Per Mertesacker

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Per Mertesacker

Per Mertesacker (2012)

Spielerinformationen
Geburtstag 29. September 1984
Geburtsort HannoverDeutschland
Größe 198 cm[1]
Position Innenverteidigung
Vereine in der Jugend
1988–1995
1995–2003
TSV Pattensen
Hannover 96
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
2003–2004
2003–2006
2006–2011
2011–
Hannover 96 Amateure
Hannover 96
Werder Bremen
FC Arsenal
16 0(1)
74 0(7)
147 (12)
97 0(5)
Nationalmannschaft2
2002–2003
2003–2004
2004–2014
Deutschland U-20
Deutschland U-21
Deutschland
2 0(0)
4 0(0)
104 0(4)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 18. Oktober 2014
2 Stand: 13. Juli 2014

Per Mertesacker (* 29. September 1984 in Hannover) ist ein deutscher Fußballspieler, der seit 2011 beim FC Arsenal unter Vertrag steht. Von 2004 bis 2014 bestritt er insgesamt 104 Spiele für die Nationalmannschaft und wurde 2014 in Brasilien Weltmeister.

Leben[Bearbeiten]

Mertesacker wuchs in Pattensen auf und besuchte bis zur zehnten Klasse die dortige Ernst-Reuter-Schule. Das Abitur absolvierte er an der Carl-Friedrich-Gauß-Schule in Hemmingen.[2]

Karriere[Bearbeiten]

Verein[Bearbeiten]

Per mertesacker bayern.jpg Per Mertesacker 2014 v Palace.jpg
Per Mertesacker, links beim Spiel Werder Bremen gegen Bayern München (2007) und rechts im Trikot des FC Arsenal im Spiel gegen Crystal Palace (2014).

Per Mertesacker begann seine Karriere als Fußballspieler beim TSV Pattensen und wechselte 1995 im Alter von elf Jahren zu Hannover 96. Dort spielte er einige Jahre unter anderem unter seinem Vater Stefan Mertesacker. Da er nicht als herausragendes Talent galt, hatte er schon daran gedacht, die Fußballkarriere zu beenden. Unter 96-Jugendtrainer Jörg Goslar schaffte er es trotzdem, am Training der Profis teilnehmen zu können und wurde im November 2003 im Alter von 19 Jahren und einem Monat vom damaligen 96-Trainer Ralf Rangnick mit seinem ersten Einsatz in der Bundesliga gegen den 1. FC Köln für sein Durchhaltevermögen belohnt. Allerdings spielte er nicht auf seiner Stammposition in der Innenverteidigung, sondern als rechter Verteidiger und wurde in der Halbzeitpause nach eher mittelmäßiger Leistung ausgewechselt.

Mertesacker erhielt einen Profivertrag, musste jedoch vier Monate auf seinen nächsten Bundesligaeinsatz warten. Unter Trainer Ewald Lienen entwickelte sich Per Mertesacker zum Stammspieler und Abwehrchef in der Innenverteidigung von Hannover 96. In der Saison 2004/05 gehörte er bereits zu den unumstrittenen Leistungsträgern der Mannschaft. Seine Profikollegen in der Bundesliga wählten ihn nach der Hinrunde 2004/05 zum „größten Talent“.

Am 8. August 2006 wechselte Mertesacker für eine Ablösesumme von 4,7 Millionen Euro[3] zu Werder Bremen, wo er einen Vertrag bis 2010 unterschrieb, der später bis zum Jahr 2012 verlängert wurde.[4] Zum Rückrundenauftakt der Saison 2006/07 traf er mit seinem zweiten Ligatreffer für Werder Bremen ausgerechnet gegen seinen ehemaligen Verein Hannover 96. In Bremen wurde er, wie zuvor in Hannover, schnell zum Publikumsliebling, Stammspieler und später, nach den Abgängen von Frank Baumann bzw. Torsten Frings, gar zum Mannschaftskapitän ernannt. Von den hannoverschen und Bremer Fans erhielt er auch den Spitznamen „Merte“. Mit dem SV Werder gewann er 2009 den DFB-Pokal und zog im selben Jahr ins Finale des UEFA-Pokals ein, wo man sich nach Verlängerung Schachtar Donezk geschlagen geben musste.

Nach einer schwächeren Saison 2010/11 wechselte Mertesacker am 31. August 2011 – kurz vor Ende der Transferperiode – zum FC Arsenal in die Premier League.[5] Die Ablösesumme betrug etwa 10 Millionen Euro.[6] Bei den Gunners übernahm er die Rückennummer 4 von Cesc Fàbregas, der zum FC Barcelona gewechselt war. Sein Premier-League-Debüt gab Mertesacker am 10. September 2011 (4. Spieltag) beim 1:0-Sieg im Heimspiel gegen Swansea City und sein erstes Tor erzielte er am 17. November 2012 (12. Spieltag) beim 5:2-Sieg im Heimspiel gegen Tottenham Hotspur mit dem Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1 in der 23. Minute.

Am 4. März 2014 verlängerte er seinen bis 2015 laufenden Vertrag vorzeitig.[7]

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Per Mertesacker ist mit seinen 198 cm bislang der körperlich größte Nationalspieler der DFB-Geschichte.

Per Mertesacker am 11. September 2012 beim 2:1-Sieg im WM-Qualifikationsspiel gegen Österreich in Wien.

Bereits kurz nach dem Sprung aus der A-Jugend in die Profimannschaft von Hannover 96 folgte der nächste Karriereschritt: Nach nur wenigen Bundesliga-Einsätzen als Stammspieler berief der damalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann Per Mertesacker erstmals in die A-Nationalelf. Sein erstes Länderspiel bestritt er am 9. Oktober 2004 in Teheran gegen den Iran.[8]

Aufgrund seiner konstanten Leistungen und konsequenten aber fairen Spielweise beim Konföderationen-Pokal 2005 in Deutschland, bei dem ihm im Spiel gegen Australien auch sein erstes Länderspieltor gelang, etablierte er sich in der Nationalelf als feste Größe und zählte zu den wenigen Spielern, die bereits im Vorfeld der Weltmeisterschaft 2006 mit einem Stammplatz rechnen konnten.

Sein WM-Debüt feierte Per Mertesacker am 9. Juni 2006 in München im Eröffnungsspiel gegen Costa Rica. Er spielte neben Jens Lehmann und Philipp Lahm als einziger Stammspieler alle deutschen WM-Spiele bis zum Halbfinale über die volle Spielzeit. Sein Partner in der Innenverteidigung war Christoph Metzelder. Er gehörte zu den WM-Spielern mit den besten Zweikampfwerten und kam ohne Gelbe Karte aus. Im Spiel um Platz 3 konnte er aufgrund einer Schleimbeutelentzündung nicht auflaufen und wurde von Jens Nowotny vertreten.

Für die Europameisterschaft 2008 wurde er vom neuen Bundestrainer Joachim Löw in die deutsche Auswahl berufen. Auch bei diesem Turnier spielte er an der Seite von Metzelder und stand in allen Begegnungen der deutschen Elf über volle 90 Minuten auf dem Platz.

Am 6. Mai 2010 wurde er von Joachim Löw in den Kader für die Weltmeisterschaft 2010 berufen und bestritt in diesem Turnier wieder sämtliche Partien des deutschen Teams über 90 Minuten. Sein Partner in der Innenverteidigung war Arne Friedrich.

Für die Europameisterschaft 2012 wurde er von Löw erneut ins deutsche Aufgebot berufen. Allerdings bestand die Innenverteidigung der Stammformation aus Mats Hummels und Holger Badstuber, sodass Mertesacker erstmals bei einem großen Turnier nur noch Ersatzspieler war und ohne Einsatz blieb, nachdem er in den vorangehenden sieben Jahren beinahe durchweg in der Startelf stand.

Am 29. Mai 2013 führte er in Abwesenheit von Philipp Lahm die Nationalmannschaft beim Freundschaftsspiel gegen Ecuador erstmals als Spielführer aufs Feld, nachdem er zuvor schon viermal die Kapitänsbinde nach Auswechslung des eigentlichen Kapitäns übernommen hatte.

Am 10. September 2013 schoss Mertesacker in der 23. Minute sein drittes Tor für die Nationalmannschaft im WM-Qualifikationsspiel gegen die Färöer-Inseln. Am 19. November 2013 führte er in seinem 95. Länderspiel, womit er mit Sepp Maier und Karl-Heinz Rummenigge gleichzog, beim Spiel gegen England im Wembley-Stadion die Nationalmannschaft zum zweiten Mal als Spielführer aufs Feld und erzielte dabei mit seinem ersten Kopfball-Tor für die Nationalmannschaft den 1:0-Siegtreffer.

2014 krönte Mertesacker seine Nationalmannschaftskarriere mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft. Aufgrund einer Systemumstellung von Bundestrainer Löw in Form einer Abwehrkette aus vier Innenverteidigern, bestritt Mertesacker zunächst alle Vorrundenspiele sowie das Achtelfinale über die volle Spieldauer. Dabei absolvierte er am 21. Juni 2014 im Gruppenspiel gegen Ghana sein 100. Länderspiel. Im Viertelfinale gegen Frankreich kehrte Löw jedoch zum alten Spielsystem zurück und gab Mats Hummels sowie Jérôme Boateng den Vorzug in der Innenverteidigung, sodass Mertesacker nicht zum Einsatz kam. Beim historischen 7:1-Sieg im Halbfinale gegen Gastgeber Brasilien wurde Mertesacker zur Halbzeit (Spielstand 5:0) für Hummels eingewechselt. Im Finale gegen Argentinien stand er erneut nicht in der Startaufstellung. Erst in der letzten Spielminute der Verlängerung wurde er beim Stand von 1:0 für Mezut Özil eingewechselt und kam so zu seinem 104. Länderspieleinsatz.[9]

Am 15. August 2014 trat er aus der Nationalmannschaft zurück.[10] Gemeinsam mit den ebenfalls nach der Weltmeisterschaft aus der Nationalelf zurückgetretenen Spielern Philipp Lahm und Miroslav Klose wurde Mertesacker am 3. September 2014 im Rahmen des Freundschaftsspiels gegen Argentinien in Düsseldorf offiziell aus der Nationalmannschaft verabschiedet. Dabei stand er nicht mehr im Kader.[11]

Spielweise[Bearbeiten]

Mertesacker ist für seine faire Spielweise bekannt, er kommt mit sehr wenigen Fouls aus. Dies verdankt er vor allem seinem guten Stellungsspiel. Er zeigt ein ausgeprägtes Gefühl für den Raum. Mit seiner Spielintelligenz erahnt Mertesacker früh, wohin ein Ball gespielt wird und kann so oft gegnerische Pässe in die Tiefe ablaufen, ohne in schwierige Eins-gegen-Eins-Situationen zu geraten. Zu seinen Stärken gehört auch die Spieleröffnung. Nach Balleroberungen schlägt Mertesacker den Ball nicht unkontrolliert nach vorn, sondern ist die erste Station eines schnellen Spielaufbaus durchs Mittelfeld.[12] Zu seinen Schwächen zählt die fehlende Schnelligkeit. Wiederholt traf den 1,98-m-Mann der Vorwurf der Langsamkeit und Behäbigkeit.[13][14]

Erfolge[Bearbeiten]

Nationalmannschaft

Verein

Werder Bremen

FC Arsenal

Individuelle Ehrungen

Privates[Bearbeiten]

Seit Sommer 2008 ist Per Mertesacker mit der Handballerin Ulrike Stange liiert. Am 24. April 2011 kam der gemeinsame Sohn zur Welt. Im Juni 2013 heirateten die beiden im Schloss Marienburg, nahe seiner Heimatstadt Pattensen (Region Hannover). Am 20. Mai 2014 ist Mertesacker zum zweiten Mal Vater geworden und reiste deshalb etwas verspätet zum Trainingslager der Nationalmannschaft an.

Bemerkenswertes[Bearbeiten]

Mertesacker gilt als zweikampfstarker, aber mit nur acht Gelben und zwei Roten Karten in 221 Bundesligaspielen [15] sehr fairer Abwehrspieler und ist eine wichtige Identifikationsfigur für die Fans.

Im November 2006 rief Mertesacker die „Per-Mertesacker-Stiftung“ ins Leben. Diese fördert die Integration sowie die sportliche Ausbildung von sozial benachteiligten Jugendlichen und unterstützt auch unverschuldet in Not geratene Menschen. Im Stiftungsrat sind andere Prominente wie der Comedian Oliver Pocher vertreten. Um Geld zu sammeln werden Fußballtrikots und andere Dinge im Internet versteigert. Außerdem veranstaltet die Per-Mertesacker-Stiftung regelmäßig ein Benefiz-Fußballspiel von Prominenten. Das erste fand am 9. Juni 2007 zwischen „Mertesacker & Friends“ und den „Pocher Comedian Allstars“ im Rudolf-Kalweit-Stadion von Hannover statt, weitere 2008 und 2009 (hier gegen eine Auswahlmannschaft von Philipp Lahm) sowie „Best of Mertesacker & Pocher” vs. „Friends of Robert Enke” (2011).

Seit Sommer 2009 engagiert sich Per Mertesacker für das Sozialprojekt Wir helfen Afrika zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika. Er unterstützt das Projekt als Stadtpate für Tettnang.

Mertesacker ist einer von vier Vertretern der Bundesliga bzw. 1. Ligen im Spielerrat der Vereinigung der Vertragsfußballspieler.[16] [17]

Kurz nach dem Achtelfinalspiel des deutschen Teams bei der Weltmeisterschaft 2014 reagierte Mertesacker auf die von Reporter Boris Büchler geäußerte Kritik an der Mannschaftsleistung ungehalten. Dies führte zu einem starken Echo in Presse und sozialen Netzwerken, das Interview wurde teilweise auch parodiert.[18][19][20]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Per Mertesacker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Steckbrief auf per-mertesacker.de
  2. Welche Schule für mein Kind?, Verlagsbeilage der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 12. Januar 2011, S. 14 und 17
  3. rp-online.de: Mertesacker-Wechsel zu Werder Bremen perfekt
  4. FOCUS Online: Mertesacker bleibt bis 2012 bei Werder
  5. Werder und Arsenal einig: Mertesacker wechselt nach England
  6. Perfekt: Werders Mertesacker wechselt zum FC Arsenal
  7. Per Mertesacker verlängert bei den Gunners
  8. Roberto Mamrud: Per Mertesacker - International Appearances. Rec.Sport.Soccer Statistics Foundation. 13. Februar 2014. Abgerufen am 14. Februar 2014.
  9. Spielbericht zum Endspiel Deutschland – Argentinien bei der WM 2014 einschl. Aufgebot fussballdaten.de. Abgerufen am 15. Juli 2014.
  10. Arsenal-Verteidiger: Mertesacker tritt aus Nationalelf zurück spiegel.de. Abgerufen am 15. August 2014.
  11. Festlicher Abschied für die Weltmeister, dfb.de, abgerufen am 4. September 2014.
  12. Phänomen Mertesacker: Abwehrriese mit guter Kinderstube
  13. Arsenals Mertesacker: Führungsfigur trotz Fehlern
  14. Arteta: „Mertesacker ist besser als die meisten denken“
  15. Stand 2. September 2011
  16. Hinweis in: RevierSport 38/2013, S. 12
  17. spielergewerkschaft.de: Spielerrat Abgerufen 28. März 2013.
  18. Mertesacker erklärt TV-Ärger, sport1.de am 1. Juli 2014.
  19. Mertesacker und seine Eistonne als Internet-Hype, welt.de am 2. Juli 2014.
  20. Mertesacker feat. Vanilla-Ice,tagesschau.de am 2. Juli 2014.