Symrise

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Symrise AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE000SYM9999
Gründung 20. Februar 2003
Sitz Holzminden, Deutschland

Leitung

Mitarbeiter 5.959 (Dezember 2013)[1]
Umsatz 1.830,4 Mio. (2013)[1]
Branche Lebensmittelindustrie, Chemische Industrie
Website www.symrise.com
Stand: 31. Dezember 2013 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2013
Duftstoffproduktionsgebäude im Werk Weser

Die Symrise AG mit Sitz in Holzminden ist ein börsennotierter Anbieter von Duftstoffen, Geschmackstoffen und Wirkstoffen für Kosmetika und Lebensmittel. Unter Niedersachsens größten Konzernen belegt Symrise im Jahr 2012 den Platz 14. Die Aktien sind seit März 2007 im MDAX sowie im niedersächsischen Aktienindex Nisax20 notiert.

Das Unternehmen ist in mehr als 35 Ländern vertreten und beschäftigte zum 31. Dezember 2013 weltweit 5.959 Mitarbeiter. Symrise entstand 2003 durch die Fusion der Dragoco Gerberding & Co AG und der Haarmann & Reimer GmbH.

Nach Givaudan (Schweiz), Firmenich (Schweiz) und International Flavors & Fragrances (USA) liegt Symrise mit einem Anteil von ca. 10 Prozent auf dem vierten Platz am globalen Markt der Duftstoffe und Aromen.

Geschäftsbereiche[Bearbeiten]

Das Unternehmen gliedert sich in zwei Geschäftsbereiche: Flavor & Nutrition und Scent & Care.

Flavor & Nutrition entwickelt, produziert und vertreibt Aromen und funktionale Inhaltsstoffe, die in Lebensmitteln, Getränken und Gesundheitsprodukten ihren Einsatz finden. Dazu gehören kulinarische Produkte und Snacks, Süßigkeiten und Desserts, Milchprodukte und Eiskrem, Getränke sowie Nahrungsergänzungsmittel.

Scent & Care entwickelt, produziert und vertreibt Duftkompositionen, kosmetische Inhaltsstoffe, Aromamoleküle und Mint-Aromen. Sie werden bei der Herstellung von Parfums, Körperpflege- und Kosmetikprodukten, Reinigungs- und Waschmitteln, Raumdüften sowie Mundpflegeprodukten verwendet.

Leitung[Bearbeiten]

  • Heinz-Jürgen Bertram, seit 1. Juli 2009 Vorstandsvorsitzender (CEO)
  • Bernd Hirsch, Mitglied des Vorstandes und Group CFO
  • Hans Holger Gliewe, Mitglied des Vorstandes für den Geschäftsbereich Flavour & Nutrition
  • Achim Daub, seit November 2005 Vorstandsmitglied für den Geschäftsbereich Scent & Care

Aktionärsstruktur[Bearbeiten]

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Anteil Anteilseigner[2]
5,86 % Gerberding Vermögensverwaltung des ehemaligen Symrise-Geschäftsführers Horst-Otto Gerberding
9,96 % M&G (Prudential)
5,02 % MFS (Sun Life)
3,03 % Threadneedle (Ameriprise)
3,15 % Mondrian Investment Partners
3,05 % Jahr GmbH
64,68 % anderer Streubesitz

Stand: November 2013 (alle Anteilseigner außer der Gerberding Vermögensverwaltung werden dem Streubesitz zugerechnet)

Geschichte[Bearbeiten]

Symrise Holding[Bearbeiten]

Formell gegründet wurde die Gesellschaft am 5. März 2002 unter der Firma ISIS Vermögensverwaltung GmbH mit Sitz in München. Aufgrund eines Gesellschafterbeschlusses vom 27. September 2002 wurde der Sitz der ISIS Vermogensverwaltung nach Holzminden verlegt und am 20. Dezember 2002 im Handelsregister des Amtsgerichts Alfeld (Leine) unter HRB 101122 eingetragen. Aufgrund eines Gesellschafterbeschlusses vom 14. Dezember 2003 wurde die Firma der Gesellschaft in Symrise Holding GmbH geändert und in das Handelsregister des Amtsgerichts Hildesheim (HRB 110856) eingetragen. Der EQT III Fonds des schwedischen Finanzinvestors EQT hat die Mehrheit der Anteile an der ISIS Vermögensverwaltung GmbH erworben und daneben wurde Horst-Otto Gerberding (Mehrheitsaktionär von Dragoco) und die Braunschweig GmbH (mehrheitlich zur Nord/LB) an der ISIS Vermögensverwaltung beteiligt.

Das Unternehmen erwarb dann sämtliche Anteile an der 1919 gegründeten Dragoco Gerberding & Co. AG, deren Anteile mehrheitlich sich in Familienbesitz befanden und bildeten die Haarmann & Reimer-Gruppe. Haarmann & Reimer (H&R) wurde 1875 gegründet und war von 1953 bis zum Verkauf 2002 an EQT ein Tochterunternehmen der Bayer AG. Weitere, insbesondere im Ausland belegene Teile der Haarmann & Reimer-Gruppe wurden in den Folgejahren erworben. Nach dem Erwerb der Dragoco-Gruppe und des wesentlichen Teils der Haarmann & Reimer-Gruppe begann die ISIS Vermogensverwaltung GmbH damit, die beiden Gruppen organisatorisch zusammenzufassen.

Am 20. Februar 2003 fusionierten die beiden in Holzminden ansässigen Firmen Dragoco (heute das Werk Solling) und Haarmann & Reimer (H&R, heute das Werk Weser). Aus dieser Fusion resultierte das neue Unternehmen mit Namen Symrise GmbH & Co. KG, eine Tochtergesellschaft der Symrise Holding GmbH und Rechtsvorgängerin der ab November 2006 entstandenden Symrise AG. Die Fusion beider Unternehmen ist auch im Logo von Symrise festgehalten, in dem sich der Drache (Dragoco AG) und der Kolibri (H&R) wiederfinden. Aus dem fünftgrößten (Haarmann & Reimer) und dem achtgrößten Anbieter der Branche (Dragoco) wurde mit Symrise der viertgrößte.

Hauptanteilseigner von Symrise waren nach dem Zusammenschluss mit ungefähr 76 Prozent EQT und mit 18 Prozent der ehemalige Mehrheitsgesellschafter der Dragoco, Horst-Otto Gerberding. Von Februar 2003 bis September 2003 war zunächst Horst-Otto Gerberding Geschäftsführer des Unternehmens. Von September 2003 bis Februar 2005 übernahm James D. Forman die Leitung. Im Sommer 2004 plante der Vorstand auch umfangreiche Produktionsverlagerungen in Billiglohnländer in Erwägung gezogen. Erst am 16. November 2004 gab die Geschäftsführung den Verzicht auf eine Produktionsverlagerung nach Polen oder in die Slowakei bekannt, nachdem mit dem Betriebsrat eine Erhöhung der Arbeitszeit auf eine 40-Stundenwoche und ein Verzicht auf Lohnerhöhungen für 2005 und 2006 vereinbart worden war. An der Betriebsversammlung nahmen auch der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff, der Innenminister und ehemalige Bürgermeister der Stadt Holzminden Uwe Schünemann, der aus dem Landkreis stammende Umweltminister Hans-Heinrich Sander und Wirtschaftsminister Walter Hirche teil. Wulff bezeichnete den Erhalt der Arbeitsplätze in Holzminden als einer der größten Arbeitgeber vor Ort eine Gemeinschaftsleistung und einen „Modellfall für Deutschland“, um ein „Horrorszenario“ einer Produktionsverlagerung abzuwenden.

Im Februar 2005 übernahm Gerold Linzbach die Führung des Unternehmens. 2005 wurden zwei Produktionsstätten in Skokie, Illinois, USA und in Grasse, Frankreich geschlossen. Im Mai 2006 wurden die beiden Geschäftsbereiche Fragrances (Düfte) und Sensory Ingredients (ehemals Cosmetic Ingredients und Aroma Chemicals) zum neuen Geschäftsbereich Scent & Care zusammengefasst. Damit gibt es nunmehr umsatzbezogen bei Symrise zwei nahezu gleich große Geschäftsbereiche (Scent & Care und Flavors).

Im März 2005 wurde der 1998 gegründete britische Aromenhersteller Flavours Direct Ltd, Corby, für 9,7 Millionen Euro übernommen und im Januar 2006 für 7,1 Millionen Euro die Kaden Biochemicals, Hamburg, ein Anbieter für hochreine Pflanzenextrakte.

Der Servicebereich Technik und Umwelt (Engineering, Instandhaltung, Sicherheit, Umwelt, Energieversorgung, Infrastruktur) unter dem technischen Leiter Norbert Kalkert wurde mit 213 Mitarbeitern in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert. Diese Gesellschaft, geführt als hundertprozentige Tochter, erhielt den Namen TESIUM.

Die interne Logistik mit 126 Mitarbeitern wurde unter dem Leiter Wolfgang Ast zum 1. Juni 2006 in eine Tochtergesellschaft mit dem Namen „symotion“ ausgegliedert.

Symrise AG[Bearbeiten]

Weltmarktanteile für Aromen und Riechstoffe 2010

Am 20. Oktober 2006 beschloss die Gesellschaftsversammlung die formwechselnde Umwandlung der Symrise Holding GmbH in die Symrise AG und stellte deren ursprungliche Satzung fest. Der Formwechsel wurde am 8. November 2006 in das Handelsregister des Amtsgerichts Hildesheim (HRB 200436) eingetragen.

Ende November 2006 wurde der Börsengang vom Symrise zum 11. Dezember 2006 bekannt gegeben. Die Symrise GmbH & Co. KG wurde zur Tochtergesellschaft der Symrise AG. Am 11. Dezember 2006 wurde die Symrise-Aktie erstmals am Amtlichen Markt (Prime Standard) der Frankfurter Börse gehandelt und erzielte am ersten Handelstag einen Börsenauftakt mit einem Platzierungspreis von 17,25 Euro. 52,04 Prozent der Aktien nach dem Börsengang behielt EQT, 26,02 Prozent diverse internationale Co-Investoren (darunter 8,40 Prozent die HRD Luxembourg) und 18,32 Prozent die Gerberding Vermögensverwaltungs GmbH & Co. KG mit dem Anteilshalter Horst-Otto Gerberding sowie 2,10 Prozent die Braunschweig GmbH, eine Tochtergesellschaft der Norddeutschen Landesbank (Nord/LB). Symrise besaß im Dezember 2006 eine Marktkapitalisierung von 1,398 Milliarden Euro und war somit der größte Börsengang des Jahres 2006 in Deutschland und erzielte rund 652 Millionen Euro brutto.

Mit einem Umsatz von 1,735 Milliarden Euro und einem Jahresüberschuss von 157,5 Millionen Euro im Jahr 2012 gehört das Unternehmen zu den vier weltgrößten der Branche.[3]

Wesentliche Restrukturierungen 2004 bis 2006[Bearbeiten]

Unter dem Vorstandschef James D. Forman wurden im Sommer 2004 auch Produktionsverlagerungen in Billiglohnländer in Erwägung gezogen. Erst am 16. November 2004 gab die Geschäftsführung den Verzicht auf eine Produktionsverlagerung nach Polen oder in die Slowakei bekannt, nachdem mit dem Betriebsrat eine Erhöhung der Arbeitszeit auf eine 40-Stundenwoche und ein Verzicht auf Lohnerhöhungen für 2005 und 2006 vereinbart worden war. An der Betriebsversammlung nahmen auch der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff, der Innenminister und ehemalige Bürgermeister der Stadt Holzminden Uwe Schünemann, der aus dem Landkreis stammende Umweltminister Hans-Heinrich Sander und Wirtschaftsminister Walter Hirche teil. Wulff bezeichnete den Erhalt der Arbeitsplätze in Holzminden als eine Gemeinschaftsleistung und einen „Modellfall für Deutschland“, um ein „Horrorszenario“ einer Produktionsverlagerung abzuwenden.[4] Im Jahr 2005 wurden die Produktionsstätten in Skokie, Illinois, USA der Symrise Inc. und die Symrise S.A. in Grasse, Frankreich geschlossen.

Ab Juni 2005 wurde der Bereich Fragrances umstrukturiert. Die Parfümerie-Abteilung in Hamburg wurde aufgelöst und das dort erst 2002 durch die Dragoco angesiedelte Kreativcenter für Haushaltsparfümerie erhielt wieder seinen Sitz in Holzminden. Weltweit gingen durch diese Umstrukturierungsmaßnahmen rund 100 Arbeitsplätze verloren. Es wurden auch die beiden Geschäftsbereiche Cosmetic Ingredients und Aroma Chemicals unter Sensory Ingredients zusammengefasst und bilden damit 20 Prozent des Umsatzes von Symrise. 48 Prozent des Umsatzes erwirtschaftete Symrise im Jahr 2004 mit dem Bereich Flavors (Aromen) und 33 Prozent mit dem Bereich Fragrances (Düfte). Im Dezember 2005 berichtete Symrise von einem Ausbau des Standortes Nördlingen im Anton-Jaumann-Industriepark. Der Standort der Firma in Nördlingen ist auf die Entwicklung und Herstellung von Aromen und Grundstoffen für die Getränkeindustrie spezialisiert.

Die Informatik (Information Systems) mit weltweit ca. 100 Mitarbeitern und einem Budget von 20 Millionen Euro wurde zum 1. Februar 2006 an den französischen EDV-Dienstleister Atos Origin verkauft. Die Atos Origin GmbH erhielt Verträge bis 2016, und Symrise zahlt dem Informatikunternehmen jährlich fest ca. 11 bis 12 Millionen Euro und zusätzlich bis zu 5 Millionen Euro für jährliche anfallende Projekte, sowie 2 Millionen Euro für jährlich zusätzlich benötigte Hard- und Softwareausstattungen. Während durch die Auslagerung der Bereiche Technik und Umwelt und Informatik unmittelbar keine Arbeitsplätze gefährdet sind, wird im Bereich Logistik mit einem Stellenabbau gerechnet. Von den Umstrukturierungsmaßnahmen waren im Frühjahr 2006 rund 400 Mitarbeiter betroffen.

Akquisitionen ab 2007[Bearbeiten]

  • Geschäftsbereich „Food Ingredients“ von Unilever in Großbritannien (2007)
  • Aromatics S.A.S., Paris, ein französischer Anbieter von natürlichen Rohstoffen wie Vanille, Kakao und Kaffee. 2006 hielt Symrise bereits 40 Prozent und übernahm im September 2007 das Unternehmen komplett
  • Aromendivision von Chr. Hansen (2008)
  • Steng, ein englischer Aromenanbieter (2008)
  • Manheimer Fragrances and Intercontinental Fragrances im Air Care Segment (2009)
  • Futura Labs, Anbieter von Aromen und Düften in Ägypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten (2009)
  • Trilogy Fragrances, ein Duftproduzent aus den USA, der auf die Entwicklung natürlicher Inhaltsstoffe spezialisiert ist (2012)
  • Globales Duftstoffgeschäft der nordamerikanischen Belmay-Gruppe, ein Entwickler und Hersteller von Parfumölen (2012)

Entwicklung 2007 bis heute[Bearbeiten]

  • Auf einer Pressekonferenz am 29. März 2007 erklärte der damalige Finanzvorstand (CFO), Rainer Klaus Grimm, das Ziel 2007 sei, die Gewinnzone und ein positives Nettoergebnis zu erreichen. Im Geschäftsjahr 2006 wurde ein Nettoverlust von 89,8 Millionen Euro ausgewiesen.
  • Im Mai 2007 trennt sich EQT von seinen Anteilen an Symrise. Damit erhöhte sich der Anteil im Free float auf 92,5 %.
  • Die IG BCE gab am 6. Juni 2007 bekannt, die Symrise AG auf Einhaltung von Tarifverträgen zu verklagen. Dabei ging es vorrangig um die Jahresleistungsprämie (Weihnachtsgeld), die im Februar 2007 noch per Haustarif vereinbart wurde.[5]
  • Am 14. September 2007 bestätigte Symrise den Erwerb der Unternehmenssparte Food Ingredients von Unilever in Burton-upon-Trent, Großbritannien, die Aromastoffe für gekühlte Fertiggerichte und diverse Snackartikel produziert. Künftige Produktionsstätten der Sparte sind Eye (Suffolk) (bis März 2007 im Besitz der Steng Ltd.) und Corby, Großbritannien.
  • Im April 2008 übernahm Symrise den Bereich Arome (Dairy Flavors, Savory Flavors, Sweet Flavors und Seasonings) des dänischen Anbieters Chr. Hansen mit einem geschätzten Umsatz von US$ 70m für 2007.[6]
  • Am 18. Juni 2008 eröffnete Symrise für 51 Mitarbeiter in Shanghai ein Kreativzentrum für den Asienmarkt des Geschäftsbereichs Scent & Care.
  • Am 26. September 2008 gab Symrise die Übernahme des US Raumduftherstellers Manheimer Fragrances bekannt. Das Unternehmen wurde 1984 in Teterboro, New Jersey gegründet und wurde 2004 von Kerry Ingredients & Flavours übernommen. 2007 lag der Umsatz bei 40 Millionen US-Dollar. Anfang September 2008 erwarb Symrise außerdem in den USA den 1975 gegründeten Duftstoff- und Duftkerzenhersteller Intercontinental Fragrances in Houston, Texas für insgesamt rund 100 Millionen US-Dollar.[7]
  • Am 10. November 2008 kam es im Werk Solling zu einer Betriebsstörung. Die zur Reinigung von Rohrleitungen eingesetzte Salpetersäure reagierte im Bereich der Aromenhalle chemisch und entwickelte Nitrose Gase und mussten von den Feuerwehrkräften besprüht werden. Mehr als 55 Personen wurden vorsorglich in die umliegenden Krankenhäuser eingeliefert.[8]
  • Der Vorstandsvorsitzende Gerold Linzbach gab am 16. Dezember 2008 bekannt, aus persönlichen Gründen seinen am 22. Oktober 2009 auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern.[9]
  • Der Aufsichtsrat hat Hans Holger Gliewe mit sofortiger Wirkung (5. November 2009) zum Vorstandsmitglied für den Geschäftsbereich Flavor & Nutrition berufen. Er folgt in dieser Funktion auf Heinz-Jürgen Bertram, der seit 1. Juli 2009 Vorsitzender des Vorstands von Symrise ist und den Geschäftsbereich seitdem in Personalunion kommissarisch leitet.
  • Gemeinsam mit der IG Bergbau, Chemie, Energie hat Symrise im Februar 2011 den bestehenden Vertrag aus dem Jahr 2009 ergänzt und eine Standortvereinbarung um zwei Jahre verlängert. Damit werden bis 2016 die bestehenden Arbeitsplätze garantiert und zusätzlich sollen 120 Millionen Euro in die deutschen Standorte einfließen. Ab 1. August 2011 wurde mit der IG BCE vereinbart die Laufzeiten des Symrise-Entgelttarifvertrags an den zukünftigen Chemie-Flächentarifverträge anzugleichen unter Berücksichtigung eines Abschlags von 0,9 Prozent.
  • Februar 2012: Mit zwei neuen Akquisitionen und einer strategischen Partnerschaft konzentriert sich Symrise weiter auf Schwellenländer und schnell wachsende Marktsegmente: Das Unternehmen erwirbt die brasilianischen Aktivitäten des Duftherstellers Belmay, die am eigenen Standort in Brasilien angesiedelt werden. Mit der Akquisition von Trilogy Fragrances (Lakewood, USA) baut Symrise seine Position im Bereich natürlicher Duftstoffe aus. Durch eine strategische Partnerschaft mit Indevex Biotech (Storebro, Schweden) stärkt Symrise seinen 2009 gegründeten Geschäftsbereich Consumer Health.
  • August 2012: Symrise eröffnet ein neues Exzellenzzentrum bei São Paulo, Brasilien (Investitionssumme 12 Mio. Euro).
  • Dezember 2012: Symrise unterzeichnet eine gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsvereinbarung mit dem schwedischen Biotechnologie-Unternehmen Probi AB, einem der führenden Hersteller probiotischer Kulturen für Getränke, Milchprodukte und Nahrungsergänzungsmittel.
  • Juli 2014: Symrise übernimmt für 1,3 Milliarden Euro die französische Diana-Gruppe, einen bedeutenden Lieferanten der Lebensmittel-, Tiernahrungs- und kosmetischen Industrie.[10]

Unternehmenszahlen[Bearbeiten]

Forschung und Entwicklung[Bearbeiten]

Schwerpunkt der Forschung und Entwicklung sind Substanzen und Technologien, die dem Endverbraucher einen qualitativen oder funktionalen Mehrwert bieten sollen, zum Beispiel Aromen, die eine Reduzierung des Salz-, Fett- oder Zuckergehalts ermöglichen, oder Parfümöle mit einem kühlenden Effekt auf die Haut. Symrise gibt an, jährlich mehr als 40 Patente anzumelden. Die Forschungsabteilungen für Parfümerie hat Symrise am Stammsitz in Holzminden und in Teterboro (New Jersey/USA) angesiedelt.

Rechtsstreitigkeiten[Bearbeiten]

Stiftung Warentest[Bearbeiten]

Im November 2013 wurde bekannt, dass die Stiftung Warentest bei Schokolade des Herstellers Ritter Sport die Deklaration des von Symrise gelieferten Aromastoffes Piperonal in der Zutatenliste als natürlichen Aromastoff als Irreführung bemängelt, da dieser in industriellen Mengen nur chemisch hergestellt werden könne.[11] Symrise hat die Herstellungsmethode daraufhin gegenüber den zuständigen Lebensmittelkontrollbehörden vollständig offengelegt. Diese haben die Deklaration nach eingehender Prüfung nicht beanstandet.[12] Symrise garantierte dem Hersteller zudem, dass nur Aromen „ausschließlich natürlichen Ursprungs“ geliefert werden und erklärte, die europäische Aromenverordnung werde eingehalten.[13] Das zuständige Gericht folgte dieser Einschätzung im Januar 2014 und untersagte der Stiftung Warentest anderslautende Behauptungen.[14] Das Urteil wurde rechtskräftig, nachdem die Berufung der Stiftung vor dem OLG München zurückgewiesen wurde und sie dieses schriftlich als endgültig anerkannt hat. In einer Pressemitteilung begrüßte Symrise das Gerichtsurteil.[15]

Diacetyl-Klagen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Diacetyl

Im Juli 2004 wurde vor einem US-Gericht in Iowa eine Klage gegen die Symrise Inc. und eine Reihe anderer Butteraromenhersteller erhoben. Dabei ging es um Schadensersatzansprüche wegen Atemwegserkrankungen aufgrund des Einatmens von Diacetyl, das bei der Herstellung von Popcorn eingesetzt wurde. Geklagt haben Angestellte eines Lebensmittelherstellers und Zwischenhändler, die Produkte von Symrise in der Lebensmittelverarbeitung einsetzten. Nach weiteren Klagen aufgrund der inzwischen als „Popcorn Workers Lung“ bezeichneten Krankheit brachte der amerikanische Kongress 2007 ein Gesetzgebungsentwurf ein, um verbindliche Grenzwerte für die Diacetylbelastung am Arbeitsplatz festzulegen. Die Hersteller von künstlichen Butteraromen mussten bis zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als 100 Millionen US-Dollar Entschädigungen an kranke Mitarbeiter zahlen.[16][17]

Tochtergesellschaften und Beteiligungen[Bearbeiten]

Tochtergesellschaften[Bearbeiten]

Zur Konzerngruppe von Symrise gehören auch einige 100prozentige Tochterunternehmen am Standort Deutschland:

  • Die DrinkStar GmbH, die im Bereich der alkoholfreien Getränke mit Marken wie TriTop, Frucade, Gröbi oder deit tätig ist.
  • Die TESIUM GmbH, durch Ausgründung der Sparten Technik, Sicherheit und Umwelt am 1. Juli 2006 gegründet, hat sich auf die Planung, Betreuung und Prozessverbesserung von Produktionsanlagen spezialisiert.
  • Die Symotion GmbH [18], ebenfalls durch Ausgründung am 1. Juli 2006 gegründet ist als überregionaler Logistik-Dienstleister tätig.
  • Kaden Biochemicals, spezialisiert unter anderem auf Produkte für Nahrungsergänzungsmittel und Produkte für die pharmazeutische Industrie (integriert in die Flavor & Nutrition Division).

Sämtliche Tochtergesellschaften finden sich im Geschäftsbericht.[19]

Ehemalige Tochtergesellschaften[Bearbeiten]

  • 100 % Heinrich Haensel Pirna GmbH & Co. KG, Holzminden, siehe auch: Gustav Haensel, aufgelöst im September 2007
  • 100 % Heinrich Haensel Pirna Verwaltungs GmbH, Holzminden, aufgelöst im September 2007

Beteiligungen[Bearbeiten]

  • 30,03 % Probi AB, Lund (Schweden)

Weblinks[Bearbeiten]

Börsengang[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Symrise AG: Geschäftsbericht 2013. Abgerufen am 14. Mai 2014 (PDF).
  2. Aktionärsstruktur, abgerufen 26. November 2013.
  3. Symrise erzielt Rekord bei Umsatz und Gewinn Handelsblatt vom 12. März 2013, abgerufen am 12. März 2013.
  4. http://www.tah.de/119.html?&cHash=1c58887dfb&tx_ttnews[tt_news]=21144
  5. IG BCE verklagt Symrise AG auf Einhaltung von Tarifverträgen
  6. Symrise übernimmt Aromengeschäft von Chr. Hansen 5. März 2008.
  7. Symrise: mit zwei Akquisitionen zu einem der führenden Dufthersteller im US Air Care-Markt (PDF; 66 kB)
  8. Täglicher Anzeiger Holzminden vom 11. November 2008.
  9. finanzen.net: Symrise-CEO Linzbach wird auslaufenden Vertrag nicht verlängern. (16. Dezember 2008) .
  10. http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/aromenhersteller-symrise-uebernimmt-diana-gruppe/10266116.html
  11. Stiftung Warentest straft Ritter Sport mit mangelhaft ab. Spiegel Online, abgerufen 21. November 2013.
  12. [1]. taz. die tageszeitung, abgerufen am 13. September 2014.
  13. Symrise bestätigt die Einhaltung der europäischen Aromenverordnung. Symrise, 26. November 2013.
  14. Schwere Niederlage für Warentest gegen Ritter Sport Frankfurter Allgemeine, abgerufen 13. Januar 2014.
  15. Pressemitteilung von Symrise vom 13. Januar 2014
  16. Schädliche Lebensmittelzusätze - Krankheitsbild Popcorn-Lunge, Spiegel-Bericht vom 7. September 2007.
  17. Background on Diacetyl & Popcorn Workers Lung.
  18. Symotion GmbH
  19. Geschäftsbericht 2010 (PDF; 6,1 MB), Seite 143/144.

51.8266449.47082Koordinaten: 51° 49′ 36″ N, 9° 28′ 15″ O