.ursella.info/muehlen_web/mueh_web/mueh_08.html
  2. NDB 24 (2009), S. 111-112
  3. www.rolls-royce.com: Motorenfabrik Oberursel früher & heute (pdf 1,2 MB)
  4. http://www.rolls-royce.com/deutschland/de/Images/Brosch%C3%BCre_100_Jahre_Flugmotorenbau_in_Oberursel_15.08.2013_tcm250-51336.pdf
  5. Die wundersame Karriere eines Gnoms in FAZvom 1. Oktober 2013, Seite T6

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Motorenfabrik Oberursel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

50.2113888888898.5652777777778Koordinaten: 50° 12′ 41″ N, 8° 33′ 55″ O