Sultans Trail

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Sultans Trail ist ein Weitwanderweg und führt auf einer Länge von 2.200 km von Wien nach Istanbul durch Österreich, die Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Bulgarien und die Türkei.

Name und geschichtlicher Hintergrund[Bearbeiten]

Der Name Sultans Trail ist dem Sultan Süleyman I. ‚der Prächtige‘ gewidmet, Herrscher des Osmanischen Reichs. Unter seiner Führerschaft eroberten die osmanischen Truppen Belgrad und den größten Teil Ungarns, und belagerte Wien kurzzeitig. Der heutige Weg folgt der von Sultan Süleyman auf seinem Weg nach Wien beschriebenen Route. Er startete am 10. Mai 1529 von Istanbul und erreichte Wien nach 141 Tagen am 23. September. Es handelte sich um die schwierigste Expedition in den Westen. Eine zweite Eroberung Wiens scheiterte 1532. 1566, im Alter von 60, führte er seine Truppen zum letzten Mal an; er starb in der Nähe von Szigetvár in Ungarn.

Im Gegensatz zu seiner Vergangenheit, ist der Sultans Trail heute ein Weg im Zeichen des Friedens und der Völkerverständigung. Der Weg startet am Stephansdom (Wien); die Glocken des Doms sind aus geschmolzenem Eisen osmanischer Kanonenkugeln. Er endet am Grab des Sultans in Istanbul (Süleymaniye-Moschee).

Idee und heutiger Wegverlauf[Bearbeiten]

Der Sultans Trail wird von der NGO Sultans Trail International in den Niederlanden entwickelt. Nach der Erfahrung mit dem von Pilgern überlaufenen Spanischen Jakobsweg im Jahr 2009, entstand die Idee einen neuen kulturhistorischen Weitwanderweg anzulegen, der den Westen mit dem Osten verbindet und zur Begegnung unterschiedlicher Kulturen einlädt.[1] Im Jahr 2010 erfolgte die erste Begehung des gesamten Wegs von Wien nach Istanbul.

Da niemand die exakte historische Route von Süleyman kennt, wurde eine Route ausgearbeitet, die historische Schauplätze des Feldzugs mit weiteren kulturellen und Natursehenswürdigkeiten verbindet. Weiterhin wurden schon existierende Fernwanderwege, wie der E8, und eine Route parallel zum Donauradweg genutzt. Bis auf den Abschnitt durch die bulgarischen Berge kann der Weg das ganze Jahr über gelaufen werden. Auf den meisten Wegstrecken finden sich vielfältige Übernachtungsmöglichkeiten wie Hotels, Pensionen und Privatzimmer. In Ungarn und Bulgarien ist es notwendig, ein Zelt mitzubringen.

Die Kulturrouten der Türkei[Bearbeiten]

Sultans Trail ist eine der jüngst gegründeten Kulturrouten in der Türkei. Während die anderen Wege ausschließlich in der Türkei verlaufen, ist bisher Sultans Trail der einzige Weg, der über die Türkei hinaus durch weitere Länder verläuft und sie damit noch enger mit Europa verbinden möchte. Die als Kulturrouten bezeichneten Wege folgen alten Handelswegen oder orientieren sich an Spuren berühmter Reisender. Sie können zu Fuß, mit dem Fahrrad oder per Pferd erkundet werden. Die Routen wurden mit dem Ziel entwickelt, das kulturelle Erbe der Türkei Trekkern und anderen Wegnutzern „im Vorbeigehen“ zugänglich zu machen. Der im Jahr 2012 gegründete Verband der Kulturrouten in der Türkei ist eine Non-Profit-Organisation, in der sich die Gründer der Routen mit lokalen Reiseveranstaltern, Pensionsbetreibern und weiteren Partnern zusammengeschlossen haben. Ziel des Verbandes ist es, die Wege im Sinne eines nachhaltigen Tourismus zu entwickeln, sowie die Routen für zukünftige Generationen zu erhalten.[2]

Der Verlauf des Sultans Trail[Bearbeiten]

Österreich: Wien-Simmering, Schwechat, Rauchenwarth, Trautmannsdorf an der Leitha, Wilfleinsdorf, Bruck an der Leitha, Rohrau, Petronell-Carnuntum, Hainburg an der Donau, Wolfsthal.

Österreich – Purbach Route: Wien-Simmering, Schwechat, Rauchenwarth, Trautmannsdorf an der Leitha, Sommerein, Breitenbrunn am Neusiedler See, Purbach am Neusiedler See, Donnerskirchen, Eisenstadt, St. Margarethen im Burgenland, Mörbisch am See.

Slowakei: Devín, Bratislava, Marianka, Modra, Harmónia, Častá, Dobrá Voda, Prašník, Vrbové, Čachtice, Nové Mesto nad Váhom, Beckov, Trenčín, Topoľčany, Nitra, Nové Zámky, Kolárovo, Kameničná, Komárno, Iža, Radvaň nad Dunajom-Žitava, Radvaň nad Dunajom, Moča, Kravany nad Dunajom, Obid, Štúrovo

Ungarn: Halászi, Györ, Tata, Tatabánya, Annavölgy, Esztergom, Szentendre, Budakalász, Budapest, Százhalombatta, Székesfehérvár, Dunaföldvár, Szekszárd, Bátaszék, Mohács, Sátorhely, Udvar.

Ungarn – Balaton Route: Sopron, Sankt Martin (Österreich), Köszeg, Sárvár, Sümeg, Keszthely, Szulimán, Csertő, Szigetvár, Pécs, Mohács, Sátorhely, Udvar.

Kroatien: Topolje, Draz, Podolje, Popovac, Beli Manastir, Karanac, Kneževi Vinogradi, Grabovac, Darda, Osijek, Đakovo,, Vinkovci, Vukovar, Šarengrad, Opatovac, Ilok.

Serbien: Morović, Sremska Mitrovica, Mačvanska Mitrovica, Jarak, Šabac, Belgrad, Oresac, Smederevo, Velika Plana, Jagodina, Paracin, Deligrad, Niš, Niska Banja, Pirot, Dmitrovgrad.

Serbien – Carski Drum route (bis Belgrad): Backi Breg, Bezdan, Backi Monostor, Sombor, Kupusina, Apatin, Svilojevo, Sonta, Bogojevo, Karavukovo, Deronje, Bač, Serbia, Mladenovo, Karađorđevo, Backa Palanka, Neštin, Susek, Banoštor, Novi Sad, Petrovaradin, Sremski Karlovci, Krušedol Selo, Šatrinci, Dobrodol, Ljukovo, Golubinci, Vojka, Novi Banovci, Zemun.

Bulgarien: Kalotina, Dragoman, Sofia, Novi Chan, Ichtiman, Pasardschik, Stambolijski, Plowdiw, Sadowo, Parwomaj, Haskowo, Charmanli, Ljubimez, Swilengrad.

Bulgarien – Bergroute: Kalotina, Dragoman, Sofia, Witoscha, Samokow, Rila Kloster, Rila, Velingrad, Smoljan, Ardino, Kardschali, Swilengrad.

Türkei: Kapıkule, Kemalköy, Karabulut, Sarayakpınar, (Sırpsındığı), Avarız, Edirne, Kösençiftliği, Söğütlüdere, Hasköy, Hamzabey, Uluçınar, Ahmetbey, Karlı, Hallaçlı, İnceğiz, Çatalca, Dursunköy, Sazlıbosna, Şamlar, Kayabaşı Eyüp-Sultan-Moschee, Fatih und Süleymaniye-Moschee.

Türkei – 'Jagdroute (Avyolu)': Edirne bis Dursunköy: Hıdırağa, Karayusuf, Ortakça, Kavaklı, Yağcılı, Süloğlu, Büyük Gerdelli, Dolhan, Paşayeri, Koyunbaba, Kırklareli, Kızılcıkdere, Üsküpdere, Karıncak, Kaynarca, Pınarhisar, Erenler, Poyralı, Doğanca, Develi, Vize, Okçular, Evrenli, Çakıllı, Kavacık, Saray, Küçük Yoncalı, Safaalan, Binkılıç, Aydınlar, Yaylacık, Gümüşpınar, İhsaniye, Akalan, Dağyenice, Boyalık, Dursunköy.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. From making war to promoting peace: The Sultans’ Trail. Todays Zaman über den Sultans Trail. 11. Juni 2010. (englisch)
  2. Der Verband der Kulturrouten in der Türkei über seine Ziele (englisch)